Manche Menschen werden zu lebenserfolgreichen Personen, trotz einer Umgebung und Verhältnissen, die ihre Entwicklung nicht begünstigen. Es gelingt ihnen, große Herausforderungen zu meistern, höchste Belastungen und schwere Krisen zu bestehen. Welche Eigenschaften besitzen diese Menschen? Wie entwickelten sie diese? Sind sie genetisch bedingt? Welche Schlüsse lassen sich daraus ziehen? Die Fähigkeiten, die dazu führen, dass Personen sich erfolgreich entwickeln, zeigen Parallelen zu den positiven Eigenschaften von Musik. Musik ist nicht ausschließlich als ästhetisches Medium zu nutzen, sondern leistet viel mehr. Sie kann Veränderungen auslösen, die beim Umgang mit ihr nicht explizit angestrebt werden. Das Ganze läuft parallel zum Hören oder eigenständigen Produzieren von Stücken ab. Die Arbeit erläutert, wie sich die positiven Eigenschaften und Wirkungsweisen von Musik dazu nutzen lassen, die Resilienz von Kindern zu stärken. Um die Forschungsmethode zu erklären, wählte die Autorin Literatur aus dem erziehungswissenschaftlichen Bereich, da diese eine große Auswahl zur Hermeneutik zur Verfügung stellt. Den Bereich der Resilienz betrachtet sie sowohl aus psychologischer als auch aus erziehungswissenschaftlicher Sicht, da die Literatur allgemeine Daten erfasst und ebenfalls wissenschaftliche Studien berücksichtigt.
Das Aufwachsen von Kindern zeigt sich einmal mehr und einmal weniger erfolgreich. Die Frage, die sich dabei stellt, lautet: Welche Einflüsse oder Fähigkeiten eines Menschen führen dazu, dass er zu dem wird, der er ist? Sind es die genetischen oder die erzieherischen Einflüsse, die uns zu dem werden lassen, der wir sind? Denn betrachtet man beispielsweise Zwillinge, die das gleiche genetische Material haben und in der gleichen Umgebung aufwachsen und sich dennoch zu unterschiedlichen Persönlichkeiten entwickeln, stützt das den Gedanken, dass es noch andere Faktoren gibt, die eine Rolle spielen.
Zu Beginn der Resilienzforschung wurde angenommen, dass Resilienz eine angeborene Fähigkeit ist. Neue Forschungen haben ergeben, dass dies nicht der Fall ist, sondern, dass sich diese besondere Fähigkeit aus Interaktionen zwischen Individuum und Umwelt entwickelt. Es zeigt sich, dass Resilienz ein dynamischer Anpassungs- und Entwicklungsprozess ist. Was bedeutet, dass sich aufgrund der Erfahrungen und wie ein Mensch diese bewältigt, die Widerstandskraft verändert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begründung der Fragestellung und Auswahl des Quellenmaterials
3. Vorstellung der Hermeneutik
4. Resilienz
4.1 Definition
4.2 Merkmale
4.3 Faktoren
4.4 Prävention und Förderung
5. Resilienzforschung
6. Musik
6.1 Körperlich
6.2 Sozial
6.3 Kognitive Fähigkeiten
6.4 Probleme
7. Überschneidungspunkte von Resilienz und den Eigenschaften von Musik
8. Idee für ein Konzept / Ritual mit Einbettung in den Unterricht
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den potenziell positiven Einfluss von Musik auf die Stärkung der Resilienz von Kindern. Ziel ist es, durch die Analyse wissenschaftlicher Quellen und musikpädagogischer Ansätze zu erforschen, ob und wie musikalische Aktivitäten als Schutzfaktoren dienen und in den schulischen Alltag integriert werden können, um Kinder in ihrer psychischen Widerstandskraft zu unterstützen.
