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Behavioral Finance. Heuristiken und das "Hot Hand"-Phänomen

Título: Behavioral Finance. Heuristiken und das "Hot Hand"-Phänomen

Trabajo de Seminario , 2016 , 17 Páginas , Calificación: 2.0

Autor:in: Marc Gassner (Autor)

Economía - Finanzas
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Ein großes Teilgebiet der Behavioral Finance bezieht sich auf die individuellen Entscheidungen und Einschätzungen der Marktteilnehmer. Auf die für die Entscheidungsfindung häufig zugrundeliegenden Heuristiken und Neigungen geht diese Seminararbeit genauer ein. Basierend darauf wird im Anschluss das so genannte "Hot Hand"-Phänomen erläutert, bei der ein eingetroffenes Ergebnis vermeintlich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass eben jenes Ergebnis wieder eintrifft. Anhand des Beispiels von Hedgefonds wird der Frage nachgegangen, ob die "Hot Hand" ein Phänomen oder eine tatsächliche Eigenschaft am Kapitalmarkt darstellt. Dabei werden vorhandene Studien zur Persistenz von Hedgefond-Renditen untersucht und Ergebnisse zusammenfassend erläutert.

Die Behavioral Finance hat sich als eigenständige Disziplin innerhalb der Verhaltensökonomik entwickelt. Diese entstand durch die Kritik an neoklassischen Ansätzen, die auf der Annahme des "homo oeconomicus" basieren. Dieser handelt stets rational, hat keine kognitiven Einschränkungen und maximiert seinen Nutzen. Ebenfalls wird von einem vollkommenen und effizienten Markt mit vollständiger Informationstransparenz ausgegangen. Diese theoretischen Modelle sind nützlich, um die grundlegenden Charakteristiken von Märkten zu verstehen. Von diesen Theorien abweichende Marktphänomene lassen sich damit aber nicht erklären. Die Behavioral Finance versucht mit Blick auf menschliche, psychologische Aspekte und irrationale Verhaltensweisen systematisch zu erfassen, wieso und inwiefern Märkte bzw. Marktteilnehmer in der Realität von Rationalität und Effizienz abweichen. Dieser Ansatz steht nicht unbedingt im Gegensatz zur Neoklassik, sondern soll finanzökonomischen Modellen durch weniger restriktive und realistischere Annahmen zu einem höheren Erklärungsgehalt verhelfen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Heuristiken

2.1 Representativitätsheuristik

2.2 Verfügbarkeitsheuristik

2.3 Heuristik der Verankerung und Anpassung

3 Das „Hot Hand“ Phänomen

3.1 „Hot Hand“ am Kapitalmarkt am Beispiel von Hedgefonds

3.1.1 Besonderheiten von Hedgefonds

3.2 Emprirische Analyse von Jagannathan et al. (2010): „Do Hot Hands Exist among Hedge Fund Managers?“

3.2.1 Statistische Begebenheiten

3.2.2 Ergebnisse

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das „Hot Hand“-Phänomen im Kontext der Behavioral Finance, insbesondere mit Blick auf die Persistenz von Hedgefonds-Renditen und die Frage, ob vergangene Erfolge von Fondmanagern als Indikator für zukünftige Leistungen dienen können.

  • Grundlagen der Behavioral Finance und neoklassische Kritik
  • Psychologische Mechanismen von Heuristiken (Repräsentativität, Verfügbarkeit, Verankerung)
  • Das „Hot Hand“-Phänomen als kognitive Verzerrung bei Finanzentscheidungen
  • Analyse der Performance-Persistenz von Hedgefonds-Managern
  • Methodische Limitationen bei empirischen Auswertungen am Kapitalmarkt

Auszug aus dem Buch

2.1 Representativitätsheuristik

Unter Repräsentativität versteht man die Tendenz, individuelle Erfahrungswerte, Beobachtungen oder Ansichten als repräsentativ einzustufen, unabhängig davon, ob sie tatsächlich relevant sind. Oftmals werden Entscheidungen getroffen, welche auf geschätzten Wahrscheinlichkeiten von unsicheren Ereignissen basieren. „Ein Ereignis oder ein Sachverhalt wird dabei für umso wahrscheinlicher gehalten, je besser das Ereignis oder der Sachverhalt mit der stereotypen Vorstellung des Entscheiders zur Klasse an Ereignissen bzw. Sachverhalten übereinstimmt.“ Diese Verwendung von Heuristiken dient dazu, einem Objekt oder Ereignis eine Eigenschaft, Wahrscheinlichkeit oder Häufigkeit auf Basis von wenigen, individuell repräsentativ erscheinenden Merkmalen zuzuweisen. Dies kann zu Verzerrungen in der Beurteilung von Wahrscheinlichkeiten oder Häufigkeiten führen, vor allem durch folgende häufig fehlerhafte (und unbewusste) Annahmen und unberücksichtigte Aspekte:

Oftmals wird eine der Angelegenheit zugrundeliegenden Ausgangswahrscheinlichkeit („Basisratenfehler“) ignoriert, wenn es zusätzliche irrelevante Informationen gibt, die dem Entscheider aber repräsentativ erscheinen. Gibt es allerdings keine weiteren Informationen, so wird die Ausgangswahrscheinlichkeit korrekt genutzt.

Marktteilnehmer nehmen oft an, dass Eigenschaften von einer Population einer Stichprobe repräsentativ für die Grundgesamtheit ist, unabhängig von der Größe dieser Stichprobe. Gerade bei kleinen Stichproben ist dies keine sichere Annahme.

