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Rechtsextreme Musik als "Türöffner". Wie kann sie Jugendliche mit rechten Szenen in Berührung bringen?

Titel: Rechtsextreme Musik als "Türöffner". Wie kann sie Jugendliche mit rechten Szenen in Berührung bringen?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Kevin Hanelt (Autor:in)

Pädagogik - Allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Frage zu beantworten, wie rechtsextreme Musik Jugendliche mit rechten Szenen in Berührung zu bringen versucht. Zunächst wird versucht, eine Definition für rechtsextreme Musik herauszuarbeiten. Es wird sich zeigen, dass dieses Vorhaben nicht mehr ganz so einfach ist, wie dies vielleicht vor zwanzig Jahren der Fall war. Des Weiteren soll kurz erläutert werden, was mit rechten Szenen gemeint ist, wenn in dieser Hausarbeit die Rede davon ist. Im nächsten Schritt wird analysiert, in welchem Kontext rechte Musik ihre Wirkung und ihre Funktion als "Türöffner" zur rechten Szene entfalten und erfüllen kann. Denn an dieser Stelle sei vorwegnehmend erwähnt: Nicht jeder, der rechtsextreme Musik hört, wird zu einem überzeugten Neo-Nazi.

Ausgehend von diesem Umstand wird die Entstehung häufig vorkommender Hinwendungsmuster und Hinwendungsmotivationen kenntlich gemacht, die eine Hinwendung zum Rechtsextremen begünstigen können. Es soll in dieser Hausarbeit jedoch weniger um die Frage gehen, wie und warum jemand rechtsextrem wird. Der Autor stellt bezüglich dieses großen Themenfeldes keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Dieser Teilschritt der Beschreibung und Entstehung der Hinwendungsmotive zum Rechtsextremen wird deshalb beschritten, weil sich dadurch diejenigen Hinwendunsgmotive und Voraussetzungen herauskristallisieren, an denen rechte Musik ansetzen kann, um ihre Wirkung auf Jugendliche voll entfalten und sie mit rechten Szenen in Kontakt zu bringen.

Ist geklärt, unter welchen kontextuellen Umständen rechte Musik als "Türöffner" oder "Katalysator" fungieren kann, wird sich der anschließende Teil der Hausarbeit mit der Frage beschäftigen, wie rechtsextreme Musik sich die zu Beginn geschilderten Voraussetzungen und Hinwendungsmotive Jugendlicher zu nutze macht und sie durch gezielte Texte, Stil und Einbindung der rechten Musik in jugendliche Lebenswelten, mit rechtsextremen Szenen in Kontakt zu bringen versucht. Das Fazit fasst alle Erkenntnisse zusammen und setzt sich kritisch mit dem Thema auseinander.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist rechte Musik? Problem der Einordnung und Definition

2.2 Problem der Einordnung

2.3 Definition rechter Musik: Unmöglich?

3. Rechte Szenen

4. Durch rechte Musik allein zum „Nazi“?

5. Kontakt zu rechten Szenen - Hinwendungsmotive und Risikofaktoren

5.1 Zugehörigkeit, Bestätigung und „Kameradschaft“

5.2 Erfahrungen mit Migranten und anderen Gruppen

5.3 Jugendliche Entwicklung und Lebens - und Erlebniswelten

6. Rechte Musik als „Türöffner“ - Texte, Stil und Einbindung in jugendliche Lebenswelten

6.1 Texte

6.2 Stil

6.3 Einbindung in jugendliche Lebens - und Erlebniswelten

6.3.1 Rechtsextreme Konzerte

6.3.2 Rechte Musik Internet

7. Zusammenfassende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, auf welche Weise rechtsextreme Musik Jugendliche mit rechten Szenen in Kontakt bringen kann und welche Rolle sie dabei als „Türöffner“ einnimmt. Im Fokus steht dabei die Analyse, wie Musik gezielt an jugendlichen Bedürfnissen wie Identitätssuche, Gemeinschaftsgefühl und Protest ansetzt, um rechtsextreme Ideologien anschlussfähig zu machen.

  • Analyse der Definitionsproblematik rechtsextremer Musik
  • Untersuchung von Hinwendungsmotiven und Risikofaktoren zur rechten Szene
  • Bedeutung von Texten und Stilmitteln als identifikationsstiftende Elemente
  • Rolle rechtsextremer Konzerte als gemeinschaftsbildende Happenings
  • Strategien der Szene zur Verbreitung rechter Musik im Internet

