Perspektiven des gewaltlosen Freiheitskampfs der Tibeter - dargestellt aus einem Vergleich mit dem Beispiel Indiens


Diplomarbeit, 2004
69 Seiten, Note: 2+

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Abgrenzung
1.3 Aufbau und Vorgehen

2 Der indische Freiheitskampf
2.1 Historische Wurzeln und Entwicklung
2.1.1 Hintergrund der britischen Herrschaft über Indien - das Raj
2.1.2 Das britische Empire zu Beginn des 20. Jahrhunderts
2.1.3 Die indische Unabhängigkeitsbewegung - das Ende von britisch Indien
2.2 Mahatma Gandhi und Satyagraha
2.2.1 Satyagraha - die Idee
2.2.2 Satyagraha - die Prinzipien
2.3 Zusammenfassung

3 Der tibetische Freiheitskampf
3.1 Historische Wurzeln und Entwicklung bis 1959
3.1.1 Hintergründe der chinesischen Okkupation Tibets 1951
3.1.2 Geschichte des tibetischen Freiheitskampfs bis 1959
3.2 Der Dalai Lama und der gewaltlose Freiheitskampf ab 1959
3.2.1 S.H. der XIV der Dalai Lama
3.2.2 Politik der Exilregierung bis 1987
3.2.3 Die Unruhen von 1987 bis 1992
3.2.4 Heutiger Stand
3.2.5 China und Tibet zu Beginn des 21. Jahrhunderts
3.3 Zusammenfassung
3.3.1 Aktuelle Lage der tibetischen Diaspora
3.3.2 Politische Mittel der tibetischen Exilregierung
3.3.3 Aktionen in Tibet

4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten
4.1 Vergleich der Besetzungsmächte: Grossbritannien und China
4.1.1 Das politische System
4.1.2 Die Kolonialisierung
4.1.3 Strategische Bedeutung der besetzten Gebiete
4.1.4 Ökonomische Interessen am besetzten Gebiet
4.2 Vergleich der Akteure: Mahatma Gandhi und Dalai Lama
4.3 Vergleich der Methoden: Satyagraha und „mitterer Weg“

5 Fazit: Perspektiven des tibetischen gewaltlosen Freheitskampfs
5.1 Weiterführung der bisherigen Strategie
5.2 Satyagraha in Tibet
5.3 Abschliessende Beurteilung

Anhang: Interview mit C.R. Chhoekyapa vom 13. 8. 2004 in Genf

Literaturverzeichnis

Artikelverzeichnis

Internetverzeichnis

TABELLENVERZEICHNIS

Tabelle 1: Kennziffern zum Lebensstandard der Bevölkerung 44

Tabelle 2: Tibetische und Chinesische Bevölkerung in der TAR 47

Tabelle 3: Prozentualer Anteil der Tibeter an der Gesamtbevölkerung in der TAR 48

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 EINLEITUNG

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

„The Central government's channel for contacting with Dalai Lama is unimpeded. Its policy is clear. Dalai must truly give up the advocacy of "Tibet independence", stop splittist activi- ties and openly acknowledge that Tibet and Taiwan are integral parts of the Chinese terri- tory. This is the important principled foundation for dialog between the Chinese government and Dalai Lama.”1

Diese Aussage der Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums Zhang Qiyue an einer Pressekonferenz am 13. Juli 2004 ist seit jeher die offizielle und einzige Position der Volksrepublik China (VRC) zu Verhandlungen mit dem Dalai Lama ü- ber die Tibetfrage.

Seit über 40 Jahren versuchen S.H. der Dalai Lama und die tibetische Exilregierung durch gewaltlose Mittel die VRC an den Verhandlungstisch über die Zukunft Tibets zu bringen. Obwohl der gewaltlose Freiheitskampf der Tibeter und insbesondere die Person S.H. des Dalai Lamas weltweit immense Popularität geniessen und Be- wunderung und Zustimmung finden, bleibt der Erfolg auf politischer Ebene sehr bescheiden.

45 Jahre nach der Flucht des Dalai Lama und 53 Jahre nach dem Einmarsch chi- nesischer Truppen in die Hauptstadt Lhasa bzw. der Unterzeichnung des sog. 17- Punkte-Abkommens ist Tibet noch immer ein von China widerrechtlich besetztes Land bzw. ein integraler Bestandteil der Volksrepublik China. Ich erwähne an dieser Stelle bewusst beide Sichtweisen des Status quo in der Tibetfrage, sowohl die der tibetischen Exilregierung, der meisten Nichtregierungsorganisationen und der Mehrheit der Völkerrechtsexperten2, als auch diejenige der Volksrepublik China. Der Grund liegt darin, dass es mir in der vorliegenden Arbeit weder um den völker- rechtlichen Status Tibets noch um eine allgemeine Legitimation des Anspruchs auf einen unabhängigen Staat bzw. eine ‚echte‘ Autonomie („genuine autonomy“) geht. Vielmehr ist es das Ziel dieser Arbeit eine Bilanz zu ziehen über den nun über 40 Jahre dauernden gewaltlosen Freiheitskampf der Tibeter.

