Diese Arbeit soll implizit einen Überblick über die Ökonomisierung des Medienmarktes bieten, während explizit der Frage nachgegangen wird, wie die TV- und Presse-Branche darauf reagiert. Dabei sollen vor allem die theoretischen Aspekte veranschaulicht werden, die es ermöglichen, die praktischen Auswirkungen einordnen zu können. Da die Ökonomisierung des Medienmarktes ein aktueller Prozess ist, wird versucht, anhand von zeitnahen Beispielen diesen Wandel sichtbar zu machen und Konsequenzen aufzuzeigen.
Durch zunehmendem Wettbewerb und technischen Fortschritt ist ein Wandel des Mediensystems in den letzten Jahren zu beobachten. Nicht nur die Neuen Medien, auch die Globalisierung des Wettbewerbs erfordern eine höhere Flexibilität der Medienunternehmen. Die Ökonomisierung des Medienmarktes nimmt an Bedeutung zu, sie wird zum wichtigsten Faktor in der Medienbranche. Die eigentlichen Werte und die zugedachten Aufgaben der Medien geraten in den Hintergrund.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Strategien im ökonomisierenden Medienmarkt
2.1. Strategiemodell nach Porter
2.2. Strategiemodell nach Ansoff
3. Individuelle Strategien der Medien
3.1. Strategien der TV-Branche
3.1.1. Erlösmodelle
3.1.2. Entwicklungen der Erlösmodelle
3.2. Strategien des Pressemarktes
3.2.1. Kostenoptimierungen
3.2.2. Medienkonzentration
4. Trend der Ökonomisierung
4.1. Qualität der Medieninhalte
4.2. Konsequenzen der Ökonomisierung
5. Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert den fortwährenden Prozess der Ökonomisierung in der Medienbranche und untersucht, wie TV- und Presseunternehmen strategisch auf den zunehmenden wirtschaftlichen Druck und den Wandel des Mediensystems reagieren.
- Strategische Modelle im ökonomisierenden Medienmarkt (Porter, Ansoff)
- Individuelle Erlösmodelle und Strategien in der TV-Branche
- Kostenoptimierung und Konzentrationsprozesse im Pressemarkt
- Qualitative Auswirkungen der Ökonomisierung auf Medieninhalte
- Einflussnahme externer Interessenvertreter und Entwicklung von Medienkompetenz
Auszug aus dem Buch
2. Strategien im ökonomisierenden Medienmarkt
Die derzeitige Situation der freien Märkte erfordert eine höhere ökonomische Organisation von Medien, um dem wirtschaftlichen Druck standzuhalten. Die Er-öse aus verkauften Produkten liegen in der TV- und Presse-Branche meist unter deren Herstellungskosten. (Vgl. Ludwig 1998: 15f.) Damit ein Unternehmen dennoch Gewinne erzielt, sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich. Diese sollten organisiert und zielgerichtet sein und werden dann als Strategien bezeichnet. (Vgl. Ramme 2005: 126ff.) Unternehmensstrategien sind Handlungsrahmen zur Zielerreichung. Denen zugrunde legten eine Vielzahl von Einzelentscheidungen, welche miteinander koordiniert und als Instrumente zur Zielerreichung zweckorientiert eingesetzt werden müssen. Strategien stellen Grundsatzregelungen mittel und langfristiger Art dar, welche einen konkreten Aktivitätsrahmen definieren. Strategien fungieren als Bindeglied zwischen Zielen und Einzelaktivitäten, den Instrumenten. (Vgl. ebd.)
