Thomas von Aquin. Darstellung und Vorgehensweise seiner Gottesbeweise


Hausarbeit, 2013

9 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kurze Biographie des Thomas von Aquin

3. Geistige Ursprünge des Thomas von Aquin

4. Sein Werk die Summa Theologiae

5. Die Gottesbeweise
5.1 Vorgehensweise bei der Beweisführung
5.2 Kurze Vorstellung der Gottesbeweise
5.3 Gemeinsame Grundstruktur der Beweise

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Gibt es einen Gott? Kann man die Existenz dieses Gottes beweisen? Diese Fragen beschäftigen seid jeher Philosophen und Theologen. Doch ist es überhaupt möglich, dass der Mensch mit seinem natürlichen und beschränkten Bewusstsein diese Fragen überhaupt klären kann. Ist es nicht der Verstand der hier die Schranken setzt, schon in dem Moment wo man versucht die Frage nach „Gott“ zu klären?

Thomas von Aquin, ein Theologe aus dem 13. Jahrhundert, hat sich diesen Fragen gewidmet und sie versucht anhand von Logik und Kausalität zu beantworten. Er bedient sich philosophischer Instrumente, um die metaphysische Existenz Gottes unabhängig vom christlichen Glauben wissenschaftlich beweisen zu können.

Die Folgende Seminararbeit, zeigt auf wie Thomas´ von Aquin bei seinen Gottesbeweisen vorging. Zu Beginn werden einige Eckdaten aus Thomas Leben aufgezeigt, um ein Bild von ihm und seiner Umwelt zu erlangen. Die nächsten Abschnitte erläutern kurz sein Werk „Summa Theologiae“ und welcher Art der Beweisführung er sich bediente. Genauer werde ich auf die einzelnen Gottesbeweise eingehen und welche Grundstruktur diese besitzen. Das abschließende Fazit reflektiert Thomas und seine Werke, sowie die Wirkungen auf die damalige und heute Welt der Gelehrten.

2. Kurze Biographie des Thomas von Aquin

Thomas von Aquin, 1225 geboren als Sohn des italienischen Grafengeschlechts Aquino, kam mit fünf Jahren zu den Benediktinern ins Kloster in Montecassino, wo sein Onkel Abt war. Mit 13 Jahren studierte Thomas in Neapel Logik und Naturwissenschaften. Gegen den Willen der Eltern trat er 1244 in den Orden der Benediktiner ein. Um ihn von dieser Entscheidung abzubringen, ließ seine Mutter ihn durch seine Brüder gefangen nehmen und sperrten ihn ein Jahr lang im eigenen Schloss ein.

Mit Hilfe einiger verkleideter Ordensbrüder soll ihm schließlich die Flucht aus dem Familiengefängnis gelungen sein.

Nach seiner Befreiung im Jahr 1245 folgten weitere Studien in Bologna, von wo ihn der Ordensvorsteher nach Paris, zum Studium bei Albertus Magnus schickte. Mit philosophisch-theologischen Vorlesungen begann Thomas 1252 in Paris seine eigene Lehrtätigkeit. 1256 wurde er zum Magister der Theologie ernannt. Im Jahr 1259 kam Thomas nach Italien zurück, und begann an seinem Werk, der Summa contra gentiles zu arbeiten, hier setze er sich erstmals intensiv mit der arabischen Philosophie auseinandersetzte. 1265 begann er nun sein bekannteste Werk, die wegweisende Summa Theologiae, das Lehrbuch der Theologie.