Der gewaltlose Weg wird von S.H. dem Dalai Lama und der CTA seit jeher als einziger möglicher Weg bezeichnet. Die Gründe dafür sind vielfältig. In erster Linie sind das religiöse bzw. moralische Prinzipien, welche jegliche Form von Gewalt ablehnen. Aber auch realpolitisch gesehen glaubt S.H. der Dalai Lama nicht, dass durch gewalttätigen Widerstand ein Sieg erreicht werden könnte. Vielmehr würde es das Leid der Tibeter noch vergrössern.3

Der wahrscheinlich berühmteste und auf jeden Fall erfolgreichste Vertreter des ge- waltlosen Widerstands ist wohl Mohandas Karamchand Gandhi. Bis heute steht sein Name für die Befreiung von Fremdherrschaft durch gewaltlosen Widerstand. Mahatma („die grosse Seele“) Gandhi wird auch von S.H. dem Dalai Lama, obwohl sie sich nie persönlich getroffen haben, als sein Mentor bezeichnet.4

Doch ist der Erfolg Gandhis wirklich (nur) auf die Wahl seiner Mittel zurückzuführen? Waren die geopolitische Konstellation, die historischen Umstände und die Eigenschaften der konkreten Akteure (Indien und Grossbritannien) nicht zumindest genauso ausschlaggebend für den Erfolg? Wenn ja, inwieweit kann dann der gewaltlose Widerstand der Tibeter noch durch einen Verweis auf den Erfolg des indischen gerechtfertigt werden?

1. Das Ziel dieser Arbeit ist es daher folgende Fragen zu behandeln:
2. Was waren die primären Ursachen für den Erfolg des gewaltlosen indischen Freiheitskampfs?
3. Wie stellt sich die aktuelle Lage der tibetischen Diaspora dar? Welche Wege beschreitet die tibetische Exilregierung, um ihre Ziele zu erreichen?
4. Worin liegen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der heutigen Lage Tibets und derjenigen Indiens zu Beginn des 20. Jh.?
5. Was für Perspektiven bzw. Erfolgsaussichten hat der gewaltlose Freiheitskampf der Tibeter?

1.2 Abgrenzung

Um die Fragestellungen dieser Arbeit wirklich beantworten zu können, ist es not- wendig eine Reihe von Themen näher zu betrachten. Das britische Empire, der in- dische Freiheitskampf, Mahatma Gandhi, China im 21. Jh. und der tibetische Frei- heitskampf sind die Hauptthemen dieser Arbeit. Jedes dieser Themen schliesst ein gewaltiges Gebiet ein und könnte ohne weiteres alleine in einer Diplomarbeit oder gar einer Dissertation behandelt werden. Ich werde die genannten Themen daher ausschliesslich bezüglich ihrer Relevanz für die vorliegende Arbeit erörtern.

Wie bereits erwähnt geht es in dieser Arbeit nicht darum, ob der Freiheitskampf der Tibeter überhaupt eine Legitimation besitzt. Historisch gesehen war Legitimation nie ein Garant und auch keine Bedingung für den Erfolg eines Freiheitskampfs. Zudem gibt es zu diesem Thema bereits eine Fülle an Literatur und fast ebenso viele kontroverse Meinungen. Dabei werden völkerrechtliche, historische, politische und selbst moralische Argumente eingebracht.

Es soll auch nicht in erster Linie das konkrete Ziel des Freiheitskampfs untersucht werden. Dabei werden vor allem drei Möglichkeiten in der Literatur und innerhalb der tibetischen Exilgemeinschaft diskutiert: (1) die völlige Unabhängigkeit, (2) eine sogenannte ‚echte‘ Autonomie („genuine autonomy“) gemäss dem Strassburger Vorschlag von 1988 und 19965 S.H. des Dalai Lama oder (3) ein Referendum in Tibet selbst über dessen zukünftigen Status. Zwar hängen die Erfolgsaussichten bzw. die Perspektiven immer vom konkreten Ziel ab. Da aber eine Realisierung je- des dieser drei Ziele einen immensen Erfolg für die tibetische Exilregierung bedeu- ten würde, ist die Frage welches Ziel erreicht wird von sekundärer Bedeutung für diese Arbeit.

Obwohl die mittlerweile unzähligen tibetischen Nichtregierungsorganisationen eine immer bedeutendere Rolle spielen, werden ihre Aktivitäten in dieser Arbeit nicht untersucht. Es geht in dieser Arbeit in erster Linie um die offizielle Politik der Exilre- gierung unter der Führung des Dalai Lamas. Zudem existiert keine koordinierende Stelle, welche die Aktionen der verschiedenen NGOs steuert und somit ist auch keine kohärente Strategie ersichtlich, welche hier untersucht werden könnte. Dies soll den Beitrag den diese Organisationen für die Sache Tibets auf keinen Fall schmälern.

1.3 Aufbau und Vorgehen

Der Aufbau dieser Arbeit folgt den in der Zielsetzung formulierten Fragen.

Da es das Ziel dieser Arbeit ist die Perspektiven des gewaltlosen tibetischen Freiheitskampfs in einem Vergleich mit dem indischen darzustellen, soll in einem ersten Teil der indische Freiheitskampf unter Mohandas K. Gandhi untersucht werden. Den Fokus möchte ich dabei auf die beiden Akteure richten. Auf der einen Seite steht Grossbritannien zu Beginn des 20. Jh. als eine (untergehende) Grossmacht. Auf der anderen Seite Indien bzw. der indische Nationalkongress unter Führung Mohandas K. Gandhis. In diesem Teil sollen vor allem die Ursachen des Erfolgs des indischen gewaltlosen Freiheitskampfs untersucht werden.

