Fort- und Weiterbildung pädagogischer Fachkräfte im europäischen Vergleich


Ausarbeitung, 2017
9 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Fort- und Weiterbildung pädagogischer Fachkräfte im europäischen Vergleich
2.1. Deutschland
2.2. England

3. Fazit mit Blick auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Deutschland und England

Literaturverzeichnis.

1. Einleitung

Alle europäischen Staaten stehen vor der Herausforderung, qualifizierte berufliche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten anzubieten. Diese sind nötig, um Kindern eine bestmögliche frühpädagogische Betreuung und Vorbereitung auf die Schule zu ermöglichen. Jedes Land geht mit dieser Herausforderung eigenständig um, sodass sich eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme im europäischen Vergleich gebildet haben. Bei einem internationalen Vergleich dieser Systeme werden dann sowohl Stärken und Schwächen als auch Gemeinsamkeiten und Unterschiede der betrachteten Systeme deutlich. Ebendiese Analyse der Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Fort- und Weiterbildungssystemen in Europa ist das Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit. In den Blick genommen werden die Länder Deutschland und England.

Zunächst wird das System der Fort- und Weiterbildung frühpädagogischer Fachkräfte in Deutschland betrachtet, um dann den Blick auf England zu lenken.

In einem Fazit werden dann die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der betrachteten Länder herausgearbeitet und ein Versuch der Bewertung dieses Ergebnisses gegeben.

2. Fort- und Weiterbildung pädagogischer Fachkräfte im europäischen Vergleich

Fort- und Weiterbildungssysteme werden in den Ländern Dänemark, England, Italien, Schweden, Slowenien, Ungarn und Deutschland als „kontinuierliches, berufsbegleitendes Lernen zur Ergänzung und Aktualisierung […] der erworbenen Kenntnisse […] oder als Stützmaßnahme zur Umsetzung von Bildungsreformen“ (Oberhuemer 2012, S. 75) gesehen. Darüber hinaus gibt es bis auf die häufig zu findende Unterscheidung zwischen nicht formaler Fortbildung und formaler Weiterbildung keine übereinstimmenden Formen der Fort- und Weiterbildungen. Zu nicht formalen Fortbildungen gehören Angebote des Anstellungsträgers oder anderer Fort- und Weiterbildungsträger. Sie dienen überwiegend der Kompetenzvertiefung und weniger des Kompetenzerwerbs für einen beruflichen Aufstieg (vgl. Oberhuemer 2012, S. 76).

Der Bereich der Formalen Weiterbildung umfasst Qualifizierungswege, die unter anderem berufsbegleitende und weiterführende Studien beinhalten (vgl. Oberhuemer 2012, S. 76 f.).

Für die Träger sind vor allem die Qualitätsentwicklung der Kindertageseinrichtungen sowie die Verantwortung der Arbeitgeber von Bedeutung. Für die Fachkräfte bieten Fort- und Weiterbildungen vor allem neue Anregungen für die Praxis und eine Austauschmöglichkeit über aktuelle Themen (vgl. Oberhuemer 2012, S. 75).

2.1. Deutschland

In Deutschland gibt es bislang keine Rahmenvereinbarung für die Fort- und Weiterbildung frühpädagogischer Fachkräfte, die im ganzen Land gültig ist. Es gibt jedoch Empfehlungen, welche von der Jugend- und Familienministerkonferenz ausgesprochen und beschlossen wurden. Dabei wird Förderung in entsprechenden Landesgesetzen als „zu förderndes Instrument der Qualitätsentwicklung“ (Oberhuemer 2012, S. 78) festgelegt. Es muss jedoch beachtet werden, dass die Auffassungen über das Verständnis und die Reichweite der Steuerung berufsbegleitender Fort- und Weiterbildungen in den verschiedenen Ländern sehr spezifisch und unterschiedlich sind (vgl. Oberhuemer 2012, S. 78).

Darüber hinaus dominiert in Deutschland die nicht formale Fortbildung den Fort- und Weiterbildungsmarkt für frühpädagogische Fachkräfte. Sie können in externe und interne Fortbildung unterteilt werden. Zur externen Fortbildung gehören Veranstaltungen wie zum Beispiel Seminare, Workshops, Fachkonferenzen, -kongresse oder -tagungen sowie Angebote durch Konsultationseinrichtungen (vgl. Oberhuemer 2012, S. 76). Interne Fortbildungen sind dagegen beispielsweise Inhouse-Konferenzen, Teamberatungen und -supervisionen und Mentorings sowie fortlaufende Kompetenzentwicklungen durch Teamarbeit (vgl. Oberhuemer 2012, S. 76).

