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Robert Musils 'Die Schwärmer' - Kritisches und Theoretisches

Titel: Robert Musils 'Die Schwärmer' - Kritisches und Theoretisches

Seminararbeit , 2002 , 25 Seiten , Note: Sehr gut

Autor:in: Kristina Werndl (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Robert Musil, einem erklärten Anhänger der empirischen Methode, präsentierte sich die Welt als "eine unendliche Aufgabe mit fortschreitenden Teillösungen". Er verschmähte idealistische und rationalistische Gesamtlösungen - das zeigt sich etwa in den "Schwärmern". In dieser Versuchanordnung konfrontiert er zwei Paare miteinander und hält ihre Interaktionsprozesse fest. Diese Arbeit untersucht dieses außergewöhnliche Schauspiel auf relevante poetologische, ideengeschichtliche und formale Aspekte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anstelle einer Biographie: Ringen an der Meisterschaft

3. Das „neue Drama“

3.1. Abgrenzungen zum zeitgenössischen Theater

3.2. Das dramatische Wort

4. Exkurs: Die Bändigung des Gefühls durch die Form

5. Die Schwärmer

5.1. Rhetorik und Stil

5.2. Zeit und Raum

5.3. Zum antitragischen Duktus

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Robert Musils Schauspiel Die Schwärmer im Kontext seiner poetologischen Konzepte und setzt es in Bezug zu zeitgenössischen Strömungen sowie den Werken anderer Dichter. Ziel ist es, die spezifische Dramenkonzeption Musils – das „Ideendrama“ als Versuchsanordnung – und die Rolle des „Geistes“ sowie der Sprache in seinem Werk zu analysieren.

  • Poetologische Einordnung des „neuen Dramas“ von Robert Musil.
  • Analyse der sprachlichen Gestaltung und der Bedeutung des Wortes als Erkenntnismittel.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Gefühl, Verstand und Form.
  • Vergleich der Dramenstruktur und Figurenkonzeption mit zeitgenössischen Vorstellungen.
  • Reflexion über die Rolle der Literatur als wissenschaftsähnliche Versuchsanordnung.

Auszug aus dem Buch

3. Das „neue Drama“

Musil versucht in den Schwärmern seine Konzeption eines „neuen Dramas“ (Mth 196) paradigmatisch zu gestalten. Dieser „dramatische“ Erneuerungswille und die Forderung nach einer Theater-Revolution kommen nicht von ungefähr. Sie erschließen sich vor dem Hintergrund des Dramenschaffens und der Theaterlandschaft im Deutschland seiner Zeit, das Musil in seiner Funktion als Rezensent für diverse Tageszeitungen – er brauchte Geld, um sich über Wasser zu halten – mit kritischem Geist und spitzer Feder kommentierte (s. Theater: Praktisches und Theoretisches).

Wiederholt spricht er in seinen Rezensionen und programmatischen Texten von der „Pathologie des Theaters“ (Mth 222) und beklagt das „Dahinsiechen der europäischen Bühnen an dementia“ (26) durch Abwendung von den eigentlichen dichterischen und künstlerischen Aufgaben der Bühne. Die aktuellen Strömungen und Tendenzen an den Theatern – Naturalismus, Impressionismus, Expressionismus – empfindet er als einseitig und ungenügend. Sie bedeuten eine „Bereicherung im einzelnen“ (Mth 190), werden aber seiner Forderung nach einem „schöpferischen Theater“ nicht gerecht. Im „schöpferischen Theater“, anders als im „illustrativen Theater“, wozu er u. a. bürgerliche und politisierende Stücke zählt, spiegelt „sich die Tatsache, daß wir in der Hauptsache aus Geist bestehen“.

„Geist“ ist Musil ein zentraler Begriff und basales Konstituens seiner Versuche, Form und Bedeutung des Dramas als Gattung neu zu formulieren. „Geist“ als eine Synthese aus Gefühls- und Verstandeskomponenten, als eine Haltung, in der sich tastendes Empfinden und klares Bestimmen in wechselseitiger Reaktion zu einem Komplex vereinigen. Eine solche Haltung faßt er mit dem Begriffspaar „Genauigkeit und Seele“ bzw. „Mechanik und Seele“ (Mth 191). Der Dichtung als unmittelbarer Ausdruck dieses Geistes kommt eine singuläre Funktion zu; in ihr schwingt ein utopisches Element mit: Der poetische Ausdruck ist nicht mißglückte Darstellung des Ratioiden (oder umgekehrt), sondern beide sind nur unvollständige Momente einer höheren Einheit, die sie umgreift, selbst aber nicht darstellbar ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die thematische Versuchsanordnung des Schauspiels Die Schwärmer ein und definiert das methodische Ziel der Untersuchung im germanistischen Kontext.

