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Kurt Tucholskys Wendriner Texte - Literarische Vorbilder sowie Wirkung und Funktion der Satire und des Dialekts

Title: Kurt Tucholskys Wendriner Texte - Literarische Vorbilder sowie Wirkung und Funktion der Satire und des Dialekts

Term Paper , 2004 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Monika Skolud (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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Summary Excerpt Details

Kurt Tucholskys Texte haben als beschreibende soziologische Studien der Weimarer Republik bis heute nichts von ihrer Brisanz eingebüßt. Tucholsky war Publizist, Lyriker, politischer Jour-nalist und Schriftsteller. Er bediente sich verschiedener Genres, er schrieb Essays, Gedichte, Satiren, Romane und war literarisch auch für das Kabarett tätig. Der zahlenmäßig größte Anteil seiner Texte ist in der Weltbühne erschienen. Auch die 16 Wendriner Texte sind in der Zeit von 1922 bis 1930 in der Weltbühne unter dem Pseudonym des Kasper Hauser veröffentlicht worden. Allein in den Jahren 1925 und 1926 hat Tucholsky 11 dieser Texte geschrieben. Der letzte Text Herr Wendriner steht unter der Diktatur ist 1930 erschienen, als Tucholsky sich bereits im Exil befand.

Diese Arbeit untersucht zwei Hauptaspekte der Texte, in denen Herr Wendriner der Protagonist ist, den wir als Leser in verschiedenen alltäglichen Situationen erleben. Nach einem einleitenden Überblick über die historischen Entstehungsbedingungen folgt eine Schilderung des Be-zugs von Kurt Tucholsky und der Wendriner Texte zum Bürgertum. Der erste Hauptaspekt ist die Untersuchung potentieller literarischer Vorbilder, im Hinblick auf eine formale und inhaltliche Funktion, für die Entstehung der Figur des Herrn Wendriner. Hierbei wird sich zeigen, dass diese literarischen Figuren, zum einen die Figur des Leopold Bloom in James Joyce Ulysses und zum anderen, die des Diederich Heßling in Heinrich Manns Der Untertan, als Muster von Tucholsky genutzt werden, um bestimmte Wirkungen zu transportieren. Der zweite Hauptaspekt ist die linguistisch-sprachphilosophische Betrachtung der Sprache des Herrn Wendriner. Hierbei liegt der Schwerpunkt der Untersuchung erstens auf der Funktion der Satire und der satirischen Wirkung der Texte und zweitens auf der Funktion des Dialekts und der phonetischen Schreibweise.

Kurt Tucholsky hat mit Herrn Wendriner literarisch eine Figur geschaffen in der prototypisch der deutsche Kleinbürger und opportunistische Geschäftsmann nachgezeichnet ist. Es ist die Vermittlung des Charakters, eines Menschen, der untertänig die Macht anbetet und letztlich sein Geschäft, seinen eigenen Vorteil im Sinn hat. Mittels der spezifischen Erzählsituation, durch die literarischen Vorbilder, durch die Verwendung der Satire und der phonetischen Schreibweise, ist es ihm gelungen, einen authentischen Charakter zu schaffen, der zeitlos ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext der Wendriner Texte und der Bezug Kurt Tucholskys zum Bürgertum

2.1 Überblick der historischen Entstehungsbedingungen

2.2 Bezug Kurt Tucholskys und der Wendriner Texte zum Bürgertum

3. Die Figur des Herrn Wendriner und seine literarischen >Vorbilder<

3.1 Der Bezug der literarischen Figur des Herrn Wendriner zu seinen potentiellen Vorbildern

3.1.1 Der Bezug der literarischen Figur des Herrn Wendriner zu James Joyce Ulysses

3.1.2 Der Bezug der literarischen Figur des Herrn Wendriner zu Heinrich Manns Der Untertan

3.2 Die Erzählsituation und die literarische Figur des Leopold Bloom in James Joyce Ulysses

3.2.1 Die Erzählsituation in James Joyce Ulysses

3.2.2 Die literarische Figur des Leopold Bloom in James Joyce Ulysses

3.3 Die Erzählsituation und die literarische Figur des Diederich Heßling in Heinrich Manns Der Untertan

3.3.1 Die Erzählsituation in Heinrich Manns Der Untertan

3.3.2 Die literarische Figur des Diederich Heßling in Heinrich Manns Der Untertan

3.4 Die literarische Figur des Herrn Wendriner und die Parallelen zu seinen >Vorbildern<

4. Satire und Dialekt der Wendriner Texte

4.1 Die Satire und die satirische Wirkung und Funktion der Wendriner Texte

4.1.1 Die Satire

4.1.2 Wirkung und Funktion der Satire

4.2 Der Dialekt und die Wirkung und Funktion des Dialekts in den Wendriner Texten

4.2.1 Der Dialekt

4.2.2 Wirkung und Funktion des Dialekts

5. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Kurt Tucholskys 16 Texte über die Figur des „Herrn Wendriner“ hinsichtlich ihrer literarischen Vorbilder, ihrer satirischen Funktion sowie der Verwendung des Berliner Dialekts, um den Typus des bornierten Kleinbürgers in der Weimarer Republik zu entlarven.

