In dieser Arbeit wird das Phänomen Crowdinvesting kritisch hinterfragt und umfassend thematisiert mit dem Ziel der Erstellung einer Conclusio beziehungsweise eines Ausblicks auf nationaler Ebene. In den letzten Jahren ist für Start-up-Gründer neben den bekannten Finanzierungswegen wie einem Bankdarlehen eine neue Art der Finanzierungsform entstanden. Crowdinvesting kommt aus den USA und hat sich dort bereits mit zahlreich erfolgreichen Finanzierungsbeispielen etabliert. Hierzulande macht sich das neue Finanzierungsmodell immer einen größeren Namen. Hervorzuheben in diesem Zusammenhang ist gerade das Web 2.03, durch das große Menschenmengen leicht erreicht werden können.
Doch was steht im Detail hinter dem Konzept Crowdinvesting? Wie funktioniert es? Und kann es sich als seriöses Finanzierungsmodell für Start-ups etablieren oder verschwindet es in der Versenkung genauso schnell, wie es in Erscheinung getreten ist? Dank der ausgeprägten Vernetzungsmöglichkeiten kann die Realisierungswahrscheinlichkeit innovativer Geschäftsideen positiv beeinfluss und gar gesteigert werden. Diese Entwicklung kommt gerade Start-ups zugute. Wobei erwähnt werden muss, dass das Modell der Schwarmfinanzierung, d.h. das Konzept einer gemeinschaftlichen Finanzierung mittels einer großen Gruppe von Einzelpersonen per se nicht neu ist. Schon bereits im 17. Jahrhundert wurde Kapital zur Finanzierung u.a. von Büchern gesammelt. Durch die Erwähnung in einem Buch wurden beispielsweise Anreize bei den Investoren geschaffen. Neuartig sind jedoch die modernen Kommunikations- beziehungsweise Verbreitungskanäle, die das Internet bereitstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Herkömmliche Finanzierungsarten
2.1 Bezugsrahmen Gründungsfinanzierung
2.2 Arten der Außenfinanzierung
3. Crowdinvesting als Ausprägung von Crowdfunding
3.1 Crowdinvesting als Form der Gründungsfinanzierung
3.2 Nationale Crowdinvesting-Plattformen im Überblick
4. Chancen und Risiken von Crowdinvesting
4.1 Chancen & Risiken
4.2 Aktuelle Rechtslage
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit untersucht das Phänomen Crowdinvesting als alternative Finanzierungsmöglichkeit für Start-ups. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob es sich um ein seriöses, langfristig etablierbares Finanzierungsmodell handelt oder lediglich um eine kurzlebige Trenderscheinung, wobei der Fokus auf dem nationalen Markt in Deutschland liegt.
- Grundlagen der herkömmlichen Gründungsfinanzierung
- Abgrenzung von Crowdfunding und Crowdinvesting
- Analyse führender nationaler Crowdinvesting-Plattformen
- Untersuchung der Chancen und Risiken für Start-ups und Investoren
- Einfluss der aktuellen Rechtslage auf die Finanzierungsform
Auszug aus dem Buch
3.1 Crowdinvesting als Form der Gründungsfinanzierung
Wie im Artikel zuvor erläutert, steht beim Crowdinvesting primär der Unternehmenserfolg im Vordergrund und die damit verbundene Ausschüttung der vom Unternehmen erwirtschafteten Rendite an die Investoren. Somit zählt vor allem der monetäre Aspekt, der zur Anregung an einer Beteiligung am Unternehmen für Privatinvestoren relevant ist. Hierzulande erfreut sich Crowdinvesting immer mehr an Berühmtheit und wird immer beutender als Instrument bei der Kapitalbeschaffung für Gründungsunternehmen in der Frühinvestitionsphase. Die in Abb. 2 aufgeführte Statistik zeigt das kumulierte Volumen des in den Jahren 2011 bis 2014 durch Crowdinvesting eingesammelten Kapitals in Deutschland und verdeutlicht das kontinuierliche Wachstum von Crowdinvesting.