Häufig wird eine Wahrscheinlichkeit als sich selbst korrigierender Prozess wahrgenommen, welchen es bei voneinander unabhängigen Ereignissen allerdings nicht gibt. Beispielsweise wenn beim Roulette viele Runden hintereinander eine schwarze Zahl fiel, gibt es die Annahme, dass bald eine rote Zahl fallen muss.

Einige Marktteilnehmer haben eine Neigung, intuitive Vorhersagen zu treffen und sich damit sicher zu fühlen, obwohl diese auf unvollständigen Informationen basiert. Andere Faktoren, die die Vorhersagbarkeit beschränken könnten, bleiben unberücksichtigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die Entstehung der Behavioral Finance als Reaktion auf die Grenzen neoklassischer Modelle und skizziert die Fragestellung der Arbeit.

2 Heuristiken: Das Kapitel definiert den Begriff der Heuristik als Mittel zur Komplexitätsreduzierung und stellt die drei Kernformen (Repräsentativität, Verfügbarkeit, Verankerung) vor.

3 Das „Hot Hand“ Phänomen: Dieses Kapitel erläutert das Phänomen der autokorrelierten Erwartungsbildung und analysiert empirisch die Performance von Hedgefonds-Managern hinsichtlich ihrer Erfolgspersistenz.

4 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass kurzfristige Persistenz bei Hedgefonds-Renditen beobachtbar ist, eine langfristige Prognosefähigkeit jedoch aufgrund von Limitationen und Marktkomplexität umstritten bleibt.

Schlüsselwörter

Behavioral Finance, Heuristiken, Hot Hand Phänomen, Hedgefonds, Kapitalmarkt, Repräsentativitätsheuristik, Verfügbarkeitsheuristik, Ankereffekt, Performance-Persistenz, Marktanomalien, kognitive Verzerrung, Finanzkrise, Renditeerwartung, Wahrscheinlichkeitsbeurteilung, Investitionsentscheidungen

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Forschungsanliegen dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht, inwieweit kognitive Heuristiken dazu führen, dass Marktteilnehmer an ein „Hot Hand“-Phänomen glauben, und ob dieses Phänomen empirisch durch die Performance von Hedgefonds-Managern gestützt werden kann.

Welche psychologischen Konzepte werden als Basis der Untersuchung genannt?

Im Zentrum stehen die drei von Kahneman und Tversky definierten Heuristiken: die Repräsentativitätsheuristik, die Verfügbarkeitsheuristik sowie die Heuristik der Verankerung und Anpassung.

Was besagt das „Hot Hand“-Phänomen?

Es beschreibt die fehlerhafte Annahme, dass ein einmal eingetroffenes Ereignis die Wahrscheinlichkeit für das erneute Eintreten desselben Ergebnisses erhöht, obwohl die Ereignisse eigentlich unabhängig voneinander sind.

Wie werden Hedgefonds in dieser Arbeit wissenschaftlich betrachtet?

Hedgefonds werden als Fallbeispiel genutzt, um mittels einer Persistenzanalyse von Renditen zu evaluieren, ob Manager mit einer „glücklichen Hand“ (Hot Hand) überdurchschnittliche Ergebnisse dauerhaft wiederholen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse der Performance verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literatur- und Studienauswertung, insbesondere der empirischen Arbeit von Jagannathan et al. (2010), um die statistischen Begebenheiten und Performance-Daten von Hedgefonds zu bewerten.

Welche Schlussfolgerung ziehen die Ergebnisse in Bezug auf die „Hot Hand“?

Die Analyse zeigt, dass kurzfristige Persistenz bis zu sechs Monaten häufig belegbar ist, langfristige Vorhersagen jedoch aufgrund von Datenverzerrungen und methodischen Limitationen sehr kritisch zu sehen sind.

Welche Rolle spielt der sogenannte „Survivorship Bias“ bei Hedgefonds-Daten?

Dieser Bias führt zu einer positiven Verzerrung der Daten, da gescheiterte oder liquidierte Fonds häufig aus Datenbanken gelöscht werden, was die durchschnittliche Performance der verbleibenden Fonds besser aussehen lässt, als sie tatsächlich ist.

Warum ist die Regulierung von Hedgefonds laut der Arbeit ein kontroverses Thema?

Die Arbeit verdeutlicht das Dilemma, einerseits den Kapitalmarkt vor katastrophalen Fehlentscheidungen (wie bei der Lehman-Pleite) schützen zu wollen, andererseits aber eine Regulierung zu vermeiden, die die für die Wirtschaft essentielle Funktionsweise des Marktes behindert.

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Detalles

Título
Behavioral Finance. Heuristiken und das "Hot Hand"-Phänomen
Universidad
University of Applied Sciences Münster
Calificación
2.0
Autor
Marc Gassner (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
17
No. de catálogo
V501544
ISBN (Ebook)
9783346042439
ISBN (Libro)
9783346042446
Idioma
Alemán
Etiqueta
Heuristiken Hot Hand Behavioral Finance Heuristik Fonds Hedgefond Fond Hedgefonds Kapitalmarkt Fondmanager Manager Performance Verhaltensökonomik Marktphänomene Jagannathan
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marc Gassner (Autor), 2016, Behavioral Finance. Heuristiken und das "Hot Hand"-Phänomen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501544
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