In der US-amerikanischen Fantasy-Serie „Game of Thrones“, basierend auf der Romanreihe „A Song of Ice and Fire“ von Geroge R.R. Martin, geht es auf den ersten
Blick primär um skrupellose Machtkämpfe und Kriege, Politik und Strategien. Doch im Laufe der Serie gewinnen auch gesellschaftskritische Themen immer mehr Bedeutung. So auch die Rolle der Frauen. Wo anfangs noch schwache, unterdrückte weibliche Charaktere die Serie ausmachten, entwickeln sich daraus im Laufe der Staffeln starke, emanzipierte Frauen. Und genau dieser Prozess wird im Folgenden anhand von ausgewählten Seriensequenzen und mit Hilfe eines passenden Textes erläutert und analysiert: Der Wandel der feministischen Ethik und das damit zusammenhängende Frauenbild.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Emanzipation der Frau
2.1 Begriffserklärung und Definition
3 Game of Thrones
3.1 Einführung in die Thematik
4 Die Darstellung weiblicher Werte
4.1 Gewalt
4.2 Vergewaltigung
4.3 Prostitution
5 Die starken Frauen
5.1 Die Schwächung männlicher Charaktere
5.1.1 Theon Greyjoy
5.2 Wandel der Geschlechterrolle
6 Analyse zum Feminismus einzelner Charaktere
6.1 Cersei Lannister
6.2 Sansa Stark
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der feministischen Ethik und des Frauenbildes in der Serie „Game of Thrones“, indem sie analysiert, wie sich unterdrückte weibliche Charaktere zu starken, emanzipierten Führungspersönlichkeiten entwickeln und wie sich dieser Prozess zur Schwächung männlicher Machtstrukturen verhält.
- Darstellung von Gewalt und sexueller Unterdrückung als Ausgangspunkt
- Analyse des "Radikalen Feminismus" im Kontext der Serie
- Gegenüberstellung von schwachen und starken weiblichen Rollenbildern
- Untersuchung der Schwächung männlicher Charaktere als Machtkontrast
- Fallstudien zu Cersei Lannister und Sansa Stark
Auszug aus dem Buch
4.1 Gewalt
Um zu verdeutlichen, wie skrupellos sich an Frauen vergangen wird, folgt nun eine Seriensequenz, die exemplarisch für die Gewaltszenen gegen Frauen in „Game of Thrones“ steht.
Ser Meryn Trant, ein Ritter der „Kingsguard“, betritt ein Bordell und verlangt nach einer Auswahl an Frauen, aus der er sich die passende aussuchen will. „Too old“, das ist es, was man bei jeder Prostituierten, die ihm neu vorgeschlagen wird, hört. Als auch die jüngste Dame des Hauses noch immer nicht den Altersvorstellungen des Ritters entspricht, bringt die Chefin ein junges Mädchen hervor, das, ihrer Bekleidung nach zu urteilen, nicht in diesem Bordell arbeitet, sondern eine Bedienstete ist, die sichtlich noch zu jung für die Ausübung des Berufes ist. Trotzdem gut genug für Trant, der das offensichtlich verängstigte Mädchen am Arm greift und mit sich in ein separates Zimmer zieht.
Schon hier wird die Absurdität dieser Szene deutlich. Pädophilie, nichts anderes ist es, was den Zuschauern als profan dargeboten wird. Des Weiteren zeigt das Handeln der Chefin in dieser Szene auf, wie unterwürfig Frauen ihre Position in Bezug auf Männer selber einschätzen. Anstatt dem Ritter zu verdeutlichen, dass seine Wünsche nach einer Jüngeren nicht erfüllt werden können, geht sie über die moralische Grenze hinaus und bietet ihm ein viel zu junges Mädchen für diesen Beruf. Allein der Respekt vor Männern führt also zur bedingungslosen Devotion der weiblichen Charaktere – jedenfalls derer, die sich nicht gegen ein solches Verhalten zur Wehr setzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit skizziert die Problematik von Machtmissbrauch und geschlechtsspezifischer Ungerechtigkeit im Kontext der Serie „Game of Thrones“ und führt in das Forschungsziel ein.
2 Die Emanzipation der Frau: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Emanzipation und Feminismus und beleuchtet den historischen Hintergrund des Kampfes um Gleichberechtigung.
3 Game of Thrones: Es erfolgt eine Einführung in die fiktive Welt der Serie, wobei der Fokus auf den politischen Machtstrukturen und dem vorherrschenden Patriarchalismus liegt.
4 Die Darstellung weiblicher Werte: Hier werden die ursprünglichen Darstellungen von Gewalt, Vergewaltigung und Prostitution als Instrumente der Machtdemonstration analysiert.
5 Die starken Frauen: Das Kapitel kontrastiert die Unterdrückung der Frauen mit dem Aufstieg weiblicher Stärke und der korrespondierenden Schwächung männlicher Charaktere.
6 Analyse zum Feminismus einzelner Charaktere: Anhand der Fallbeispiele Cersei Lannister und Sansa Stark wird die individuelle Ausprägung feministischer Entwicklungen bzw. Machtstrebens untersucht.
7 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die Serie einen deutlichen Wandel der Rollenverteilung zeigt und die Emanzipation der Frau hin zur Herrscherrolle in der späteren Serie bestätigt.
Schlüsselwörter
Game of Thrones, Feminismus, Emanzipation, Machtverhältnis, Patriarchalismus, Geschlechterrollen, Frauenbild, Gewalt gegen Frauen, Radikaler Feminismus, Cersei Lannister, Sansa Stark, Machtstreben, Gleichberechtigung, Westeros, Serienanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Wandel der Geschlechterrollen und die Entwicklung des Frauenbildes in der Fantasy-Serie „Game of Thrones“ vor dem Hintergrund feministischer Theorien.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die Darstellung von Gewalt gegen Frauen, das Machtgefälle zwischen den Geschlechtern, der Prozess der Emanzipation und der Niedergang männlicher Dominanz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, ob „Game of Thrones“ die Ungleichheit zwischen Mann und Frau realistisch darstellt und ob der Verlauf der weiblichen Entwicklung als emanzipatorisch bewertet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine qualitative Filmanalyse, indem sie ausgewählte Seriensequenzen sowie die Entwicklung spezifischer weiblicher Charaktere unter Einbeziehung feministischer Fachliteratur auswertet.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der strukturellen Unterdrückung durch Gewalt und Prostitution, die Analyse der Gegenbewegung durch "starke Frauen" sowie eine spezifische Fallstudie zu Cersei Lannister und Sansa Stark.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind der "Radikale Feminismus", Machterhaltung, Patriarchat, Gender-Rollentausch und der gesellschaftliche Wandel innerhalb der Serie.
Warum wird Cersei Lannister als ambivalente Figur im Kontext des Feminismus gesehen?
Obwohl sie in einer Männerwelt Macht erlangt, handelt sie nicht aus solidarischer feministischer Überzeugung, sondern primär zur Verfolgung eigener Ziele und zeigt zudem Verachtung gegenüber anderen Frauen.
Welchen Entwicklungsweg vollzieht die Figur Sansa Stark?
Sansa wandelt sich von einer naiven, angepassten Prinzessin zu einer strategisch denkenden, selbstbewussten Königin, die gelernt hat, in einem feindseligen Umfeld zu überleben und zu führen.
- Arbeit zitieren
- Lisanne Schmitz (Autor:in), 2017, "All men must die but we are not men". Über die Suche nach Gerechtigkeit und den radikalen Feminismus in "Game of Thrones", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502787