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Familienformen im Wandel. Was die Statistik zeigt und Heranwachsende sagen

Titel: Familienformen im Wandel. Was die Statistik zeigt und Heranwachsende sagen

Bachelorarbeit , 2017 , 71 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Cathrin Esser (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Es ist statistisch belegt, dass in Deutschland die Zahl der Ehescheidungen erheblich abgenommen hat, hingegen die Scheidungsraten zunehmen und Frauen in ihrem Leben durchschnittlich weniger Kinder gebären. Doch sind diese Fakten Begründung genug, um von einem Wandel der Familienformen zu sprechen? Um diesen Sachverhalt zu klären, ist es notwendig, heutige Familienformen im Verhältnis zur Vergangenheit darzustellen und abhängige Variablen, die zum Familienbildungsprozess beitragen, zu analysieren. Das vorherrschende Familienmodell der 50er Jahre war die Normalfamilie, hier lebten verheiratete, getrenntgeschlechtliche Eltern mit mindestens einem Kind in einer Haushaltsgemeinschaft, mit einer klar definierten Rollenverteilung.
Was sagt die Statistik heute? Ergänzend dazu werden einige Heranwachsende befragt und ihr Bild von Familie, Ehe und Familie hinterfragt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Familienbegriff

3. Unterschiedliche Familienformen, ihre Definition und Entwicklung

3.1. Kinderlose Lebensweise

3.1.1. Alleinlebende und Alleinstehende

3.1.2. Nichteheliche Partnerschaft/ Lebensgemeinschaft

3.1.3. Ehepartnerschaft

3.2. Zwei-Eltern Familie

3.2.1. Kernfamilie

3.2.2. Mehrgenerationenfamilie

3.2.3. Pflege-/ Adoptivfamilie

3.2.4. Regenbogenfamilie

3.2.5. Stieffamilie

3.3. Ein-Eltern Familie / Alleinerziehende

4. Befragung Heranwachsender und relevante statistische Werte

4.1. Ergebnisse der Befragung

4.1.1. Ländliche Hauptschule

4.1.2. Städtische Hauptschule

4.1.3. Städtische Realschule

4.2. Statistische Werte in Deutschland

4.2.1. Geburtenentwicklung

4.2.2. Anzahl der Eheschließungen

4.2.3. Ehescheidungen

4.3. Übereinstimmungen und Unterschiede zwischen der aktuellen Statistik und Befragungsergebnissen bei Achtklässlern und Achtklässlerinnen

5. Erklärungsansätze ausgewählter Ergebnisse der Statistik und Befragung Heranwachsender

5.1. Deinstitutionalisierung

5.2. Individualisierung und Entstandardisierung von Lebensläufen

5.3. Wertewandel und Emotionalisierung

6. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel von Familienformen in Deutschland, indem sie theoretische Definitionen mit statistischen Daten und den Zukunftsvorstellungen von Heranwachsenden abgleicht. Ziel ist es, den Stellenwert von Ehe und Familie in der heutigen Gesellschaft kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob sich junge Menschen tatsächlich von traditionellen Familienbildern entfernen.

  • Struktureller Wandel von Familienformen in Deutschland
  • Empirische Untersuchung der Zukunftspläne von Achtklässlern
  • Vergleich von Lebensrealitäten und Wunschvorstellungen
  • Analyse der Einstellungsänderung zu Ehe und Elternschaft
  • Soziologische Erklärungsansätze für den Wertewandel

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Nichteheliche Partnerschaft/ Lebensgemeinschaft

Als nichteheliche Partnerschaft bzw. Lebensgemeinschaft (NEL) wird das Zusammensein und Zusammenleben von einem unverheirateten Paar (vgl. Peuckert 2012: 77) bezeichnet. Da die Paare, die in einer „Living-Apart-Together“ (LAT) Beziehung leben, keine Haushaltgemeinschaft bilden, zählen sie streng genommen nicht zu den nichtehelichen Lebensgemeinschaften (Peuckert 2012: 98). Nichteheliche Partnerschaften gelten häufig als Vorläufer für eine Ehe und Nachwuchs. Aber auch nach einer Scheidung, Trennung oder Verwitwung ist diese Lebensform eine zahlreich gewählte Option (vgl. Peuckert 2012: 102). Des Weiteren gibt es Paare, die bewusst auf eine Eheschließung verzichten, weil diese in ihren Augen „[…] an zwingender Notwendigkeit zur Erfüllung bestimmter elementarer Bedürfnisse oder als materielle Versorgungsinstitution […] an Bedeutung verloren […]“ hat (Peuckert 2012: 2; 19f).