Später in Paris hatte er Auseinandersetzungen mit konservativen Theologen, die ihm zu große Nähe zum griechischen Denken von Aristoteles vorhielten. 1272 wurde Thomas wieder nach Neapel gerufen und verfasste den dritten und unvollendeten Teil der Summa Theologiae.1

3. Geistige Ursprünge des Thomas von Aquin

Auch das europäische Mittelalter war , nicht nur wie die spätere Renaissance, von sozio-politischen Begriffen des antiken Geists geprägt. Besonders die Wissenschaft und Philosophie der griechischen Kultur hielten Einzug in den europäischen Raum. Vorallem im 13. Jahrhundert gewannen die Lehren des Aristoteles immer mehr an Bedeutung, welche sich nicht zuletzt durch den kulturellen Kontakt mit den Arabern verbreiteten. Doch die neuen aristotelischen Denkweisen, waren zu beginn nicht ohne Gefahr zu verfolgen, denn jede Neuerung in der damaligen Wissenschaft brachte auch immer ein gewisses Maß an Konfliktpotential mit sich.2

Doch den Kräften der Antihaltung gegenüber neuerer Lehren und aristotelischen Philosophien, trat bald jemand mit Widerstand entgegen - Thomas von Aquin. Ohne jemals die Fassung zu verlieren oder in Zorn auszubrechen und allein mit der Kraft seine Verstandes und Geduld überwand er die Kritik und Gegenposition an der damaligen sich entwickelnden neueren Philosophie.3

Thomas wurde durch seine tiefgründige Forschung und durch seinen unbändigen Antrieb systematischen Arbeitens selbst zum „Aristoteles“ seiner Zeit. Hier liegt der Kern seines geistigen Ursprungs, er sinnte auf Versöhnung zwischen den bis dato herrschenden Aristotelikern und Arabern auf der einen Seite und den christlichen Mytikern auf der anderen Seite. Thomas fühlte sich dazu berufen die aristotelischen Lehren wissenschaftlich in die christliche Theologie einzuführen.4

Jedoch ist Thomas von Aquin nicht rein von Aristoteles abhängig, im Gegenteil, er scheut sich nicht auch Plato, Proklos, die Araber oder die Stoiker zu rezipieren.5 Dennoch wir behauptet, dass Thomas aristotelischer ist, als Aristoteles selbst und er sei der Schüler, den Aristoteles zu seinen Zeit nie fand.

4. Sein Werk die Summa Theologiae

Das Werk Summa Theologiae umfasst insgesamt drei Bücher, in denen Thomas Stellung zu Fragen des Glaubens nimmt. Im ersten Buch behandelt Thomas u.a. das Dasein und das Wesen Gottes, dessen Willen, sowie die Schöpfung. Das zweite Buch umfasst das Handeln des Menschen, die Leidenschaften, Sünde und Gottes Gesetze, sowie die drei Kardinalstugenden von Glaube, Hoffnung, Liebe und Gerechtigkeit. Im dritten Buch werden die Themen Menschwerdung Christi, Mutter Gottes, Feier der Eucharistie und die Sakramente Taufe, Firmung und Beichte behandelt. Der dritte Teil der Summa Theologiae ist jedoch unvollständig geblieben und wurde lediglich im Nachhinein von seinen Schülern ergänzt.

5. Die Gottesbeweise

5.1 Vorgehensweise bei der Beweisführung

Die Gottesbeweise von Thomas haben einen induktiven Charakter, sie gehen von erfahrenen und sichtbaren Dingen aus und schließen dann auf dessen Ursache. Im aristotelischen Sinne meinte diese Induktion eine Heranführung an die erfahrenen Einzeldinge, um vom einzelnen auf das Gesamte und Ursächliche zu schließen. Thomas versucht so, Gottes Dasein aus dessen Wirkungen her auf die Dinge abzuleiten. Kritik an dieser Vorgehensweise weißt Thomas damit zurück, dass die Fragestellung über die Existenz eines Dinges, das Dasein des Dinges also schon voraussetzten muss.6

5.2 Kurze Vorstellung der Gottesbeweise

Der erste Beweis des Thomas von Aquin geht darauf zurück, dass die bewegten Dinge in der Welt von einem Beweger in Bewegung versetzt worden sein müssen. Diesen Pfad der Bewegung führt er so lange zurück, bis die einzigste logische Konsequenz bleibt, dass es einen Erstbeweger geben muss. Jedoch ist der Beweger, weil er ja der erste ist, nicht in Bewegung und somit schließt er auf die Existenz Gottes als unbewegten Beweger. Diese Bewegungen beziehen sich nicht nur rein auf physische Objekte, sondern auch auf die metaphysische Vorgänge.7

