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Der Euergetismus zur Zeit der römischen Republik. Urbanisierung und Romanisierung Italiens

Title: Der Euergetismus zur Zeit der römischen Republik. Urbanisierung und Romanisierung Italiens

Seminar Paper , 2017 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tanja Otto (Author)

World History - Antiquity
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Mit dem Sieg Roms über Karthago begann im ausgehenden dritten/zu Beginn des zweiten Jahrhunderts vor Christus Roms Expansion im Mittelmeerraum. Zu den weitreichenden wirtschaftlichen Folgen gehörte, dass die römische Aristokratie großen Reichtum anhäufen konnte. Es wurden mit Vorliebe griechische Produkte und Sklaven gekauft und die Urbanisierung und Romanisierung in Italien schritten weiter voran. Zur gleichen Zeit nimmt die Zahl der erhaltenen epigraphischen Quellen zum Euergetismus stark zu. Trotzdem sind die Zusammenhänge zwischen den genannten Phänomenen noch nicht eingehend untersucht worden.

Die auffällige Korrelation darf zwar keineswegs vorschnell mit einer Kausalbeziehung gleichgesetzt werden. Panciera spricht sich beispielsweise ausdrücklich dagegen aus, die Beziehung zwischen der Romanisierung und dem Euergetismus für unmittelbar zu halten. Gleichwohl geht er nicht näher auf die Art dieser Beziehung ein. Cébeillac-Gervasoni weist in ihrer Arbeit zum Euergetismus in Latium und Campanien lediglich in ihrem Fazit darauf hin, dass eine Untersuchung zu den Wechselwirkungen zwischen Euergetismus und Urbanisierung ein Desiderat darstelle.

Aus diesem Anlass soll eine solche Untersuchung hier in Ansätzen durchgeführt werden. Es werden im Folgenden Perspektiven aufgezeigt, wie die komplexen Beziehungen zwischen dem Euergetismus und der Romanisierung/Urbanisierung zur Zeit der römischen Republik künftig noch genauer erfasst werden können. Hierfür werden zunächst die Motive der euergetistischen Handlungen und anschließend deren Resultate beleuchtet – wobei stets alle relevanten Quellengattungen zugleich berücksichtigt werden sollen.

Besonders wichtige Grundlagenforschungen, auf die sich diese Arbeit stützt, stellen die systematische Zusammenstellung der epigraphischen Quellen zum Euergetismus in der republikanischen Zeit von Silvio Panciera sowie die Sammlung der literarischen Zeugnisse zum Thema von Catherine Virlouvet dar. Eine der ersten und bedeutendsten Arbeiten zum Euergetismus, Paul Veynes „Le pain et le cirque“, wird hier dagegen weniger Verwendung finden, da hier die hellenistischen Könige und Rom viel stärker im Zentrum stehen als die Städte Italiens.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Euergetismus zur Zeit der römischen Republik und sein Beitrag zur Urbanisierung und Romanisierung Italiens

2.1 Die Motive des republikanischen Euergetismus

2.1.1 Die Existenz einer summa honoraria

2.1.2 Die moralische Bewertung des Euergetismus in republikanischer Zeit

2.2 Die Resultate des republikanischen Euergetismus für Urbanisierung und Romanisierung

2.2.1 Die Verteilung der beteiligten Personen

2.2.2 Die Arten der euergetistischen Handlungen und die Rolle der Religion

3. Schluss

4. Literaturverzeichnis

4.1 Quellen

4.2 Forschungsliteratur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die komplexen Wechselwirkungen zwischen dem Euergetismus, der Urbanisierung und der Romanisierung während der römischen Republik. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwieweit euergetistische Handlungen als Indikatoren für kulturelle und infrastrukturelle Entwicklungen in Italien dienen können und welche Rolle dabei politische Motive sowie die soziale Stellung der Akteure spielten.