2. Anstelle einer Biographie: Ringen an der Meisterschaft: Das Kapitel beleuchtet das Ringen der Dichter des frühen 20. Jahrhunderts mit der Form und dem Scheitern, exemplifiziert an Musil und Thomas Mann.

3. Das „neue Drama“: Hier wird Musils Kritik am zeitgenössischen Theater und sein Entwurf eines „schöpferischen Theaters“ auf Basis des Begriffs „Geist“ dargelegt.

4. Exkurs: Die Bändigung des Gefühls durch die Form: Der Exkurs untersucht die notwendige Distanz zum rein emotionalen Ausdruck und plädiert für die Verstandesleistung als künstlerisches Korrektiv.

5. Die Schwärmer: In diesem Hauptteil werden die rhetorischen Mittel, die Raum- und Zeitgestaltung sowie der antitragische Duktus des Stückes eingehend analysiert.

Schlüsselwörter

Robert Musil, Die Schwärmer, neues Drama, Schöpferisches Theater, Geist, Genauigkeit und Seele, Ideendrama, Versuchsanordnung, Sprachskepsis, Aphorismus, Literaturtheorie, Moderne, Dramenanalyse, Poetologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Robert Musils Schauspiel Die Schwärmer hinsichtlich seiner dramatischen Struktur und poetologischen Ausrichtung, wobei Musils spezifisches Verständnis von Literatur als „Ideendrama“ im Mittelpunkt steht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle des Intellekts in der Literatur, die Bändigung von Gefühlen durch formale Gestaltung, die Funktion der Sprache sowie Musils Distanzierung von zeitgenössischen Theaterströmungen wie dem Naturalismus und Expressionismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es, die Konzepte des „neuen Dramas“ von Musil zu explizieren und aufzuzeigen, wie das Schauspiel Die Schwärmer als wissenschaftlich-künstlerische Versuchsanordnung fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Schauspiels im Dialog mit Musils essayistischen und tagebuchartigen Schriften sowie im Vergleich zu anderen Autoren wie Thomas Mann und Gottfried Benn betrachtet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Rhetorik und dem Stil, der Zeit- und Raumgestaltung sowie dem antitragischen Charakter des Schauspiels.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wesentlichen Schlüsselbegriffen gehören „Geist“, „Genauigkeit“, „Ideenmosaik“, „Möglichkeitsmensch“ und „Versuchsanordnung“.

Wie unterscheidet sich Musils Dramenkonzeption von der klassischen Tragödie?

Musil konzipiert sein Stück als „Schauspiel“ statt als Drama, da der klassische tragische Konflikt durch die Reflexionsfähigkeit der Figuren und den Fokus auf Potentialität anstelle von Schicksalsausgeliefertheit ersetzt wird.

Welche Rolle spielt der Begriff „Geist“ bei Musil?

„Geist“ ist bei Musil keine rein abstrakte Größe, sondern eine Synthese aus Gefühl und Verstand, die eine Haltung des „tastenden Empfindens“ und „klaren Bestimmens“ einfordert.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Robert Musils 'Die Schwärmer' - Kritisches und Theoretisches
Hochschule
Universität Salzburg  (Germanistik)
Veranstaltung
Dramen zwischen Naturalismus und Exil
Note
Sehr gut
Autor
Kristina Werndl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
25
Katalognummer
V50234
ISBN (eBook)
9783638464918
ISBN (Buch)
9783638598033
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Robert Musils Schwärmer Kritisches Theoretisches Dramen Naturalismus Exil
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kristina Werndl (Autor:in), 2002, Robert Musils 'Die Schwärmer' - Kritisches und Theoretisches, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50234
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Leseprobe aus  25  Seiten
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