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Mobile Learning und Nachhaltigkeit. Eine kritische Betrachtung der digitalen Entwicklung in deutschen Schulen

Titel: Mobile Learning und Nachhaltigkeit. Eine kritische Betrachtung der digitalen Entwicklung in deutschen Schulen

Masterarbeit , 2019 , 91 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Lena Höster (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit befasst sich mit der nachhaltigen Gestaltung von digitalem Unterricht. Die Thematik wird in drei Kapiteln erläutert und wie folgt diskutiert: Auswirkungen digitaler Medien auf die Umwelt, Digitalisierung in der Bildung sowie nachhaltiger Einsatz von mobilen Lernmedien in den Schulen.

In einer Welt, die von Globalisierung und Klimawandel getrieben wird, versuchen viele ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern und mit ihrem Lebensstil einen möglichst kleinen Beitrag zum Treibhauseffekt zu leisten. Die Verknüpfung zwischen unserem Konsumverhalten und dessen Auswirkungen auf die Umwelt scheint in vielen Lebenslagen in der Gesellschaft zu gelingen. Allerdings gilt das nicht in allen Bereichen: Kaum jemand verknüpft die immer schneller voranschreitende Technik mit dem Thema Nachhaltigkeit.

In der Schule ist ein Wandel hingehend zum elektronischen Lernmedium deutlich zu spüren: Es gibt Tablet-PCs, Laptop-Klassen und Lernsoftwares wie z.B. Vokabellernprogramme. In der öffentlichen Diskussion entsteht ein wachsendes Interesse für digitalisierten Unterricht. Das Interesse am digitalen Unterricht ist verständlich, denn auch die Unternehmen verlangen immer häufiger nach Medienkompetenz. Nahezu jeder Job erfordert den Umgang mit moderner Technik. Diese Entwicklung nimmt mehr an Fahrt auf; daraus entsteht ein steigender Erwartungsdruck an die Schulen.

Darüber hinaus stellen Schulen einen riesigen potenziellen Absatzmarkt dar. Aus der erhöhten Nachfrage von mobilen Endgeräten in der Schule resultiert eine steigende Produktion und Abnahme von Endgeräten. Es bedarf einer differenzierten Betrachtung, in der die Nachteile der mobilen Lernmedien nicht vernachlässigt werden dürfen, da diese erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt haben. Ist ein Unterricht zu verantworten, der für die Vorbereitung von Schülern auf die zukünftige Lebenswelt eine steigende Anzahl von mobilen Lernmedien involviert, gleichzeitig damit aber die zukünftige Lebenswelt stark beeinflusst und das Leben darin potentiell stark beeinträchtigt?

Vor einem Einsatz dieser Art sind ökologische Folgen zu diskutieren bzw. eine Lösung anzustreben, bei der eine ökologisch nachhaltige Umsetzung von digitalem Unterricht in deutschen Schulen verfolgt wird. Ziel der Bildung sollte sein, die SuS zu befähigen, sich in der späteren Lebenswelt zurechtzufinden. Mit einem unreflektierten Investitionsverhalten könnte digitale Bildung negative Auswirkungen auf die Lebenswelt der SuS haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Auswirkungen digitaler Medien auf die Umwelt