Die passende Strategie zu finden, ist ein unternehmensspezifischer, individueller Prozess, der von der spezifischen Umweltsituation abhängt. Demnach existieren viele verschiedene Möglichkeiten, die sich unterschiedlich kombinieren lassen. Nach diesen Kombinierungsmöglichkeiten können Strategien in vier Gruppen zusammengefasst werden: Wachstum, Risikoreduktion, Wettbewerbsfähigkeit und Rentabilität. (Vgl. Ramme 2005: 133)
Die erste Strategienkategorie beschäftigt sich mit der zentralen Zielsetzung, Wachstum zu definieren und neue Erlösquellen zu eröffnen. Bei stagnierenden und teilweise gesättigten Märkten ist es nach dieser Strategie notwendig, eine kontinuierliche Produktentwicklung zu betreiben und das Leistungsangebot auszuweiten, das nennt sich Diversifikation. Mit dieser Strategie ist es möglich, in andere Branchen und Betätigungsfelder zu wachsen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den durch Wettbewerb und Technik getriebenen Wandel des Mediensystems und definiert das Ziel der Arbeit, die Reaktionen von TV- und Presse-Branche auf die Ökonomisierung zu untersuchen.
2. Strategien im ökonomisierenden Medienmarkt: Dieses Kapitel erläutert theoretische Strategieansätze wie die Modelle von Porter und Ansoff, um den wirtschaftlichen Umgang mit Wettbewerb, Risiko und Rentabilität in Medienunternehmen zu beschreiben.
3. Individuelle Strategien der Medien: Hier wird der Fokus auf spezifische Anpassungsstrategien der TV- und Presse-Branche gelegt, wobei insbesondere neue Erlösmodelle sowie Kostenoptimierungs- und Konzentrationsmaßnahmen analysiert werden.
4. Trend der Ökonomisierung: Dieses Kapitel untersucht aktuelle Tendenzen wie Outsourcing sowie deren Einfluss auf die Qualität von Medieninhalten und die zunehmende Gefahr externer Einflussnahme auf Programminhalte.
5. Resümee und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass die Qualität unter den Sparmaßnahmen leidet, und betont die Notwendigkeit von Medienkompetenz, um als Rezipient und Journalist kritisch mit den ökonomisierten Medieninhalten umzugehen.
Schlüsselwörter
Ökonomisierung, Medienmarkt, Medienstrategien, Erlösmodelle, Kostenoptimierung, Medienkonzentration, Qualitätssicherung, Outsourcing, Medienkompetenz, Werbemarkt, Diversifikation, Wettbewerbsfähigkeit, Public Relations, Rezipientenorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den fortschreitenden Prozess der Ökonomisierung in der Medienbranche und untersucht, wie Medienunternehmen auf diesen wirtschaftlichen Wandlungsprozess reagieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten zählen strategische Modelle der Marktbearbeitung, die Erlösmodelle der Fernsehbranche, Sparmaßnahmen und Konzentrationsprozesse im Pressemarkt sowie die qualitativen Folgen der Ökonomisierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die Ökonomisierung zu geben und explizit zu analysieren, wie TV- und Presse-Branche mit strategischen Anpassungen auf diesen Druck reagieren.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden zur Analyse herangezogen?
Die Autorin stützt sich primär auf die Wettbewerbsstrategien von Michael Porter sowie die Produkt/Markt-Matrix von Igor Ansoff als theoretische Grundlage für die Analyse der Medienstrategien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Betrachtung von Unternehmensstrategien und eine detaillierte Analyse der praktischen Anwendung dieser Strategien in den TV- und Presse-Märkten sowie deren Konsequenzen für die Programminhalte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Medienökonomie, Medienkompetenz, Erlösmodelle, Outsourcing, Medienkonzentration und Qualitätswettbewerb.
Wie beeinflusst die Ökonomisierung konkret die journalistische Arbeit?
Durch Kosteneinsparungen und Outsourcing geraten Journalisten unter Zeitdruck, was zu einem Trend des "Grenzgewinnjournalismus" führt, bei dem ökonomische Effizienz oft Vorrang vor der inhaltlichen Qualität und der kritischen Quellenprüfung hat.
Welche Rolle spielt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) im Kontext der Arbeit?
Die INSM dient als Fallbeispiel für externe Lobbyisten, die durch Medienpartnerschaften und bereitgestellte Beiträge versuchen, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und wirtschaftspolitische Interessen in den Medien zu verankern.
- Arbeit zitieren
- Alke Eva Caris (Autor:in), 2012, Ökonomisierung des Medienmarktes. Strategien eines Wandels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503389