  • Analyse des historischen Kontextes und des Verhältnisses zum Bürgertum
  • Vergleichende Untersuchung der Erzählstruktur mit Joyce „Ulysses“ und Manns „Der Untertan“
  • Linguistische Betrachtung der satirischen Wirkungsweise durch den inneren Monolog
  • Funktion der phonetischen Schreibweise und des Dialekts zur Charakterisierung

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Die Erzählsituation in James Joyce Ulysses

Der Roman Ulysses von James Joyce ist auf Grund seiner möglichen Bedeutungsvielfalt, die schon James Joyce erwähnt hat, bis heute vielfach Gegenstand von literarischen Untersuchungen.

„I`ve put so many enigmas and puzzles that it will keep the professors busy for centuries arguing over what I meant, and that`s the only way of insuring one`s immortality.”

Ulysses ist daher unter ganz verschiedenen Gesichtspunkten rezipiert worden. Aus der umfangreichen Literatur habe ich eine Auswahl treffen müssen.

Ulysses ist der Bericht eines einzigen Tages, des 16. Juni 1904, dieser Tag war ein ganz gewöhnlicher Tag in Dublin. Die Authentizität des Ortes, verschiedener Personen, ja sogar der angeführten Schlagzeilen der Zeitung sind ein wichtiges Kriterium des Romans. Das Besondere ist, dass es nicht die Geschichte eines Tages ist, sondern der Tag erzählt wird. Es gibt zahlreiche Textstellen im Ulysses, durch die eine Gleichzeitigkeit von verschiedenen Vorgängen an unterschiedlichen Orten der Stadt vermittelt werden. Es gibt keine einheitliche Erzählsituation. Sie wechselt mitten im Erzählzusammenhang von der auktorialen zu einer personalen Erzählhaltung; zum inneren Monolog.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und Definition der methodischen Herangehensweise an Tucholskys Wendriner-Texte.

2. Historischer Kontext der Wendriner Texte und der Bezug Kurt Tucholskys zum Bürgertum: Darstellung der zeitgeschichtlichen Hintergründe und Tucholskys Definition des „Bürgers“ als geistige Haltung.

3. Die Figur des Herrn Wendriner und seine literarischen >Vorbilder<: Untersuchung der Parallelen zu Joyce und Heinrich Mann sowie deren Einfluss auf die Charaktergestaltung.

4. Satire und Dialekt der Wendriner Texte: Linguistische und wirkungsästhetische Analyse der satirischen Mittel und der Verwendung des Berliner Dialekts.

5. Zusammenfassung und Fazit: Resümee der Ergebnisse über die zeitlose Authentizität der Figur des Herrn Wendriner als Mahnung vor politischem Opportunismus.

Schlüsselwörter

Kurt Tucholsky, Herr Wendriner, Weimarer Republik, Satire, Berliner Dialekt, Der Untertan, Ulysses, Innerer Monolog, Kleinbürgertum, Opportunismus, Literaturkritik, Erzählsituation, Sprachwissenschaft, Zeitkritik, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Kurt Tucholskys Texte über den „Herrn Wendriner“ und untersucht, wie der Autor durch spezifische literarische Mittel ein satirisches Porträt des typischen Kleinbürgers der Weimarer Republik zeichnet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die literarischen Vorbilder, die Rolle der Satire als erzieherisches Instrument sowie die Funktion des Berliner Dialekts und des inneren Monologs für die Charakterisierung der Figur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Es soll geklärt werden, wie Tucholsky durch stilistische Mittel und den Rückgriff auf literarische Muster eine authentische, zeitlose Figur schafft, die als Mahnung vor einem opportunistischen Menschentypus fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse sowie eine linguistisch-sprachphilosophische Betrachtung der verwendeten Texte und Erzählformen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, einen Vergleich mit Werken von James Joyce und Heinrich Mann sowie eine detaillierte sprachliche Untersuchung von Satire und Dialekt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Kurt Tucholsky, Satire, Kleinbürgertum, Berliner Dialekt, Opportunismus, innerer Monolog und gesellschaftliche Mahnung.

Welche Bedeutung hat der Dialekt für Herrn Wendriner?

Der Berliner Dialekt dient als ästhetisches Mittel, um Authentizität zu suggerieren und durch die phonetische Schreibweise das „Halbgebildete“ sowie den Charakter des Protagonisten zu enthüllen.

Inwiefern beeinflussten Heinrich Mann und James Joyce den Autor?

Tucholsky sah in deren Werken literarische Vorbildfunktionen, insbesondere bei der Darstellung von Machtverhältnissen und der Technik des inneren Monologs, die er auf seine eigenen Figuren übertrug.

Was macht den „Herrn Wendriner“ laut Autorin so gefährlich?

Die Gefahr liegt in der Mischung aus Lächerlichkeit, mangelnder Selbstreflexion und der bedingungslosen Anpassung an bestehende Machtverhältnisse, was den Aufstieg des Nationalsozialismus begünstigt hat.

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Details

Title
Kurt Tucholskys Wendriner Texte - Literarische Vorbilder sowie Wirkung und Funktion der Satire und des Dialekts
College
Free University of Berlin  (Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaften)
Course
Publizistik in der Weimarer Republik: Kurt Tucholsky
Grade
1,7
Author
Monika Skolud (Author)
Publication Year
2004
Pages
24
Catalog Number
V50378
ISBN (eBook)
9783638466097
ISBN (Book)
9783638751322
Language
German
Tags
Kurt Tucholskys Wendriner Texte Literarische Vorbilder Wirkung Funktion Satire Dialekts Publizistik Weimarer Republik Kurt Tucholsky
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Monika Skolud (Author), 2004, Kurt Tucholskys Wendriner Texte - Literarische Vorbilder sowie Wirkung und Funktion der Satire und des Dialekts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50378
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