2.1. Ökologischer Fußabdruck

2.2. Materialvielfalt

2.3. Lebenszyklus mobiler Geräte

2.3.1. Rohstoffgewinnung

2.3.2. Produktionsprozess

2.3.3. Nutzungsphase

2.3.4. Entsorgung

3. Digitalisierung in der Bildung

3.1. Lerntheorien und Lernmedien

3.2. Digitale Medien und Lernerfolg

3.2.1. Studien

3.2.2. Erklärungsversuche

3.3. Bildungspolitik

3.3.1. Bildungsauftrag

3.2.2. Internationaler Druck

3.3.3. Digital Pakt #D

3.4. Nutzung mobiler Lernmedien im Unterricht: Visionen und Kritik

3.5. Digitale Bildung: ein Konjunkturpaket

4. Nachhaltiger Einsatz von mobilen Lernmedien in den Schulen

4.1. Kosten und ökologische Fußabdrücke

4.1.1. Anzahl der benötigten Geräte

4.1.2. Vergleich zu Papier

4.1.3. Stromverbrauch und ökologische Folgen des digitalen Unterrichts

4.1.4. Amortisationszeit

4.1.5. Lebensdauer und Bedarf nach Neuanschaffungen

4.2. Systemfehler

4.3. Oxymoron: BNE und digitale Schule

4.4 Digitale Schule – Perspektive auf die Lebenswelt

5. Handlungsempfehlungen

5.1. Schulische Aufgabenbereiche

5.2. Außerschulische Aufgabenbereiche

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht kritisch die ökologischen Auswirkungen des zunehmenden Einsatzes digitaler und mobiler Medien in deutschen Schulen. Das primäre Ziel ist es, den Zielkonflikt zwischen dem technologischen Bildungsauftrag und der ökologischen Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung aufzuzeigen sowie Handlungswege für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Technik im Bildungskontext zu erarbeiten.

  • Ökologische Folgen des Lebenszyklus mobiler Endgeräte (Produktion, Nutzung, Entsorgung)
  • Wirksamkeit und lerntheoretische Einordnung digitaler Medien in der schulischen Bildung
  • Kritische Analyse bildungspolitischer Strategien wie des Digitalpakts
  • Nachhaltigkeitsaspekte beim Einsatz digitaler Lernmedien vs. klassische Materialien
  • Handlungsempfehlungen für Schulen und außerschulische Akteure

Auszug aus dem Buch

2.3.1. Rohstoffgewinnung

Die Rohstoffgewinnung für mobile Endgeräte ist energieintensiv. Wird der Lebenszyklus eines Mobiltelefons betrachtet, zeigt sich, dass während der Rohstoffgewinnung der höchste Ressourcenverbrauch stattfindet (47 %). Außerdem bringt der Ressourcenabbau Umweltschäden sowie viele soziale Missstände mit sich.

Der Rohstoffabbau fordert erhebliche Eingriffe in die Natur, die wiederum Folgen für die biologische Vielfalt haben. Das Schema „Materialinput pro Serviceeinheit“ (MIPS) erlaubt es dem Betrachter zwar nachzuvollziehen, wie viel Natur für jeden einzelnen Bestandteil des Endproduktes bewegt wurde, und lässt eine grobe Einschätzung zu, wie aufwendig die Produktion des jeweiligen Produktes ist, jedoch lässt dieses Schema keinen Rückschluss auf die Umwelteinflüsse zu.

Aufgrund des Rohstoffabbaus entstehen zusätzliche Umweltbelastungen durch Emissionen von Schadstoffen in Wasser, Boden und Luft sowohl in den Minen als auch durch die Ablagerung von Bergbauabfällen. Im Prozess der Erzgewinnung werden eine Reihe an verschiedenen physikalischen und chemischen Prozessen durchlaufen. Fast immer werden dazu toxische Chemikalien eingesetzt, welche sich auf die Umwelt auswirken. Häufig werden hierfür Substanzen wie Quecksilber oder Zyanid eingesetzt, um das Erz aus der Erde zu trennen. Dies belastet wiederum nicht nur das Ökosystem, sondern auch Arbeiter und die umliegende Bevölkerung, deren Lebensgrundlage und Gesundheit durch diese Umstände bedroht sind. Trinkwasser wird verschmutzt und ist folglich nicht trinkbar, Ackerböden werden unbrauchbar und zahlreiche chronische Krankheiten treten auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das wachsende gesellschaftliche Interesse an nachhaltigem Konsum und stellt fest, dass dieser Wandel bei der rasanten Digitalisierung im Bildungssektor bisher kaum Berücksichtigung findet.

2. Auswirkungen digitaler Medien auf die Umwelt: Dieses Kapitel erläutert den ökologischen Rucksack mobiler Endgeräte anhand ihres Lebenszyklus von der Rohstoffgewinnung bis zur problematischen Entsorgung.