Von 1996 bis 2012 ist die Anzahl der nichtehelichen Lebensgemeinschaften in Deutschland um 45% gestiegen (vgl. Nave-Herz 2015: 18 zit. nach BIB 2014). 1996 lebten ca. 1,8 Millionen gleich- und getrenntgeschlechtliche Paare in Deutschland, 2015 bereits eine Millionen mehr (vgl. Stat. Bundesamt 2017o). Zwar ist die nichteheliche Partnerschaft hier unter dem Hauptpunkt „Kinderlose Lebensweise“ zu finden, dennoch sind Kinder auch bei dieser Lebensform durchaus üblich. Der Anteil der Kinder in nichtehelichen Lebensgemeinschaften ist sogar gestiegen. Waren es 1996 noch 28%, lebten 2015 schon 33% der NEL mit Kindern in einem Haushalt (vgl. Stat. Bundesamt 2017o). Im früheren Bundesgebiet leben deutlich mehr NEL, als in den neuen Bundesländern, wobei der Anteil der NEL mit Kindern im Osten prozentual höher ist (vgl. Peuckert 2012: 101 vgl. Stat. Bundesamt 2010). 2002 lebten im Westen beispielweise ca. 1,7 Millionen NEL, davon 25% mit Kindern, im Osten nur 552.000 NEL, dafür aber die Hälfte mit Kindern (vgl. Abb. 4). Parallel zur Steigerung der nichtehelichen Lebensgemeinschaften in Deutschland allgemein, steigt also auch der Anteil derer, die in dieser Lebensform Kinder haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und erläutert die methodische Herangehensweise der Untersuchung sowie die Auswahl der Stichprobe von Achtklässlern.

2. Der Familienbegriff: Dieses Kapitel definiert Familie anhand soziologischer Kriterien wie der biologisch-sozialen Doppelnatur, Generationsdifferenzierung und Solidarität.

3. Unterschiedliche Familienformen, ihre Definition und Entwicklung: Es werden verschiedene Lebensformen, von kinderlosen Lebensweisen über die Kernfamilie bis hin zu Stieffamilien und Regenbogenfamilien, theoretisch definiert und ihre historische Entwicklung dargelegt.

4. Befragung Heranwachsender und relevante statistische Werte: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der quantitativen Schülerbefragung im Vergleich zu offiziellen statistischen Daten des Bundesamtes zu Geburten, Heiraten und Scheidungen.

5. Erklärungsansätze ausgewählter Ergebnisse der Statistik und Befragung Heranwachsender: Hier werden die Ergebnisse theoretisch durch Konzepte wie Deinstitutionalisierung, Individualisierung und Wertewandel begründet.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass trotz struktureller Veränderungen die Familie als Institution und Zielvorstellung bei Jugendlichen weiterhin einen hohen Stellenwert genießt.

Schlüsselwörter

Familienformen, Normalfamilie, Deinstitutionalisierung, Eheschließung, Scheidungsrate, Individualisierung, Wertewandel, Solidargemeinschaft, Heranwachsende, Geburtenentwicklung, Lebenslauf, Kernfamilie, Partnerschaft, Alleinerziehende, Statistik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Wandel von Familienformen in Deutschland, indem sie offizielle Statistiken den persönlichen Zukunftsvorstellungen von Jugendlichen gegenüberstellt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung von Familienmodellen, die Bedeutung von Ehe und Kinderwunsch sowie der Einfluss von gesellschaftlichen Veränderungen auf die Lebensplanung junger Menschen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, welchen Stellenwert Familie, Ehe und Kinder für heutige Heranwachsende haben und ob sich diese von der klassischen "Normalfamilie" entfernen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine quantitative Methode in Form einer schriftlichen Befragung von 121 Achtklässlern an drei verschiedenen Schulen (Haupt- und Realschule) angewandt.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden sowohl theoretische Definitionen zu Familienformen diskutiert als auch die empirischen Ergebnisse der Befragung zu Heiratsabsichten, Kinderwunsch und Lebensglück analysiert.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Deinstitutionalisierung, Normalfamilie, Wertewandel, Familienformen, Eheschließung und Solidargemeinschaft.

Welchen Einfluss hat der Wohnort (Stadt vs. Land) auf die Familienplanung der Jugendlichen?

Die Untersuchung zeigt, dass der Wohnort nur minimale Unterschiede in der Einstellung zur Heirat bedingt, wobei Jugendliche in städtischen Gebieten teils einen höheren Kinderwunsch äußern, was auch kulturell begründet sein könnte.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Kindheitserfahrung und dem Heiratswunsch?

Ja, Jugendliche aus intakten Familien bewerten ihre Kindheit häufiger als glücklich, während Jugendliche aus nichtintakten Familien ihre Kindheit teils unglücklicher einschätzen, was die Wahrnehmung der Ehe als erstrebenswertes Ziel beeinflusst.

Bestätigt die Studie das Ende der traditionellen Kernfamilie?

Nein, die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Kernfamilie auch für die nächste Generation weiterhin das angestrebte Idealbild bleibt, wenngleich sich die Akzeptanz für alternative Lebensformen erhöht hat.

Ende der Leseprobe aus 71 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Familienformen im Wandel. Was die Statistik zeigt und Heranwachsende sagen
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,7
Autor
Cathrin Esser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
71
Katalognummer
V502250
ISBN (eBook)
9783346031679
ISBN (Buch)
9783346031686
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Familie Familienformen Umfrage SchülerInnen Liebe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Cathrin Esser (Autor:in), 2017, Familienformen im Wandel. Was die Statistik zeigt und Heranwachsende sagen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502250
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Leseprobe aus  71  Seiten
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