  • Analyse der Motive des republikanischen Euergetismus unter Berücksichtigung der summa honoraria.
  • Untersuchung der moralischen Einordnung durch antike Quellen, insbesondere Ciceros De officiis.
  • Erfassung der Resultate euergetistischer Handlungen für die bauliche Urbanisierung.
  • Betrachtung der Akteursgruppen und deren Einfluss auf lokale Strukturen.
  • Evaluation der Rolle der Religion bei euergetistischen Bauvorhaben.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Die Existenz einer summa honoraria

Die Behauptung, es gebe eine summa honoraria für Magistrate, stammt ursprünglich von Garnsey. Die Vertreter dieser These gehen davon aus, dass Magistrate, die ihr Amt antraten, dazu verpflichtet waren, eine bestimmte Summe Geld für euergetistische Zwecke, d.h. für die Bürger der jeweiligen Gemeinde, zu entrichten. Ihre Gegner – wie beispielsweise Pobjoy – verweisen jedoch zu Recht auf die dürftige Quellenlage. Am nächsten an eine solche obligatorische Summe kommt noch die Anweisung für die Magistrate der cäsarianischen Kolonie Urso, mindestens 2000 Sesterzen ihres eigenen Geldes für die zu veranstaltenden Spiele aufzuwenden.

Diese Diskussion ist symptomatisch für eine tiefer liegende Problematik. Bei euergetistischen Maßnahmen handelt es sich um die Erfüllung der Erwartung der Bevölkerung, dass Reichtum und Amtsausübung auch dazu verpflichten würden, für das Gemeinwohl zu sorgen. Die ältere Forschung unterschied deshalb zwischen „freiwilligem“ und dem Euergetismus „ob honorem“. Schon Veyne wies darauf hin, dass man bei dieser Unterteilung den Konkurrenzkampf zwischen den Mitgliedern der Aristokratie vergaß, sodass für ihn der obligatorische Euergetismus nur eine „Weiterentwicklung und Kodifizierung“ der freiwilligen Form darstellt.

Jedenfalls lässt sich grundsätzlich feststellen, dass die Einteilung in „verpflichtend“ und „freiwillig“ nicht glatt aufgeht, zumal aufgrund des genannten Konkurrenzdrucks oft erheblich höhere Summen gezahlt wurden, als man erwartet hätte – eine eventuelle Pflichterfüllung konnte in den Inschriften folglich unerwähnt bleiben. Es ginge jedoch zu weit, wie Cébeillac-Gervasoni davon auszugehen, es sei unwichtig, ob eine summa honoraria existiert habe oder nicht, d.h. auch die Unterteilung in eine freiwillige und eine obligatorische Form für redundant zu erklären, da die Geschenke ohnehin einen festgelegten Betrag in den meisten Fällen übertroffen hätten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung des Forschungsstandes sowie der Zielsetzung der Untersuchung unter Einbezug epigraphischer und literarischer Quellen.

2. Der Euergetismus zur Zeit der römischen Republik und sein Beitrag zur Urbanisierung und Romanisierung Italiens: Analyse der theoretischen Grundlagen, Motive und baulichen Resultate des Euergetismus, sowie deren soziale und religiöse Dimensionen.

2.1 Die Motive des republikanischen Euergetismus: Diskussion über die Existenz obligatorischer Zahlungen und die ethische Bewertung des Euergetismus als politisches Instrument.

2.1.1 Die Existenz einer summa honoraria: Untersuchung der umstrittenen These einer verpflichtenden Amtsträgerabgabe und deren Bedeutung für die soziale Erwartungshaltung.

2.1.2 Die moralische Bewertung des Euergetismus in republikanischer Zeit: Analyse von Ciceros Ausführungen zur liberalitas und largitio als moralische Differenzierung des Euergetismus.

2.2 Die Resultate des republikanischen Euergetismus für Urbanisierung und Romanisierung: Evaluierung der baulichen und städtebaulichen Auswirkungen des Euergetismus.

