Schon immer haben Menschen ihren Teil zur Wertschöpfung in Organisationen beigetragen. Nur das "Wie" hat sich im Laufe der Zeit geändert. Dabei ist nicht nur auf die fortschreitende Automatisierung der Prozesse und zunehmenden Digitalisierung abzustellen. Die Beschäftigten von heute sehen sich im Gegensatz zu früher auch weniger als Befehlsempfänger in einem strikt hierarchischen System, denn mehr als selbstständig Agierende. Die Wertewelt hat sich geändert. Selbstverwirklichung, Individualität und Autonomiebedürfnisse, Freude an der Arbeit mit Abwechslungsreichtum und dem Wunsch der Partizipation dominieren. Darüber hinaus hat die Teamarbeit einen gesundheitsförderlichen Aspekt durch die Möglichkeit der sozialen Unterstützung als auch der Befriedigung des Bedürfnisses nach sozialer Zugehörigkeit. Gerade auch zur Bewältigung der zunehmenden Komplexität und der damit einhergehenden, zu reduzierenden Unsicherheit sowie der Ausschöpfung von Potentialen können Teams einen wesentlichen Beitrag leisten. Dabei sind das auch vermehrt abteilungsübergreifende Teams, die gemeinsam ein Projekt umsetzen. Welche Erfolgsfaktoren es für Teams, gerade auch virtuelle Teams, gibt und welche Instrumtente das Messen, betrachtet diese Arbeit.
Zunächst werden die zwei Schlüsselwörter "Face-to-Face Team" und "virtuelles Team" erläutert, um dann die Erfolgsfaktoren beider Teamformen näher zu beleuchten und die Unterschiede herauszustellen. Anschließend werden aus der Menge an Teamdiagnosetools einige vorgestellt. Neben der Darstellung der Anforderungen an solche Diagnosemethoden finden sowohl prozess- als auch strukturanalytische Instrumente der Teamdiagnose Betrachtung. In Kapitel fünf wird sodann vertieft auf eine Methode eingegangen, die nach der erfolgten Literaturrecherche am ehesten auch für die Analyse von virtuellen Teams allgemein dienen kann. Ein Fazit schließt die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau
2 Begrifflichkeiten
2.1 Face-to-Face Team
2.2 Virtuelles Team
3 Erfolgsfaktoren von Teams
3.1 Face-to-Face Teams
3.2 Virtuelle Teams
4 Instrumente der Teamdiagnose
4.1 Anforderungen an Diagnoseverfahren
4.2 Prozessanalytische Verfahren
4.2.1 Act4teams®
4.2.2 Instrument zur Kodierung von Diskussionen (IKD)
4.3 Strukturanalytische Verfahren
4.3.1 Soziometrie nach Moreno
4.3.2 Das Teamklima-Inventar (TKI)
4.3.3 Trait-Map® Gruppenauswertung
4.3.4 Virtual Team Competency Inventory (VTCI)
5 Der Fragebogen zur Arbeit im Team (FAT)
5.1 Theoretischer Hintergrund
5.2 Fragebogendesign & Kasseler-Teampyramide
5.3 Psychometrische Gütekriterien
5.4 Der FAT in der Praxis
6 Erfahrung mit dem FAT und Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über gängige Instrumente zur Teamdiagnose zu geben und dabei insbesondere ein universell einsetzbares Verfahren zu identifizieren, das auch den Anforderungen virtueller Teams gerecht wird.
- Definition und Abgrenzung von Face-to-Face und virtuellen Teams
- Analyse zentraler Erfolgsfaktoren für unterschiedliche Teamformen
- Vergleichende Darstellung prozess- und strukturanalytischer Diagnosemethoden
- Detaillierte Untersuchung des "Fragebogens zur Arbeit im Team" (FAT)
- Reflexion der Anwendbarkeit diagnostischer Instrumente in der Praxis
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Act4teams®
Das act4teams® Kompetenzmodell stellt auf die Fachkompetenz in Teams als zentrale Komponente ab. Diese wird durch die drei überfachlichen Kompetenzen, Selbstkompetenz, Sozialkompetenz und Methodenkompetenz beeinflusst. Dabei werden positive und negative Aspekte dieser Kompetenzen unterschieden. Sind die Aspekte positiv, fördert das die Handlungskompetenz des Teams und sind sie negativ schränkt das die Handlungskompetenz des Teams ein.