Die größte Gruppe der Fort- und Weiterbildungsanbieter für frühpädagogische Fachkräfte bildet in Deutschland die heterogene Gruppe der frei-gemeinnützigen Träger. Danach schließen sich privat-gewerbliche Organisationen oder Personen und die öffentlichen Träger an.

Dabei ist auffällig, dass der Anteil der Hochschulen unter den Fort- und Weiterbildungsträgern mit 2% sehr gering ist (vgl. Oberhuemer 2012, S. 79 f.).

Außerdem ist die Teilnahme an Fort-und Weiterbildungen trotz kontroverser Diskussionen und mit Ausnahmen in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen in der Regel freiwillig (vgl. Oberhuemer 2012, S. 81).

Zu den Themen auf den jeweiligen Fort- und Weiterbildungen für frühpädagogische Fachkräfte ist zu sagen, dass der Schwerpunkt auf der Umsetzung der Bildungspläne liegt und drei Themen mit hoher Priorität behandelt werden. Dabei handelt es sich um die Bereiche Sprachstandfeststellung und Sprachförderung, Gestaltung des Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule sowie Naturwissenschaften. Das Thema Inklusion gehört bislang nicht dazu. (vgl. Oberhuemer 2012, S. 83 f.).

2.2. England

Seit Mai 2010 ist in England das Bildungsministerium, auch Department for Education genannt, für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung zuständig (vgl. Oberhuemer 2012, S. 23). Die 2008 neu eingeführten curricularen Zielvorgaben beziehen sich auf die Altersgruppen der unter Fünfjähren, also unter Vierjährige in Kitas und Vier bis Fünfjährige im ersten Schuljahr. Dies umfasst den Übergang von einer Institution in die andere (vgl. Oberhuemer 2010, S. 241).

Obwohl das offizielle Einschulungsalter fünf beträgt, werden die meisten Kinde bereits mit vier Jahren eingeschult. Vor der Einschulung befinden sich diese Kinder in frühpädagogischen Tageseinrichtungen, die sich in privater oder staatlich-öffentlicher Trägerschaft befinden (vgl. Oberhuemer 2012, S. 23).

Dabei sind die Einrichtungen staatlich-öffentlicher Träger jedoch deutlich in der Minderheit. Zu ihnen gehören Kindergärten und Kindergartenklassen, die entweder halbtags oder ganztags geöffnet sind. Sie werden von öffentlichen Geldern gefördert und sind zudem beitragsfrei (vgl. Oberhuemer 2012, S. 23).

„Privat gemeinnützige Tageseinrichtungen sind unter anderem pre-schools (früher: Spielgruppen), Familienzentren, Spielbibliotheken und offene Eltern-Kind-Gruppen“ (Oberhuemer 2012, S. 23). Diese Einrichtungen erhalten vergleichsweise geringe Zuschüsse, sodass die Eltern einen niedrigen Beitrag zahlen müssen, wohingegen frühpädagogische Einrichtungen des privat gewerblichen Sektors, wozu beispielsweise Kinderkrippen gehören, hohe Elternbeiträge einfordern vgl. Oberhuemer 2012, S. 23).

Eine Definition von Fort-und Weiterbildung ist in England nicht möglich, da es keine einheitliche Grundausbildung gibt. Dennoch gibt es Möglichkeiten, die sich vor allem im nicht staatlichen Sektor als halbtägige oder ganztägige Veranstaltungen zeigen. Sie werden hauptsächlich von Institutionen der Erwachsenenbildung oder privaten Weiterbildungsträgern, aber auch von Hochschulen, wobei der Abschluss allerdings einem höheren Niveau entspricht, angeboten (vgl. Oberhuemer 2012, S. 27). Außerdem bieten alle Kindertageseinrichtungen neuen Mitarbeitern einen grundlegenden Einführungskurs in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Nationalen Standards an. Weiterhin ermöglicht die Open University frühpädagogischen Fachkräften Qualifikationen, die auf einem hohen Niveau eingestuft werden, an (vgl. Oberhuemer 2012, S. 27 f.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Fort- und Weiterbildung pädagogischer Fachkräfte im europäischen Vergleich
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Allgemeine Didaktik und Schulforschung)
Veranstaltung
Den Übergang von der Kita in die Grundschule anschlussfähig gestalten
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
9
Katalognummer
V502560
ISBN (eBook)
9783346033246
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kita, Grundschule, Übergang, europäische Fachkräfte, Pädagogik, Lehrer, Lehrerinnen, Erzieher, Erziehrinnen, Ausbildung, Fortbildung, Weiterbildung
Arbeit zitieren
Sabrina Plumpe (Autor), 2017, Fort- und Weiterbildung pädagogischer Fachkräfte im europäischen Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502560

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