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Die Permanenz der Ausnahme - der Ausnahmezustand im "Empire"

Titre: Die Permanenz der Ausnahme -  der Ausnahmezustand im "Empire"

Dossier / Travail , 2005 , 17 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Claudia Felber (Auteur)

Politique - Théorie politique et Histoire des idées politiques
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Ausgehend von der Problematik der Verwendungsweise des Ausnahmebegriffes in „Empire“ versucht die vorliegende Arbeit zu untersuchen, inwieweit hier Aspekte von Schmitts Darlegungen zum Ausnahmezustand übernommen und weitergeführt werden. Daran anschließend folgt die Analyse, ob Hardt/Negri eine Form der Ausnahme beschreiben, die der neuen Weltordnung logisch angepasst ist. Dafür wird zunächst Schmitts Theorieansatz zum Ausnahmezustand dargestellt. Dieser wird hinsichtlich der zentralen Blickpunkte Souveränität, dem Konzept von Freund und Feind, der Bedeutung des Krieges und dem Ausnahmezustand selbst untergliedert. Auf die gleiche Art folgt darauf die Untersuchung des Ausnahmezustandes im Empire, um schließlich ein Fazit anhand des Vergleichs der Punkte treffen zu können. Entscheidend zu erwähnen bleibt, dass Hardt/Negri keine abgeschlossene Darstellung des permanenten Ausnahmezustandes präsentieren, weil dieser gekoppelt an das „Empire“, wie dieses als Tendenz aufgefasst wird.6

Als Literaturgrundlage der Arbeit dienen die zwei ausschlaggebenden Bücher von Hardt/Negri in denen sie das „Empire“ konzipieren, sowie Carl Schmitts „Politische Theologie, Vier Kapitel zur Lehre von der Souveränität“ und „Der Begriff des Politischen“. Zudem wird außerdem auf Sekundärliteratur zurückgegriffen. Auf die Verwendung des für den Begriff des Ausnahmezustandes ebenfalls wichtigen Buchs von Schmitt „Die Diktatur“ wurde verzichtet, da eine ausführliche Darstellung der Verbindung von Ausnahmesituation und Diktatur für die Arbeit nicht von entscheidender Bedeutung ist und den vorgegebenen Rahmen unnötig überziehen würde.

Extrait


Gliederung

1. Einleitung

2. Der Ausnahmezustand bei Schmitt

2.1 Das Souveränitätskonzept bei Schmitt

2.2 Die Unterscheidung von Freund und Feind

2.3 Der Krieg in Schmitts Konzept

2.4 Der Ausnahmezustand

3. Der Ausnahmezustand im „Empire“

3.1 Die Souveränität im „Empire“

3.2 Die Unterscheidung von Freund und Feind

3.3 Der permanente Kriegszustand

3.4 Die Ausnahme wird zur Regel

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit die Konzepte des Ausnahmezustandes von Carl Schmitt durch Michael Hardt und Antonio Negri in ihrem Werk über das „Empire“ übernommen und in der modernen globalen Ordnung fortgeführt oder transformiert werden.

  • Analyse des Souveränitätsverständnisses und der Freund-Feind-Unterscheidung bei Schmitt
  • Vergleichende Untersuchung der Ausnahmesituation im klassischen Nationalstaat versus das globale „Empire“
  • Reflektion über den Übergang von zeitlich begrenzten Ausnahmen hin zu einem permanenten Ausnahmezustand
  • Diskussion der Aushöhlung demokratischer Strukturen durch den permanenten globalen Bürgerkrieg

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Unterscheidung von Freund und Feind

Da es im Zeitalter des „Empire“ kein außerhalb mehr von der souveränen Macht gibt, kann es auch nicht die von Schmitt angebrachte Feindvorstellung in Form eines anderen Staates geben. Der traditionelle zwischenstaatliche Krieg existiert nicht mehr. Falls es noch Feinde gibt, müssen diese im Inneren des „Empire“ liegen.

