Gibt es den einen Gott? Kann man die Existenz dieses Gottes beweisen? Diese Fragen beschäftigen seit jeher Philosophen und Theologen. Doch ist es überhaupt möglich, dass der Mensch mit seinem limitierten Bewusstsein diese Fragen klären kann? Ist es nicht der Verstand, der hier die Schranken setzt, schon in dem Moment, in dem man versucht, die Frage nach "Gott" zu klären? Thomas von Aquin, ein Theologe aus dem dreizehnten Jahrhundert, hat sich diesen Fragen gestellt und versucht, sie anhand von Logik und Kausalität zu beantworten. Er bedient sich philosophischer Instrumente, um die metaphysische Existenz Gottes unabhängig vom christlichen Glauben wissenschaftlich beweisen zu können.
Diese Seminararbeit zeigt auf, wie Thomas von Aquin bei seinen Gottesbeweisen vorging. Zu Beginn werden einige Eckdaten aus Thomas' Leben zusammengefasst. Die nächsten Abschnitte erläutern kurz sein Werk, die "Summa Theologiae", und welcher Art der Beweisführung er sich bediente.
Das Werk "Summa Theologiae" umfasst insgesamt drei Bücher, in denen Thomas Stellung zu Fragen des Glaubens nimmt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kurze Biographie des Thomas von Aquin
3. Geistige Ursprünge des Thomas von Aquin
4. Sein Werk die Summa Theologiae
5. Die Gottesbeweise
5.1 Vorgehensweise bei der Beweisführung
5.2 Kurze Vorstellung der Gottesbeweise
5.3 Gemeinsame Grundstruktur der Beweise
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die von Thomas von Aquin entwickelten Gottesbeweise wissenschaftlich darzustellen und ihre logische Struktur sowie deren Herleitung aus dem aristotelischen Denken zu analysieren.
- Biographische Hintergründe von Thomas von Aquin
- Einfluss aristotelischer Philosophie auf das mittelalterliche Denken
- Struktur und inhaltliche Gliederung der Summa Theologiae
- Detaillierte Analyse der fünf Gottesbeweise
- Die methodische Grundstruktur der thomistischen Beweisführung
Auszug aus dem Buch
5. Die Gottesbeweise
Der erste Beweis des Thomas von Aquin geht darauf zurück, dass die bewegten Dinge in der Welt von einem Beweger in Bewegung versetzt worden sein müssen. Diesen Pfad der Bewegung führt er so lange zurück, bis die einzigste logische Konsequenz bleibt, dass es einen Erstbeweger geben muss. Jedoch ist der Beweger, weil er ja der erste ist, nicht in Bewegung und somit schließt er auf die Existenz Gottes als unbewegten Beweger. Diese Bewegungen beziehen sich nicht nur rein auf physische Objekte, sondern auch auf die metaphysische Vorgänge.
Der zweite Beweis geht auf die Wirkungsursache zurück und lehnt indirekt an den ersten Gottesbeweis an. Das bedeutet, dass es nicht unendlich viele Wirkungen und Ursachen geben kann und wenn man alle Ursachen zurückverfolgt, kommt man unwiderruflich wieder zu einer Erstursache.
Denn ohne eine erste Ursache, würden alle Folgeursachen nicht stattfinden können und sich so selbst aufheben. So ist also bei jedem Ding eine ursächliche Wirkung vorhanden, denn kein Ding kann sich selbst hervorbringen, denn dann wäre es ja, bevor es ist und dies ist ein Widerspruch in sich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die grundlegende Frage nach der Existenz Gottes und stellt das methodische Vorgehen von Thomas von Aquin vor, der mittels Logik und Kausalität versucht, diese metaphysische Frage wissenschaftlich zu erschließen.
2. Kurze Biographie des Thomas von Aquin: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg des Theologen nach, von seinen frühen Studien in Italien und Frankreich bis hin zur Entstehung seines bedeutendsten Werkes, der Summa Theologiae.
3. Geistige Ursprünge des Thomas von Aquin: Der Abschnitt erläutert den intellektuellen Kontext des 13. Jahrhunderts, insbesondere die Rezeption aristotelischer Philosophie und den Versuch des Autors, diese mit der christlichen Theologie zu versöhnen.
4. Sein Werk die Summa Theologiae: Hier wird der Aufbau des Hauptwerkes beschrieben, das in drei Büchern zentrale Fragen des Glaubens, der Moral und der Sakramente behandelt.
5. Die Gottesbeweise: Dieser Teil widmet sich der induktiven Vorgehensweise bei der Beweisführung, der Erläuterung der einzelnen Beweisschritte und der Analyse der gemeinsamen metaphysischen Struktur.
6. Fazit: Das Fazit reflektiert die Bedeutung von Thomas von Aquin als Vorreiter einer wissenschaftlich fundierten Theologie und bewertet die zeitlose Relevanz seiner logischen Argumentation.
Schlüsselwörter
Thomas von Aquin, Gottesbeweise, Summa Theologiae, Aristoteles, Scholastik, Kausalität, Metaphysik, Prima Causa, induktive Methode, Theologie, Mittelalter, Kontingenzbeweis, Erstbeweger, Vernunft, Existenz Gottes.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Herangehensweise des Theologen Thomas von Aquin an die Frage nach der Existenz Gottes durch logische Beweise.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Biographie des Autors, die Aufnahme aristotelischer Philosophie in das Mittelalter, der Aufbau der Summa Theologiae und die Analyse der fünf Gottesbeweise.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Thomas von Aquin philosophische Instrumente nutzte, um Gottes Existenz unabhängig vom Glauben logisch zu begründen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Methode, um die induktive Beweisführung von Thomas von Aquin aus seinen Werken zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Vorstellung der fünf Gottesbeweise sowie die methodische Grundstruktur, die all diesen Beweisen zugrunde liegt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Thomas von Aquin, Gottesbeweise, Kausalität, aristotelische Philosophie und Summa Theologiae.
Inwiefern unterscheidet sich der dritte Gottesbeweis von den anderen?
Der dritte Beweis, bekannt als Kontingenzbeweis, argumentiert, dass die Welt nicht aus sich selbst heraus existieren kann, da es eine Zeit gab, in der physische Objekte noch nicht existierten.
Wie definiert Thomas von Aquin die Rolle des "Erstbewegers"?
Er beschreibt den Erstbeweger als ein metaphysisches Prinzip, das selbst nicht in Bewegung ist, aber alle anderen Bewegungen in der Welt verursacht hat.
- Arbeit zitieren
- Maximilian von Westerheide (Autor:in), 2013, Thomas von Aquin. Darstellung und Vorgehensweise seiner Gottesbeweise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502934