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Die Sozialisation der Jugendsprachforschung

Title: Die Sozialisation der Jugendsprachforschung

Term Paper , 2005 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sandy Quartey (Author)

German Studies - Linguistics
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Die Jugendsprachforschung ist noch ein sehr junges Teilgebiet in der linguistischen Forschung. Obwohl die Jugendsprache an sich schon eine lange Tradition hat, wurde das Interesse der Linguistik an ihr erst durch die mediale Öffentlichkeit geweckt und wir blicken heute auf eine gerademal 25- bis 30-jährige „echte“ Forschungsgeschichte zurück.
Die dabei gestellten Fragen der Sprachwissenschaftler lauten z.B. „Wie sprechen Jugendliche?“, „Auf welche Sprechweisen greifen sie zurück?“ und „Werden die in der Literatur bzw. Wörtebüchern angeführten „typischen“ jugendsprachlichen Merkmale auch präferiert verwendet?“
Um diese Fragen zu klären wird auf drei unterschiedlichen Ebenen gearbeitet:
1. Man untersucht die Großgruppe der Jugendlichen, die ihr Selbstverständnis aus der Abgrenzung gegenüber anderen Altersgruppen erhält und daraus ein kollektives Wir-Gefühl bildet, das sich dann meist in der „Konsum-Jugendsprache“ zeigt.
2. Der Kontakt der Jugendgruppen untereinander liegt im Fokus der Untersuchungen. Hier ist dann eine Binnendifferenzierung unterschiedlicher Szenesprachen notwendig.
3. Man spezialisiert sich auf die konktrete Gruppeninteraktion innerhalb einer Peer-Group.

Klar ist dabei, dass sich manchmal diese drei Bereiche gegenseitig beeinflussen können und Wechselbeziehungen zwischen kommerzialisierter Jugendsprache, Szenesprachen und Ingroup-Sprachen herrschen und so im sprachlichen Repertoire Jugendlicher nebeneinander auftreten.
Zunächst möchte ich mich deshalb kurz mit den Sprechern der Jugendsprache und den ersten Schritten ihrer Erforschung auseinandersetzen.
Danach folgt ein kritischer Überblick der Analysen und Methoden jugendsprachlicher Forschungsarbeit.
Desweiteren möchte ich die Perspektive dieser Arbeit auf aktuelle Tendenzen in der Forschung lenken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Chronik der Sprecher von Jugendsprache

3. Die ersten Schritte in der Jugendsprachforschung

4. Methoden und Analysen der Sprachwissenschaftler

5. Aktuelle Standpunkte und Tendenzen in der Forschung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die Entwicklung der Jugendsprachforschung als linguistisches Teilgebiet, analysiert die historischen Wandlungen der untersuchten Sprechergruppen und beleuchtet kritisch die verschiedenen methodischen Zugänge der Sprachwissenschaft.

  • Historische Entwicklung der Jugendsprache und deren Wahrnehmung
  • Methodologische Evolution der Forschung (von Wortlisten zu Interaktionsanalysen)
  • Die Rolle von jugendsprachlichen Partikeln und metasprachlichen Funktionen
  • Interdisziplinäre Anforderungen an eine moderne Jugendsprachforschung

Auszug aus dem Buch

Methoden und Analysen der Sprachwissenschaftler

Noch vor ein paar Jahrzehnten, in den 60er Jahren, bezeichneten Sprachwissenschaftler Jugendsprache als „Jargon“ einer bestimmten Sondergruppe, der den größeren und wertvolleren Teil der Jugend erniedrigt und beleidigt. Sein Charakter wurde deswegen auch als „klotzig“, „protzig“ und „brutal“ verschrien. Man sagte, dass sich die Sprache „ruppig“ und „pöbelhaft“ anhören würde. In den 70ern schrieb Pape, dass sich die Ansichten zum Thema „Sprache der Jugend“ nur im Rahmen herkömmlicher Denkweisen und Vorstellungen bewegen würden, die auf einer weitgehenden Homogenität der deutschen Sprachgemeinschaft basierten. Einzelne gruppen- und rollenspezifische Sprechhandlungs- und Sprachverhaltensformen würden nicht berücksichtigt.

Bei der Erforschung muss ausserdem beachtet werden, dass die Wahrnehmung der Forscher selektiver ist als die der Beteiligten. Daher müssen die durch Aufnahmemodi und Transkription erhaltenen Ergebnisse von den Kontextfaktoren abstrahiert werden, die für die Beteiligten „in actu“ gegeben sind. Daraus folgt, dass bereits das Verstehen von Äußerungen vor diesem Hintergrund des zwar detaillierten, aber zudem auch distanzierten und eingeschränkteren Wissens der Forscher problematisiert werden muss.