In einem zweiten Teil werde ich mich dann dem gewaltlosen tibetischen Freiheits- kampf widmen. Wiederum werden die beiden Akteure unter die Lupe genommen. Die Volksrepublik China zu Beginn des 21. Jh. und die tibetische Exilregierung un- ter der Führung S.H. des XIV Dalai Lama. Die Analyse des gewaltlosen Freiheits- kampfs der Tibeter, konzentriert sich auf die angewendeten Mittel und die bisheri- gen Erfolge.

Im dritten Teil werde ich dann versuchen die Erkenntnisse aus den ersten beiden Teilen miteinander zu vergleichen, um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu ermitteln. Dabei soll eine erste Beurteilung der Vergleichbarkeit der beiden Konflikte abgegeben werden.

Im letzen Teil soll eine Prognose gewagt werden durch Darstellung der Perspektive(n) bzw. Erfolgsaussichten für die Tibeter bei einer Fortführung des gewaltlosen Widerstands unter zwei Gesichtspunkten.

2 DER INDISCHE FREIHEITSKAMPF

Die Erfolgsgeschichte des gewaltlosen Freiheitskampfs der Inder unter Mahatma Gandhi ist eindrucksvoll und bewundernswert. Worin liegen aber die wahren Ursa- chen seines Erfolgs? Welche Rolle spielte es, dass der ‚Gegner‘ eine europäische Grossmacht mit einer demokratischen Regierung war? Inwiefern spielten die histo- rischen Krisen wie zum Beispiel der erste und zweite Weltkrieg eine Rolle? Diese Fragen sollen durch eine Darstellung der historischen Fakten untersucht werden.

Danach wird auf Mohandas K. Gandhi und sein Konzept des gewaltlosen Wegs (‚Satyagraha‘) eingegangen. Worauf stützte Gandhi seine Ideen? Welche Mittel setzte er aus welchem Grund ein?

2.1 Historische Wurzeln und Entwicklung

2.1.1 Hintergrund der britischen Herrschaft über Indien - das Raj

Zur britischen Kolonialherrschaft über Indien, welche als Raj bezeichnet wird, gibt es bereits umfangreiche Literatur. Im Rahmen dieser Arbeit interessieren vor allem die Gründe für die Errichtung der Kolonialherrschaft. Die Entlassung Indiens in die Unabhängigkeit bedeutet, dass 1947 diese Gründe entweder nicht mehr vorhanden waren oder, dass die Argumente gegen das Festhalten an der Kolonialherrschaft überwogen.

Die britische Ostindienkompanie

Noch vor den Briten hatten die Portugiesen und die Holländer erste Handelsposten an der indischen Küste gegründet. Grossbritannien begann mit der Gründung der britischen Ostindienkompanie 1600 seine Aktivitäten im indischen Ozean und der Einfluss der Briten stieg im Verlauf des 17. Jh. während sie sich zunächst noch als Zwischenträger im innerasiatischen Handel bewährten. Dazu war jedoch kein terri- toriales Engagement nötig.6 Ausserdem wurde Indien damals von den Mogulen beherrscht, welche die Macht in Indien im 15. Jh. übernahmen.7 Die Mogul- Herrscher nahmen die europäischen Seemächte nicht als Bedrohung war. Sie wa- ren keine Seemacht und die Europäer waren daher als Händler willkommen. Eine militärische Invasion mussten sie nicht fürchten, solange die Europäer für Nach- schub jeder Art auf die kurze Zeit des Monsuns angewiesen waren.8

Zunächst betätigten sich die Briten vor allem am innerasiatischen Handel, insbe- sondere die indischen Textilien waren in Asien sehr begehrt. Die Gewinne konnten wiederum eingesetzt werden, um Güter zu kaufen, welche sie dann nach Europa verkauften. Der britische Asienhandel zeigte im 17. und 18. Jh. einen enormen Strukturwandel. Während zuerst Pfeffer und Gewürze die wichtigsten Warenexpor- te nach Europa darstellten, wurden sie bald von Textilienexporten abgelöst, welche in Europa immer höhere Beliebtheit erfuhren. Im 18. Jh. trat dann der Tee als neue und bald dominante Ware hinzu. Dieser wurde von den Gewinnen aus dem Handel mit Indien in China gekauft, und von England in alle europäischen Länder und nach Amerika exportiert. Die Briten hatten im 18. Jh. den Portugiesen und Holländern den Rang abgelaufen. Doch noch immer blieb das territoriale Engagement gering.9

Zerfall des Mogulreichs und Aufstieg zur Kolonialmacht

Erst der Zerfall des Mogulreichs und der gleichzeitig stattfindende Machtkampf zwi- schen England und Frankreich um die Vormacht über die westliche Welt sollte das britische Engagement in Indien grundlegend verändern. Sowohl in Europa als auch in Amerika und Asien standen sich die beiden europäischen Mächte gegenüber. Durch die Fragmentierung bzw. Regionalisierung der Macht in Indien, ergaben sich daher immer wieder Situationen, wo sich Franzosen und Briten als Partner der streitenden Parteien anboten und so immer tiefer in die inneren Angelegenheiten Indiens hineingezogen wurden.10 Die französische Indienkompanie („Compagnie des Indes“) hatte aus innenpolitischen Gründen grössere Finanzierungsprobleme als die britische Ostindienkompanie. Als die Überlegenheit allzu deutlich wurde, musste die Kompanie neue Kapitalquellen erschliessen. Dafür boten sich Steuer- einnahmen durch Territorialgewinne an.11 Somit traten zum ersten Mal echte Terri- torialinteressen auf, welche natürlich die entsprechende Wirkung auf die britischen Interessen hatten. Die Niederlage gegen die Briten bei Wandiwash 1760 setzte schliesslich dem französischen Traum von einem „Inde française“ ein Ende.12

Mit der Übernahme der Macht in Bengalen, der zur damaligen Zeit reichsten Provinz Indiens, wurde das Fundament für die künftige britische Herrschaft über ganz Indien gelegt. In der Folge weiteten sie ihre Macht durch Allianzen mit indischen Fürsten über den ganzen Subkontinent aus13, bis sie im Jahre 1849 ganz Indien unter ihre Herrschaft gebracht hatten.14

Doch bereits gegen Ende des 18. Jh. gab es aus England erste Stimmen von libe- ralen Parlamentariern, welche mit der imperialen Politik in Indien, unter dem Deck- mantel der Ostindienkompanie, nicht einverstanden waren.15 Trotz verschiedener kritischer Stimmen blieb Indien aber bis zum indischen Aufstand von 1857 bis 1859 unter Verwaltung der Ostindienkompanie. Vor allem das britische Parlament wollte eine direkte Kontrolle der indischen Besitzungen durch die Krone verhindern. Damit hätte der Exekutiven eine unabhängige Einnahmequelle zur Verfügung gestanden, welche keiner parlamentarischen Kontrolle unterstanden hätte. Daher wurde durch regulierende Gesetzgebung versucht eine staatliche Aufsicht zu etablieren.16

Die britische Territorialherrschaft über ganz Indien war also kein gezielter Plan, sondern vielmehr das Resultat eines Zusammenspiels der Machtverhältnisse in Europa, dem Zusammenbruch des Mogulreichs in Indien und den wirtschaftlichen Interessen der britischen Ostindienkompanie. Zugleich war der Widerspruch einer liberalen Demokratie und einem expansivem Kolonialismus und Imperialismus schon früh zu erkennen. Eine Erklärung in der Edingburgh Review versuchte diesen Widerspruch zu relativieren bzw. die Kolonialpolitik zu rechtfertigen:

„[it was] the glorious destiny of England to govern, to civilise, to educate and to improve the innumerable tribes and races whom Providence had placed beneath her sceptre“.17

Natürlich beschränkt sich diese Argumentation nicht auf das britische Empire, sondern wurde sinngemäss von den meisten imperialistischen Nationen als Legitimation angeführt, sowohl damals wie heute.

2.1.2 Das britische Empire zu Beginn des 20. Jahrhunderts

„As long as we rule in India, we are the greatest power in the world. If we lose it we shall drop straight away to a third rate power.“18

Diese Aussage des Vizekönigs, Lord Curzon, im Jahre 1901, zeigt die enorme Bedeutung Indiens für das britische Empire zu Beginn des 20. Jh.

Indien wurde noch wie knapp 50 Jahre zuvor (s. Kapitel 2.1.1) durch einen Vizekö- nig, als Repräsentant des Königs in Indien und durch einen Staatssekretär im Kabi- nett vertreten. Zur Jahrhundertwende umfasste das Raj ein Gebiet von 1'802'629 Quadratmeilen und eine Bevölkerung von fast 300 Millionen Menschen. Dies ent- sprach einem Territorium, dass grösser als das römische Reich war und fast ein Fünffaches der Bevölkerung des gesamten französischen Kolonialreichs zählte.19 Demgegenüber standen 1929 weniger als 157'000 Europäer in Indien, von denen 45'000 Frauen waren. Von den Männern waren 60'000 Soldaten und 22'000 im Dienst der Regierung. Finanzielle und personelle Grenzen, zwangen die Briten die imperiale Herrschaft zum grossen Teil auf die Inder zu stützen.20

Die grosse Bedeutung der Kolonien für Grossbritannien zeigt sich vor allem in ei- nem Vergleich mit den beiden zu dieser Zeit aufstrebenden Supermächten USA und Russland bzw. der Sowjetunion. Zu Beginn des 20. Jh. hatte das Vereinigte Königreich eine Bevölkerung von 42 Millionen, während die USA bereits 76 Millio- nen und Russland 133 Millionen Einwohner zählten. Rechnete man hingegen das britische Empire mit ein, so stieg die Bevölkerung auf über 500 Millionen und um- fasste zwischen einem Fünftel und einem Viertel der gesamten Landfläche der Er- de. Das Empire bildete für das Vereinigte Königreich eine gewaltige Quelle an ma- teriellen und menschlichen Ressourcen.21

