Die Arbeit gliedert sich zunächst in Begriffsklärungen und geht dann näher auf die Erkennung und Förderung im Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache von Transkulturalität. Im weiteren Verlauf beschäftigt sie sich mit der Frage welche Rolle Fatih Akins Migrationshintergrund für seinen Film Gegen die Wand spielt und ob, dieser Film auch entstanden wäre, ohne seinen Migrationshintergrund beziehungsweise, ob ihn ein Deutscher ohne Migrationshintergrund genauso drehen könnte. Zusammenfassend kann gesagt werden welche Rolle spielt Fatih Akins Migrationshintergrund in seinem Film Gegen die Wand?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Transkulturalität
2.1. Relevanz der Transkulturalität im Unterricht
2.2 Transkulturelle Settings im Film
2.3. Transkulturalität als Musik
3. Medien als neue Darstellung von Transkulturalität
4. Biographie von Fatih Akin
5. Andere Filme von Fatih Akin
6. Diskussion
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern sich Fatih Akins Film "Gegen die Wand" durch seinen spezifischen Migrationshintergrund von Werken deutscher Filmemacher ohne Migrationshintergrund unterscheidet und welche Rolle das Konzept der Transkulturalität dabei einnimmt.
- Analyse des Begriffs der Transkulturalität im filmischen Kontext
- Untersuchung der Bedeutung von Musik als transkulturelles Element
- Biografische Einflüsse von Fatih Akin auf sein künstlerisches Schaffen
- Vergleich der Darstellung von Migration in "Gegen die Wand" zu anderen Filmen
Auszug aus dem Buch
2.2 Transkulturelle Settings im Film
Transkulturelle Settings im Film Gegen die Wand sind an mehreren Stellen zu beobachten zum einen die Hochzeitsszene (vgl. Neubauer 2011, S. 255) dabei fällt auf, dass „sowohl bei der Hochzeit als auch beim Besuch Sibels und Cahits in der Wohnung von Yilmaz sind nur deutschtürkische beziehungsweise türkische Gäste geladen“ (Neubauer 2011, S. 253). Ebenso ist das Abendessen von Sibel und Cahit ein weiteres transkulturelles Setting (vgl. Neubauer 2011, S. 255). Stefanie Klos sagt zum transkulturellen Möglichkeitsraum Essen:
Das Zubereiten von Mahlzeiten und deren Verzehr ist zum einen eine kulturelle Praxis, die sowohl an Traditionen als auch an einen bestimmten Lebensstil gebunden ist, zum anderen handelt es sich um eine sehr direkte, sinnliche körperliche Erfahrung. Der Körper selbst stellt – in einer transkulturellen Welt, in der Grenzüberschreitungen alltäglich werden und viele Grenzen fallen – eine der letzten Grenzen dar, an der Konflikte veräußerlicht und verhandelt werden können. Der Körper ist nicht eingebunden in monokulturelle Zuschreibungen, sondern agiert individuell. Über den Körper findet ein Dialog der Figuren statt (Klos 2016, S. 102).
Ziel dieser Essenszenen ist dem Zuschauer eines zu vermitteln und zwar „die Filmfiguren sind durch ihre körperliche Involviertheit an den Moment, an den Ort gebunden und können gleichzeitig emotionale Verbindungen zu Entferntem und Vergangenem aufnehmen“ (Klos 2016, S. 102-103). Hierzu das passende Beispiel ist im Film Gegen die Wand zu sehen und zwar beim Abendessen, an dem die beiden schließlich zueinanderfinden. Eingeleitet wird die Sequenz damit, dass die Protagonisten Sibel in einem türkischen Supermarkt einkaufen geht, wobei aus dem Off das Lied Yine mi Cicek (Wieder eine Blume) von Sezen Aksu einsetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Identitätskonstruktion zwischen zwei Kulturen ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Einfluss von Fatih Akins Migrationshintergrund auf seinen Film.
2. Transkulturalität: Dieses Kapitel definiert Transkulturalität als komplexes Gefüge und beleuchtet deren Relevanz im Bildungskontext sowie ihre filmische Umsetzung durch Settings und Musik.
3. Medien als neue Darstellung von Transkulturalität: Hier wird die Rolle des Films als Medium der kulturellen Identitätsbildung und als wichtiges Instrument der Kulturvermittlung diskutiert.
4. Biographie von Fatih Akin: Ein kurzer biografischer Abriss beleuchtet Akins eigene Erfahrungen mit der türkischen und deutschen Kultur und deren Prägung.
5. Andere Filme von Fatih Akin: Dieses Kapitel vergleicht "Gegen die Wand" mit weiteren Werken Akins, um die Besonderheit der Darstellung von Migration herauszuarbeiten.
6. Diskussion: Die Diskussion reflektiert die zentralen Ergebnisse der Arbeit und begründet, warum der Film ohne Akins spezifischen Erfahrungshintergrund kaum in dieser Form entstanden wäre.
7. Fazit: Abschließend wird das Ergebnis zusammengefasst, dass für eine so authentische Auseinandersetzung mit Migrationskultur die eigene Teilhabe bzw. das Aufwachsen in dieser Tradition entscheidend ist.
Schlüsselwörter
Transkulturalität, Fatih Akin, Gegen die Wand, Migrationshintergrund, Identitätskonstruktion, deutsch-türkisch, Filmanalyse, interkulturelles Lernen, Medienpädagogik, Kulturvermittlung, Selim Sesler, Mehrsprachigkeit, Identität, Integration, Migration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss des persönlichen Migrationshintergrunds des Regisseurs Fatih Akin auf seinen Film "Gegen die Wand".
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themen umfassen Transkulturalität, die filmische Inszenierung von kulturellen Settings, die Bedeutung von Musik im Film sowie Akins biografische Hintergründe.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, ob der Film "Gegen die Wand" durch Akins Migrationserfahrung eine spezifische Authentizität besitzt, die ein Regisseur ohne diesen Hintergrund nicht hätte erreichen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literatur- und filmanalytische Arbeit, die theoretische Ansätze zur Transkulturalität mit einer inhaltlichen Untersuchung der Filmanalyse verbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Begriffsklärungen, die Rolle von Medien bei der Identitätsbildung, Akins Biografie und den Vergleich von "Gegen die Wand" mit anderen Filmen des Regisseurs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Transkulturalität, Migrationshintergrund, Identitätskonstruktion und deutsch-türkische Kulturkonstellationen.
Warum spielt Musik eine so große Rolle in "Gegen die Wand"?
Musik fungiert im Film als transkulturelles Element, das zwischen den Kulturen vermittelt und die dramaturgische Entwicklung unterstützt.
Wie unterscheidet sich "Gegen die Wand" von anderen Migrationsfilmen?
Der Film verzichtet auf klischeehafte Darstellungen (wie das Kopftuch oder passive Opferrollen) und problematisiert stattdessen die Komplexität des deutsch-türkischen Alltags direkt und radikal.
Welche Rolle spielt die biografische Erfahrung des Autors laut Fazit?
Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass für eine filmische Darstellung von solcher Tiefe eine bloße Recherche oft nicht ausreicht und eine direkte Verankerung in der jeweiligen Tradition/Kultur notwendig ist.
- Arbeit zitieren
- Yaki Bilmez (Autor:in), 2018, "Gegen die Wand" von Fatih Akin. Deutsche Filmemacher mit und ohne Migrationshintergrund im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503753