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Chancen und Herausforderungen einer Wiederbelebung der Wissenschaftstheorie für die BWL

Title: Chancen und Herausforderungen einer Wiederbelebung der Wissenschaftstheorie für die BWL

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Richard Hauttmann (Author)

Business economics - General
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Die Wissenschaftstheorie befasst sich mit den Zielen wissenschaftlichen Arbeitens und der Bewertung von Methoden. Die Wissenschaftstheorie des kritischen Rationalismus, die aufKarl Popperzurückgeht, gilt (noch) als das Paradigma in der Wissenschaftstheorie. In dieser Arbeit sollen die wichtigsten Punkte des wissenschaftstheoretischen Diskurses im Rahmen der BWL wiedergegeben werden. Da Auseinandersetzungen um wissenschaftliche Methoden häufig im Zusammenhang mit dem kritischen Rationalismus stehen, werden seine Grundzüge kurz vorgestellt. In letzter Zeit gerät die Wissenschaftstheorie wieder stärker in den Fokus der BWL, auch weil Forschungsfelder, mit welchen sie sich befasst, von großer Relevanz in betriebswirtschaftlichen Disziplinen wie z.B. im Wissensmanagement sind. Wissenschaftstheoretische Probleme treten vor allem dann auf, wenn die Methodik des kritischen Rationalismus strikt umgesetzt wird. So fordert der kritische Rationalismus z.B. ein ständiges Überprüfen von Hypothesen mittels Konfrontation dieser mit der Realität. Dieses empirische Testen von Hypothesen wird jedoch dann unmöglich, wenn wir es mit Hypothesen über so komplexe Sachverhalte zu tun haben, die ein Konfrontieren mit der Wirklichkeit unmöglich machen. Die Wissenschaftstheorie des Konstruktivismus’ lehnt im Gegensatz zuPopperdie Existenz einer vom menschlichen Bewusstsein unabhängigen Wirklichkeit ab und kann so etwa für Untersuchungen von Kaufentscheidungsprozessen, bei denen subjektive Faktoren ausschlaggebend sind, interessante Anregungen geben. Ferner wird sich in der Literatur mit der Frage auseinandergesetzt, ob sich die BWL näher an der Praxis oder näher an theoretischem Forschen orientieren solle. Die BWL, die sich als Realwissenschaft dem Objekt des Betriebs in all seinen ökonomischen, sozialen, technischen, psychologischen, und rechtlichen Dimensionen widmet, läuft Gefahr, sich von „der Praxis“ vereinnahmen zu lassen. Forschung erfordert eine gewisse Distanz zu konkreten Einzelfällen, um übertragbare Regelmäßigkeiten in der unendlich komplizierten Realität wahrnehmen zu können. Auch der kritische R ationalismus betont das Primat theoretischer Forschung.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Grundbegriffe der Wissenschaftstheorie und wissenschaftssystematische Verortung der BWL

2.1 Wissenschaft

2.2 Wissenschaftstheorie und Methodologie

2.3 Gesetz, Theorie und Hypothese

2.4 Modell und Annahme

2.5 Wissenschaftssystematische Verortung der BWL

3. Die Theorie und Methodologie des kritischen Rationalismus’

4. Wissenschaftstheorien im Rahmen der BWL

4.1 Chancen für die BWL

4.2 Das Praxis-Theorie-Problem

4.2.1 Theorie- versus Praxisorientierung

4.2.2 Theorie-Praxis-Problem aus Sicht des kritischen Rationalismus’

4.3 Kritik und Probleme der empirischen Forschung

4.3.1 Das Induktionsproblem

4.3.2 Grenzen empirischer Forschung

4.4 Theoretischer Pluralismus als Ausweg

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Relevanz und Anwendung der Wissenschaftstheorie im Kontext der Betriebswirtschaftslehre (BWL). Dabei wird insbesondere die Rolle des kritischen Rationalismus nach Karl Popper kritisch beleuchtet, um aufzuzeigen, wie ein pluralistischer Ansatz bei wissenschaftstheoretischen Methoden die Disziplin bereichern und methodische Engpässe überwinden kann.

  • Grundlagen der Wissenschaftstheorie und Methodologie
  • Kritische Analyse des kritischen Rationalismus' in der BWL
  • Spannungsfeld zwischen theoretischer Forschung und praktischer Anwendung
  • Herausforderungen der empirischen Forschung und das Induktionsproblem
  • Plädoyer für einen theoretischen Pluralismus als methodischer Ausweg

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Theorie- versus Praxisorientierung

Als sich im 12. Jahrhundert das Rechnungswesen entwickelte, ging dieser Entwicklung keine Theorie voraus. Die Technik der doppelten Buchführung etwa wurde von den Kaufleuten angewandt, weil sie eine Erleichterung ihrer Arbeit darstellte, sich also als „praktisch“ erwies. Andererseits hat die Mathematik Eingang in viele Bereiche der BWL gefunden, womit die Mathematik als Formalwissenschaft ihren praktischen Nutzen unter Beweis stellen konnte. Einen Zugang zur interdisziplinären BWL findet man also nie auf ausschließlich theoretischem oder ausschließlich praktischem Wege.

