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Der Prozess gegen Sokrates

Titre: Der Prozess gegen Sokrates

Dossier / Travail , 2004 , 13 Pages , Note: 1,7

Autor:in: André Jucht (Auteur)

Histoire - Généralités
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Sokrates lernte von seinem Vater das Handwerk der Bildhauerei, gab es aber bald auf, um in freiwilliger Armut sich ganz der Philosophie zu widmen. Daneben erfüllte er seine Staatspflichten, verwaltete ab und zu ein Amt, kämpfte im Peloponnesischen Krieg und mußte im Alter von 70 Jahren, den heldenhaften Tod durch den Giftbecher zu sterben. Verstand und Wissen bedeutet für Sokrates alles, obwohl er immer von sich behauptet, dass er nichts weiß. Alles schien ihm lehrbar. Sogar vor dem Versuch, die Tugend zu lehren machte er nicht Halt. Auf sachliche Kenntnisse kam es ihm nicht an. Er kritisierte nur das, was er nach gründlicher Prüfung an sich selbst nicht anerkennen konnte. Um seine Selbsterkenntnistheorie zu fundieren und der Wahrheit eine Basis zu geben, bediente er sich seinem daimonion, welches er als Rechtfertigung für viele Dinge seines Werkens ausgab. Dies mag auch ein Grund gewesen sein, warum ihn und seinen Geist viele Athener nicht anerkannten und sogar verurteilten. Sokrates verstand es, seine Gesprächspartner dazu zu bringen, das sie genau das sagten, was er wollte. Er entlarvte jede Form von Heuchelei und Angeberei sofort und hatte keine Angst, seine Form von Wahrheit zu verbreiten. Auch deshalb könnte er in den Augen vieler ein Dorn gewesen sein. Auf Grund der überlieferten Quellen ist es unausweichlich zu sagen, das Sokrates ein Mann von hoher geistiger Größe und gelassener Standhaftigkeit gewesen sein musste, was auch zu seinem Tod geführt hat. Natürlich darf man bei den Gründen, die zu einer Anklage wegen Verleitung der Jugend und der Einführung neuer Götter ausgesprochen wurde nicht vergessen, das die Polis auch geschriebene und ungeschriebene Gesetze hatte, gegen die Sokrates unter Umständen verstoßen haben könnte. Diese aufzuzählen, zu untersuchen und den Prozessverlauf darzustellen werde ich versuchen, klar zu machen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. 1. Antikes Religionsbewußtsein und der religiöse Charakter der sokratischen Anklage

2. 2. Die rechtliche Grundlage der Anklage

2. 3. Das sokratische Daimonion

3. Der Prozess

4. Schlussbemerkung

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die juristischen und religiösen Hintergründe des Prozesses gegen Sokrates im antiken Athen. Dabei wird analysiert, wie das antike Religionsverständnis, die rechtliche Ausgestaltung von Blasphemie-Vorwürfen sowie die spezielle Rolle des "sokratischen Daimonions" zum Todesurteil führten.

  • Antikes griechisches Religionsbewusstsein und der Status der Staatsreligion
  • Rechtliche Rahmenbedingungen von Anklagen wegen Gottlosigkeit
  • Interpretation des sokratischen Daimonions bei Platon und Xenophon
  • Rekonstruktion des Prozessverlaufs im Jahr 399 v. Chr.
  • Philosophische Haltung des Sokrates gegenüber Gesetz und Tod

Auszug aus dem Buch

3.Der Prozess

Im Jahre 399 v. Chr. klagten 3 athenische Bürger den Sokrates vor dem Archon Basileus an. Zu ihnen gehörte Meletos, Anytos und Lykos. Meletos gilt hier als Anklageführer. Lykos und Anytos gelten als so genannte Fürsprecher, die die erhobenen Vorwürfe bezeugen und unterstützen sollten. Es wurde die Zuständigkeit geprüft, die Rechtmäßigkeit, sowie die formale Richtigkeit. Die Ankläger mussten ihre Anklage unter Eid beschwören und das wurde von den Schreibern zu Protokoll genommen. Danach wurden 500 Richter bestimmt und die beeidigte Klage wurde auf eine Wachstafel, sowie auf eine Tafel aus Holz übernommen. Die Holztafel wurde an einer öffentlichen und zentralen Stelle ausgehängt. Damit war der Prozess ins Rollen gebracht und jeder konnte nun die Klage und den Prozesstermin nachlesen.

Der Wortlaut der Anklage lautete : “ Diese Anklage hat eingebracht und als wahr beschworen Meletos, der Sohn des Meletos, aus dem Demos Pitthos, gegen Sokrates, den Sohn des Sophronikos, aus dem Demos Alopeke: Sokrates tut Unrecht, indem er nicht an die Götter glaubt, an die die Stadt glaubt, sondern andere, neue dämonische Wesen einführt; außerdem tut er Unrecht, indem er die Jugend verdirbt. Als Strafe wird der Tod beantragt.“.

