Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Finanzierungsmöglichkeiten bei der derivaten Unternehmensgründung, die in der frühen Phase einer Unternehmensgründung – auch Early-Stage-Phase genannt – zum Einsatz kommen.
Am Fallbeispiel der GmbH A werden zwei Finanzierungspläne für die Early-Stage-Phase vorgestellt. Informationen zur GmbH A werden aus dem Begleitheft zum Modul UFU71 herangezogen. Bei fehlenden Informationen, die zur Erarbeitung der Lösungsalternativen notwendig sind, werden fundierte Annahmen getroffen. Zuerst wird ein Überblick der möglichen Gründungsfinanzierungen sowie ihrer Vor- und Nachteile dargestellt.
Im darauffolgenden Schritt wird jeweils ein deutsches und ein europäisches Fördermittel vorgestellt, die im Rahmen einer Existenzgründung erhalten werden können. Ferner werden die Bedingungen erläutert, die an ein Unternehmen geknüpft sind, um die Fördermittel zu erhalten. Im Schlussteil der Arbeit werden zwei konkrete Finanzierungspläne für die GmbH A ausgearbeitet, um das Gründungsvorhaben und das damit verbundene Gründungskapital von 3.000.000,00 € zu realisieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung und Zielsetzung der vorliegenden Arbeit
2. Definition Gründungsfinanzierung
3. Klassifizierung von Finanzierungen
4. Möglichkeiten der Finanzierung von Existenzgründern
4.1 Finanzierung durch Eigenkapital
4.1.1 Eigene finanzielle Mittel
4.1.2 Eigenfinanzierung durch informelles und formelles Beteiligungskapital
4.2 Finanzierung durch Fremdkapital
4.2.1 Kredit mit Geldfluss (Geldleihe)
4.2.2 Kredit ohne Geldfluss (Kreditleihe)
4.3 Finanzierung durch mezzanines Kapital
4.4 Deutsche Fördermittel für die Unternehmensgründung
4.5 Europäische Fördermittel für die Unternehmensgründung
5. Gründungsfinanzierungsmöglichkeiten am Fallbeispiel GmbH A
5.1 Finanzierungsplan A – hoher Eigenkapitalanteil
5.2 Finanzierungsplan B – hoher Fremdkapitalanteil
6. Zusammenfassung und Ausblick in die Zukunft
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten für eine derivate Unternehmensgründung in der sogenannten Early-Stage-Phase. Anhand eines konkreten Fallbeispiels wird untersucht, wie unterschiedliche Kapitalstrukturen – mit hohem Eigenkapitalanteil versus hohem Fremdkapitalanteil – die finanzielle Situation und die Unabhängigkeit eines Unternehmens beeinflussen.
- Grundlagen der Gründungsfinanzierung und deren Klassifizierung
- Analyse von Eigen-, Fremd- und Mezzaninekapital als Finanzierungsquellen
- Bewertung staatlicher und europäischer Fördermittel für Start-ups
- Vergleich von Finanzierungsplänen mittels qualitativer Kennzahlen
- Beurteilung von Leverage-Effekten und Liquiditätsrisiken
Auszug aus dem Buch
4.1.2.1 Informelles Beteiligungskapital
Bei dem informellen Beteiligungsmarkt besteht eine direkte Beteiligung der Investoren an dem betreffenden Unternehmen ohne Einbindung einer Beteiligungsgesellschaft als Intermediär. Zu den informellen Investoren zählen passive Privatinvestoren, die vorwiegend kleinere Kapitalbeträge zur Verfügung stellen, und die sog. Business Angels. Vor allem Personen aus dem näheren persönlichen Umfeld der Gründerperson zählen zur Gruppe der passiven Privatinvestoren. Der Vorteil bei dieser Art der Finanzierung ist, dass die beteiligten Personen sich gut kennen und das Vertrauen der Kapitalgeber in die Gründerperson sowie in deren Vorhaben bereits gegeben ist. Als Nachteil lassen sich die begrenzten finanziellen Ressourcen der Kapitalgeber nennen, die vor allem bei großen Gründungsvorhaben i. d. R. nicht ausreichen. Bei den zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln aus dem privaten Umfeld des Gründers muss es sich nicht immer um Eigenkapital handeln. Je nachdem, wie die Kapitalüberlassung ausgestaltet wird, kann es sich hierbei um Fremdkapital i. S. v. Krediten mit und ohne Geldfluss oder um Mezzaninekapital handeln. Auf der einen Seite werden durch die Eigenfinanzierung durch passive Privatinvestoren die Haftungsmasse und damit einhergehend die Bonität des betreffenden Existenzgründers und dessen Liquidität erhöht, doch auf der anderen Seite geht mit dieser Art der Eigenfinanzierung auch stets die Gefahr einher, dass es gerade durch die Einbindung weiterer Personen in die Finanzierung zu Machteinbußen des Gründers oder zu Unstimmigkeiten zwischen den beteiligten Akteuren kommt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung und Zielsetzung der vorliegenden Arbeit: Einführung in die Thematik der Early-Stage-Finanzierung und Vorstellung der Zielsetzung für das Fallbeispiel GmbH A.