Dominions, Kronkolonien und Indien

Doch in seiner gewaltigen Grösse lag auch gleichzeitig die Schwäche des Empire. Das britische Empire besass als Basis seiner Machtausübung lediglich ein relativ kleines europäisches Land. Seine Ressourcen waren über ein riesiges nicht zu- sammenhängendes Gebiet verteilt. Nur durch die britische Übermacht zur See konnte dieses gewaltige Territorium erhalten werden. Hinzu kam die Diversität der kolonialen Besitzungen, welche einzeln und unter geringer Kontrolle von London entstanden waren. In vielen Fällen war die britische Kontrolle sehr beschränkt. Die Dominions (Irland, Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika), wie die Kolo- nien mit weissen Siedlern genannt wurden, waren de facto innenpolitisch unabhän- gig. Eine weitere Kategorie bildeten die sogenannten Kronkolonien (u.a. Westafrika, Westindien). Diese standen unter direkterer Kontrolle und wurden eher autokratisch durch einen britischen Gouverneur regiert, welcher wiederum der Aufsicht Londons unterstand.22 Indien stellte eine Art Zwischending dar. In britisch Indien regierten sie direkt durch den sogenannten Indian Civil Service, welcher fast ausschliesslich aus Briten bestand.23 Ein Drittel des Subkontinents bestand aus ca. 600 Fürsten- tümer, welche durch indische Fürsten kontrolliert und bis auf Verteidigung und Aus- senpolitik autonom waren. Die Briten waren als eine kleine Minderheit in einem Land mit einer Bevölkerung von über einer viertel Milliarde auf Allianzen mit lokalen Führern und westlich orientierten Indern angewiesen. Diese stellten einen grossen Teil der niederen Verwaltung.24

Stellung als Wirtschaftsmacht

Obwohl das britische Empire zu Beginn des 20. Jh. seine territorial grösste Ausdehnung hatte, hatte sein Abstieg als führende Wirtschaftsmacht bereits begonnen. Dies wurde zunächst vor allem in seiner Rolle als „Werkstatt der Welt“ in den entscheidenden Gebieten der Industrie sichtbar. Während 1850 noch die Hälfte der Weltproduktion an Kohle, Roheisen und Stahl auf England entfiel, waren es 1900 gerade noch 27% bei Kohle, 22% bei Roheisen und weniger als 18% bei Stahl. Die Rolle als Welthandelsmacht sank zwar auch, doch mit einem Anteil von 19% am Welthandel war England 1900 immer noch führend.25

Veränderte Interessen

Der wirtschaftliche Stellenwert Indiens hatte sich seit dem 18. Und 19. Jh. stark verändert. Während der industriellen Revolution wandelte sich Indien von einem Textilexporteur zum grössten Importeur von britischen Textilien. Zugleich stieg die Bedeutung als Exporteur von Rohprodukten wie Opium und Indigo. Mit der industriellen Revolution wurden in Indien auch in riesige Infrastrukturprojekte investiert. Vor allem Eisenbahnen, Schienen und Brücken wurden gebaut und fast ausschliesslich aus Grossbritannien importiert. Damit war Indien ein Absatzmarkt für Industrieprodukte und eine Quelle für Agrarprodukte geworden.

Nach der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren veränderte sich die Situation er- neut. Mit der Kaufkraft war in Indien auch die Nachfrage nach Industriegütern ge- sunken und somit der Stellenwert als Absatzmarkt. Der Zerfall der Rohstoffpreise verminderte den Wert von privilegierten Zugängen zu den Quellen derselben. In- dien war nun als Quelle für Gold von Nutzen. Der Goldfluss nach London stützte den Sterling und wurde durch eine deflationäre Währungspolitik in Indien unter- stützt.

Im zweiten Weltkrieg war Indien schliesslich die Quelle für die Rekrutierung von zwei Millionen indischen Soldaten und die indische Industrie wurde zur Produktion von Kriegsgütern genutzt. Nach dem Krieg waren auch diese beiden Nutzen In- diens für das Empire verschwunden. Zudem war Indien durch seinen immensen Anteil an den Kriegskosten vom Schuldner zum Gläubiger Grossbritanniens gewor- den. Dies erleichterte die Entscheidung Indien in die Unabhängigkeit zu entlassen noch zusätzlich.26

Somit war die heimische Opposition gegenüber der Unabhängigkeit Indiens 1945 grösstenteils verstummt bzw. nur noch auf den rechten Flügel der Konservativen unter der Führung Churchills begrenzt. Die indische Armee als Bollwerk zur Vertei- digung der Interessen des Empires in Südostasien machte angesichts des starken Widerstands indischer Politiker und Militärs keinen Sinn mehr. Denn im August 1945 waren bereits 15‘740 Offiziere der indischen Armee Inder. Deren Loyalität galt mehr Indien als der britischen Krone. Auch gab es keine grosse britische Bevölke- rung bzw. Anzahl Siedler wie in Südafrika, welche im britischen Parlament grosse Sympathien gewinnen bzw. Unterstützung hätten sammeln können.27

2.1.3 Die indische Unabhängigkeitsbewegung - das Ende von britisch Indien

Während ich erst im nächsten Kapitel auf die Gandhi und sein Konzept des gewaltlosen Widerstands näher eintreten werde, möchte ich im Folgenden vor allem auf den historischen Verlauf des indischen Freiheitskampfs eingehen, welcher natürlich im grossen Mass durch Gandhi bestimmt wurde. Eine gewisse Überschneidung ist von daher leider nicht zu vermeiden.