Zunächst wurden ethnographische Einzelfall-Beobachtungen, Sprechstilanalysen und kulturanalytische Aspekte der Jugendsprachforschung herangezogen um die Funktionsweise gruppenspezifischer Kommunikation von Jugendlichen, sowie die Besonderheiten kreativer Sprachspiele und verfremdeter Zitierungen genauer zu betrachten. Auch die besondere Grammatik wurde erforscht. Sukzessiv wurden Analysen von Phraseologismen, Handlungsmustern und Stilmerkmalen unternommen, die von Untersuchungen verschiedener Gesprächsformen, von Sprach- und Stilmischungen sowie von schriftlichen Texten in alten und neuen Medien ergänzt wurden. Die Schriftlichkeit wurde z.B. durch die Analyse von Grafitti untersucht, so Heinemann (2001).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet die Jugendsprachforschung als junges, aber dynamisches Feld und definiert die drei Ebenen, auf denen die Untersuchung von jugendlichem Sprachverhalten erfolgt.

2. Chronik der Sprecher von Jugendsprache: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der jugendlichen Sprecher nach, von der historischen Studentensprache über die Halbstarken der 50er Jahre bis hin zu den verschiedenen Jugendgenerationen der folgenden Jahrzehnte.

3. Die ersten Schritte in der Jugendsprachforschung: Hier wird der Weg von der frühen, oft moralisch wertenden „Sondersprachforschung“ hin zu einer ernsthaften linguistischen Auseinandersetzung in den 80er Jahren beschrieben.

4. Methoden und Analysen der Sprachwissenschaftler: Dieser Abschnitt bietet einen kritischen Überblick über den Wandel von rein deskriptiven Wortlisten hin zu komplexen teilnehmenden Beobachtungen und Interaktionsanalysen im sozialen Kontext.

5. Aktuelle Standpunkte und Tendenzen in der Forschung: Das Kapitel diskutiert das aktuelle Selbstverständnis der Jugendsprachforschung, die Notwendigkeit von Interdisziplinarität und die Bedeutung von Sprache als Ausdruck soziokultureller Lebensstile.

Schlüsselwörter

Jugendsprache, Jugendsprachforschung, Soziolinguistik, Peer-Group, Sprachvarietät, Interaktionsanalyse, Sprechstil, Wortschatz, metasprachliche Funktion, Partikel, soziale Marker, Sprachwandel, Interdisziplinarität, Jugendkultur, Ethnographie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Erforschung von Jugendsprache, ihrer historischen Entwicklung und den methodischen Ansätzen, mit denen Sprachwissenschaftler das Sprechverhalten Jugendlicher analysieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Entwicklung der Forschungsgeschichte, der Wandel von den ersten Wörterbüchern zu modernen Interaktionsstudien und die Frage, wie Jugendsprache als Ausdrucksform von Lebensstilen zu verstehen ist.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den wissenschaftlichen Blick auf Jugendsprache zu schärfen und aufzuzeigen, wie sich die methodische Herangehensweise gewandelt hat, um den komplexen Realitäten jugendlicher Kommunikation gerecht zu werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit existierenden linguistischen Theorien und empirischen Untersuchungen zur Jugendsprache.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Betrachtung der Sprechergruppen, eine Analyse der historischen Forschungsschritte sowie eine kritische Reflektion der verwendeten Methoden und aktuellen Forschungstendenzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Jugendsprachforschung, Peer-Group-Interaktion, methodischer Wandel, soziale Marker und die metasprachliche Funktion jugendsprachlicher Äußerungen.

Warum wird das Element "ey" in der Arbeit besonders hervorgehoben?

Das Element "ey" wird als Beispiel für eine metasprachliche Funktion angeführt, die in der Jugendsprache eine wichtige Rolle bei der Strukturierung von Redebeiträgen und der Sicherung von Aufmerksamkeit spielt, jedoch lange wissenschaftlich unterschätzt wurde.

Was unterscheidet moderne Ansätze von früheren "Wörterbuchkonzeptionen"?

Frühere Ansätze reduzierten Jugendsprache oft auf alphabetische Wortlisten. Moderne Ansätze fokussieren hingegen auf den sozialen Kontext, die Funktion des Sprechens innerhalb von Peer-Groups und die tatsächliche Spracheinstellung der Jugendlichen.

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Details

Title
Die Sozialisation der Jugendsprachforschung
College
University of Wuppertal
Course
Proseminar
Grade
1,3
Author
Sandy Quartey (Author)
Publication Year
2005
Pages
12
Catalog Number
V50302
ISBN (eBook)
9783638465472
ISBN (Book)
9783656277408
Language
German
Tags
Sozialisation Jugendsprachforschung Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandy Quartey (Author), 2005, Die Sozialisation der Jugendsprachforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50302
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