Gewaltprävention im Fußball

Kommunikation optimieren und Konflikte reduzieren


Hausarbeit, 2017

19 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kommunikation
2.1 Gestörte Kommunikation
2.2 Drei Ebenen der Kommunikation

3 Sicherheitsrelevante Kommunikationsstrukturen am Spieltag

4 Kommunikation zwischen Polizei und Fans
4.1 Externe Kommunikation
4.1.1 Externe Kommunikation der Bundespolizei
4.1.2 Externe Kommunikation der Landespolizei
4.1.3 Externe Kommunikation Fans
4.1.4 Neutrale Kommunikationswege
4.2 Kritikpunkte

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis
6.1 Webverzeichnis

1 Einleitung

Die thematische Einführung in diese Arbeit soll die knappe Schilderung eines Erlebnisses bilden, das mich vor einigen Jahren erstmals auf den in dieser Arbeit behandelten Problemgegenstand aufmerksam machte:

Gemeinsam mit Freunden und vielen Fans von Arminia Bielefeld fuhr ich mit dem Sonderzug zum ebenso prestigeträchtigen wie konfliktgeladenen Fußballderby nach Münster. Da ich der Fanszene von Arminia Bielefeld nicht angehöre, nahm ich in der Rolle des außenstehenden Beobachters eine von Vorfreude, guter Laune und Anspannung geprägte Stimmung war. Am Bahnhof wurden wir von vielen vollausgestatteten Bereitschaftspolizisten in Empfang genommen. Die Stimmung der Arminia Fans veränderte sich und sie skandierten lauthals: „Kniet nieder, ihr Bauern, Arminia ist zu Gast“. In einem engen Kessel wurden wir Richtung Shuttlebus vor den Bahnhof geleitet. Ohne jegliche Erklärung wurden die Fans aufgefordert unverzüglich in die bereitstehenden Busse zu steigen. Dieses gehörte jedoch nicht zu meinem Plan, denn ich wollte vor dem Stadionbesuch noch bei meinem in Münster wohnenden Bruder vorbeischauen. Ich versuchte also den Bahnhofsvorplatz Richtung Innenstadt zu verlassen, wurde daran jedoch abrupt von einem Polizisten gehindert. „Alle in den Bus“ war seine einfache Erklärung. Der festen Überzeugung, dass es sich um ein Missverständnis handeln müsse, versuchte ich meine Absicht und Situation zu erläutern. Erfolg hatte dies nicht, sondern führte nur dazu, dass weitere Polizisten hinzutraten und mich zum Bus geleiten wollten. Weil ich mich im Recht fühlte (ich trug keine Fankleidung) bestand ich weiter darauf den Kessel verlassen zu dürfen. Ich erzählte auch, dass ich gar nicht aus Bielefeld komme und sogar in Münster geboren sei. Die Konsequenz war, dass ich mich ausweisen musste. Danach ging alles sehr schnell. Ich hörte nur noch wie der Polizist meinen Wohnort Hannover vorlas, danach wurde ich grob in den Bus gedrängt. Obwohl mir klar war, dass die Fanfreundschaft zwischen Bielefeld und Hannover mich in diese Situation gebracht hatte, konnte ich keinerlei Verständnis für das polizeiliche Handeln aufbringen.

Ich habe mich lange gefragt, was in dieser Situation schiefgelaufen ist, welche Fehler ich gemacht haben könnte und warum ich mich nicht mit der Polizei verständigen konnte. Heute weiß ich, dass die Ursache für das polizeiliche Vorgehen in einem Konflikt zu finden ist, der das Verhältnis zwischen Fußballfans und Polizei seit einigen Jahren als allgegenwärtiger Faktor beeinflusst. Feinbilder und Vorurteile prägen Ansichten und Interaktion. Oftmals wird nur noch gehandelt, nicht mehr aber geredet. Die Folgen offenbaren sich in Ablehnung, Auseinandersetzung und Gewalt. Mein Erlebnis in Münster zeigt, dass auch unbeteiligte in den Konflikt hineingezogen werden. Das Bild des Fußballs leidet darunter. Ein Grund warum auf unterschiedlichsten Ebenen versucht wird Gründe und Lösungen für den festgefahrenen Konflikt zu erarbeiten. Dieser Absicht soll auch in dieser Arbeit gefolgt werden. Den Ansatzpunkt bildet dabei jener Bereich, der im Verhältnis der beiden Konfliktparteien nicht zu funktionieren scheint. Es soll der Frage nachgegangen werden, welche Rolle Kommunikation und Verständigung bei der Lösung des Konflikts spielen kann. Dazu werden insbesondere die vorhandenen kommunikativen Schnittstellen der Kommunikationspartner Fans und Polizei beleuchtet, um darauf aufbauend ergründen zu können, wo Schwachstellen liegen und welche Handlungsempfehlungen für eine Verbesserung des angespannten Verhältnisses gegeben werden können.

2 Kommunikation

„Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Watzlawick, 1974, S. 53). Kommunikation findet ständig und überall statt und ist folglich zu einem omnipräsenten Forschungsgegenstand aufgestiegen, dessen vielschichtiger Charakter einen signifikanten Einfluss auf nahezu alle Fachrichtungen auszuüben scheint. Die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Forschungsfeld sowie der stetige Wandel der gesellschaftlichen Bedürfnisse führten zu einer Vielzahl unterschiedlicher Theorien, Modellen und Definitionen um den Kommunikationsbegriff und ist auch heute noch Ursprung wissenschaftlicher Anstrengungen, die den Versuch unternehmen, sich der Thematik auf bisher unbetretenen Wegen anzunähern (Hunscha, 2003, S. 3).

Für diese Arbeit ist eine Eingrenzung des Kommunikationsbegriffs unerlässlich, da die Brisanz der hiesigen Betrachtung vor allem an den differenten Interessen sowie den ungleichen Voraussetzungen bezüglich Legitimation und Motivation beider Konfliktpartner festzumachen ist.

Jegliche Kommunikation wird durch ein übergeordnetes Schema geeint. Sie benötigt einen Sender, den Expedienten und einen Empfänger, den Perzipienten. Über einen Kommunikationskanal, ein Medium, wird eine codierte Nachricht vom Expedienten an den Perzipienten übermittelt, dem die Aufgabe der Decodierung zukommt (Hunscha, 2003, S. 4.). Die Soziologie setzt dabei voraus, „dass Kommunikation zwischen zwei oder mehr Menschen stattfindet und somit als sozialer Prozess zu sehen ist“ (Hunscha, 2003, S. 3). Dieser Wechselseitige Charakter des Kommunikationsbegriffs findet in den mannigfaltigsten Formen und Systemen seinen Ausdruck. Ob gewollt oder ungewollt, schriftlich oder mündlich, auditiv oder visuell, mimisch oder gestisch, in der Interaktion zwischen Individuen findet stets und unerlässlich ein permanenter Austausch an Nachrichten statt, jede Aktion produziert eine Reaktion. Die Beziehung der kommunizierenden Partner kann in der Konsequenz dieser kommunikativen Prozesse in jegliche Richtung verändert werden (Watzlawick, 1974, S. 53-56). Ausschlaggebende Faktoren für derartige Veränderungen sind neben der Informationsübertragung und der Wechselseitigkeit vor allem in der Umweltbezogenheit, also dem sozialen Kontext eines Kommunikationsgeschehens, zu finden (Hunscha, 2003, S. 5).

2.1 Gestörte Kommunikation

Das Gelingen oder Misslingen von Kommunikation ist im Regelfall kein dichotomes Alles oder Nichts, sondern vielmehr ein graduelles Maß, eine Skala, deren Endpunkte eine umfassende Verständigung oder ein totales Fehlschlagen einer Kommunikation bedeuten (Fiehler, 2002, S. 7). Um einordnen zu können, was in dieser Arbeit unter Verständigungsproblemen bzw. gestörter Kommunikation verstanden werden soll, gilt es zunächst zwei grundlegende Konstellationen zu differenzieren:

„Zum einen, daß die Gesprächspartner beide die Absicht, das Interesse und den Willen zur Verständigung haben, die Kommunikation aber (an bestimmten Stellen und in bestimmten Aspekten) dennoch nicht gelingt. Zum anderen der Fall, daß eine oder beide Seiten diesen Willen nicht haben bzw. nur vortäuschen, ...Hier fehlt die grundlegende Kooperativität und/oder die Kommunikation erfolgt unter den Bedingungen von Täuschung“ (Fiehler, 2002, S. 10).

Führt man sich die zweite Konstellation vor Augen, so kann konstatiert werden, dass es sich dabei im Grunde genommen nicht um ein Verständigungsproblem handeln kann, da für Probleme in der Verständigung zunächst einmal der Wille zur Kommunikation vorhanden sein muss. Der Aufbau einer zielführenden und gelungenen Kommunikation zweier Partner setzt in der Konsequenz also die grundlegende Bereitschaft beider Parteien für eine Verständigung voraus. Ist diese Vorhanden und es kommt dennoch zu Missverständnissen bzw. gestörter Kommunikation, so kann dies im Wesentlichen auf drei Faktoren zurückgeführt werden:

„Zum einen auf kommunikativ-sprachliche Aspekte im engeren Sinn, zum anderen auf unterschiedliche Erwartungen und unterschiedliches Wissen und zum dritten auf Unterschiede in den Anschauungen, Werten und Interessen“ (Fiehler, 2002, S. 12).

Eine Annäherung an den Skalenendpunkt der „umfassenden Verständigung“ setzt demnach eine kontinuierliche Analyse und reflektierte Reparaturen des Kommunikationsprozesses voraus. In der Kommunikationsforschung haben sich diesbezüglich vor allem zwei Begriffe etabliert. Beim Monitoring wird die Kommunikation im Rahmen eines permanent ablaufenden, mentalen Prozesses von den Kommunikationsteilnehmern beobachtet. Dabei wird die Umgebung, das Selbst und das interaktive Geschehen dahingehend überprüft, ob das, was geschieht, den Erwartungen entspricht (Fiehler, 2002, S. 8). Die Metakommunikation bezieht zusätzlich den Kommunikationspartner oder unbeteiligte Dritte in die Untersuchung der gegenseitigen Verständigung mit ein. Es geht darum, miteinander über die Kommunikation zu kommunizieren, Schwachstellen zu erkennen und Wege zu entwickeln diese auszumerzen. Die Zielsetzung ist dabei immer ein größeres Maß an Verständigung zu erreichen (Watzlawick, 1974, S. 42-44). Als Quintessenz dieser Prozesse ist vor allem das Wissen über Sprache und Kommunikation auszumachen.

2.2 Drei Ebenen der Kommunikation

Aufbauend auf die Ausführungen von Shannon und Weaver (1949) unterteilte Rudolf Carnap (1958) Kommunikation in drei Untersuchungsebenen: Syntax, Semantik und Pragmatik. Die syntaktische Ebene beschreibt das Signal oder das Zeichen, das zur Übertragung einer Information genutzt wird. „Es interessiert dabei allein die Richtigkeit, Vollständigkeit bzw. die ‚formale Logik’ eines oder mehrerer Zeichen“ (Oelert, 2008, S. 32). Ein Versuch der Polizei mit einer deutschen Fangruppe auf Spanisch zu kommunizieren, würde demnach einen Fehler auf der Syntax-Ebene bedeuten. Die semantische Ebene umschreibt die zugewiesene Bedeutung von Signalen und Zeichen. Die Bedeutung ist dabei durch ein hohes Maß an Subjektivität definiert. Gelingende Verständigung zwischen Expedient und Perzipient ist also nur dann möglich, wenn beide Partner die Verbindung zwischen Zeichen und Bezeichnetem zu gleichen oder zumindest ähnlichen Regeln vornehmen (Oelert, 2008, S. 32). Betrachtet ein Bereitschaftspolizist seine umfangreiche Schutzkleidung beispielsweise als Zeichen für die eigene Sicherheit, der ihm gegenüberstehende Fan empfindet diese jedoch als provokantes und martialisches Auftreten, so liegt ein Fehler auf der semantischen Ebene vor. Auf der pragmatischen Ebene wird die Auswirkung einer Kommunikation auf den Empfänger behandelt. So kann ein kommunikativer Vorgang einen „Einfluss auf das Denken, auf das Verhalten und/oder auf Entscheidungen des Empfängers haben“ (Oelert, 2008, S. 32). Ein Fehler auf der pragmatischen Ebene liegt zum Beispiel vor, wenn Fans in der Kurve Feuerwerkskörper zünden, sich in der Folge aber wundern, warum die Polizei in den Block eindringt und Verhaftungen vornimmt.