Auszug aus dem Buch

6.3.1 Rechtsextreme Konzerte

„Bereits die Anreise zu derartigen Konzerten stellt ein kleines Abenteuer dar. Aus Sorge vor behördlichen Verboten und lokalen Antifa - Gegenaktionen werden die Konzerte häufig konspirativ veranstaltet. Die Region, in der das Konzert stattfindet, wird vorab online bekanntgegeben, am Tag des Auftritts wird schließlich eine Kontaktnummer veröffentlicht, unter der Interessenten genauere Instruktionen erhalten und einen Kontrollpunkt (oftmals eine Autobahnraststätte) genannt bekommen. An diesem angelangt, erfahren sie den genauen Konzertort. Das in vielen Liedern besungene Gemeinschaftsgefühl – Teil einer Gruppierung zu sein, die vereint gegen äußere Feinde steht – wird für die Besucher so bereits auf der Hinfahrt zum Konzert erfahrbar. Das Gemeinschaftsgefühl steigert sich für die Szeneangehörigen auf den Konzerten noch einmal. In einer häufig alkoholgeschwängerten Atmosphäre erleben sie ein aufputschendes Spektakel, in dem sich Zuschauer und Bands ihrer Kameradschaft und Treue versichern. Verschwitzte Umarmungen und intensive Verbrüderungsakte sind Teil der Szenerie. Gerade auf Besucher, die aus Regionen mit einer kleinen rechtsextremen Szene kommen, wirken Konzerte mit mehreren hundert Teilnehmern beeindruckend. Hier wird das Versprechen, Teil einer starken und mächtigen Gemeinschaft zu sein, für sie emotional erfahrbar.“ (Bülow, 2014: 10)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, wie rechtsextreme Musik als „Türöffner“ fungieren kann, und umreißt das methodische Vorgehen der Arbeit.

2. Was ist rechte Musik? Problem der Einordnung und Definition: Dieses Kapitel erläutert die Schwierigkeiten einer eindeutigen Definition, bedingt durch musikalische Diversifizierung und eine zunehmende textliche Kodierung.

3. Rechte Szenen: Hier wird der Begriff der „rechten Szene“ als heterogener Verbund von Individuen mit rechtsextremen Einstellungen definiert.

4. Durch rechte Musik allein zum „Nazi“?: Es wird diskutiert, dass Musik zwar ein niedrigschwelliges Medium ist, aber nicht der alleinige Auslöser für den Szenebeitritt, da es bestimmter persönlicher Voraussetzungen bedarf.

5. Kontakt zu rechten Szenen - Hinwendungsmotive und Risikofaktoren: Dieses Kapitel analysiert biographische, sozialisatorische und entwicklungspsychologische Faktoren, die Jugendliche empfänglich für rechtsextreme Ideologien machen.

6. Rechte Musik als „Türöffner“ - Texte, Stil und Einbindung in jugendliche Lebenswelten: Der Hauptteil untersucht, wie Musik durch Texte, Stil und Konzerte gezielt an jugendlichen Bedürfnissen anknüpft und die rechte Szene attraktiv gestaltet.

7. Zusammenfassende Betrachtung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Rolle der Musik als gefährliches Rekrutierungsinstrument trotz der theoretischen Natur des Forschungsfeldes.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, rechte Musik, Türöffner, Jugendkultur, Kameradschaft, Radikalisierung, Sozialisation, Identität, Konzerte, Internetpropaganda, Musikgenres, Ideologie, Gemeinschaft, Szenebeitritt, Jugendhilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Funktion rechtsextremer Musik als „Türöffner“, der Jugendliche mit der rechten Szene in Berührung bringen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Definitionsproblematik rechter Musik, die Analyse von Hinwendungsmotiven zur rechten Szene sowie die Mechanismen der Szene zur Mitgliederrekrutierung über Konzerte und das Internet.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu beantworten, wie rechtsextreme Musik durch das Aufgreifen jugendlicher Bedürfnisse und Lebenswelten als Schnittstelle zwischen Jugendlichen und der rechtsextremen Szene fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung existierender Fachliteratur und Studien zur rechtsextremen Musikszene sowie der pädagogischen Auseinandersetzung damit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Wirkmechanismen analysiert: wie rechte Musik durch spezifische Texte, stilistische Anpassungen an jugendliche Hörgewohnheiten und die Organisation von Konzerten gezielt Bindungen an die rechte Szene aufbaut.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Rechtsextremismus, Türöffnerfunktion, Kameradschaft, Identitätsbildung und jugendliche Erlebniswelten.

Wie wirkt sich die „textliche Deradikalisierung“ auf die Rekrutierung aus?

Durch die Verwendung von Codes anstelle expliziter NS-Propaganda können rechtsextreme Bands ein breiteres Publikum erreichen und Jugendlichen das Gefühl vermitteln, einem elitären Kreis anzugehören.

Warum sind Konzerte besonders effektiv für die Szene?

Konzerte bieten durch ihre konspirative Organisation einen „Thrill“ und erzeugen ein intensives Gemeinschaftsgefühl, das die Identifikation mit der Szene emotional festigt.

Welche Rolle spielt das Internet bei der Kontaktaufnahme?

Das Internet ermöglicht eine methodische Ansprache: Durch die Überprüfung von Profilen und das gezielte Zusenden von Musikstücken können Jugendliche in ihrem Alltag direkt und individuell angesprochen werden.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rechtsextreme Musik als "Türöffner". Wie kann sie Jugendliche mit rechten Szenen in Berührung bringen?
Hochschule
Universität Potsdam  (Department für Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Rechtsextremismus unter Jugendlichen
Note
1,0
Autor
Kevin Hanelt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V502292
ISBN (eBook)
9783346045621
ISBN (Buch)
9783346045638
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechtsextremismus Musik Jugendliche
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kevin Hanelt (Autor:in), 2018, Rechtsextreme Musik als "Türöffner". Wie kann sie Jugendliche mit rechten Szenen in Berührung bringen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502292
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Leseprobe aus  17  Seiten
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