Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Work, Education, Organisation

Die Schulnote - ein gerechter Parameter für Leistung?

Title: Die Schulnote - ein gerechter Parameter für Leistung?

Essay , 2004 , 10 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: BA Christian Wenske (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Gedanke, der meinem Essay zu Grunde liegt, ist der, dass es bezüglich der Bewertung von schulischer Leistung im deutschen Bildungssystem Ungleichheiten gibt. Die sozioökonomischen Ungleichheiten in der Bevölkerungsstruktur der Leistungs- und Wissensgesellschaft in der wir leben, sind zwar die Hauptfaktoren, die über Erfolg und Scheitern in der Schülerkarriere entscheiden und ich zweifle deswegen nicht daran, dass ein bestimmtes kulturelles Umfeld, die Lernleistung eines Schülers stark beflügelt, weil beispielsweise Motivation, Arbeitseinstellung und Erwartungen Dinge sind, die durch die Sozialisation vermittelt werden. Das ist aber andererseits oft mit der Annahme verknüpft, dass die Leistungsbewertung eine rein objektive Angelegenheit ist, die in der Regel frei von verzerrenden Faktoren ist, wie dem der subjektiven Einschätzungen durch die Lehrer beispielsweise. Ich frage mich, ob die schulische Leistung, die durch Noten gemessen wird, auch immer das wiedergibt, was dem Stand der Fähigkeiten des Schülers entspricht. Kann es nicht sein, dass Prestige, Habitus oder sprachliche Fähigkeiten über bestimmte Mängel hinwegtäuschen, oder dass Ängste und Blockaden eigentlich vorhandene Fähigkeiten verbergen und ist deswegen nicht eine konsequente und vielleicht auch kontraproduktive Eliminierung bestimmter Bevölkerungsschichten aus den Bildungseliten zu erwarten?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE WEITEREMPFEHLUNG – ERSTE HÜRDE IN DER SCHULLAUFBAHN

2.1. Die IGLU-Studie

2.2. Die Weiterempfehlung

2.3. Der Einfluss der Schicht

3. MECHANISMEN DER SCHICHTREPRODUKTION

3.1. Das Selbstvertrauen

3.2. Die Sprache, Vorkenntnis, Einstellungen und Prestige

4. FAZIT

5. TABELLEN

6. LITERATUR

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Gerechtigkeit der schulischen Leistungsbewertung im deutschen Bildungssystem, insbesondere den Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf die Notengebung und den Übergang auf weiterführende Schulen. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern subjektive Faktoren und Schichtzugehörigkeiten zu einer ungleichen Selektion beitragen.

  • Zusammenhang zwischen IGLU-Studienergebnissen und schulischen Empfehlungen
  • Rolle der sozialen Schichtung bei der Leistungsbewertung
  • Mechanismen der Schichtreproduktion nach Pierre Bourdieu
  • Einfluss von Selbstvertrauen, Sprache und Prestige auf den Schulerfolg

Auszug aus dem Buch

3. Mechanismen der Schichtreproduktion

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass es sich bei den messbaren Abweichungen der tatsächlichen Kompetenzen der Schüler von den Weiterempfehlungen um Ereignisse handelt, die nicht auf den Übergang von der vierten in die fünften Klassen begrenzt sind. Bildlich ausgedrückt ist das nur die Spitze vom Eisberg eines sehr viel komplexer und subtiler arbeitenden Apparats, der für die ständige Reproduktion der verschiedenen Schichten in der Bevölkerung verantwortlich ist. Der Lehrer der mit der Notengebung über das Schicksal des Schülers bestimmt, unterstützt unbewusst dieses System, obwohl es seine Notengebung in der Regel fair gestalten möchte. Es ist auf jeden Fall nicht mit dem Kalkül des Lehrers zu erklären warum die Fähigkeiten unterschiedlich bewertet werden. Was aber sind dann die Auslöser dafür, dass der Lehrer in so vielen Fällen einen ärmeren Schüler für weniger kompetent hält als seinen reicheren Mitschüler, obwohl er sich diesen Tatbestand wahrscheinlich nie eingestehen würde?