3 Sicherheitsrelevante Kommunikationsstrukturen am Spieltag

Dieses Kapitel dient der Veranschaulichung einer in höchstem Maße komplexen und vielschichtigen Kommunikationsstruktur, die für die Gewährleistung von Sicherheit und Gewaltabwehr um das aktuelle Spieltagsgeschehen angestrengt wird. Es soll gezeigt werden, dass der in dieser Arbeit behandelte Verständigungsprozess zwischen Fußballfans und Polizei nur einen Teilaspekt der sicherheitsrelevanten Kommunikationsabläufe ausmacht und somit eine Verbesserung der Kommunikation beider Parteien nur einen Fortschritt, nicht aber die Lösung des Konfliktpotentials um das Event Fußball darstellen kann.

Den zentralen Orientierungspunkt der hiesigen Aufstellung sollen die Fans, insbesondere die Gästefans bilden, da sie den Mittelpunkt des behandelten Konfliktgegenstandes ausmachen.

Die Zuständigkeit der Sicherheitsgewährleistung, bei der zumeist mit dem Zug erfolgenden An- und Abreise der Fans, liegt bei der Bundespolizei und der Deutschen Bahn AG bzw. der DB Bahnsicherheit. Am Zielbahnhof wechselt die Zuständigkeit in diesem Kontext zu der jeweiligen Landespolizei und den Gewaltabwehrbehörden der Kommunen. Diese organisieren und flankieren die Weiterreise der Fans zum Stadion, die per Shuttlebus, öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV) oder Fanmarsch erfolgen kann. In diesen Prozess involviert sind des Weiteren „ Träger des ÖPNV, die Kommunen in Form der Ordnungsbehörden, teilweise Angehörige der SOD [Sicherheits- und Ordnungsdienste – Anm. d. Verf.] des Heim- oder Gästevereins sowie gegebenenfalls private Sicherheitsunternehmen im Auftrag der Träger des ÖPNV“ (Klemmt, Pachal, Settele, & Yusuf, 2015, S. 11). Am Stadion wechselt die Zuständigkeit erneut, dieses Mal von der Landespolizei zum Verein, der die Organisation von Sicherheit und Gefahrenabwehr mittels seines Sicherheitsbeauftragten und des SOD gewährleistet. „Dieser Wechsel markiert auch die Trennlinie zwischen öffentlich-rechtlichem und privatrechtlichem Raum“ (Klemmt et al., 2015, S. 11). Lediglich bei Straftaten und gröberen Sicherheitsstörungen ist die Zuständigkeit der Landespolizei auch innerhalb des Stadions gegeben. Unabhängig von der gegenwärtigen Zuständigkeit für die Sicherheitsgewährleistung können gegebenenfalls Fanbeauftragte sowie Vertreter der Fanprojekte an den Abläufen beteiligt sein (Klemmt et al., 2015, S. 12). Es kann also festgehalten werden, dass bei der Gewährleistung von Sicherheit und der Abwehr von Gewaltdelikten am Spieltag eine Vielzahl unterschiedlicher Instanzen involviert sind, deren kommunikative Kooperation für einen konfliktfreien Ablauf der Fußballveranstaltung unerlässlich ist. Darauf aufbauend sollte man sich vergegenwärtigen, dass die meisten dieser Instanzen, in der ihr eigenen Organisationform, noch in zahlreiche weitere aufgabenspezifizierte Subelemente aufzugliedern sind und dass auch hier eine umfassende Kommunikationsstruktur existieren und funktionieren muss. Informationen durchlaufen damit eine Vielzahl divergenter Systeme. Intern, extern und interorganisational. Die Elimination von Missverständnissen bzw. gestörter Kommunikation erscheint nahezu unerreichbar. Konflikte und Gewalt können das ungewollte Resultat darstellen.