Der Aufstand 1857

Der grosse Aufstand von 1857 wird von einigen Nationalisten als indischer Unab- hängigkeitskrieg gefeiert. Für die Briten war es eine Meuterei der indischen Söld- ner. Auf jeden Fall wurde damit einer ersten Phase des indischen Nationalismus ein Ende gesetzt.28 Neben den Söldnern beteiligten sich vor allem Grundherren, Bau- ern und ehemalige Würdenträger, die durch die neuen Herren Rechte und Privile- gien verloren hatten oder höhere Steuern zahlen mussten. Zu dieser Zeit herrschte eine allgemeine Unzufriedenheit. Das Fass zum Überlaufen brachte dann die Ver- teilung neuer Patronen, welche mit tierischem Fett geschmiert waren. Dies verletzte religiöse Reinheitsgebote der Inder. Als ein britischer Oberst 85 Soldaten zu lang- jährigen Zuchthausstrafen wegen Befehlsverweigerung verurteilte, kam es zum Aufstand. Dieser war nicht ziellos aber schlecht koordiniert und es mangelte an Führungskräften. Trotzdem dauerte es fast zwei Jahre bis der Aufstand niederge- schlagen war. Als Folge hörte die britische Ostindienkompanie nach 256 Jahren auf zu existieren und der viktorianische Staat übernahm die Herrschaft in Indien.29 Die Bedenken gegenüber einer zu grossen Macht der Krone, welche noch im 18. Jh. bestanden hatten, waren nicht mehr aktuell, da die Krone inzwischen eine verfas- sungsmässige Institution war, dessen Funktionen vom Parlament begrenzt wurde.30

Gründung des indischen Nationalkongress

Nach dem Aufstand herrschte eine Stimmung des Misstrauens zwischen den Briten und den Indern. Auch die Ziele der indischen Bildungsschicht, welche sich zwar vom Aufstand distanziert hatte, wurden für die Briten suspekt. Erst die nächste Ge- neration griff die alten Probleme und Forderungen wieder auf. Dies führte schliess- lich zur Gründung des Indischen Nationalkongresses 1885.31 Das allgemeine Ziel war es zunächst, die Briten an ihr Wort zu halten, dass das Raj zum Wohle der In- der existiere. Unter der Führung des Raj sollte Indien zu einem Staat werden, in dem die Inder ihre Belange selbst regeln konnten. Die Mitglieder des Nationalkon- gresses sahen sich als britische Staatsbürger, welche dem Empire loyal gegenü- berstanden. Es ging um mehr Mitspracherechte und Beteiligung, nicht aber um Ab- spaltung vom Empire.32 Zunächst noch gemässigt, spalteten sich bald darauf aber radikalere Gruppen ab, welche die Fremdherrschaft durch die Briten vollständig ablehnten.33 Durch kleinere Reformen und Festnahme oder Flucht der wichtigsten Führer der Extremisten schien das Empire vor Beginn des ersten Weltkriegs gesi- cherter als je zuvor.34

Der erste Weltkrieg und seine Folgen

Der erste Weltkrieg war für die indischen Nationalisten ein Kampf in dem das briti- sche Empire auf dem Spiel stand. Die Unterstützung war auf breiter Ebene gege- ben, da man glaubte, dass man sich der Selbstregierung als würdig erweisen wür- de, wenn man seinen Teil und mehr am Kriegsaufwand trägt.35 Fast eineinhalb Mil- lionen Soldaten verliessen Indien um im Krieg zu dienen. Zudem kostete der Krieg Indien über 146 Millionen Pfund und verursachte Inflation und Knappheit an le- benswichtigen Gütern. Damit hatte Indien einen entscheidenden Beitrag zum Sieg des Empires beigetragen, welcher nicht unvergolten bleiben konnte. Ausserdem wurde bereits der erste Weltkrieg auch als eine Verteidigung des Rechts von Natio- nen geführt. Zusammen mit einem langsamen Erkennen der Briten um die Zer- brechlichkeit des Raj, führte dies 1917 unter anderem zur Deklaration von E. S. Montagu, dem Staatssekretär für Indien. Darin formulierte er, das Ziel des Raj sei ein verantwortliches Regieren Indiens innerhalb des Empires, ein wachsender An- teil der Inder an der Verwaltung und die Entwicklung von Institutionen zur Selbstre- gierung. Dieses Ziel wurde von den Briten als ein langfristiges angesehen und sie wollten klar die Art und die Geschwindigkeit dieses Wechsels bestimmen. Die De- klaration sollte vielmehr eine Stütze des Empires in einer sich verändernden Welt sein, als ein Schritt in Richtung Ende des Raj. Verantwortliches Regieren bedeute- te, dass die Exekutive nach britischem Vorbild von der Legislative abhängig wurde. Bisher war die Exekutive in Indien unabsetzbar. Wenn nun die Legislative mehr Macht bekam, wuchs die Gefahr einer Lähmung der Regierung, da sie dann nicht abgesetzt werden aber auch keine Beschlüsse mehr fassen konnte. Um dies zu verhindern, formte man mit der Verfassungsreform von 1919 die sogenannte „Dy- archie“, wo ernannte britische und gewählte indische Minister gemeinsam die Re- gierung bildeten, um die indisch dominierte Legislative von einer Blockadepolitik abzuhalten.36

Gleichzeitig traten aber die sogenannten Rowlatt-Gesetze in Kraft, welche die Er- haltung der britischen Macht ohne Kriegsrecht gewährleisten sollten. Diese ent- sprachen der Fortführung von Kriegsrecht in Friedenszeiten, indem unter anderem Verdächtige ohne Prozess eingesperrt werden durften. Die Proteste gegen diese Gesetze führten schliesslich zu einem der traurigsten und berühmtesten Ereignisse im indischen Freiheitskampf, dem Massaker von Amritsar. Gleichzeitig bewirkten sie aber auch den raschen Aufstieg eines Mannes, der die weitere Geschichte In- diens entscheidend beeinflussen sollte, Mohandas Karamchand Gandhi, genannt Mahatma („die grosse Seele“).37

Amritsar und erste Satyagraha-Kampagnen

In Amritsar kam es im Frühjahr 1919 immer wieder zu Demonstrationen und Tumul- ten gegen die Rowlatt-Gesetze. Der kommandierende Offizier, war der Überzeu- gung, dass diese den Auftakt zu einem allgemeinen Aufstand bildeten. Er liess das Feuer ohne Vorwarnung auf unbewaffnete Demonstranten richten und gezielt feu- ern. Nach nur 10 Minuten gab es 379 Tote und 1500 Verletzte.38 Anstatt ein Exem- pel zu statuieren, läutete das Massaker das Ende der britischen Herrschaft in In- dien ein. Auf keinen Fall konnte das Raj mit Waffengewalt erhalten werden. Von Anbeginn waren die Briten auf die Kooperation der Inder angewiesen gewesen.

Als Gandhi 1915 aus Südafrika zurückkehrte39 war er zwar bereits als erfolgreicher politischer Führer der indischen Minderheit in Südafrika geachtet, aber sein Auf- stieg zur bestimmenden Figur im indischen Freiheitskampf begann erst während den Unruhen 1919. Als Reaktion auf die Rowlatt-Gesetze rief er die Bevölkerung zu sogenannten „Hartals“ auf, also zu Tagen an denen alle Geschäfte ruhen und die Menschen sich dem Fasten und Beten widmen sollten. Er reiste durchs Land und weihte die Menschen in sein Konzept des Satyagraha (s. Kapitel 2.2) ein. Doch die „Hartals“ weiteten sich zu Unruhen aus und es kam zu gewalttätigen Auseinander- setzungen mit den Briten.40 Zunächst beschuldigte Gandhi noch die Polizei, doch ihm wurde bald klar, dass er die Fähigkeit seiner Landsleute zur Selbstdisziplin ü- berschätzt hatte und er beendete die Kampagne am 18. April. Bereits im Juni kün- digte er aber weitere Kampagnen an.41 Er war während dieser Zeit und für lange Zeit danach bemüht, ein indisches Nationalbewusstsein jenseits der religiösen Unterschiede zwischen Hindus und Moslems zu begründen. Dafür suchte er immer wieder den Kontakt und das Gespräch mit den Führern der Moslems.42 Das Abgleiten der Hartals in Gewalt hatte Gandhi gezeigt, dass für eine politische Kampagne dieser Art eine bessere Organisation notwendig ist. Eine Umstrukturierung des Nationalkongress war für ihn unumgänglich. Der Kongress brauchte seiner Ansicht nach eine breitere Basis und eine effizientere Führung. Durch sein Charisma, seine freiwillige Armut, Einfachheit, Demut und Frömmigkeit wurde er von Hindus und Moslems geliebt und respektiert.43 Somit konnte er am Kongress im Dezember 1920 die Mehrheit der Mitglieder auf seine Seite bringen.

Bereits im Frühjahr 1920 zeichnete sich eine weitere Kampagne gegen die Briten ab. Nach der Veröffentlichung der offiziellen Berichte zum Massaker in Amritsar, begannen die ersten Boykotte im Rahmen der gewaltlosen Nichtzusammenarbeit. Es wurden nicht nur britische Waren sondern auch britische Schulen, Universitäten und Gerichtshöfe boykottiert. Auch auf Ehrentitel, Orden oder Auszeichnungen von den Briten wurde verzichtet. Doch im Verlauf des folgenden Jahres verlor die Kam- pagne den Reiz der Neuheit und wiederum schlug die Kampagne in gewalttätige Formen um. Als im Februar 1922 eine aufgebrachte Menge in Chauri Chaura 22 Polizisten zu Tode prügelte und daraufhin verbrannte, brach Gandhi die Kampagne ab.44 Die Briten hatten bis zu diesem Zeitpunkt die Kampagne ignoriert, um Gandhi nicht noch mehr Aufmerksamkeit zu geben als er ohnehin bereits besass. Erst nach dem Anschlag in Chauri Chaura wurde er verhaftet und zu sechs Jahren verurteilt, wobei er aber bereits nach zwei Jahren aus Gesundheitsgründen entlassen wurde. In diesen zwei Jahren hatte der Kongress nicht nur an Energie und Agitation verlo- ren, auch die Spannungen zwischen Hindus und Moslems hatten wieder zuge- nommen.45 Die Zeit zwischen 1919 und 1922 war für das britische Empire und ins- besondere für das Raj eine Zeit der Revolten und Unruhen. Von Irland über Ägyp- ten bis nach Arabien wurde die britische Vormacht immer wieder auf die Probe ge- stellt.46 Aber nach 1922 schien das Raj wiederum gesichert, während seine Gegner zumindest vorübergehend uneinig und geschwächt waren.47