Feinde stehen dem „Empire“ sehr wohl gegenüber, allerdings sind diese immer schwieriger zu bestimmen und zu lokalisieren. Die Souveränität sieht sich nicht mehr mit einer sie bedrohenden Krise konfrontiert, sondern mit vielen undefinierbaren Krisen, die ständig und überall erscheinen. Sowie sich die Krisen und Feinde netzwerkförmig zeigen, muss auch die auf sie reagierende Macht in einer Netzwerkstruktur wirken. Diese Krisen entstehen vor allem durch die fortwährenden Konflikte zwischen der Menge, die nach Demokratisierung strebt und der souveränen Macht, die solche gesellschaftlichen Kräfte seiner eigenen Ordnung unterwerfen will. Gewaltvolle Reaktionen, die zur Unterdrückung eines Aufbegehrens dienen, führen nur zu einer verstärkten Form des Widerstandes. Sowohl dieser Aspekt als auch die sich ständig ausweitenden gesellschaftlichen Widersprüche, die zum Teil ein Ergebnis der Grenzauflösungen sind, führen zu einer Situation der permanenten Bedrohung, die Basis für das Herrschen des Ausnahmezustandes ist.

Augenscheinlich ist der Feind im „Empire“ unkonkret, unlokalisierbar und nicht sichtbar und trotzdem ist er ständig präsent. Hardt/Negri sehen hierin ein Mittel des „Empire“ zum Erhalt von Legitimation für die Anwendung von Gewalt. Damit die souveräne Macht unbegrenzt Gewaltmittel einsetzen kann, bedarf es einer Legitimationsgrundlage. Die Suggerierung eines permanent vorhandenen abstrakten Feindes und die damit verbundene Bedrohungswahrnehmung erlauben dem „Empire“ ohne Einhegungen Krieg zu führen. Solange der Feind nicht näher bestimmt werden kann, solange kann auch die Gewalt gegen ihn nicht eingegrenzt werden und somit der Krieg kein Ende finden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Ausnahmezustandes ein und stellt die theoretische Basis durch Carl Schmitt sowie dessen Rezeption durch Hardt/Negri dar.

2. Der Ausnahmezustand bei Schmitt: Dieses Kapitel erläutert Schmitts Kernkonzepte der Souveränität, die Unterscheidung von Freund und Feind sowie die Rolle des Krieges als Basis für den Ausnahmezustand.

2.1 Das Souveränitätskonzept bei Schmitt: Hier wird dargelegt, wie Schmitt den Souverän als Akteur definiert, der über die Ausnahmesituation und die Suspendierung der Rechtsordnung entscheidet.

2.2 Die Unterscheidung von Freund und Feind: Das Kapitel analysiert die Freund-Feind-Differenz als totales politisches Unterscheidungsmerkmal, das den Grundstein für politische Konflikte und die Notwendigkeit des Ausnahmezustandes bildet.

2.3 Der Krieg in Schmitts Konzept: Hier wird der Zusammenhang zwischen dem zwischenstaatlichen Krieg der Moderne und der zeitlichen Begrenzung des Ausnahmezustandes untersucht.

2.4 Der Ausnahmezustand: Dieses Kapitel fasst das Wesen des Ausnahmezustandes bei Schmitt zusammen, bei dem die Norm suspendiert wird, um das Überleben des Staates zu sichern.

3. Der Ausnahmezustand im „Empire“: Dieser Abschnitt überträgt die Erkenntnisse auf die globale Ordnung des „Empire“ und analysiert die Veränderungen durch den Wegfall der klassischen Nationalstaaten.

3.1 Die Souveränität im „Empire“: Es wird untersucht, wie sich Souveränität dezentralisiert und globalisiert, um den neuen Bedingungen eines grenzenlosen Raumes gerecht zu werden.

3.2 Die Unterscheidung von Freund und Feind: Das Kapitel beschreibt, wie der Feind im „Empire“ ungreifbar und diffus wird, da es keine äußere Grenze mehr gibt.