4 Kommunikation zwischen Polizei und Fans

Im folgenden Kapitel soll der Fokus nun auf das zentrale Thema, die Kommunikation zwischen Fußballfans und Polizei gerichtet werden. Primär sollen dabei die externen Kommunikationsstrukturen beider Parteien betrachtet werden, da diese, als kommunikative Schnittstelle beider Parteien/Organisationen, den maßgeblichen Analyseschwerpunkt dieser Arbeit ausmachen. Unter externer Kommunikation soll im Kontext dieser Arbeit die Kommunikation von Polizei oder Fans gegenüber der jeweils anderen Gruppierung bzw. Organisation verstanden werden. Interne Kommunikationsabläufe, also die Verständigungen innerhalb einer Organisation, werden hier nur sekundär berücksichtigt, können jedoch nicht völlig außer Acht gelassen werden, da externe Kommunikation in der Regel das Resultat einer vorausgegangenen Binnenkommunikation darstellt.

4.1 Externe Kommunikation

Für die Darlegung der externen polizeilichen Kommunikationsstrukturen im Konfliktfeld Fußball ist eine Differenzierung zwischen den Polizeiorganisationen des Bundes- und der Länder unerlässlich, denn beide Abteilungen unterstehen unterschiedlichen Ministerien und verfolgen, mitunter aufgrund aufgabenspezifisch abweichender Konstellationen, eigene Strategien und Taktiken zur Kommunikation mit Fans und fannahen Instanzen.

Auch auf Fanseite sind einzelne Gruppierungen mit unterschiedlichen Zielsetzungen, Ansprüchen und Selbstwahrnehmungen auszumachen. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit soll dabei aber auf die organisierten Fans, genauer die sogenannten „Ultras“ gerichtet werden. Diese machen zusammen mit den in ihrem Umfeld aktiven ultra-orientierten Fans und Sympathisanten, einen großen Teil der aktiven Fanszene aus (Gabler, 2010, S. 54). Konflikte zwischen Fans und Polizei ereignen sich häufig unter Mitwirken der Ultras, denn für sie hat sich die Polizei zum Feindbild Nr. 1 entwickelt (Pilz & Wölki, 2006, S. 135).

Die ebenfalls konfliktrelevante Szene der Hooligans soll in diesem Zusammenhang keine Beachtung finden, da sie mittlerweile vollständig aus den Stadien verbannt wurde und sich heute eher abseits der Stadien zu sogenannten „Wald-und-Wiesen-Matches“ trifft (Gabler, 2010, S. 123). Des Weiteren soll kurz die Rolle von Fanprojekten und Fanbeauftragten vorgestellt werden. Ihre Entstehung und Organisation ist zwar nicht im direktem Sinne den organisierten Fanszenen zuzuordnen, aufgrund ihrer Nähe zu den Fans und ihres Auftrages zur Verständigung und Vermittlung, können sie jedoch als eine kommunikative Schnittstelle zwischen Polizei und Fans und somit als eine Art Medium externer Fankommunikation nicht außer Acht gelassen werden.

4.1.1 Externe Kommunikation der Bundespolizei

Der Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei bei Fußballspielen umfasst in erster Linie die Abwehr von Gefahren und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit auf Bahnanlagen der Eisenbahnen des Bundes (Klemmt et al., 2015, S. 18). Sie ist dabei in erster Instanz dem Bundesministerium des Inneren nachgeordnet und wird durch das Bundespolizeipräsidium mit Sitz in Potsdam koordiniert. „Dem Präsidium unterstellt sind die Bundespolizeidirektionen mit den örtlichen Dienststellen, das heißt Inspektionen und Reviere“ (Klemmt et al., 2015, S. 18). Diese wiederum verfügen über sogenannte mobile Kontroll- und Überwachungseinheiten (MKÜ’s), die, zusammen mit Führungskräften der örtlichen Dienststellen, im Rahmen von Fußballeinsätzen, für den direkten Kontakt mit an- und abreisenden Fans verantwortlich sind. Unterstützt werden diese Einheiten von hauptamtlich für die Fußballfanszene zuständigen Fankundigen Beamten (FKB’s) und in Ausnahmefällen von Kommunikatoren, die besonders für den Dialog und taktische Kommunikation mit den Fans geschult wurden (Klemmt et al., 2015, S. 18-19).

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Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Gewaltprävention im Fußball
Untertitel
Kommunikation optimieren und Konflikte reduzieren
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Note
1,0
Jahr
2017
Seiten
19
Katalognummer
V502176
ISBN (eBook)
9783346048684
ISBN (Buch)
9783346048691
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fankultur, Fußball, Ultras, Polizei, Kommunikation, Gewalt, Hooligans
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Gewaltprävention im Fußball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502176

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