2. Definition Gründungsfinanzierung: Klärung des Begriffs Gründungsfinanzierung als umfassender Prozess der Kapitalbedarfsermittlung und -beschaffung.
3. Klassifizierung von Finanzierungen: Darstellung der Kriterien zur Einteilung von Finanzierungsarten, insbesondere nach Herkunft des Kapitals und dessen rechtlicher Stellung.
4. Möglichkeiten der Finanzierung von Existenzgründern: Detaillierte Analyse verschiedener Finanzierungsinstrumente inklusive Eigen-, Fremd- und Mezzaninekapital sowie Fördermittel.
5. Gründungsfinanzierungsmöglichkeiten am Fallbeispiel GmbH A: Anwendung der theoretischen Konzepte auf zwei konkrete Finanzierungspläne mit unterschiedlichen Kapitalstrukturen.
6. Zusammenfassung und Ausblick in die Zukunft: Resümee der Ergebnisse und Empfehlung für eine ausgewogene Kapitalstruktur sowie Ausblick auf weitere Finanzierungsformen.
Schlüsselwörter
Gründungsfinanzierung, Early-Stage-Phase, Eigenkapital, Fremdkapital, Mezzanine-Kapital, Unternehmensgründung, Fördermittel, KfW, ERP-Kapital, Finanzierungsplan, Liquidität, Bonität, Leverage-Effekt, Investoren, Business Angels.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Wegen, eine Unternehmensgründung in der frühen Phase (Early-Stage) finanziell auszustatten und abzusichern.
Welche zentralen Finanzierungsformen werden betrachtet?
Es werden Eigenkapital, Fremdkapital sowie mezzanine Finanzierungsformen untersucht, ergänzt durch spezifische staatliche und europäische Fördermöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erstellung und der Vergleich von zwei konkreten Finanzierungsplänen für ein Fallbeispiel, um die Auswirkungen auf Liquidität, Bonität und unternehmerische Unabhängigkeit zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus einer theoretischen Literaturanalyse und einer praxisorientierten Fallstudie (GmbH A), wobei Finanzierungsregeln wie die 1:1-Relation angewendet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Finanzierungssystematik insbesondere die Vor- und Nachteile verschiedener Kapitalgeber sowie die konkreten Anforderungen für Förderkredite beleuchtet.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit ist stark durch Begriffe wie Gründungsfinanzierung, Eigenkapitalrendite, Leverage-Effekt, Förderprogramme und Bonität geprägt.
Welche Rolle spielen Fördermittel im Fallbeispiel?
Die ERP-Kapital-Förderung der KfW dient als wichtiger Baustein für das notwendige Gründungskapital, wobei spezifische Voraussetzungen wie ein Eigenkapitalanteil von mindestens 10 % erfüllt werden müssen.
Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Finanzierungsplan A und B?
Finanzierungsplan A setzt auf einen hohen Eigenkapitalanteil (1:1 Relation), während Plan B die Gründung stärker über Fremdkapital (3:1 Relation) finanziert, was sich unterschiedlich auf die monatliche Liquiditätsbelastung und die Unabhängigkeit der Gründer auswirkt.
- Arbeit zitieren
- Matthäus Banach (Autor:in), 2019, Gründungsfinanzierung bei einem Joint Venture. Integrationsprozesse bei regionaler Fleisch- und Wurstherstellung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503689