Wagenfahren und Pferdetraining im Alten Ägypten


Hausarbeit, 2006

15 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verwendung des Wagens und des Pferdes
2.1. Lastentransport
2.2. Jagd zu Wagen
2.3. Kampf zu Wagen
2.4. Ausfahrt des Königs
2.5. Tributgaben

3. Wagenbauer

4. Pferdetraining, Versorgung und Haltung
4.1. Die Sphinx-Stele Amenophis` II
4.2. Pferdeversorgung

5. Literaturverzeichnis / Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

In der Zeit um 1550 v. Chr. erscheinen in Ägypten zu Anfang des Neuen Reiches Zeugnisse einer technisch sehr ausgereiften Fahrzeugkonstruktion, der Wagen. Was das Gefährt neben seiner ausgefeilten Konstruktion revolutionierte, ist das gleichzeitige Erscheinen des Pferdes, das den zweirädrigen Wagen zog. Mit seinem Gebrauch werden mit einem Male Zeitvorteile beim Personentransport und der Informationsübertragung erzielt, ferner neue taktische Optionen im militärischen Zusammenhang eröffnet. Der neue Wagen und das immer paarweise daran geschirrte Pferd erscheinen gemäß ihres simultanen Auftretens in Kombination als „Gespann“ - ägyptisch „htr“.

Die ersten Zeugnisse von Pferd und Wagen stammen aber nicht von den Ägyptern, sondern waren zunächst im „Besitz der Hyksos, die als erste Fremdherrscher der ägyptischen Geschichte um die Mitte des 17. Jahrhunderts v. Chr. weite Teile des Landes in Besitz nahmen“[1]

Mit dem neuen Transportmittel kommt ein Quantensprung in Bezug auf die individuelle Mobilität für den Ägypter zum Tragen, mit all der Faszination und den Konsequenzen, die damit einhergehen. Der Wagen wurde in Ägypten zu vielen verschiedenen Einsätzen genutzt. Zunächst wurde er als Streitwagen genutzt, um die Hyksos militärisch aus dem Nildelta zu vertreiben. Des weiteren, nutzen die Ägypter den Wagen als neues Transportmittel, neben dem Schiff, das als erstes jede Möglichkeit eröffnete, Transport von Personen und Erzeugnissen zu vollziehen. Bei Ausgrabungen wurden aber auch Funde in Grabstätten gemacht, was darauf zurück zuführen ist, dass der Wagen und das Pferd als Grabausstattung oder Tributgaben genutzt wurden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenAbb.1

2. Verwendung des Wagens und des Pferdes

2.1. Lastentransport

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2

Die Malerei auf Wandverputz, heute zu sehen im British Museum in London, aus der 18. Dyn. Thutmosis IV, stammt sehr wahrscheinlich aus dem Grab des Nb-jmn.

Sie zeigt drei Personen, zwei jeweils mit wartendem Wagengespann im Feld und der dritte arbeitend im Feld. Die beiden Wagengespanne mit Lenkern unterscheiden sich erheblich. Im oberen Register sind die Zugtiere Pferde, im unteren sind es helle Maultiere. Auch die Größe des Wagens, vor allem die der Räder sind unterschiedlich groß, so ist der Radumfang des unteren Wagens wesentlich größer als der des oberen.

Der Lenker des oberen Wagens hat sich hinter den Wagen gestellt und hält in beiden Händen die festgezogenen Zügel. Am Wagen hängt seitlich eine Bogentasche, die vermutlich den Bogen zum eigenen Schutz trägt. Die untere Figur hat sich auf den seinen Wagenkasten gesetzt und wartet. Seine Tiere trinken oder essen aus einem Korb oder Trog. Seine Zügel hängen über den Wagenkasten lose herunter.

2.2. Jagd zu Wagen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3

Die Jagd zu Wagen war ein weiteres Vergnügen der Könige. So besagt ein Textausschnitt aus der Sphinx-Stele des Königs Thutmosis`IV: „Er übte sich, indem er sich vergnügte auf dem Wüstenplateau von Memphis auf ihrer südlichen und nördlichen Seite, indem er auf die Zielscheibe schoß, Löwen und Wüstenwild jagte und sich auf seinem Streitwagen tummelte, wobei seine Pferde schneller als der Wind waren, mit einem einzigen von seinen Begleitern.“[2]

Die Pferde zur Jagd mussten auch sehr gut ausgebildet sein und in einem

ständigen Training stehen, so beschreibt ein Text auf einem Skarabäus des Königs

Amenophis III auf der Wildstierjagd, dass seine Majestät 4 Tage damit verbrachte, ohne seinen Pferden Rast zu gestatten.[3]

2.3. Kampf zu Wagen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.4

Die Beherrschung des Wagens, konnte nur durch ein ständiges Üben erreicht werden. Dies wird u.a. sehr deutlich in der „Schieß-Stele“ des Königs Amenophis` II. Die Darstellung zeigt Pharao, wie er, die Zügel um den Leib geschlungen, auf dem Streitwagen auf eine Zielscheibe zufährt, die schon von 17 Pfeilen getroffen ist.[4]

Der Lenker musste das Lenken des sensiblen Pferdegespanns, die Geschicklichkeit des Stehens im schwankendem Wagenkorb und das sichere Schießen von dieser Plattform beherrschen. Dies verlieh dem König ein Gefühl der Besonderheit seiner Position und stellte den Wagen als Statussymbol dar.[5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.5

Aus der Zeit des Thutmosis IV in der 18. Dyn. stammt dieses Relief auf Holzgrund, heute zu sehen in Kairo, Ägyptisches Museum.

Die Abbildung wird zu ca. 35% von dem prunkvollen Wagen des darauf stehenden Krieger, der König und seiner zwei Pferde gefüllt. Der König, befindet sich mit seinem gespannten Bogen in einer sichtlichen Angriffsposition. Um die Schulter hat er eine Pfeiltasche gehängt. Eine weitere befindet sich an der rechten Wagenseite, sowie eine Tasche für den königlichen Bogen.

[...]


[1] W. Decker: Sport und Spiel im Alten Ägypten, München 1987, S.54

[2] W.Decker: Quellentexte zu Sport und Körperkultur im alten Ägypten, St.Augustin 1975, S.66

[3] W.Decker: Quellentexte, S.68

[4] W.Decker: Quellentexte, S.63

[5] W.Decker: Sport und Spiel, S.55

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Wagenfahren und Pferdetraining im Alten Ägypten
Hochschule
Deutsche Sporthochschule Köln  (Geschichte)
Veranstaltung
Sport und Spiel im Alten Äqypten
Note
1
Autor
Jahr
2006
Seiten
15
Katalognummer
V50304
ISBN (eBook)
9783638465496
Dateigröße
849 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wagenfahren, Pferdetraining, Alten, Sport, Spiel, Alten
Arbeit zitieren
Timo Beier (Autor), 2006, Wagenfahren und Pferdetraining im Alten Ägypten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50304

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