2.2.1 Die Verteilung der beteiligten Personen: Statistische Analyse der Akteursgruppen wie Magistrate und soziale Randgruppen in den epigraphischen Quellen.

2.2.2 Die Arten der euergetistischen Handlungen und die Rolle der Religion: Gegenüberstellung von dauerhaften und nicht dauerhaften Maßnahmen sowie der Stellenwert sakraler Bauten.

3. Schluss: Synthese der Ergebnisse zur engen Verflechtung von Euergetismus, Machtkonzentration und Urbanisierung während der römischen Republik.

4. Literaturverzeichnis: Zusammenstellung der verwendeten Quellen und der wissenschaftlichen Forschungsliteratur.

4.1 Quellen: Auflistung der antiken Primärtexte wie De officiis und Inschriftenwerke.

4.2 Forschungsliteratur: Verzeichnis der herangezogenen modernen wissenschaftlichen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Euergetismus, Römische Republik, Romanisierung, Urbanisierung, Epigraphik, Summa honoraria, Cicero, De officiis, Magistrat, Aristokratie, Kriegsbeute, Lokaler Senat, Öffentliche Bautätigkeit, Liberalitas, Hellenisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Praxis des Euergetismus (wohltätiges Stiften) in der römischen Republik und dessen Bedeutung für die städtebauliche und kulturelle Entwicklung Italiens.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Motive der Stifter, die Rolle der lokalen Magistrate, die Unterscheidung zwischen öffentlicher und privater Finanzierung sowie die moralische Einordnung durch zeitgenössische Autoren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die komplexen Beziehungen zwischen Euergetismus, Urbanisierung und Romanisierung besser zu verstehen und zu klären, inwiefern Stiftungen als Träger oder Indikatoren dieser Entwicklungen gewertet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine quellenkritische Analyse epigraphischer Belege (Inschriften) sowie literarischer Zeugnisse wie Ciceros Werk "De officiis".

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Motive, die Verteilung der Akteure (Magistrate, Frauen, Sklaven), die Art der Maßnahmen (dauerhaft vs. nicht dauerhaft) und die Rolle religiöser Bauten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Euergetismus, Romanisierung, Urbanisierung, Epigraphik, politische Konkurrenz und soziale Integration charakterisiert.

Warum spielt die Unterscheidung von "dauerhaften" und "nicht dauerhaften" Handlungen eine Rolle?

Diese Differenzierung ist entscheidend, um den Wert einer Stiftung für die Urbanisierung zu bewerten; dauerhafte Bauwerke zeugen stärker von langfristiger Stadtentwicklung als flüchtige Geldgeschenke oder Spiele.

Welche Rolle spielt Cicero in der Untersuchung?

Cicero dient als wichtigster Zeuge für die moralische Bewertung, da er in "De officiis" Kriterien für ehrenhaftes und verwerfliches Stiften aufstellt, was Rückschlüsse auf die politische Kultur der Zeit zulässt.

Inwieweit lässt sich von einer direkten Romanisierung sprechen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass keine direkte, vom römischen Senat gesteuerte Romanisierung durch den Euergetismus vorlag, da die meisten Stiftungen auf lokaler Ebene initiiert wurden.

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Details

Title
Der Euergetismus zur Zeit der römischen Republik. Urbanisierung und Romanisierung Italiens
College
LMU Munich  (Geschichts- und Kunstwissenschaften)
Course
Vertiefungskurs: Rom und Italien (4. - 1. Jhd.v.Chr.)
Grade
1,0
Author
Tanja Otto (Author)
Publication Year
2017
Pages
17
Catalog Number
V502917
ISBN (eBook)
9783346052339
ISBN (Book)
9783346052346
Language
German
Tags
euergetismus zeit republik urbanisierung romanisierung italiens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Otto (Author), 2017, Der Euergetismus zur Zeit der römischen Republik. Urbanisierung und Romanisierung Italiens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502917
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