Diese Einsendearbeit behandelt drei Aufgaben, die eine Einführung in die Psychologie darstellen. Aufgabe 1 befasst sich mit den philosophischen Wurzeln des Fachs, während in Aufgabe 2 grundlegende Methoden des Studiums vorgestellt werden. Aufgabe 3 stellt die allgemeinpsychologische Grundlagenforschung der Anwendungsorientierung gegenüber, wobei die Emotionsforschung als Beispiel dient.
Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Anlagenverzeichnis
- 1 Aufgabe C1: Philosophische Wurzeln
- 1.1 Philosophen der griechischen Antike und ihre Beiträge zur Erforschung psychischer Prozesse
- 1.1.1 Sokrates und die Mäeutik
- 1.1.2 Platon und das Höhlengleichnis
- 1.1.3 Aristoteles und die Assoziationsgesetze
- 1.2 Das alte aktuelle Leib-Seele-Problem: Monismus versus Dualismus
- 1.1 Philosophen der griechischen Antike und ihre Beiträge zur Erforschung psychischer Prozesse
- 2 Aufgabe C2: Eine tragende Säule des Psychologiestudiums
- 2.1 Psychologische Methodenfächer
- 2.2 Warum psychologische Methodenfächer unabdingbar für das Bachelorstudium der Psychologie sind
- 3 Aufgabe C3: Anwendungsorientierte Grundlagenforschung: Eine Interaktion
- 3.1 Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung
- 3.2 Emotionstheorien
- Anlagen
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Einsendeaufgabe im Rahmen des Moduls "Einführung in die Psychologie" untersucht die historischen und methodischen Grundlagen der Psychologie. Sie zielt darauf ab, die philosophischen Wurzeln, die Bedeutung psychologischer Methodenfächer und die Interaktion zwischen grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung zu beleuchten, um ein umfassendes Verständnis der Psychologie als Wissenschaft zu vermitteln.
- Philosophische Grundlagen der Psychologie
- Das Leib-Seele-Problem und seine Lösungsansätze
- Psychologische Forschungsmethoden (deskriptiv, Korrelation, Experiment)
- Psychologische Diagnostik und Statistik
- Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung
- Emotionstheorien
Auszug aus dem Buch
1.2 Das alte aktuelle Leib-Seele-Problem: Monismus versus Dualismus
Das Leib-Seele-Problem ist eines der ältesten und ungelösten geisteswissenschaftlichen Probleme der Geschichte. Es beschäftigt sich mit der Frage, ob sich psychische Funktionen im Geist oder im Gehirn zutragen. Überlegungen zu diesem Problem gehen bis zu mehreren Jahrhunderten v. Chr. zurück. Hierbei ist zu beachten, dass sich über die Jahre hinweg zwei Hauptarten von Lösungen hervorgehoben haben, nämlich zum einen der psychophysische Monismus und zum anderen der psychophysische Dualismus. Unter beiden Lösungsarten gibt es noch weitere verschiedene Vorstellungen des Leib-Seele-Problems (siehe Anlage 1 in Anlagen) auf die im Weiteren jedoch nicht tiefer eingegangen wird. Der Fokus soll in diesem Unterkapitel vor allem auf den Einfluss der klassischen Philosophie auf die heutige Psychologie liegen.
Im Dualismus, auch Zweiheitslehre genannt, geht man davon aus, dass es sich um eine parallelverlaufende Wechselwirkung zwischen Leib und Seele handelt. Der Geist, welcher die Psyche trägt, ist dabei unabhängig vom Körper. Dieser Lösungsansatz hat seine Wurzeln im antiken Griechenland, wo man wegen religiöser Ansichten von einer körperlosen und unsterblichen Seele ausgegangen ist. Begründet wird der Dualismus jedoch durch Platon, welcher von der Unsterblichkeit der Seele so überzeugt ist, dass er es zur Grundlage seiner Philosophie macht. In seiner Schrift Phaidros vergleicht Platon die Seele mit einem Wagenlenker, der den Wagen mit einem guten Pferd und mit einem schlechten Pferd lenkt. Der Wagenlenker will hoch hinaus, doch das schlechte Pferd zieht den Wagen hinunter. Um den Absturz zu verhindern, geht die Seele in einen anderen Körper über und bleibt somit bestehen. Das macht den Körper zu einem vorübergehenden Aufenthaltsort der Seele. Die Auffassung der in die Höhe steigenden Seele entwickelte sich bis zum 15. Jahrhundert zur Grundeinstellung des Christentums.
Dem Dualismus gegenüber steht der Monismus, dieser geht davon aus, dass Körper und Seele eine Einheit bilden. Demnach ist die Psyche nicht der körperlose Geist, sondern das physikalische und biologische Gehirn, welches durch das zentrale Nervensystem die Wahrnehmung, das Denken und ähnliches steuert. Begründet wurde der Monismus vom Naturphilosophen Epikur (geb. 341 v. Chr.; gest. 270 v. Chr.) und dem Urvater der Medizin Hippokrates (geb. um 460 v. Chr.; gest. um 370 v. Chr.). Nachdem Platon den Blick auf den Dualismus gesetzt hat, führt sein Schüler Aristoteles den Monismus in der Schrift Peri Psyches (dt. Über die Seele) wieder ein. Für ihn ist der Mensch ein tierisches Wesen, welches nur durch die Seele einen Organismus bekommt. Demnach kann der Mensch nicht ohne die Seele existieren.
