Diese Arbeit beschäftigt sich mit der zentralen Frage, welche Mechanismen hinter einer geschlechtstypischen Berufswahl und damit hinter der Geschlechtersegregation auf dem Arbeitsmarkt liegen. Trotz eines enormen Anstiegs des Bildungs- und Qualifikationsniveaus und einer steigenden Erwerbsbeteiligung von Frauen ist eine Ungleichverteilung der Berufschancen vorhanden.
In der Bundesrepublik Deutschland arbeiten viele Frauen und Männer in Beschäftigungen, die als typische Frauen- beziehungsweise Männer-Arbeitsbereiche gelten. Dies hat zur Folge, dass Frauen nach wie vor eine geringere Entlohnung als Männer erhalten. Außerdem gelten Frauenberufe in der Regel als geringer entlohnt und bieten schlechtere Aufstiegschancen im Vergleich zu Männerberufen.
Trotz gleicher Qualifikation in allen Berufen nehmen Frauen und Männer unterschiedliche Positionen ein und sind somit in Berufen ungleich präsent. Auch die Verteilung von Frauen und Männern auf Berufe oder Branchen bringen Unterschiede hervor. Im deutschen Arbeitsmarkt gilt die geschlechterspezifische berufliche Segregation als ein bekanntes Phänomen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffserklärung- Geschlechterspezifische berufliche Segregation
2.1 Horizontale und vertikale Segregation
3 Entwicklung der horizontalen Arbeitsmarktsegregation in Deutschland
4 Theorien geschlechterspezifischer Segregation auf der Seite des Arbeitsangebots
4.1 Humankapitaltheorien
4.2 Sozialisationstheorien
4.3 These des weiblichen Arbeitsvermögens
4.4 Weitere Faktoren, welche die Segregation beeinflussen
5 Folgen der Geschlechtersegregation für die Verdienste
6 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Mechanismen, die hinter der geschlechtsspezifischen Berufswahl und der damit verbundenen Segregation auf dem deutschen Arbeitsmarkt liegen, wobei ein besonderer Fokus auf angebotsseitigen Erklärungsansätzen liegt.
- Analyse der horizontalen und vertikalen Geschlechtersegregation.
- Untersuchung ökonomischer und soziologischer Theorien zur Berufswahl.
- Diskussion des Einflusses von Sozialisation und Geschlechterrollen.
- Betrachtung von Lohndifferenzen und deren Ursachen.
- Reflektion über institutionelle und individuelle Einflussfaktoren.
Auszug aus dem Buch
Humankapitaltheorien
Die Humankapitaltheorie führt die Berufswahl auf eine Kosten-Nutzen-Abwägung zurück. Die Individuen üben ein Beruf aus, wobei sie an erster Stelle ihr Nutzen maximieren. Die Kosten sind in dem Fall der „zu erbringende Aufwand in Form von Bildungsinvestitionen, Leistungsanforderungen und zeitliche Belastungen“ (Achatz 2018: 391). Diese Kosten werden mit den Nutzen „die zu erzielenden Erträge wie Löhne oder Aufstiegsmöglichkeiten […] abgewogen“ (Achatz 2018: 391). Außerdem würden Frauen eher die als typisch geltenden Frauenberufe wählen, „da diese geringere Investitionen in Humankapital erfordern, Flexibilität bezüglich Erwerbsunterbrechungen zulassen, bereits bei Berufseintritt ein hohes Einkommen erzielt werden kann [,Teilzeit arbeiten zulassen] und so [in Relation] der Familienplanung als eine rationale Wahl erscheinen [zulassen]“ (Hördt 2006: 22f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung der geschlechtsspezifischen Segregation ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung des angebotsseitigen Berufswahlverhaltens.
2 Begriffserklärung- Geschlechterspezifische berufliche Segregation: In diesem Kapitel werden die zentralen Begrifflichkeiten definiert und die Unterscheidung zwischen horizontaler und vertikaler Segregation vorgenommen.
3 Entwicklung der horizontalen Arbeitsmarktsegregation in Deutschland: Hier wird der historische Kontext und der aktuelle Status quo der Geschlechterverteilung auf verschiedene Berufssegmente in Deutschland dargestellt.
4 Theorien geschlechterspezifischer Segregation auf der Seite des Arbeitsangebots: Dieses Kapitel widmet sich den theoretischen Erklärungsansätzen, insbesondere Humankapital- und Sozialisationstheorien sowie dem Konzept des weiblichen Arbeitsvermögens.
5 Folgen der Geschlechtersegregation für die Verdienste: Das Kapitel analysiert die ökonomischen Auswirkungen der Segregation, insbesondere im Hinblick auf Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern.
6 Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und resümiert, dass angebotsseitige Theorien allein nicht ausreichen, um die Segregation umfassend zu erklären.
Schlüsselwörter
Geschlechtersegregation, Arbeitsmarkt, Berufswahl, Humankapitaltheorie, Sozialisation, horizontale Segregation, vertikale Segregation, Lohnungleichheit, Erwerbsbiografie, Geschlechterrollen, Arbeitsangebot, Familienplanung, Geschlechtertrennung, Berufsspektrum, Geschlechtspezifische Segregation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Ursachen der geschlechtsspezifischen Arbeitsmarktsegregation in Deutschland und fragt nach den Mechanismen hinter der geschlechtstypischen Berufswahl.
Welche sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition beruflicher Segregation, der historischen Entwicklung, verschiedenen soziologischen und ökonomischen Erklärungsmodellen sowie den finanziellen Folgen für Erwerbstätige.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Frage lautet: Welche Mechanismen liegen hinter einer geschlechtstypischen Berufswahl und damit hinter der Geschlechtersegregation auf dem Arbeitsmarkt?
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um bestehende Ansätze (Humankapital- und Sozialisationstheorien) kritisch zu betrachten und aufeinander zu beziehen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsklärung, die Darstellung der aktuellen Segregationssituation in Deutschland sowie die detaillierte Vorstellung angebotsseitiger Theorien zur Berufswahl.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Geschlechtersegregation, Arbeitsmarkt, Sozialisation, Humankapitaltheorie, berufliche Segregation und Lohnungleichheit.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen horizontaler und vertikaler Segregation?
Horizontale Segregation beschreibt die Verteilung auf verschiedene Tätigkeitsfelder oder Branchen, während vertikale Segregation die ungleiche Verteilung auf Hierarchieebenen innerhalb eines Berufes bezeichnet.
Welche Rolle spielt die Humankapitaltheorie laut der Autorin?
Die Humankapitaltheorie betrachtet Berufswahl als rationale Kosten-Nutzen-Abwägung, bei der individuelle Bildungsinvestitionen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewichtet werden.
Welche Kritik übt die Arbeit an angebotsseitigen Theorien?
Die Arbeit weist darauf hin, dass diese Theorien die tatsächliche Ausformung der Berufswahl nur teilweise erklären und oft kritisiert werden, da sie institutionelle Faktoren oder strukturelle Zwänge teils vernachlässigen.
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- Fatima Atmani (Author), 2019, Geschlechterspezifische berufliche Segregation in Deutschland. Mechanismen einer geschlechtstypischen Berufswahl, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501735