Das Richtergremium bestand nur aus Laienrichtern, die sich am angesetzten Gerichtstag schon in aller Frühe versammelten, da bis zum Abend ein Urteil gesprochen sein musste. Dabei war es nicht nötig, attische Rechtskenntnisse zu haben. Es reichte aus, im Besitz des Bürgerrechts zu sein. Außerdem musste die finanzielle Unbescholtenheit und ein Mindestalter 30 Jahren nachgewiesen werden. Es war ein öffentlicher Prozess, in dem sich die Bevölkerung durch Zwischenrufe einbringen konnte. Ein Signal eröffnete die Sitzung. Der Basileus ging voraus, ihm folgten die Ankläger, sowie Sokrates und dessen Anhänger. Die Klage sowie die Ausführungen des Beklagten wurden noch einmal vorgelesen. Die Redezeit der einzelnen Parteien wurde begrenzt durch das Laufen einer Wasseruhr. Meletos bestieg ein Rednerpodium und begann mit seinem Plädoyer. Es folgten Lykon und Anytos, ebenfalls mit den Anklagepunkten. Nun hatte Sokrates das Recht, dem entgegenzutreten. Er verteidigte sich selbst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel skizziert das Leben des Sokrates, seinen philosophischen Ansatz sowie die Beweggründe, die letztlich zu seiner Anklage in Athen führten.

2. 1. Antikes Religionsbewußtsein und der religiöse Charakter der sokratischen Anklage: Hier wird dargelegt, wie die enge Verknüpfung von staatlichem Leben und Götterverehrung im antiken Athen jede Form von freier philosophischer Untersuchung potenziell zur Gefahr für die Gemeinschaft machte.

2. 2. Die rechtliche Grundlage der Anklage: Dieser Abschnitt erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Blasphemie-Prozesse und wie insbesondere ein Gesetz des Diopeithes die gezielte Verfolgung von Intellektuellen in Athen ermöglichte.

2. 3. Das sokratische Daimonion: Das Kapitel untersucht, wie Sokrates' innerer Führer (Daimonion) von seinen Schülern unterschiedlich gedeutet wurde und inwiefern dies zur Anklage der Einführung "neuer Götter" beitrug.

3. Der Prozess: Der Teil rekonstruiert den historischen Ablauf des Gerichtsverfahrens von der Anklageerhebung bis hin zur Abstimmung über das Strafmaß.

4. Schlussbemerkung: Die Zusammenfassung reflektiert Sokrates' Entscheidung, das Todesurteil durch Gehorsam gegenüber den Gesetzen der Polis zu akzeptieren, statt eine Flucht zu wählen.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Sokrates, Athen, Prozess, Daimonion, Blasphemie, Religion, Rechtsgeschichte, Platon, Xenophon, Todesurteil, Staatsreligion, Philosophie, Antike, Anklage, Gesetz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den historischen Prozess gegen Sokrates im Jahr 399 v. Chr. unter Berücksichtigung der rechtlichen und religiösen Gegebenheiten des antiken Athens.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind das antike Religionsverständnis, die juristische Verfolgung von Gottlosigkeit und die philosophische Auseinandersetzung mit Autorität und Gesetzestreue.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu verstehen, auf welcher rechtlichen Grundlage der Prozess gegen Sokrates geführt werden konnte und warum die religiöse Komponente eine so entscheidende Rolle spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Untersuchung, die sich primär auf die zeitgenössischen Verteidigungsschriften von Platon und Xenophon sowie auf ergänzende historische Forschungsliteratur stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet das religiöse Klima in Athen, die gesetzliche Lage bezüglich Blasphemie, die Rolle des Daimonions und den detaillierten Ablauf des Gerichtsprozesses.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Sokrates, Prozess, Blasphemie, Daimonion, Staatsreligion, Antike und Rechtsgeschichte.

Welche Bedeutung hatte das Daimonion für den Anklagepunkt der Gottlosigkeit?

Das Daimonion wurde als innerer Gott interpretiert, was den Anklägern erlaubte, Sokrates die Einführung fremder Gottheiten und die Abkehr von der offiziellen Staatsreligion vorzuwerfen.

Warum lehnte Sokrates laut den Quellen eine Flucht ab?

Sokrates sah in einer Flucht einen Verstoß gegen die Gesetze der Polis, die ihn erzogen hatten; er wählte den Tod, um seiner philosophischen Überzeugung und seinem Stolz treu zu bleiben.

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Résumé des informations

Titre
Der Prozess gegen Sokrates
Université
University of Erfurt
Note
1,7
Auteur
André Jucht (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
13
N° de catalogue
V50338
ISBN (ebook)
9783638465786
Langue
allemand
mots-clé
Prozess Sokrates
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
André Jucht (Auteur), 2004, Der Prozess gegen Sokrates, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50338
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Extrait de  13  pages
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