Der Frühstücksclub - Filmanalyse


Hausarbeit, 2006

14 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Der Regisseur

Die Handlung

Filmabschnitte

Die Charaktere

John (der Rebell)

Allison (die Ausgeflippte)

Brian (der Streber)

Claire (die Schöne)

Andrew (der Athlet)

Visuelle Gestaltungsmittel

Musik

Normen und Werte

Gesamturteil

Einsatz des Films in einem Jugendzentrum

Im folgenden Text wird zur flüssigeren Lesbarkeit und der Einfachheit halber die männliche Form benutzt, die gleichermaßen für das männliche und weibliche Geschlecht gilt und keine Diskriminierung bedeutet.

Der Regisseur

Der Regisseur John Hughes wurde 1950 in Michigan, USA geboren. Als er 13 Jahre alt war, zog seine Fa­milie nach Chicago, an den Rand einer Nobelsiedlung. Das tägliche Erleben der Gegensätze ließ in Hughes bald eine Ablehnung gegen Snobismus entstehen, was auch in seinen Filmen immer wieder zum Ausdruck kommt. Seine Sympathie gilt eher den Durch­schnittsamerika­nern als den reicheren Menschen der gehobenen Klasse.

Zu seinen bekanntesten Filmen gehören unter anderem „L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn“, „Kevin – Allein zu Haus“, „Ferris macht blau“ und „Flubber“.

Die Handlung

Fünf High-School-Schüler müssen für einen Samstag in die Schule, um nachzusitzen – jeder aus einem anderen Grund. Die Fünf sind so unterschiedlich wie sie anders nicht sein könn­ten: da ist der einsame „Streber“, den eine schlechte Note beinah in den Selbstmord treibt, der „Rebell“ aus einem gewalttätigen Elternhaus, die „Außenseiterin“, schwarz gekleidet und leicht depressiv, das muskelbepackte „Sport-Ass“ und die arrogante „Prinzessin“ aus reichem Haus.

Von ihrem wütenden und doch schon resignierten Lehrer, Mr. Vernon, werden sie dazu auf­gefordert, einen Aufsatz mit dem Thema „Wer bin ich?“ zu schreiben. Kaum ist der Lehrer abwesend, treten zunächst Spannungen und Streit zwischen den verschiedenen Charakte­ren auf. Die jungen Leute gehören verschiedener High-School-Cliquen an, die sich partout aus dem Weg gehen. Doch im Laufe der Zeit öffnen sie sich immer mehr und jeder lernt den anderen von einer ganz anderen Seite kennen. Sie entdecken, dass jeder von ihnen ähnli­che Probleme hat, zum Beispiel mit den Eltern oder mit der Schwierigkeit, dem Stereotyp zu ent­sprechen, der von ihnen erwartet wird. Dieser Tag führt zu der Einsicht, dass sie sich we­niger unterscheiden als sie dachten. Am Anfang mit viel Witz und coolen Sprüchen verse­hen, ist „Der Frühstücksclub“ ein Film, bei dem gegen Ende eindrucksvoll die Probleme der fünf Jugendlichen dargestellt werden.

Der Film beschäftigt sich mit so grundlegenden Themen wie der menschlichen Tendenz zu Vorurteilen, Einsamkeit, Freundschaft und dem Attackieren von Schwächeren. Zu Beginn ist jeder der Schüler dem anderen gegenüber voreingenommen und steckt sie in bestimmte Schubladen. Denen, die einem schwächer vorkommen, wird ihre Schwäche gezeigt und die eigene Macht demonstriert. Doch schließlich bemerken sie, was sie verbindet, nämlich, dass sie sich von ihrer Umwelt missverstanden fühlen und gar nicht 100%ig die Person sind, die sie zu sein scheinen. Unter den Teenagern entsteht ein gruppendynamischer Prozess, der die Probleme und Charaktere erhellt. Am Ende des Tages gehen sie als Freunde aus der Schule und auch wenn ihre Freundschaft gegen den Gruppenzwang den nächsten Schultag vielleicht nicht überstehen wird, so werden sie doch ihre Mitmenschen, ihre Umwelt und sich selber nach diesem Tag mit anderen Augen sehen.

Bei den Gefühlen und Problemen der Jugendlichen fällt auf, dass sie alle Probleme mit ihren Eltern haben: Andrew steht unter dem Druck seines perfektionistischen Vaters, der beste Ringer zu sein, Brian soll immer gute Noten nach Hause bringen, Claires Eltern tragen ihre Streitigkeiten auf ihrem Rücken aus geben ihr statt Liebe nur Dinge von materiellem Wert, John wird von seinem Vater als Taugenichts beschimpft und Allison wird von ihren El­tern nicht beachtet. All diese Probleme lassen die Teenager den Entschluss fassen, nie so zu werden wie ihre Eltern, denn „Wenn man erwachsen wird, dann stirbt Dein Herz!“. Es wird ein ne­gatives Licht auf die Eltern-Kind Beziehung geworfen, doch da diese Probleme typisch für Jugendliche sind und jeder in der Phase zwischen Kindheit und Erwachsensein wohl ähnli­che Probleme gehabt hat, fällt es sehr leicht, mit den Ängste, Hoffnungen und Proble­men mitzufühlen.