Zur Verbreitung und zum Investitionsaufruf stehen Gründungsunternehmen mehrere Möglichkeiten, die das Internet bietet, bereit. Mit einer Website und den verschiedenartigen sozialen Netzwerken kann ein Start-up auf sich und seine Idee aufmerksam machen. Einen besonderen Stellenwert haben die Crowdinvesting-Plattformen, die die Investoren und die Unternehmensgründer zusammenbringen. Auf den Crowdinvesting-Plattformen wird die Geschäftsidee einem breiten Publikum, den potenziellen Investoren, vorgestellt. Hervorzuheben ist, dass bei der Schwarmfinanzierung „Jedermann“ Investor werden kann, d.h. neben Klein- und Großunternehmen auch Privatpersonen. Mit einer Investition erlangen die Investoren eine Beteiligung an dem Gründungsunternehmen und erhalten entsprechend ihres Beteiligungsvolumens Anteile an den zukünftigen Gewinnen. In den meisten Fällen handelt es sich um eine stille Beteiligung ohne aktives Mitspracherecht in der Unternehmensführung. Es besteht auch keine Nachschusspflicht für den Investor. Dementsprechend haftet der Investor lediglich mit der Summe seiner zur Verfügung gestellten Beteiligung am Unternehmen, im Falle einer Insolvenz oder Liquidation des Gründungsunternehmens.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen bei der Unternehmensgründung, insbesondere den Kapitalbedarf in der Frühphase, und führt Crowdinvesting als neue, durch das Web 2.0 ermöglichte Finanzierungsform ein.
2. Herkömmliche Finanzierungsarten: In diesem Kapitel werden klassische Finanzierungsmöglichkeiten wie Eigenkapital, Beteiligungsfinanzierung (z.B. durch Business Angels oder Venture Capital) sowie staatliche Förderungen erläutert, um eine Basis für den Vergleich zum Crowdinvesting zu schaffen.
3. Crowdinvesting als Ausprägung von Crowdfunding: Dieses Kapitel differenziert zwischen dem spendenorientierten Crowdfunding und dem gewinnorientierten Crowdinvesting, analysiert dessen Rolle als Gründungsfinanzierung und stellt vier relevante deutsche Plattformen gegenüber.
4. Chancen und Risiken von Crowdinvesting: Hier werden die Potenziale von Crowdinvesting (z.B. Marketingeffekt, direkter Austausch) den Risiken (z.B. fehlende Rechtsgrundlage, hohe Ausfallwahrscheinlichkeit bei Start-ups) gegenübergestellt und die aktuelle Rechtslage betrachtet.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Crowdinvesting ein beachtliches Potenzial besitzt und keine bloße Trenderscheinung darstellt, jedoch keine alleinige Finanzierungsquelle sein sollte und eine sorgfältige Abwägung seitens aller Akteure erfordert.
Schlüsselwörter
Crowdinvesting, Crowdfunding, Start-ups, Gründungsfinanzierung, Venture Capital, Business Angels, Schwarmfinanzierung, Beteiligungsfinanzierung, Eigenkapital, Frühphasenfinanzierung, Internet, Plattformen, Investoren, Rendite, Rechtslage
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht Crowdinvesting als alternative Methode zur Finanzierung von Start-ups in Deutschland und bewertet deren Status quo sowie Zukunftsfähigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Einordnung von Crowdinvesting in das Spektrum der Gründungsfinanzierung, die Analyse spezifischer Plattformen sowie eine kritische Abwägung der Chancen und Risiken für beteiligte Parteien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit hinterfragt kritisch, ob sich Crowdinvesting als seriöses und dauerhaftes Finanzierungsmodell etablieren kann oder ob es lediglich eine kurzlebige Trenderscheinung darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, die den theoretischen Rahmen absteckt, ergänzt durch eine deskriptive Gegenüberstellung von marktführenden Crowdinvesting-Plattformen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst traditionelle Finanzierungsquellen erläutert, anschließend das Konzept des Crowdinvestings differenziert, Plattformen analysiert und abschließend eine kritische Würdigung von Chancen, Risiken und der Rechtslage vorgenommen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Crowdinvesting, Start-ups, Gründungsfinanzierung, Beteiligungsfinanzierung, Investoren und Chancen-Risiko-Abwägung.
Wie unterscheidet sich Crowdinvesting vom klassischen Crowdfunding?
Der Hauptunterschied liegt im Beweggrund: Während klassisches Crowdfunding oft auf einer spendenähnlichen oder immateriellen Gegenleistung basiert, steht beim Crowdinvesting eine gewinnorientierte Intention des Investors im Vordergrund.
Welche Herausforderungen ergeben sich aus der aktuellen Rechtslage in Deutschland?
Da der rechtliche Bezugsrahmen noch nicht eindeutig definiert ist, fehlt es an umfassender Rechtssicherheit. Insbesondere ab gewissen Investitionshöhen greift die Prospektpflicht, was Start-ups vor hohe zeitliche und finanzielle Hürden stellt.
Welche Rolle spielen die Crowdinvesting-Plattformen im Prozess?
Sie agieren als Vermittler, die Investoren und Unternehmensgründer zusammenbringen, die Geschäftsideen präsentieren und teils als Prüfinstanz fungieren, wobei sie unterschiedliche Umsetzungsmodelle und Gebührenstrukturen verfolgen.
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- Konstantin Dick (Author), 2015, Crowdinvesting. Eine alternative Finanzierungsmöglichkeit für Start-ups oder nur Trenderscheinung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502395