3. Digitalisierung in der Bildung: Es erfolgt eine kritische Betrachtung digitaler Medien im Unterricht, wobei lerntheoretische Grundlagen, aktuelle Studien zum Lernerfolg sowie bildungspolitische Maßnahmen wie der Digitalpakt diskutiert werden.

4. Nachhaltiger Einsatz von mobilen Lernmedien in den Schulen: Das Kapitel führt die vorangegangenen Forschungsstränge zusammen und bewertet den flächendeckenden Einsatz mobiler Medien in Schulen aus einer rein ökologischen Perspektive.

5. Handlungsempfehlungen: Hier werden konkrete Maßnahmen für den schulischen und außerschulischen Bereich vorgeschlagen, um einen ökologisch nachhaltigeren Umgang mit digitaler Technik zu fördern.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass digitale Bildung derzeit ökologisch bedenklich ist und nur unter strengen didaktischen und strukturellen Voraussetzungen verantwortbar wäre.

Schlüsselwörter

Digitale Bildung, Nachhaltigkeit, Ökologischer Fußabdruck, Mobile Lernmedien, Digitalpakt, MIPS-Konzept, Lebenszyklus, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Medienkompetenz, Elektroschrott, Ressourceneffizienz, Lernmedien, Umweltbelastung, Schulentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Zielkonflikt zwischen der fortschreitenden Digitalisierung an deutschen Schulen und dem Anspruch auf ökologische Nachhaltigkeit angesichts der Umweltbelastungen, die durch Produktion und Nutzung digitaler Endgeräte entstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die ökologischen Auswirkungen des gesamten Lebenszyklus mobiler Geräte, die kritische Analyse von Studien zum Lernerfolg mit digitalen Medien sowie die bildungspolitischen Initiativen zur Digitalisierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass mobile Lernmedien und digitalisierte Bildung langfristig negative Folgen für die Umwelt haben, und zu diskutieren, wie ein ökologisch nachhaltigerer Einsatz in der Schule gestaltet werden könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Zusammenführung verschiedener Forschungsstränge sowie der Anwendung des MIPS-Konzepts (Materialinput pro Serviceeinheit) zur ökologischen Bewertung technischer Produkte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die ökologischen Kosten technischer Geräte, die lerntheoretische und bildungspolitische Einordnung digitaler Bildung sowie konkrete Handlungsempfehlungen für die Schulpraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung, ökologischer Fußabdruck, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Elektroschrott charakterisiert.

Welche Rolle spielen Sollbruchstellen für die Nachhaltigkeit in Schulen?

Sollbruchstellen in mobilen Geräten verkürzen deren Lebensdauer erheblich und führen zu einem schnelleren Neukaufbedarf, was die ökologische Bilanz der Geräte aufgrund der ressourcenintensiven Herstellung massiv verschlechtert.

Warum wird die Rolle der Bertelsmann Stiftung kritisch hinterfragt?

Die Arbeit hinterfragt Stiftungen kritisch, da diese durch die Vergabe von Studien und Lobbyarbeit ein Agenda-Setting betreiben, das Wirtschaftsinteressen am digitalen Bildungsmarkt mit den Zielen des staatlichen Bildungssystems verknüpft.

Ende der Leseprobe aus 91 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mobile Learning und Nachhaltigkeit. Eine kritische Betrachtung der digitalen Entwicklung in deutschen Schulen
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,0
Autor
Lena Höster (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
91
Katalognummer
V501996
ISBN (eBook)
9783346072610
ISBN (Buch)
9783346072627
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeit Digitalisierung Schule Mobile Learning Digital Learning Ressourcen digitale Entwicklung Ökologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lena Höster (Autor:in), 2019, Mobile Learning und Nachhaltigkeit. Eine kritische Betrachtung der digitalen Entwicklung in deutschen Schulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501996
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Leseprobe aus  91  Seiten
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