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Historische Untersuchung zum Bild der Gracchen in der antiken Literatur

Plutarch, Appian und Cassius Dio

Titel: Historische Untersuchung zum Bild der Gracchen in der antiken Literatur

Masterarbeit , 2017 , 67 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Thorsten Kade (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Mittelalterliche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel dieser Arbeit liegt nicht darin, das Ackergesetz genauer zu untersuchen, sondern darin, das überlieferte Bild des Tiberius und Gaius Gracchus unter Zuhilfenahme der antiken Literatur von Plutarch, Appian und Cassius Dio zu beleuchten.

Die Krise der römischen Republik wurde zweifelsohne durch die enormen Gebietserweiterungen im Mittelmeerraum und im Speziellen durch die punischen Kriege im 2. Jahrhundert v.Chr. in ihrer Intensität beschleunigt. Die notwendigen Reformen in der Heeres- und Agrarverfassung wurden durch die enorme Belastung noch zwingender. Die immense Inanspruchnahme "der bäuerlichen Bevölkerung Italiens mit Kriegsdienst entzog der Landwirtschaft Arbeitskräfte, und unter Umständen konnte eine bäuerliche Familie in den Ruin gestürzt werden - wenn ein junger Familienvater […] mehrere Jahre hintereinander Legionär war".

Die Zeit ist somit durch die kriegerische Expansion, aber auch durch die notwendig gewordenen landwirtschaftlichen Neuordnungen zu charakterisieren, wobei mit den Zerstörungen auf römisches Territorium wiederrum eine agrarische Stagnation verknüpft werden kann. In diesem Zeitraum, welcher in erster Linie durch Krisen dokumentiert ist, betreten die Brüder Tiberius und Gaius Gracchus die politische Bühne Roms. Beide greifen dementsprechend in einer Zeit in die römische Politik ein, welche als entscheidender Wendepunkt in die römische Geschichte eingehen sollte und die Zäsur von der mittleren zur späten Republik kennzeichnet.

Diese Epoche beschrieb bereits Theodor Mommsen, als ein bedeutender Vertreter der älteren Altertumswissenschaft, als die Zeit, in welcher die römische Revolution begann. Die Auseinandersetzungen rund um das Sempronische Ackergesetz waren hierbei ein zentraler Bestandteil, welcher eine Kette von Ereignissen auslöste und langjährige Konflikte, die in Bürgerkriegen mündeten, begründete. Eine Entwicklung die durch die Konstituierung des Prinzipats durch Augustus und den Untergang der römischen Republik im Jahre 27. v.Chr. ihren Abschluss fand. Ist der Ausdruck der Revolution zwar in der neueren Forschung äußerst umstritten, zeigt dieser Ausschnitt dennoch, welches große Interesse seitens der Forschung den beiden Brüdern und ihrem politischen Wirken bereits über viele Jahrzehnte gewidmet wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenlage

2.1 Beurteilung der Quellenlage

2.2 Römische Primärquellen

3. Untersuchung der Quellen

3.1 Plutarch

3.1.1 Autorenvita

3.1.2 Tiberius Gracchus und Gaius Gracchus

3.1.2.1 Zu Person, Charakterzügen und familiärem Umgang

3.1.2.2 Einfluss Cornelias auf die Politik der Söhne

3.1.2.3 Politisches Wirken und öffentliche Meinung zu Tiberius Gracchus

3.1.2.4 Politisches Wirken und öffentliche Meinung zu Gaius Gracchus

3.1.3 Zusammenfassung

3.2 Appian

3.2.1 Autorenvita

3.2.2 Tiberius Gracchus und Gaius Gracchus

3.2.2.1 Zu Person, Charakterzügen und familiärem Umgang

3.2.2.2 Einfluss Cornelias auf die Politik der Söhne

3.2.2.3 Politisches Wirken und öffentliche Meinung zu Tiberius Gracchus

3.2.2.4 Politisches Wirken und öffentliche Meinung zu Gaius Gracchus

3.2.3 Zusammenfassung

3.3 Cassius Dio

3.3.1 Autorenvita

3.3.2 Tiberius Gracchus und Gaius Gracchus

3.3.2.1 Zu Person, Charakterzügen und familiärem Umgang

3.3.2.2 Einfluss Cornelias auf die Politik der Söhne

3.3.2.3 Politisches Wirken und öffentliche Meinung zu Tiberius Gracchus

3.3.2.4 Politisches Wirken und öffentliche Meinung zu Gaius Gracchus

3.3.3 Zusammenfassung

4. Vergleich der Darstellungen von Plutarch, Appian und Cassius Dio

5. Herleitung möglicher Motive der Autoren

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, das überlieferte Bild von Tiberius und Gaius Gracchus unter Zuhilfenahme der antiken Quellen von Plutarch, Appian und Cassius Dio zu untersuchen, um Ähnlichkeiten, Unterschiede und potenzielle Motive der jeweiligen Autoren in ihrer Darstellung herauszuarbeiten.

  • Analyse der Quellenqualität und Entstehungsgeschichte der Berichte über die Gracchen.
  • Untersuchung der Charakterdarstellung und des familiären Hintergrunds der Brüder.
  • Evaluation des Einflusses ihrer Mutter Cornelia auf ihr politisches Wirken.
  • Vergleichende Analyse der politischen Darstellung und der Motive bei den drei antiken Historikern.
  • Reflexion über die Rolle von Gewalt als politisches Mittel in der antiken Historiographie.

Auszug aus dem Buch

3.1.2.1 Zu Person, Charakterzügen und familiärem Umgang

Eine „Betrachtung nicht minder tragische[r] Schicksale“ steht uns bevor. So leitet Plutarch diesen Teil seiner vitae parallelae ein. Nachdem zuvor die Geschichte von Agis und Kleomenes geschildert wurden, schließt er in seinem Werk die Betrachtung der beiden Gracchen an.

Tiberius und Gaius waren Söhne des Tiberius Sempronius Gracchus, welcher „zweimal das Konsulat verwaltete und zwei Triumphe gefeiert hatte“, was die mächtige und herausgehobene Stellung der Familie innerhalb der römischen Gesellschaft untermauert. Doch starb Tiberius Gracchus der Ältere bereits 154 v.Chr., sodass die Brüder vor allem von ihrer Mutter Cornelia erzogen wurden. Hierbei ist zu beachten, dass sich die römische Erziehung in zwei Bereiche aufgliederte: Der eine Teil der Erziehung fand im Elternhaus statt, wobei in den verschiedenen Entwicklungsphasen Ammen, Sklaven oder Erzieher wie auch die Eltern selbst sich um die Entwicklung des Kindes kümmerten. Der andere Bereich der Erziehung fand in der Schule statt.

Ist die Quellenlage zu Frauen in der römischen Antike zumeist dürftig, schreibt Plutarch gleich in mehreren wichtigen Kontexten über Cornelia. Die überaus relevante Rolle der Cornelia für die Erziehung der beiden Söhne sei, obwohl die zwei beschriebenen Bereiche der römischen Erziehung isoliert erscheinen, laut Plutarch keineswegs zu unterschätzen. In Bezug auf Art und Weise wie sie die Aufgaben der Erziehung und die Führung des Hauses ausübt, lobt Plutarch Cornelia in höchsten Tönen. Insgesamt habe „mehr als Naturanlage [...] die mütterliche Erziehung beide Söhne, welche allgemein als die begabtesten unter allen Römern galten, zu edlen und tüchtigen Männern gemacht.“ Cornelia ist also laut Plutarch ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger, als die Abstammung aus einer der einflussreichsten römischen Familien. Dies erklärt, dass die als Mutter der Gracchen titulierte Frau nach ihrem Tod zur tugendhaften Matrona stilisiert wurde und aufgrund ihres hohen Ansehens als erste Frau in Rom eine Statue erhielt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Krisenzeit der römischen Republik und die Zielsetzung der Arbeit, das Bild der Gracchen in den Quellen zu beleuchten.

2. Quellenlage: Diskussion über die Entstehung und den Charakter der antiken Quellen als Sekundärquellen gegenüber den Ereignissen des 2. Jahrhunderts v.Chr.

3. Untersuchung der Quellen: Detaillierte Analyse der Darstellung der Gracchen bei Plutarch, Appian und Cassius Dio inklusive Autorenviten und Themenschwerpunkten.