3.3 Der permanente Kriegszustand: Es wird analysiert, warum der Krieg im „Empire“ nicht mehr zwischen Staaten, sondern als globaler, permanenter Bürgerkrieg stattfindet.

3.4 Die Ausnahme wird zur Regel: Dieses Kapitel zeigt auf, wie der Ausnahmezustand im „Empire“ von einer temporären Maßnahme zur ständigen Regierungstechnik avanciert.

4. Fazit: Das Fazit stellt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Konzepte gegenüber und bewertet die Transformation der Schmittschen Ideen bei Hardt/Negri.

Schlüsselwörter

Ausnahmezustand, Souveränität, Carl Schmitt, Empire, Hardt, Negri, Freund-Feind-Unterscheidung, Bürgerkrieg, globale Ordnung, Rechtsordnung, Demokratie, Postmoderne, Ausnahmezustand, Regierungstechnik, Krisenmanagement

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die theoretische Konzeption des Ausnahmezustandes von Carl Schmitt und vergleicht diese kritisch mit der Transformation dieses Begriffs durch Hardt/Negri in ihrer Analyse des „Empire“.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die Souveränitätstheorie, die Dynamik von Freund-Feind-Beziehungen, das Verständnis von Krieg im Wandel der Epochen sowie die Gefährdung demokratischer Prozesse durch dauerhafte Notstandssituationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, inwieweit Hardt/Negri die Schmittsche Theorie des Ausnahmezustandes für die moderne Weltordnung des „Empire“ weiterentwickelt haben und ob man hier noch von einem traditionellen Ausnahmebegriff sprechen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse, die auf den zentralen Werken von Carl Schmitt und dem „Empire“-Konzept von Hardt/Negri basiert, ergänzt durch relevante Sekundärliteratur.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung von Schmitts Theorie und eine anschließende Untersuchung des „Empire“, wobei Punkte wie Souveränität, Krieg und der Status des Ausnahmezustandes direkt gegenübergestellt werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Neben dem „Ausnahmezustand“ als zentralem Terminus sind Begriffe wie „Souveränität“, „globaler Bürgerkrieg“, „Multitude“, „Freund-Feind-Schema“ und „Regierungstechnik“ maßgeblich.

Wie unterscheidet sich der Feindbegriff im „Empire“ von dem bei Carl Schmitt?

Bei Schmitt ist der Feind ein konkreter, souveräner Staat oder ein klar definierter innerer Akteur, während er im „Empire“ als diffuser, unlokalisierbarer und oft metaphorischer Akteur in einer globalen Netzwerkstruktur auftritt.

Warum wird der Ausnahmezustand im „Empire“ als „permanent“ bezeichnet?

Da es im globalen Raum des „Empire“ keine klare Trennung mehr zwischen Innen und Außen sowie zwischen Krieg und Frieden gibt, findet keine Rückkehr zur Normalität statt, wodurch der Ausnahmezustand zur dauerhaften Regel wird.

Welche Rolle spielt die Demokratie im Kontext dieser Arbeit?

Die Arbeit thematisiert die Aushöhlung demokratischer Rechte und der Gewaltenteilung, die zwangsläufig mit dem Übergang legislativer Befugnisse an eine starke Exekutive in Zeiten des permanenten Ausnahmezustandes einhergeht.

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Résumé des informations

Titre
Die Permanenz der Ausnahme - der Ausnahmezustand im "Empire"
Université
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Cours
"Empire" - Eine kritische Auseinandersetzung
Note
1,3
Auteur
Claudia Felber (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
17
N° de catalogue
V50293
ISBN (ebook)
9783638465397
ISBN (Livre)
9783638948043
Langue
allemand
mots-clé
Permanenz Ausnahme Ausnahmezustand Empire Eine Auseinandersetzung
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Citation du texte
Claudia Felber (Auteur), 2005, Die Permanenz der Ausnahme - der Ausnahmezustand im "Empire", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50293
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Extrait de  17  pages
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