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Stigmatisierung von Müttern in Mutter-Kind-Einrichtungen

Titre: Stigmatisierung von Müttern in Mutter-Kind-Einrichtungen

Dossier / Travail de Séminaire , 2016 , 13 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Maria Liebing (Auteur)

Travail Social
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In den folgenden Ausführungen möchte ich die Stigmatisierung von Müttern, welche mit ihrem Kind in einer Mutter-Kind-Einrichtung nach § 19 SGB VIII untergebracht sind unter Zuhilfenahme der Stigmatheorie darstellen.

Zunächst einmal stellt sich die Frage, was ein Stigma ist. Der Duden definiert Stigma als "etwas, wodurch etwas oder jemand deutlich sichtbar in einer bestimmten, meist negativen Weise gekennzeichnet ist und sich dadurch von anderem unterscheidet". Interessant ist dabei, dass Stigma auch als Bezeichnung für ein Wund- oder Brandmal oder Narbe bezeichnet wird.

Ein Stigma ist demnach ein Merkmal, durch welches sich eine Person mit diesem Merkmal von anderen unterscheidet. Dieses Merkmal kann sichtbar ("diskreditiert") sein oder auch erst "bekannt werden" ("diskreditierbar"), wobei das Merkmal als negative Abweichung gesehen wird und wodurch der stigmatisierten Person der Respekt der Anderen oftmals verwehrt bleibt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Stigmatisierungen in meinem Arbeitsbereich: Mutter-Kind-Einrichtung

1.1 Auf Grundlage welcher Wertvorstellungen gehen die Stigmatisierungen zurück?

1.2 Wie sind die Beziehungen der Beteiligten?

2. Praxisbeispiel

2.1 Beschreibung der stigmatisierten Person

2.2 Beschreibung der „Normalen“

2.3 Die Stigmatisierung

Gesamtgesellschaftliche Verortung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Stigmatisierung von Müttern in einer Mutter-Kind-Einrichtung nach § 19 SGB VIII unter Anwendung der Stigmatheorie. Ziel ist es, die gesellschaftlichen Erwartungshaltungen an das Idealbild der "guten Mutter" sowie deren Auswirkungen auf die betroffenen Frauen und ihr soziales Umfeld aufzuzeigen und Strategien zur Reintegration zu reflektieren.

  • Analyse des gesellschaftlichen Mutter-Ideals und dessen normativer Kraft
  • Einfluss von Stigmatisierungsprozessen auf die Beziehung zwischen Müttern und Fachkräften
  • Statistische Einordnung der Lebensrealitäten stigmatisierter Mütter im Vergleich zur Norm
  • Reflexion über Stigmatisierungsstrategien wie Kompensation und Korrektur im Alltag
  • Kritische Betrachtung von Inobhutnahmen als Spannungsfeld zwischen Kindeswohl und Mutterrolle

Auszug aus dem Buch

1.1 Auf Grundlage welcher Wertvorstellungen gehen die Stigmatisierungen zurück?

„Jede Kultur ist von einem Idealbild der Mutter geprägt, das sich mit den Zeiten ändern kann, das aber Einfluss auf alle Frauen ausübt, ob sie sich dessen nun bewusst sind oder nicht. Sie können es akzeptieren oder unterlaufen, sich damit auseinandersetzen oder es ablehnen, aber zuletzt definieren sie sich doch immer in Bezug auf dieses Ideal.“ Elisabeth Badinter (2010, S. 129)

Werte und Normen stellen die Grundlagen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens dar. Sie bilden quasi das allgemein anerkannte Fundament. Abweichungen von den aufgestellten Werten und Normen einer Gesellschaft stellen für diese eine potentielle „Gefahr“ dar und „Abweichlern“ wird der Respekt verweigert. Es gibt übergeordnete Normen und Normen die nur für bestimmte Personen gelten (bspw. gelten für Mütter andere Normen als für kinderlose Frauen). (vgl. Hermanns, S. 2f.)

In unserer Gesellschaft bestehen seit jeher konkrete Vorstellungen wie eine Mutter zu sein hat. Auch wenn sich dieses Idealbild immer wieder im Laufe der Zeit veränderte, so beeinflusst das jeweilig aktuelle Mütter-Konstrukt das Bild, welches die Gesellschaft von einer guten Mutter hat und voran sich Mütter messen (müssen). Ein besonderes Paradoxon, welches in den Büchern „Mutterliebe“ (1987) und „Der Konflikt. Die Frau und die Mutter“ (2010) von Elisabeth Badinter sehr deutlich wird, besteht darin, dass gemäß dem gesellschaftlichen Idealbild der liebenden Mutter, diese Mutterliebe als natürliche Anlage der Frau bzw. Mutter quasi angeboren ist. Somit wird von Müttern ein natürlicher Mütterinstinkt erwartet, welcher bei Müttern Liebe und Aufopferung gegenüber ihrem Kind auslösen soll. Damit einher geht die Vorstellung, dass Mütter aufgrund ihres Instinktes wissen, welches Bedürfnis das Kind gerade hat und wie sie dieses befriedigen können (vgl. Badinter 2010, S. 9). Diese Vorstellung ist jedoch eine kulturelle Erfindung, eine Ideologie.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema der Stigmatisierung von Müttern unter der Nutzung der Stigmatheorie sowie Definition der zentralen Begrifflichkeiten.