4. Vergleich der Darstellungen von Plutarch, Appian und Cassius Dio: Gegenüberstellung der drei Autoren zur Identifizierung von Gemeinsamkeiten und Divergenzen in ihrer Interpretation.

5. Herleitung möglicher Motive der Autoren: Untersuchung der historischen und persönlichen Hintergründe, die die spezifische Sichtweise der antiken Historiker geprägt haben könnten.

6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur historiographischen Darstellung der Gracchen und ihrer methodischen Bedeutung.

Schlüsselwörter

Gracchen, Tiberius Gracchus, Gaius Gracchus, römische Republik, Plutarch, Appian, Cassius Dio, historische Quellenanalyse, Agrarreform, Cornelia, antike Historiographie, politische Darstellung, römische Geschichte, Idealtypus, Quellenkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Leben und politische Wirken der Brüder Tiberius und Gaius Gracchus in den Werken der antiken Historiker Plutarch, Appian und Cassius Dio dargestellt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören der familiäre Hintergrund der Gracchen, die Rolle ihrer Mutter Cornelia, ihr politisches Auftreten sowie die Art und Weise, wie die antiken Autoren ihre Persönlichkeiten und Motive interpretieren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Unterschiede und Ähnlichkeiten in den Darstellungen der genannten Autoren zu identifizieren und zu hinterfragen, inwiefern die unterschiedlichen Hintergründe und Absichten der Historiker das Bild der Gracchen beeinflusst haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Analyse durchgeführt, die die Berichte der Autoren in ihrem jeweiligen zeitlichen und historiographischen Kontext verortet und auf rhetorische sowie interpretative Verzerrungen prüft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die einzelnen Autoren (Plutarch, Appian, Cassius Dio) systematisch nach ihrer Autorenvita und ihrer Sicht auf die Personen der Gracchen sowie deren politisches Handeln getrennt analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Gracchen, römische Republik, Quellenkritik, Historiographie, Agrarreform und Cornelia.

Warum spielt die Rolle der Mutter Cornelia in der Arbeit eine so große Rolle?

Cornelia wird als zentraler Einflussfaktor auf die Erziehung und das Selbstverständnis der Gracchen analysiert, wobei auch ihre Stilisierung zur tugendhaften "Matrona" in den Quellen kritisch hinterfragt wird.

Welchen Einfluss hat die persönliche Perspektive der Autoren auf die Darstellung?

Die Arbeit zeigt, dass die eigene Herkunft, die politische Gesinnung (z.B. senatskritisch vs. kaisertreue Sicht) und das jeweilige Selbstverständnis als Biograph oder Historiker massiv beeinflussen, ob die Gracchen als "Helden" oder als "Störer der Ordnung" wahrgenommen werden.

Warum wird die Niederlage von Numantia als kritischer Punkt betrachtet?

Sie dient in den Quellen als rhetorischer Wendepunkt, um Tiberius Gracchus entweder als tapferen Retter oder als politisch motivierten Machtmenschen zu inszenieren.

Was ist das Fazit der Untersuchung?

Das Fazit betont, dass keine der antiken Quellen als neutrale Darstellung betrachtet werden kann, da die Autoren ihre Erzählungen bewusst mit stilistischen und rhetorischen Mitteln ausgestaltet haben, um ein stimmiges, oft moralisch gefärbtes Bild der Gracchen zu zeichnen.

Ende der Leseprobe aus 67 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Historische Untersuchung zum Bild der Gracchen in der antiken Literatur
Untertitel
Plutarch, Appian und Cassius Dio
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Historisches Institut)
Note
2,0
Autor
Thorsten Kade (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
67
Katalognummer
V501377
ISBN (eBook)
9783346040121
ISBN (Buch)
9783346040138
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Graachen Römer Appian Plutarch Cassius Dio Tiberius Gaius römische Politik Untersuchung Bild Politik Senat römische Repubik Repulbik Literatur Griechen griechische Geschichtsschreiber Geschichtsbild Propaganda
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thorsten Kade (Autor:in), 2017, Historische Untersuchung zum Bild der Gracchen in der antiken Literatur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501377
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  67  Seiten
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