- Grundlagen der Resilienz und Resilienzforschung
- Die vielfältigen Wirkungsweisen von Musik (körperlich, sozial, kognitiv)
- Schnittmengen zwischen musikalischen Aktivitäten und Resilienzfaktoren
- Praktische Konzepte und Rituale für den Schulalltag
Auszug aus dem Buch
4.1 Definition
Resilienz kommt aus dem englischen, „resilience […] Nomen 1 Unverwüstlichkeit, Belastbarkeit 2 Elastizität“ (Das große Oxford Wörterbuch, 2012, S.534). Im Duden wird der Begriff Resilienz als psychische Widerstandskraft; Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen, erklärt. In verschiedenen Werken werden unterschiedliche Definitionen für Resilienz verwendet. Im deutschsprachigen Raum ist die Begriffsbestimmung von Corinna Wustmann anerkannt, die sowohl innere, als auch äußere Kriterien berücksichtigt (vgl. Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse, 2009, S.9). Sie beschreibt Resilienz als die psychische Widerstandsfähigkeit von Individuen gegen biologische, psychologische und psychosoziale Entwicklungsrisiken (vgl. Wustmann 2011, S.18). Dabei können beschwerliche Entwicklungsaufgaben oder Krisen individuell wahrgenommen werden. Denn für manche Menschen ist bereits eine mündliche Prüfung ein krisenhaftes Ereignis. Trotzdem lässt sich festhalten, „wenn sich Personen trotz gravierender Belastungen oder widriger Lebensumstände psychisch gesund entwickeln, spricht man von Resilienz. Damit ist keine angeborene Eigenschaft gemeint, sondern ein variabler und kontextabhängiger Prozess“ (Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse,2009, S.9). Ob ein Kind resilient ist, zeigt sich erst, wenn schwierige Lebenssituationen erfolgreich überwunden wurden und das Kind besondere Strategien für die Bewältigung genutzt hat. Ein resilientes Kind zeichnet sich dadurch aus, dass es sich unter schlechten Umständen positiv entwickelt, Risiken vermindert, negative Einflüsse ausgleicht und sich simultan gesundheitsförderliche Fähigkeiten aneignet. „Bei Bewältigung von Entwicklungsaufgaben wird auf zur Verfügung stehende internale und externale Ressourcen zurückgegriffen“ (Petermann, Niebank, Scheithauer 2004, S.348), dabei ist nicht ausschlaggebend, dass Kinder ein hohes Maß an Selbstvertrauen, Sozialkompetenz oder Lernbereitschaft zeigen, sondern, wie sie mit Risiken der Entwicklung umgehen. „Kurz gesagt: Es geht um die Fähigkeit, sich von einer schwierigen Lebenssituation nicht „unterkriegen zu lassen“ bzw. „nicht daran zu zerbrechen“ “ (Wustmann 2011, S.18).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin begründet ihr Interesse am Thema durch persönliche Erfahrungen und leitet die Forschungsfrage nach dem Einfluss von Musik auf die kindliche Resilienz her.
2. Begründung der Fragestellung und Auswahl des Quellenmaterials: In diesem Kapitel wird die methodische Vorgehensweise erläutert, die auf erziehungswissenschaftlicher Literatur und hermeneutischen Ansätzen beruht.
3. Vorstellung der Hermeneutik: Es wird die hermeneutische Methode als Wissenschaft des Verstehens und ihre Relevanz für diese Arbeit dargelegt.
4. Resilienz: Dieser Hauptteil definiert Resilienz, erläutert deren Merkmale sowie Schutz- und Risikofaktoren und beschreibt präventive Fördermöglichkeiten.
5. Resilienzforschung: Das Kapitel gibt einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung und wichtige Längsschnittstudien der Resilienzforschung.
6. Musik: Hier werden die körperlichen, sozialen und kognitiven Wirkungen von Musik sowie die methodischen Probleme bei deren Erforschung detailliert betrachtet.
7. Überschneidungspunkte von Resilienz und den Eigenschaften von Musik: Das Kapitel führt die Erkenntnisse aus den Bereichen Resilienz und Musik zusammen und visualisiert die Verbindungen.
8. Idee für ein Konzept / Ritual mit Einbettung in den Unterricht: Es werden konkrete Vorschläge wie „Inseln der Musik“ oder geführte Meditationen zur Einbindung in den Schulalltag skizziert.
9. Fazit: Die Autorin fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit weiterer empirischer Forschung zur Stärkung der kindlichen Resilienz durch Musik.
Schlüsselwörter
Resilienz, Musik, Kinder, Resilienzförderung, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Musikpädagogik, Sozialkompetenz, Stressbewältigung, Hermeneutik, Selbstwirksamkeit, Musikerziehung, kognitive Fähigkeiten, Gesundheitsförderung, Persönlichkeitsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie Musik einen positiven Einfluss auf die Resilienz (die psychische Widerstandsfähigkeit) von Kindern ausüben kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den Konzepten der Resilienz, den vielfältigen Wirkungsweisen von Musik auf den Menschen sowie der Verknüpfung dieser beiden Felder zur Förderung der kindlichen Entwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, Schnittstellen zwischen den Eigenschaften von Musik und den Faktoren für Resilienz aufzuzeigen und konkrete Anregungen für deren Integration in den schulischen Alltag zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf der hermeneutischen Methode zur Auswertung erziehungswissenschaftlicher, psychologischer und musikwissenschaftlicher Literatur.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Untersuchung im Mittelpunkt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Resilienz und ihrer Faktoren, eine musikwissenschaftliche Analyse der Wirkungen von Musik sowie die Erarbeitung von praktischen Ritualen für den Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Resilienz, Musik, Schutzfaktoren, kindliche Entwicklung, Selbstwirksamkeit und Prävention.
Was sind laut der Arbeit "Inseln der Musik"?
Hierbei handelt es sich um kurze, ritualisierte musikalische Einheiten oder Spiele (wie z.B. „Stille Post“ oder Geräusche-Raten), die dazu dienen, Konzentration und Entspannung gezielt in den Schulalltag zu integrieren.
Warum betont die Autorin die Bedeutung einer "festen Bezugsperson"?
Die sichere Bindung zu einer Bezugsperson wird als der stärkste Resilienzfaktor identifiziert, der Kindern hilft, Widrigkeiten zu bewältigen, und der durch gemeinsames Musizieren in einer Gruppe gestärkt werden kann.
- Arbeit zitieren
- Gülsah Janßen (Autor:in), 2018, Der Einfluss von Musik auf die Resilienz von Kindern. Höhere Widerstandskraft durch musikalische Rituale, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502584