Mit „Praxis“ meint man spezifisches Handeln und Gestalten konkreter Situationen; „Praxis“ im Zusammenhang mit der BWL als Wissenschaft wird mit leistungserstellender Wirtschaft gleichgesetzt. Eine Theorie ist das Ergebnis von Denkprozessen, im wissenschaftlichen Kontext wird „Theorie“ mit der forschenden und lehrenden Wissenschaft gleichgesetzt. Der Streit, ob sich die BWL eher praxisnah ausrichten oder sich auf die „reine“ Forschung konzentrieren soll, hat die BWL – wie in der Einführung geschildert – schon früh beschäftigt. Zwar wird die BWL heute überwiegend als angewandte Wissenschaft betrachtet, doch beklagen viele die Nähe der Theorie zur Praxis, während andere die Theorie zu praxisfern finden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung der BWL sowie die Bedeutung wissenschaftstheoretischer Debatten für die Legitimation und den Erkenntnisfortschritt der Disziplin.

2. Grundbegriffe der Wissenschaftstheorie und wissenschaftssystematische Verortung der BWL: Es werden zentrale Definitionen wie Wissenschaft, Theorie, Gesetz und Modell erarbeitet und die BWL systematisch als interdisziplinäre Realwissenschaft eingeordnet.

3. Die Theorie und Methodologie des kritischen Rationalismus’: Hier werden die Kernkonzepte Poppers, insbesondere die Falsifizierbarkeit und die Ablehnung des Induktionsprinzips, als methodisches Paradigma vorgestellt.

4. Wissenschaftstheorien im Rahmen der BWL: Dieses Kapitel analysiert das Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis, diskutiert die Grenzen empirischer Forschungsmethoden und plädiert für einen theoretischen Pluralismus.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Wissenschaftstheorie als Fundgrube verschiedener Ansätze dienen sollte, um die Reflexionsfähigkeit der BWL angesichts zunehmend praxisorientierter Management-Bestseller zu stärken.

Schlüsselwörter

Wissenschaftstheorie, BWL, kritischer Rationalismus, Karl Popper, Theorie-Praxis-Problem, Induktionsproblem, Falsifizierbarkeit, empirische Forschung, theoretischer Pluralismus, Erkenntnisfortschritt, Methodologie, Konstruktivismus, Wissenschaftssystematik, Betriebswirtschaftslehre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die Bedeutung und Anwendung wissenschaftstheoretischer Grundsätze innerhalb der Betriebswirtschaftslehre.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen den kritischen Rationalismus, das Verhältnis von Theorie und Praxis sowie die methodischen Herausforderungen der empirischen Forschung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass eine Auseinandersetzung mit der Wissenschaftstheorie für die BWL notwendig ist, um wissenschaftliche Standards zu sichern und einen Pluralismus an Methoden zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode steht im Mittelpunkt?

Die Arbeit fokussiert primär auf die Methodik des kritischen Rationalismus nach Karl Popper und setzt diese in Bezug zu alternativen Ansätzen.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert Begriffe wie Theorie und Modell, beleuchtet das Theorie-Praxis-Dilemma in der BWL und untersucht kritisch induktive Forschungsmethoden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Falsifizierbarkeit, Interdisziplinarität, Methodenpluralismus und wissenschaftliche Reflexion geprägt.

Warum hält die Autorin/der Autor die strikte Anwendung des kritischen Rationalismus für problematisch?

Die strikte Anwendung erschwert laut der Arbeit die praktische Umsetzung von Innovationen und Visionen, da eine ständige Falsifikation in komplexen sozialen Systemen oft unmöglich ist.

Was versteht man in der Arbeit unter theoretischem Pluralismus?

Damit ist die Akzeptanz und gleichzeitige Nutzung verschiedener konkurrierender Wissenschaftstheorien gemeint, um für unterschiedliche Problemstellungen das jeweils passende methodische Werkzeug zu finden.

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Details

Title
Chancen und Herausforderungen einer Wiederbelebung der Wissenschaftstheorie für die BWL
College
Technical University of Ilmenau
Grade
1,3
Author
Richard Hauttmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V50143
ISBN (eBook)
9783638464192
Language
German
Tags
Chancen Herausforderungen Wiederbelebung Wissenschaftstheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Richard Hauttmann (Author), 2005, Chancen und Herausforderungen einer Wiederbelebung der Wissenschaftstheorie für die BWL, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50143
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