Letztendlich bleiben beide Lösungsansätze umstritten. Aus heutiger Sicht betrachtet hat sich der Dualismus in der wissenschaftlichen Forschung nicht durchsetzen können. Das moderne Verständnis der Psychologie auf neurobiologischer Grundlage hat die Entdeckung neuer Erkenntnisse im Bereich der Hirnforschung vorangetrieben. So kann heute die Existenz von Lust- und Schmerzzentren nachgewiesen werden, Tomografieuntersuchungen haben Zusammenhänge zwischen dem Gehirn und den kognitiven Fähigkeiten aufgedeckt und es lässt sich sogar behaupten, dass Menschen mit getrennten Hirnhälften eine Art doppelten Geist besitzen. Diese und weitere Entdeckungen beruhen auf den philosophischen Grundlagen des psychophysischen Monismus. Dennoch ist der Dualismus die verbreitetere Anschauung. Nimmt man René Descartes (geb. 1596; gest. 1650) kartesianischen Dualismus als Beispiel, kann argumentiert werden, dass dieser durch den Kompromiss zwischen Wissenschaft und Glauben eine begründbare Alternative bildet. Dem kartesianischen Dualismus zufolge sei der Körper eine Maschine und die Seele ein immaterielles, autonomes und unsterbliches Heiligtum.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Philosophische Wurzeln: Dieses Kapitel stellt die antiken griechischen Philosophen Sokrates, Platon und Aristoteles vor und beleuchtet ihre Beiträge zur Erforschung psychischer Prozesse sowie das historische Leib-Seele-Problem.
Kapitel 2: Eine tragende Säule des Psychologiestudiums: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Methodenfächer – Forschungsmethoden, Diagnostik und Statistik – und betont ihre unabdingbare Rolle für ein wissenschaftliches Psychologiestudium.
Kapitel 3: Anwendungsorientierte Grundlagenforschung: Eine Interaktion: Dieses Kapitel differenziert zwischen Grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung und zeigt anhand von Emotionstheorien, wie beide Forschungsrichtungen effektiv interagieren, um neue psychologische Erkenntnisse zu gewinnen.
Schlüsselwörter
Psychologie, Philosophie, Antike, Sokrates, Platon, Aristoteles, Leib-Seele-Problem, Dualismus, Monismus, Forschungsmethoden, Diagnostik, Statistik, Grundlagenforschung, Anwendungsforschung, Emotionstheorien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den historischen und methodischen Grundlagen der Psychologie und beleuchtet deren Entwicklung von der antiken Philosophie bis zu modernen Forschungsparadigmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder umfassen die philosophischen Ursprünge der Psychologie, das Leib-Seele-Problem, psychologische Forschungsmethoden und Diagnostik sowie die Wechselwirkung zwischen Grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die evolutionären Einflüsse klassischer philosophischer Erkenntnisse auf die Psychologie als Wissenschaft aufzuzeigen und die Notwendigkeit wissenschaftlicher Methodik im Psychologiestudium zu begründen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit selbst ist eine wissenschaftliche Ausarbeitung, die durch Analyse bestehender Literatur verschiedene psychologische Theorien und Methoden vergleicht und erläutert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Beiträge antiker Philosophen zur Psychologie, verschiedene psychologische Methodenfächer wie deskriptive Studien, Korrelationsstudien, Experimente, Diagnostik und Statistik, sowie die Unterscheidung und Interaktion von Grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung am Beispiel von Emotionstheorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Charakterisierende Schlüsselwörter sind: Psychologie, Philosophie, Antike, Leib-Seele-Problem, Monismus, Dualismus, Forschungsmethoden, Diagnostik, Statistik, Grundlagenforschung, Anwendungsforschung, Emotionstheorien.
Wie beeinflussen die Philosophen der griechischen Antike die moderne Psychologie?
Philosophen wie Sokrates mit der Mäeutik, Platon mit seiner Ideenlehre und Aristoteles mit seinen Assoziationsgesetzen und dem Empirismus lieferten grundlegende Konzepte, die bis heute in der Psychologie, beispielsweise in der Verhaltenstherapie oder Lernforschung, Anwendung finden.
Was ist der Unterschied zwischen Grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung?
Grundlagenforschung zielt auf den allgemeinen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn ab und entwickelt theoretisches Wissen, während anwendungsorientierte Forschung praxisorientierte Fragestellungen lösen und spezifische Probleme erklären möchte.
Wie interagieren die verschiedenen Emotionstheorien?
Die Arbeit stellt drei Emotionstheorien (James-Lange, Cannon-Bard, Zwei-Faktoren-Theorie) gegenüber, die versuchen zu erklären, wie kognitive und physiologische Reaktionen bei der Entstehung von Emotionen zusammenwirken, und zeigt, wie anwendungsorientierte Forschung zu neuen psychologischen Erkenntnissen führen kann.
Warum sind psychologische Methodenfächer für das Studium unabdingbar?
Ohne Methodenfächer wie Forschungsmethoden, Diagnostik und Statistik könnte die Psychologie nicht als Wissenschaft existieren, da sie die Grundlage für die Planung, Durchführung und Auswertung von Untersuchungen bilden und somit die Formulierung allgemeingültiger psychologischer Gesetzmäßigkeiten ermöglichen.
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- Stefan S. (Autor), 2019, Einführung in die Psychologie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502008