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert die Problematik der schichtspezifischen Chancenungleichheit im deutschen Bildungssystem unter Verwendung der IGLU-Studie und konflikttheoretischer Ansätze.

2. DIE WEITEREMPFEHLUNG – ERSTE HÜRDE IN DER SCHULLAUFBAHN: Dieses Kapitel analysiert die Diskrepanzen zwischen gemessenen Kompetenzen und tatsächlichen Schulempfehlungen von Grundschullehrern sowie den signifikanten Einfluss der sozialen Schicht.

3. MECHANISMEN DER SCHICHTREPRODUKTION: Hier werden soziologische Erklärungsmodelle, insbesondere von Pierre Bourdieu, herangezogen, um zu verdeutlichen, wie Selbstvertrauen, Sprache und kulturelles Kapital die Leistungsbewertung beeinflussen.

4. FAZIT: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass eine schichtspezifische Selektion existiert, die das Bildungssystem ineffektiv macht.

5. TABELLEN: Dieser Teil enthält statistische Daten zum Lese- und Kompetenzverständnis im internationalen Vergleich und nach Übergangsempfehlungen.

6. LITERATUR: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten soziologischen und bildungswissenschaftlichen Quellen auf.

Schlüsselwörter

Bildungssystem, Schulnote, Leistungsbewertung, soziale Schichtung, Chancengleichheit, IGLU-Studie, Schichtreproduktion, Pierre Bourdieu, Selektion, Bildungsforschung, Übergangsempfehlung, kulturelles Kapital, Kompetenzen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob Schulnoten ein gerechter Parameter für die tatsächliche Leistung von Schülern sind oder ob sie durch soziale Faktoren verzerrt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen der Übergang von der Grundschule in weiterführende Schulen, die Rolle der sozialen Herkunft und die Mechanismen, durch die Lehrer unbewusst schichtspezifische Unterschiede bei der Leistungsbewertung produzieren.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen tatsächlichen Schülerkompetenzen und deren formaler Bewertung durch Lehrer aufzuzeigen und zu hinterfragen, ob das Bildungssystem für alle Kinder faire Chancen bietet.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse unter Einbeziehung von Studienergebnissen (u.a. IGLU) sowie soziologischen Konzepten, insbesondere der Konflikttheorie und den Ansätzen von Pierre Bourdieu.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der Weiterempfehlung nach der Grundschule, dem Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf die Schullaufbahn sowie den subtilen Mechanismen der Schichtreproduktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Chancengleichheit, Schichtreproduktion, Leistungsbewertung, IGLU-Studie, Selektion und kulturelles Kapital.

Welche Rolle spielt die IGLU-Studie für die Argumentation?

Die IGLU-Studie dient als empirische Basis, um aufzuzeigen, dass es erhebliche Abweichungen zwischen den objektiv getesteten Fähigkeiten der Schüler und den subjektiven Empfehlungen der Lehrkräfte gibt.

Wie beeinflusst das kulturelle Kapital laut der Arbeit die Notengebung?

Das kulturelle Kapital (Sprachgewandtheit, Vorkenntnisse, Habitus) beeinflusst die Wahrnehmung des Lehrers und führt dazu, dass Schüler aus bildungsnahen Schichten häufig positiver bewertet werden als Kinder aus bildungsfernen Haushalten.

Excerpt out of 10 pages  - scroll top

Details

Title
Die Schulnote - ein gerechter Parameter für Leistung?
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Course
Familiensoziologie
Grade
1,7
Author
BA Christian Wenske (Author)
Publication Year
2004
Pages
10
Catalog Number
V50198
ISBN (eBook)
9783638464673
ISBN (Book)
9783638751278
Language
German
Tags
Schulnote Parameter Leistung Familiensoziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
BA Christian Wenske (Author), 2004, Die Schulnote - ein gerechter Parameter für Leistung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50198
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  10  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint