Die Auslandsadoption ist in den letzten Jahren zu einem aktuellen und wichtigen Thema geworden. Während die Zahl der Inlandsadoptionen drastisch zurückgeht, ist die Zahl der Auslandsadoptionen in Deutschland, Holland und in den skandinavischen Ländern in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Für viele ungewollt kinderlose Ehepaare ist die Auslandsadoption angesichts der geringen Chance auf ein Adoptivkind aus Deutschland die einzige Möglichkeit eine Familie zu gründen. Die vorliegende Arbeit soll die verschiedenen Situationen der an der Auslandsadoption Beteiligten darstellen und einen Überblick über den Verlauf der Auslandsadoption geben. Im ersten Teil wird die Situation vor der Adoption geschildert und im zweiten Teil die Situation nach der Adoption.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I Vor der Adoption
1 Adoptiveltern fremdländischer Kinder
1.1 Kinderwunsch und Kinderlosigkeit
1.2 Gründe für eine Auslandsadoption
2 Abgebende Eltern in den Herkunftsländern und Freigabegründe
3 Das Haager Übereinkommen und die Adoptionsvermittlung
3.1 Adoptionsverfahren
3.2 Privatadoption und Kinderhandel
II Nach der Adoption
4 Eingewöhnungsphase
4.1 Medizinische Aspekte
4.2 Eingewöhnungsschwierigkeiten
5 Interesse an der Herkunft
6 Gescheiterte Adoptionen
Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Dynamiken der Auslandsadoption, beleuchtet die Situation der beteiligten Parteien – insbesondere der Adoptiveltern und der Adoptivkinder – und analysiert die Rahmenbedingungen sowie Herausforderungen im Adoptionsprozess.
- Gründe für den Anstieg von Auslandsadoptionen in westlichen Industrieländern
- Die Rolle der Kinderlosigkeit als primäres Motiv für Adoptivbewerber
- Strukturen und Verfahrensweisen des Haager Übereinkommens
- Medizinische und psychologische Aspekte während der Eingewöhnungsphase
- Die Bedeutung der Herkunftssuche für die Identitätsentwicklung von Adoptierten
Auszug aus dem Buch
1 Adoptiveltern fremdländischer Kinder
Das Durchschnittsalter der Adoptiveltern bei der Aufnahme des ersten fremdländischen Adoptivkindes beträgt 30 bis 35 Jahre. Das optimale Alter für beide Adoptiveltern liegt bei etwa 35 Jahren. Ehepaare sind in diesem Alter jung genug um sich den durch die Aufnahme des fremdländischen Kindes geänderten Lebensumständen anzupassen und haben zugleich relativ viel Lebenserfahrung.
Eine große Rolle spielt der soziale Status der Eltern fremdländischer Adoptivkinder, die überwiegend der oberen Mittelschicht und Oberschicht angehören. Aus dem hohen sozioökonomischen Status ergeben sich für die Kinder Vor- und Nachteile.
„ Einerseits wird man erwarten können, daß die Sozialisationsbedingungen der (oberen) Mittelschicht dem Adoptivkind besonders günstige Entwicklungsmöglichkeiten bieten, denn die materiellen und sozialen Bedingungen (Wohnung, Wohnumgebung, Ausbildungsmöglichkeiten usw.) sind in der Regel günstig. Andererseits muß befürchtet werden, daß Adoptiveltern aus der Mittelschicht häufig eine überhöhte Anspruchshaltung gegenüber der sozialen, intellektuellen, und emotionalen Entwicklung ihrer Kinder zeigen (Schreiner 1984: 121).“
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung thematisiert den Anstieg von Auslandsadoptionen aufgrund sinkender Geburtenraten in Industrieländern und legt den Fokus auf die Situation von Adoptiveltern und Adoptivkindern.
I Vor der Adoption: Dieser Teil beleuchtet die Motive der Adoptiveltern sowie die Hintergründe der abgebenden Eltern in den Herkunftsländern und erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen.
1 Adoptiveltern fremdländischer Kinder: Es wird analysiert, in welcher Lebensphase sich Adoptiveltern meist befinden und welchen sozialen Status sie typischerweise einnehmen.
1.1 Kinderwunsch und Kinderlosigkeit: Dieses Kapitel erörtert medizinische und psychologische Ursachen ungewollter Kinderlosigkeit als zentrales Motiv für den Adoptionswunsch.
1.2 Gründe für eine Auslandsadoption: Hier wird der Wunsch nach einer Familie im Kontext geringer Adoptionschancen im Inland und dem Wunsch nach bestimmten Attributen des Kindes betrachtet.
2 Abgebende Eltern in den Herkunftsländern und Freigabegründe: Das Kapitel untersucht die soziokulturellen Druckmittel und ökonomischen Nöte, die Eltern in Herkunftsländern zur Freigabe ihrer Kinder bewegen.
3 Das Haager Übereinkommen und die Adoptionsvermittlung: Es werden die internationalen Bemühungen zur Sicherung des Kindeswohls und die Zuständigkeiten der Vermittlungsstellen beschrieben.
3.1 Adoptionsverfahren: Dieses Kapitel skizziert den formalen Ablauf einer internationalen Adoption von der Beratung bis zum Abschluss.
3.2 Privatadoption und Kinderhandel: Es wird die Abgrenzung zwischen legalen Vermittlungswegen und problematischen Privatpraktiken thematisiert.
II Nach der Adoption: Der zweite Teil der Arbeit widmet sich den Herausforderungen nach der Aufnahme des Kindes in die neue Familie.
4 Eingewöhnungsphase: Die Eingewöhnungsphase wird als belastende Zeit großer Veränderungen für alle Familienmitglieder definiert.
4.1 Medizinische Aspekte: Das Kapitel präsentiert Befunde zum Gesundheitszustand der Kinder zum Zeitpunkt der Ankunft.
4.2 Eingewöhnungsschwierigkeiten: Hier werden typische Anpassungsprobleme wie Schlaf- und Essstörungen sowie Bindungsschwierigkeiten erläutert.
5 Interesse an der Herkunft: Es wird die Bedeutung der Identitätssuche und die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie während der Pubertät beleuchtet.
6 Gescheiterte Adoptionen: Das Kapitel definiert den Begriff der Fehlvermittlung und analysiert Ursachen für ein mögliches Scheitern von Adoptionsverhältnissen.
Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit sorgfältiger Auswahl und Beratung zusammen, um das Wohl des Kindes zu gewährleisten und eine gelungene Integration zu ermöglichen.
Schlüsselwörter
Auslandsadoption, Adoptionsvermittlung, Kinderlosigkeit, Haager Übereinkommen, Eingewöhnungsphase, Identitätsentwicklung, Herkunftssuche, Kindeswohl, Fehlvermittlung, Familienintegration, Sozialstatus, Psychosoziale Entwicklung, Vermittlungsstellen, Adoptiveltern, Biologische Eltern.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der Auslandsadoption, wobei sie sowohl die Beweggründe der Adoptiveltern als auch die schwierige Situation der Kinder und die rechtlichen Rahmenbedingungen analysiert.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf den Motiven für eine Adoption, den rechtlichen Strukturen der Vermittlung sowie den gesundheitlichen und psychologischen Herausforderungen nach der Adoption.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über den gesamten Adoptionsverlauf zu geben und zu verdeutlichen, welche Voraussetzungen notwendig sind, um eine positive Eltern-Kind-Beziehung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse und der Auswertung existierender Studien zum Thema Auslandsadoption.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Phase vor der Adoption (Motive, Rahmenbedingungen) und eine Phase nach der Adoption (Eingewöhnung, Herkunftssuche, Scheitern von Adoptionen).
Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Auslandsadoption, Kindeswohl, Eingewöhnungsphase, Identitätssuche und Adoptionsvermittlung.
Welche Rolle spielt das Haager Übereinkommen für die Adoption?
Es dient als internationales Instrument, um die Zusammenarbeit zu verbessern, Kindesraub zu verhindern und sicherzustellen, dass Adoptionen dem Wohl des Kindes entsprechen.
Warum ist das Interesse an der eigenen Herkunft für Adoptivkinder so bedeutend?
Die Beschäftigung mit der eigenen Biografie ist ein wesentlicher Teil der Identitätsentwicklung, besonders in der Pubertät, und hilft bei der Verarbeitung der Trennung von den leiblichen Wurzeln.
Was verstehen die Autoren unter einer Fehlvermittlung?
Eine Fehlvermittlung bezeichnet Situationen, in denen das Kind aufgrund von Problemen nicht dauerhaft in der Familie verbleiben kann und stattdessen in Heimen oder bei Hilfsorganisationen untergebracht werden muss.
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- Natalie Schlee (Author), 2005, Auslandsadoption, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50385