Damit Universitäten und Hochschulen die Selbstreflexionskompetenz ihrer Lehramtsstudierenden optimal fördern können, benötigen sie zusätzlich zu einer geeigneten E-Portfolio-Software-Lösung auch konkrete methodische Handlungsanleitungen und Empfehlungen zur Gestaltung und Implementierung eines E-Portfolio-unterstützten Seminars. Auf Basis der Erkenntnisse der bereits durchgeführten Studien sowie der einschlägigen Fachliteratur wird im Rahmen des vorliegenden Forschungsprojekts ein E-Portfolio-unterstütztes Seminar entwickelt, das zweierlei Ziele verfolgt: Erstens soll die Durchführung eines entsprechenden E-Portfolio-unterstützten Seminars die Selbstreflexionsbereitschaft der Lehramtsstudierenden fördern. Zweitens soll dieses Seminar die Lehramtsstudierenden beim Aufbau von Selbstreflexionskompetenz bestmöglich unterstützen. Anschließend wird festgestellt, ob sich explizite Handlungsanleitungen und Empfehlungen zur Gestaltung und Implementierung eines E-Portfolio-unterstützten Seminars aus den im Entwicklungs- und Evaluierungsprozess gewonnenen Erkenntnissen und Forschungsergebnissen ableiten lassen.
Das methodische Vorgehen im vorliegenden Forschungsprojekt stützt sich auf Internetrecherchen, qualitative Leitfadeninterviews, auf quantitativ-qualitative Online-Befragungen sowie auf E-Portfolio-Analysen. Im vorliegenden Forschungsbericht wird gezielt das im Rahmen der Zielgruppen- und Anforderungsanalyse durchgeführte qualitative Leitfadeninterview vorgestellt.
Gegenwärtig ist E-Portfolio-Arbeit bereits in vielen Bildungsplänen, Schul- und Studienverordnungen sowie in der universitären Aus- und Weiterbildung von Lehramtsstudierenden zu finden beziehungsweise ist diese dort zum Großteil fest in den Curricula verankert. Zur Durchführung der E-Portfolio-Arbeit stehen Universitäten und
Hochschulen ausreichend E-Portfolio-Software-Lösungen zur Verfügung. Die Anbieter dieser Software-Lösungen stellen zwar Hinweise bereit, wie sich die Selbstreflexionskompetenz mithilfe ihrer E-Portfolio-Software fördern lässt und welche Rahmenbedingungen es beim Einsatz der entsprechenden Software zu berücksichtigen gilt. Diese Hinweise sind aber sehr allgemein gehalten oder nur auf eine spezifische Unterrichtssituation hin ausgelegt. Explizit formulierte Handlungsanleitungen und Gestaltungsempfehlungen, die im Detail beschreiben, wie E-Portfolio-Arbeit in einen Seminarablauf integriert werden kann, fehlen dabei
gänzlich.
Inhaltsverzeichnis
1. FORSCHUNGSTHEMA
2. FORSCHUNGSDESIGN
3. ERGEBNISDARSTELLUNG
4. ZUSAMMENFASSUNG UND INTERPRETATION
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein E-Portfolio-unterstütztes Seminar zu entwickeln, das die Selbstreflexionsbereitschaft und -kompetenz von Lehramtsstudierenden fördert, und gleichzeitig für Lehrende praxistaugliche Handlungsanleitungen für die Konzeption und Implementierung solcher Seminare abzuleiten.
- Entwicklung und Evaluation eines E-Portfolio-unterstützten Seminarkonzepts
- Förderung der Selbstreflexionskompetenz bei Lehramtsstudierenden
- Ermittlung von Anforderungen und Bedürfnissen der Zielgruppen
- Methodische Gestaltung von E-Portfolio-Lehrveranstaltungen
- Erstellung einer exemplarischen Vorlage für Lehrende
Auszug aus dem Buch
Kategorie (I) Erfahrungen im Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)
Beide Interviewpartnerinnen gaben an, dass ihnen sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld Smartphone, Computer und Laptop mit DSL-Internetzugang zur ständigen Verfügung stehen. Auch bei der täglichen Nutzungsdauer dieser Technologien waren die Antworten ähnlich. So sind die interviewten Dozentinnen im Normalfall täglich zwischen vier und sechs Stunden online, um schnelle Recherchen durchzuführen und eine ständige Erreichbarkeit über E-Mail zu gewährleisten.
Auch bei auftretenden technischen Problemen gehen die Gesprächspartnerinnen nach einem ähnlichen Schema vor. In einem ersten Schritt versuchen sie zunächst selbst über Internetrecherchen oder über Foren eine Lösung zu finden. Gelingt die Problembehebung nicht, greifen die beiden Interviewpartnerinnen auf externe Hilfe zurück. Auch wenn sich die beiden Dozentinnen im Interview nicht als fortgeschrittene Anwenderinnen bezeichneten, lassen sie sich dennoch dieser Gruppe zuordnen. Denn im Umgang mit Computer und Internet sehen sie sich als erfahrene Anwenderinnen, die auftauchende Probleme selbst zu lösen wissen und nicht sofort auf externe Hilfe zurückgreifen.
Auch bei den Einsatzbereichen waren die Antworten wieder ähnlich. So dienen den beiden interviewten Personen Computer und Internet zur Vorbereitung und Gestaltung von Seminaren, zu Recherchezwecken, zur Kommunikation und zum Wissensaustausch. Wenn es um die Begrifflichkeiten Web 2.0 oder Social Software geht, sind die entsprechenden Tools wie Blog, YouTube, Wiki, Podcast, Vodcast, Cloud etc. beiden ebenfalls bekannt. Diese Instrumente verwenden die beiden Dozentinnen zur besseren Veranschaulichung von Seminarinhalten, zur orts- und zeitunabhängigen Kommunikation und zur Nutzung des weltweit verteilten Wissens. Anderen Kolleginnen und Kollegen würden die beiden Gesprächspartnerinnen Web 2.0 Technologien weiterempfehlen, wiesen in diesem Zusammenhang aber darauf hin, dass nur bei sinnvollem Einsatz eine Bereicherung des Unterrichts möglich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. FORSCHUNGSTHEMA: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz von E-Portfolio-Arbeit in der Lehrerausbildung und formuliert die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der Konzeption von Seminaren zur Förderung der Selbstreflexionskompetenz.
2. FORSCHUNGSDESIGN: Hier wird das methodische Vorgehen beschrieben, insbesondere die Auswahl von Leitfadeninterviews mit Dozierenden, um Erfahrungen und Anforderungen an Portfolio-Arbeit und E-Portfolios zu erfassen.
3. ERGEBNISDARSTELLUNG: Dieser Abschnitt präsentiert die Erkenntnisse aus den Interviews mit den Dozierenden zu deren IKT-Kompetenzen, Erfahrungen mit papierbasierten Portfolios und Anforderungen an elektronische Portfolios.
4. ZUSAMMENFASSUNG UND INTERPRETATION: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Zielgruppenanalyse zusammen und leitet daraus notwendige Maßnahmen wie Einführungsveranstaltungen für Studierende ab.
Schlüsselwörter
E-Portfolio, Selbstreflexionskompetenz, Lehramtsstudierende, Grundschulpädagogik, Entwicklungsorientierte Bildungsforschung, Leitfadeninterview, Portfolio-Arbeit, IKT, Web 2.0, Stud.IP, Moodle, ILIAS, Dozierende, Didaktik, Bildungsforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie E-Portfolio-unterstützte Seminare konzipiert werden müssen, um die Selbstreflexionskompetenz von Lehramtsstudierenden zu fördern und Lehrenden gleichzeitig praxisnahe Empfehlungen zur Implementierung zu bieten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die E-Portfolio-Arbeit in der universitären Lehrerbildung, die Analyse von Zielgruppenbedürfnissen sowie die methodische Gestaltung von Lernumgebungen unter Nutzung digitaler Technologien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines erprobten Seminarkonzepts, das durch kontinuierliche Reflexion und Feedback die Selbstreflexionsbereitschaft der Studierenden steigert und Lehrenden eine Vorlage für die praktische Umsetzung liefert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt Ansätze der entwicklungsorientierten Bildungsforschung nach Reinmann und Sesink (2011), kombiniert mit qualitativen Leitfadeninterviews und quantitativ-qualitativen Online-Befragungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das Forschungsdesign detailliert dargestellt, die Erfahrungen der Dozierenden mit bisherigen Portfolio-Methoden analysiert und Anforderungen an die Einführung von E-Portfolios definiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie E-Portfolio, Selbstreflexionskompetenz, entwicklungsorientierte Bildungsforschung und Lehramtsstudierende geprägt.
Welche Bedenken äußern Dozierende gegenüber E-Portfolios?
Die Dozierenden sehen als nachteilig an, dass Studierende dem Einsatz digitaler Medien teilweise zurückhaltend gegenüberstehen und dass eine zu schnelle Umstellung von Papier auf elektronische Formate die Akzeptanz gefährden könnte.
Warum ist das "Zwischen-Feedback" laut den Befragten so wichtig?
Regelmäßiges Feedback wird als zentrales Erfolgselement genannt, da es Dozierenden ermöglicht, Studierende kontinuierlich in ihrem individuellen Entwicklungsprozess zu begleiten und zu unterstützen.
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- Tamara Rachbauer (Autor), 2016, E-Portfolios in Seminaren. Förderung von Selbstreflexion bei Lehramtsstudierenden, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502381