Die Wechselwirkung besteht dabei nicht nur zwischen den Kompetenzfacetten und der professionellen Kompetenz, sondern auch zwischen Methoden-, Sozial- und Handlungskompetenz. Kauffeld und Schulte (2019) erklären es an einem Beispiel folgendermaßen: „Wenn die Teammitglieder zu wenig kollegialen Interaktionen neigen, kann das Potenzial der Methoden- und Selbstkompetenz in der Besprechung nicht mehr voll zum Tragen kommen“ (S. 225). Andererseits kann eine gering ausgeprägte Sozialkompetenz im Team durch gut ausgeprägte Methoden- und Selbstkompetenz aufgefangen werden (Kauffeld & Schulte, 2019). Bei der Messung der Handlungskompetenzen kommt die Videoanalyse zum Einsatz; eine Methode, die bereits im Hochleistungssport erfolgreich verwendet wird. Das persönliche Erleben macht es greifbarer und ist leichter anzunehmen als eine Fremdeinschätzung. Die Methode findet in Teambesprechungen zur Bewältigung von Optimierungsaufgaben und Problemlösungsprozessen Anwendung und dient dazu gezielt zu reflektieren, was spontan, ohne dazu angestoßen zu werden sehr unwahrscheinlich ist. So können Ansatzpunkte für Verbesserungen in der Teamzusammenarbeit bzgl. der Bewältigung von Verbesserungsaufgaben gefunden und ggf. in einem anschließendem Teamcoaching umgesetzt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet den Wandel der Arbeitswelt hin zu mehr Partizipation und Selbstständigkeit, wodurch die Bedeutung von Teamarbeit und deren professioneller Analyse wächst.
2 Begrifflichkeiten: Hier werden "Face-to-Face Teams" als lokal präsente Einheiten und "virtuelle Teams" als standortübergreifende, informationstechnisch vernetzte Gruppen definiert.
3 Erfolgsfaktoren von Teams: Das Kapitel identifiziert zentrale Einflussfaktoren für den Teamerfolg, wobei neben dem Teamklima und organisationalen Strukturen besonders spezifische Anforderungen an virtuelle Teams betrachtet werden.
4 Instrumente der Teamdiagnose: Es erfolgt eine detaillierte Vorstellung verschiedener Diagnosemethoden, unterteilt in prozessanalytische Verfahren (wie act4teams® und IKD) sowie strukturanalytische Verfahren (wie Soziometrie, TKI, Trait-Map® und VTCI).
5 Der Fragebogen zur Arbeit im Team (FAT): Dieses Kapitel widmet sich dem FAT als universellem Instrument, erläutert dessen theoretische Basis (SGRPI-Modell und Team-Reflexivity-Modell) und validiert dessen Praxisnutzen.
6 Erfahrung mit dem FAT und Fazit: Die Autorin zieht ein Fazit zur Anwendbarkeit der Instrumente, wobei der FAT für den allgemeinen Gebrauch präferiert wird, während für rein virtuelle Teams noch Forschungsbedarf besteht.
Schlüsselwörter
Teamdiagnose, Teamarbeit, Virtuelle Teams, Organisationspsychologie, Teamentwicklung, SGRPI-Modell, Prozessanalyse, Strukturanalytische Verfahren, act4teams, FAT, Teamklima, Kompetenzmodell, Führung, Teameffektivität, Arbeitswelt 4.0.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit verschiedenen wissenschaftlichen Methoden der Teamdiagnose und untersucht, wie diese in der betrieblichen Praxis zur Teamentwicklung eingesetzt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung zwischen Face-to-Face und virtuellen Teams, der Darstellung von Erfolgsfaktoren sowie der Evaluation unterschiedlicher Messinstrumente für die Teamdiagnostik.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über existierende Teamdiagnosetools zu geben und das Instrument "Fragebogen zur Arbeit im Team" (FAT) vertieft hinsichtlich seiner Eignung und Validität zu betrachten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin nutzt eine umfassende Literaturrecherche und stellt verschiedene standardisierte sowie beobachtungsbasierte Diagnoseverfahren vor, deren Gütekriterien und Anwendbarkeit kritisch diskutiert werden.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst Definitionen, die Identifikation von Erfolgsfaktoren, eine detaillierte Übersicht verschiedener Diagnoseinstrumente (z.B. IKD, Trait-Map®, VTCI) sowie eine tiefgehende Analyse des FAT-Fragebogens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Teamdiagnose, Teameffektivität, virtuelle Teams, Prozessanalyse, strukturanalytische Verfahren und Teamentwicklung.
Warum wird der FAT als besonders praxistauglich hervorgehoben?
Der FAT ist universell einsetzbar, bietet hohe psychometrische Gütekriterien, verfügt über eine nutzerfreundliche EDV-gestützte Auswertung und ermöglicht durch sein Benchmarking eine effektive Ableitung von Teamentwicklungsmaßnahmen.
Welche Einschränkungen sieht die Autorin bei der Nutzung in virtuellen Teams?
Die Autorin merkt an, dass der FAT bei rein virtuellen Teams mit geringer dauerhafter Teammitgliedschaft an Grenzen stößt, da beispielsweise interkulturelle Aspekte oder die technische Umgebung im aktuellen Fragebogendesign nicht vollumfänglich abgebildet werden.
- Quote paper
- Petra Zander (Author), 2019, Methoden der Teamdiagnose und ihre Anwendung. Virtuelle Teams, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502861