Diese Arbeit gibt eine Einführung in das Thema Legal Tech und beleuchtet die einzelnen Sparten der Rechtswissenschaften im Bezug auf Legal Tech. Sie ist einer der größten Bestandteile der Digitalisierung in den Rechtswissenschaften und ist daher von großer Bedeutung für die Juristerei.
"Die Technologie ist da, geht nicht mehr weg. Im Gegenteil: Sie wird immer besser." Michael Hartung bringt es auf den Punkt: Die Digitalisierung ist in vollem Gange und macht auch vor der Justiz nicht Halt. Doch wie vereint man die juristische Praxis mit "künstlicher Intelligenz", "Blockchain" oder "Legal Tech"? Das Rechtswesen reagiert mit Zurückhaltung, sobald das Wort "Digitalisierung" fällt. Doch sträuben sich die Juristen wirklich dagegen, mit der Zeit zu gehen und die Digitalisierung Einzug halten zu lassen? Die klassische juristische Antwort darauf: Es kommt darauf an.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Begriff
C. Status quo
I. Rechtszugang und Rechtsanwendung durch Anwaltskanzleien
1. Rechtszugang: Verbraucherberatung
2. Rechtsanwendung: Beratung gewerblicher Mandanten
3. Zwischenfazit
II. Rechtsfindung und Rechtsverwaltung in der Justiz
1. Programm „eJuNi“ und Rechtsverwaltung
2. Ordentliche Gerichtsbarkeit und Rechtsfindung
3. Zwischenfazit
D. Perspektiven
I. Rechtsberatung
II. Justiz
E. Grenzen
F. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den aktuellen Stellenwert von Legal Tech im Rechtswesen, beleuchtet dessen Einsatzbereiche in Anwaltskanzleien sowie in der Justiz und diskutiert die damit verbundenen Potenziale, Perspektiven und rechtlich-technischen Grenzen.
- Definition und begriffliche Einordnung von Legal Tech
- Digitale Unterstützung in der anwaltlichen Praxis
- Modernisierung der Justiz durch elektronische Aktenführung und Rechtsverkehr
- Automatisierung von Rechtsfindungsprozessen
- Herausforderungen in den Bereichen Datenschutz und Haftung
Auszug aus dem Buch
C. Status quo
Bues spricht in seiner Definition von modernen, computergeschützten digitalen Technologien, um die Rechtsfindung, -anwendung, -zugang und -verwaltung […] zu automatisieren. Im Folgenden wird diese These eingehend untersucht.
Legal Tech wird dort eingesetzt, wo juristische Arbeit von einem Computer erledigt werden kann, beschleunigen Technologien die Erledigung der anfallenden Aufgaben. Anwaltskanzleien schwören schon seit Jahren auf Legal Tech und auch in der Justiz möchte man die Technologien nicht mehr missen. Was „Legal Tech“ bereits kann und wie es den Rechtsmarkt bis jetzt beeinflusst hat, wird in einer Bestandsaufnahme deutlich.
I. Rechtszugang und Rechtsanwendung durch Anwaltskanzleien
Legal Tech unterstützt Anwälte in ihrer täglichen Arbeit. Zu den Aufgaben des Rechtsanwalts in einer Kanzlei zählen die Strukturierung und Begleitung bei Unternehmenstransaktionen und die prozessuale Auseinandersetzung mit Dokumenten im Rechtsverkehr und genau dort setzt Legal Tech an. Ziel dabei ist es, den Anwälten in den „Kern-Arbeitsbereichen“ durch Vereinfachung oder Erledigung von Arbeit, durch automatisierte Prozesse, unter die Arme zu greifen. Zu solchen Arbeiten gehören unter anderem das Durchforsten von Dokumenten und das Systematisieren und Katalogisieren dieser, aber auch das Erstellen von Dokumenten mithilfe von vorgefertigten Vertragsstücken. Geregelt sind diese Leistungen im Rechtsdienstleistungs-gesetz (RDG) vom 12. Dezember 2017, sodass dessen Normen entsprechend Anwendung finden.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung im Rechtswesen und stellt die Notwendigkeit von Legal Tech zur Bewältigung künftiger Arbeitslasten in Justiz und Anwaltschaft dar.
B. Begriff: In diesem Kapitel wird Legal Tech als Computersoftware definiert, die juristische Arbeit effizienter gestaltet und als „Assistenz“ für den Rechtsanwender fungiert.
C. Status quo: Dieses Kapitel untersucht den aktuellen Einsatz von Legal Tech in Kanzleien bei der Mandantenberatung sowie die laufenden Digitalisierungsprojekte innerhalb der Justiz.
D. Perspektiven: Hier werden die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten für digitale Rechtsberatung und die Modernisierung der gerichtlichen Verfahren beleuchtet.
E. Grenzen: Dieses Kapitel diskutiert die technischen und rechtlichen Barrieren von Legal Tech, insbesondere im Hinblick auf mangelnde menschliche Kontrolle, Datenschutzanforderungen und die Gefahr von Softwarefehlern.
F. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz von Legal Tech als unverzichtbares Werkzeug zusammen und betont, dass die digitale Transformation trotz der Startschwierigkeiten ein notwendiger Schritt für den Erfolg auf dem Rechtsmarkt ist.
Schlüsselwörter
Legal Tech, Digitalisierung, Rechtsberatung, Justiz, Rechtsanwaltskanzlei, eJuNi, Smart Contracting, Automatisierung, Rechtsfindung, Datenschutz, DSGVO, elektronischer Rechtsverkehr, Robo-Richter, Rechtsinformatik, Rechtstechnologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle von Legal Tech im modernen Rechtswesen und analysiert, wie digitale Technologien die juristische Arbeit verändern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Definition von Legal Tech, dessen Anwendung in der Anwaltschaft und die digitale Transformation der Justiz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Status quo von Legal Tech zu bewerten und sowohl die Vorteile für die juristische Effizienz als auch die bestehenden Grenzen und Herausforderungen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche Bestandsaufnahme auf Basis aktueller Fachliteratur, gesetzlicher Regelungen und vorhandener Digitalisierungsstrategien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Anwaltskanzleien (insb. Rechtszugang und Smart Contracting) sowie die Justiz (Rechtsfindung, eJuNi und elektronischer Rechtsverkehr).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Legal Tech, Digitalisierung, Rechtsberatung, Automatisierung und Datenschutz geprägt.
Was bedeutet der Begriff „Smart Contracting“ in diesem Kontext?
Es beschreibt ein Verfahren, bei dem Anwälte vorgefertigte Vertragsbausteine durch manuelle Eingaben ergänzen und so Verträge schneller und modularisiert aufsetzen können.
Welche Bedenken bestehen gegenüber „Robo-Richtern“?
Die kritischen Stimmen führen an, dass Algorithmen die notwendige menschliche Abwägung im Einzelfall nicht ersetzen können und ethische sowie datenschutzrechtliche Fragen aufwerfen.
Inwiefern beeinflusst der Datenschutz die Entwicklung von Legal Tech?
Der Datenschutz, insbesondere durch die DSGVO, limitiert den Zugriff von Software auf sensible Daten und erfordert Sicherheitsvorkehrungen, die die Implementierung technischer Lösungen erschweren können.
- Arbeit zitieren
- Josephine Gärtner (Autor:in), 2019, Legal Tech. Begriff, Status Quo, Grenzen und Perspektiven, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501948