Der zweite Beweis geht auf die Wirkungsursache zurück und lehnt indirekt an den ersten Gottesbeweis an. Das bedeutet, dass es nicht unendlich viele Wirkungen und Ursachen geben kann und wenn man alle Ursachen zurückverfolgt, kommt man unwiderruflich wieder zu einer Erstursache. Denn ohne eine erste Ursache, würden alle Folgeursachen nicht stattfinden können und sich so selbst aufheben. So ist also bei jedem Ding eine ursächliche Wirkung vorhanden, denn kein Ding kann sich selbst hervorbringen, denn dann wäre es ja, bevor es ist und dies ist ein Widerspruch in sich.8

Gottesbeweis Nummer drei, der Kontingenzbeweis, geht auf aristotelische Gedanken zurück. Hier heißt es: Es muss eine Phase im Kosmos gegeben haben, in der es nicht existente Dinge gab. Da es heute aber physikalische Objekte gibt, muss also ein nicht physisches „Wesen“, diese Dinge in die Welt des Existierens gebracht haben. Das bedeutet, dass das Sein der Dinge seine Existenz einem „Ur-sein“ verdankt, dieses ursprüngliche und erste Sein bringt er auch hier mit dem Begriff „Gott“ in Verbindung.

Im vierten Beweis, geht es im Kern um die stufen der Vollkommenheit, welche Vernunft, Sinnlichkeit und Lebendigkeit umfassen. Die Stufen der Vollkommenheit schließen nach oben hin mit einem nächst höchsten Rang, einem Rang des vollendeten Seins ab. Der Pfad zu Gott, wird darin erklärt, dass diese Stufenleiter keine unendliche ist und irgendwann die höchste aller Stufen erreicht sein muss. Diese Stufe repräsentiert ein vollkommenes Wesen, jedoch erreicht diese Leiter nie eine Endstufe, denn das würde bedeuten dass Gott endlich wäre, was dem Prinzip des höchsten Wesens widersprechen würde. Daher ist Gott immer eine Stufe höher als die letzte endliche und denkbare Stufe und dadurch immer das Höchste, Vollkommenste und Unerreichbarste.9

Im letzten Beweis, schließt Thomas aus der Tatsache, dass Dinge die selber keinen Willen haben und sich dennoch ihrem Zweck gemäß verhalten, von einem Wesen geleitet und mit einem Ziel ausgestattet worden sind. Thomas geht also davon aus, dass es in der Natur eine Ordnung gibt, die die Dinge mit Ziel und Zweck ihrer Existenz ausstatten. Dieser obersten Ordnung der Natur geht also ein Wesen voraus, welches er auch hier als „Gott“ identifiziert.10

[...]


1 http://www.heiligenlexikon.de/BiographienT/Thomas_von_Aquin.htm [27.02.2013]

2 Sertillanges, A.D.: Der heilige Thomas von Aquin, Köln und Olten 1954, S.25.

3 Ebd. S. 28.

4 Ebd. S. 29.

5 Ebd. S. 33.

6 Seidl, Horst: Gottesbeweise, in: Thomas von Aquin, Hamburg 1986, S. XIIIf.

7 Meyer, Hans: Sein System und seine Geistesgeschichtliche Stellung, in: Thomas von Aquin, Paderborn 1961, S. 296f.

8 Ebd. S. 298.

9 Ebd. S. 300f.

10 Ebd. S. 302.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Thomas von Aquin. Darstellung und Vorgehensweise seiner Gottesbeweise
Hochschule
Universität des Saarlandes  (katholische Theologie)
Veranstaltung
systematische Theologie
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
9
Katalognummer
V502934
ISBN (eBook)
9783346042224
ISBN (Buch)
9783346042231
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gottesbeweise, Aquin
Arbeit zitieren
Maximilian von Westerheide (Autor), 2013, Thomas von Aquin. Darstellung und Vorgehensweise seiner Gottesbeweise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502934

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