Der Film wirkt auf den ersten Blick nicht sonderlich spannend, da keine Action-Szenen vor­kommen und das Drehbuch etwas dialoglastig ist. Aber die Spannung im Film liegt vor allem in der Veränderlichkeit seiner Charaktere.

Der Film ist fast auf einen Schauplatz, die Bibliothek, beschränkt, und be­stärkt dadurch die psychologische Relevanz. Andere Schauplätze, wie die Gänge der Schule, das Büro von Mr. Vernon, die Turnhalle, der Lüftungsschacht und die Toilette spielen dabei eine untergeord­nete Rolle.

Die erzählte Zeit von knapp neun Stunden ist im Vergleich zu anderen Filmen recht kurz und unterscheidet sich nicht so erheblich von der Erzählzeit, die 90 Minuten beträgt. Das bedeu­tet, dass der Zuschauer die meiste Zeit des Tages „anwesend“ ist und das gesamte Ge­schehen verfolgen kann. Dies bewirkt eine Nähe zur Handlung, man fühlt sich, als ob man den ganzen Tag als stummer Beobachter dabei war.

Der Film wird als Rückblende gezeigt. In der Anfangsszene hört man Brians Stimme, die den Aufsatz, der am Ende des Films abgegeben wird, vorliest. Passend zu den Charakteren, die er benennt, werden bestimmte Dinge gezeigt. Als er zum Beispiel über Claire spricht, wird ein Plakat über die Schülerballkönigin gezeigt, bei Andrew eine Sporttasche usw. Da­durch bekommt der Zuschauer schon eine Art Vorab-Information und wird in die Probleme des Film eingeführt, nämlich das der Rektor nur die Eigenschaften in den Schülern sieht, die er sehen will.

Der Aufsatz spielt eine zentrale Rolle im Film, da er mit dem Thema „Wer bin ich?“ genau in die Problematik der Jugendlichen einsteigt. Keiner der Jugendlichen weiß so recht, was er schreiben soll und als Brian am Ende einen Aufsatz für alle abgibt, enthält er genau die Ge­fühle, die die Jugendlichen haben, nämlich dass sie nur als das gesehen werden, was man von ihnen auch sehen will. Es wird von den Eltern und dem Lehrer, die stellvertretend für alle Er­wachsene sind, nicht gefragt, was sie wirklich fühlen, was ihre Probleme und Ängste und ihre Wünsche und Hoffnungen sind. Genau das prangert die Gruppe mit dem Aufsatz an, da sie alle das gleiche Problem haben.

Filmabschnitte

1. Rückblick: Brian liest den Aufsatz vor, den er geschrieben hat und am Ende für alle abge­ben wird.
2. Vor der Schule: Die Schüler kommen an der Schule an.
3. Instruktionen des Rektors: Der Rektor begrüßt die Schüler und erklärt die Regeln und die Aufgabe.
4. Erstes Kennen lernen: John fängt an zu provozieren, Andrew und Claire halten dagegen, Brian ist verunsichert, hält sich erst zurück und steigt dann zögernd in die Diskussion mit ein. Allison verhält sich eher teilnahmslos.
5. Die Tür ist zu: John manipuliert den Türmechanismus und auf Nachfrage des Rektors hal­ten alle zusammen und niemand verrät John. Die Gruppe ist nun visuell und akustisch besser von Mr. Vernon getrennt.
6. Auseinandersetzung zischen Mr. Vernon und John: John provoziert Mr. Vernon, der dar­auf mit weiteren Strafen reagiert. John bleibt zunächst unbeeindruckt und provoziert wei­ter.
7. Langeweile: Die Schüler langweilen sich und schlafen der Reihe nach ein bis Mr. Vernon wieder in die Bibliothek kommt.
8. Konfrontation: John provoziert alle bis es Andrew zu viel wird und er handgreiflich wird.
9. Mittagspause: Währen Andrew und Allison Getränke holen, gesteht Brian gegenüber Claire und John seine Jungfräulichkeit. Jeder der Jugendlichen packt sein Essen aus, bis auf John, der die anderen dabei beobachtet und einige Kommentare dazu abgibt. Anschließend parodiert er Brians Eltern und wird daraufhin von Andrew dazu aufgefordert, sein Elternhaus zu demonst­rieren.
10. Auf der Flucht: Die Gruppe verlässt die Bibliothek, um John zu folgen. John holt eine Tüte Marihuana aus seinem Spind. Sie entdecken Mr. Ver­non und auf der Flucht gibt Andrew die Richtung an bis sie in eine Sackgasse geraten. John opfert sich für die anderen und lässt sich erwischen.
11. In der Kammer (1): Mr. Vernon hat John separiert und bringt ihn in eine Abstellkam­mer. Er provoziert John und fordert ihn auf, ihn ins Gesicht zu schlagen, worauf John nicht ein­geht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Der Frühstücksclub - Filmanalyse
Hochschule
Hochschule Ravensburg-Weingarten
Veranstaltung
Jugend und Film
Autor
Jahr
2006
Seiten
14
Katalognummer
V50162
ISBN (eBook)
9783638464345
ISBN (Buch)
9783638751247
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frühstücksclub, Filmanalyse, Jugend, Film
Arbeit zitieren
Stefanie Rolle (Autor), 2006, Der Frühstücksclub - Filmanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50162

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