1. Stigmatisierungen in meinem Arbeitsbereich: Mutter-Kind-Einrichtung: Untersuchung der spezifischen Wertvorstellungen und Beziehungsstrukturen zwischen den Beteiligten in einem stationären Jugendhilfe-Kontext.

1.1 Auf Grundlage welcher Wertvorstellungen gehen die Stigmatisierungen zurück?: Analyse des gesellschaftlichen Konstrukts der „guten Mutter“ und der damit verbundenen Erwartungsdruck-Dynamiken.

1.2 Wie sind die Beziehungen der Beteiligten?: Beschreibung der Dynamiken zwischen Stigmatisierten, „Normalen“ und „Grenzpersonen“ sowie die Problematik der „fehlenden Normalität“.

2. Praxisbeispiel: Fallbeispiel einer 40-jährigen Mutter zur Veranschaulichung der theoretischen Ausführungen.

2.1 Beschreibung der stigmatisierten Person: Darstellung des Lebenslaufs und der persönlichen Herausforderungen der exemplarischen Klientin.

2.2 Beschreibung der „Normalen“: Statistische Gegenüberstellung der Klientin mit den gesellschaftlichen Durchschnittswerten.

2.3 Die Stigmatisierung: Analyse der konkreten Stigmatisierungserfahrungen der Mutter im Alltag innerhalb und außerhalb der Einrichtung.

Gesamtgesellschaftliche Verortung und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Stigmatisierungseffekte sowie Reflexion über die Rolle der Fachkräfte bei der Beratung zu Erziehung und Inobhutnahme.

Schlüsselwörter

Inklusion, Exklusion, Stigmatisierung, Mutter-Kind-Einrichtung, Jugendhilfe, Mutterrolle, gesellschaftliche Normen, Intersektionalität, Kindeswohl, Inobhutnahme, Diskreditierung, soziale Ausgrenzung, Stigmatheorie, professionelles Handeln

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Stigmatisierung von Müttern, die in einer Mutter-Kind-Einrichtung nach § 19 SGB VIII untergebracht sind, und wie diese Frauen durch gesellschaftliche Idealbilder ausgegrenzt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Stigmatheorie, das gesellschaftliche Konstrukt der „guten Mutter“, die Interaktionen zwischen Müttern, Fachkräften und der Gesellschaft sowie die Problematik des Sorgerechtsentzugs.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Vorurteile die Arbeit mit stigmatisierten Müttern beeinflussen und wie Fachkräfte dazu beitragen können, durch professionelle Reflexion diese Stigmata abzumildern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Fundierung mittels der Stigmatheorie sowie auf eine Fallstudie aus der beruflichen Praxis der Autorin, ergänzt durch statistische Daten des Statistischen Bundesamtes.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Stigmatisierung insbesondere die Beziehungen zwischen Betroffenen und ihrem Umfeld sowie ein detailliertes Praxisbeispiel analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Inklusion, Exklusion, Mutterrolle, Stigmatisierung, Jugendhilfe und gesellschaftliche Normen.

Wie gehen die Mütter in der Einrichtung mit ihrem Stigma um?

Die Mütter wenden laut dem Text Gegenstrategien wie „Korrektur“ oder „Kompensation“ an, um ihr Ansehen zu verbessern, wobei sie oft versuchen, den Erwartungen an eine „gute Mutter“ besonders akribisch zu entsprechen.

Welche Rolle spielen „Grenzpersonen“ wie die Betreuerinnen?

Grenzpersonen fungieren als Bindeglied zwischen den Stigmatisierten und der „normalen“ Gesellschaft; sie verfügen über professionelles Wissen und helfen den Müttern, ihr Kind trotz der schwierigen Situation gut zu versorgen.

Wie beurteilt die Autorin die Situation der Inobhutnahme?

Die Autorin stellt kritisch fest, dass eine Inobhutnahme für betroffene Mütter zwar einerseits schmerzhaft und stigmatisierend ist, in manchen Fällen jedoch nach der Entscheidung eine spürbare Erleichterung auslösen kann, wenn die Überforderung zuvor zu groß war.

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Résumé des informations

Titre
Stigmatisierung von Müttern in Mutter-Kind-Einrichtungen
Université
University of Applied Sciences Potsdam
Note
1,3
Auteur
Maria Liebing (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
13
N° de catalogue
V503669
ISBN (ebook)
9783346046628
ISBN (Livre)
9783346046635
Langue
allemand
mots-clé
Inklusion Exklusion Stigma Stigmatheorie Mutter Kind Mutter-Kind Mutter-Kind-Einrichtung Mutterschaft Mutterbild Sucht Abhänigkeit Drogen Crystal Meth Crystal Gesellschaft
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Maria Liebing (Auteur), 2016, Stigmatisierung von Müttern in Mutter-Kind-Einrichtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503669
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