Der Salzmarsch

Mit der Ernennung von Lord Irwin zum Vizekönig 1926 kam aber wieder Bewegung in die Unabhängigkeitsbewegung. Er unterstützte die Deklaration von Montagu von 1917 (s. S. 9), in der Grossbritannien nur noch die Verteidigung und Aussenpolitik kontrolliert, während die Inder einige finanzielle und alle sozialen Belange regeln sollten. Doch die Erklärung von Lord Irwin war unbefriedigend geblieben, da man die Inder wiederum mit vagen Zukunftsversprechen vertrösten wollte.48 Im Dezem- ber 1929 beschloss der Kongress zwei Motionen. Die erste forderte den sofortigen Dominionstatus für Indien und die zweite den Rückzug aller Briten bis zum 31. De- zember 1929. Dies war natürlich inakzeptabel für die Briten, aber ein geschickter Schachzug des Kongresses. Damit hatte der Kongress wiederum die Initiative er- griffen und seine Legitimation als einzige Stimme Indiens gestärkt. Damit sollte der Fragmentierung, welche nach 1922 eingesetzt hatte, entgegengewirkt werden. Die- se nahm zu, als klar wurde, dass das Raj mehr und mehr bereit sein wird seine Macht zu teilen. Dadurch bestand die Gefahr, dass die Briten nach der alten Weis- heit von „divide et impera“ versuchen würden ihre Macht länger zu erhalten. Der Kongress musste somit alle Gruppen überzeugen, dass er alleine ihre Interessen vertreten und somit den Briten wirksam entgegenstehen könne. In diesem Zusam- menhang ist auch die Weigerung des Kongresses zu sehen, an den Gesprächen am runden Tisch in London teilzunehmen, welche von der neuen Labour Regierung angeboten wurde. Sie waren überzeugt, dass sie von solchen Gesprächen nur als Verlierer zurückkehren könnten, da sie ihre Forderungen nie durchbringen würden.

Im Januar 1930 begann eine neue Kampagne des gewaltlosen Widerstands. Wie- derum war es Gandhi, dessen Führung unentbehrlich war. Sein Ruf war inzwischen ins Endlose gestiegen. Für viele war er ein Heiliger, dessen Bild sogar bei religiö- sen Anlässen neben dem von Hindu-Gottheiten getragen wurde.49 Er wollte die Fehler aus der ersten Kampagne nicht wiederholen, wo die Vielzahl der Boykotte eine Verzettelung der Kräfte und ein Abgleiten in Gewalt verursacht hatte. Sein nächstes Ziel war das Salzmonopol der Regierung. Das Salzmonopol des Raj stell- te trotz seiner relativ geringen finanziellen Belastung für die Inder ein Symbol für die Unterdrückung durch die Briten dar. Das Monopol auf einem der essentiellsten Stoffe, vor allem in einem subtropischen Land wie Indien, symbolisierte die Macht des Raj. Gandhi begann am 12. März einen Marsch von seinem Haus in Ahmada- bad zum 240 Meilen entfernten Dandi an der Küste von Gujarat. Um die entspre- chende öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen liess er sich von Journalisten und Kameraleuten der Wochenschau begleiten. Der Marsch entfesselte Begeisterungs- stürme und Tausende von Menschen begleiteten ihn auf seinen Aufruf hin. Am 5 April erreichte er die Küste und nahm ein Stück Salz auf, womit er gegen das Ge- setz verstiess. Die Briten ignorierten den Marsch aber führten danach Massenver- haftungen durch. Selbst Leute, die nicht am Marsch teilgenommen hatten, fingen an Wasser auf dem Marktplatz zu kochen und so Salz zu gewinnen und gegen das Monopol zu verstossen. Die Gefängnisse quollen über und eine unglaubliche öf- fentliche Resonanz auf die Kampagne war die Folge.50 Gleichzeitig lief eine weitere Kampagne zum zivilen Ungehorsam.

Doch wieder verlief die Kampagne ohne nennenswerte Ergebnisse und der Kon- gress stand im Herbst 1930 vor einer Pattsituation, da die finanziellen und perso- nellen Kosten der Kampagne stiegen. Wiederum war es an Gandhi, der seit Mai im Gefängnis sass, die Initiative zu ergreifen. Nach mehreren Anläufen trafen sich Lord Irwin und Gandhi im Februar 1931 in Dehli und schlossen den sogenannten Gandhi-Irwin Pakt, wodurch das Salzsieden für den Hausgebrauch erlaubt wurde und zahlreiche politische Gefangene entlassen wurden. Dafür musste die Kampag- ne beendet werden und Gandhi sich persönlich verpflichten an den Gesprächen am Runden Tisch in London teilzunehmen, welche für Februar und September vorge- sehen waren.51 Beide Konferenzen führten zu keinen nennenswerten Ergebnissen. Zum Einen traten die Brüche innerhalb der indischen Gesellschaft zwischen Hindus und Moslems sowie innerhalb der Hindus selbst zwischen den Unberührbaren und den anderen Kasten wieder zu Tage. Zum Anderen war die Labour-Regierung kurz vor der Konferenz im September gestürzt worden und musste eine Koalition mit den Konservativen eingehen. Seit ihrer Machtübernahme 1926 war die Labour- Regierung den Anliegen der Inder gegenüber offener als die Konservativen. Ent- täuscht über den geringen Erfolg nahm Gandhi in der Folge die Kampagne des zivi- len Ungehorsams wieder auf, welche er erst im Frühjahr 1933 beendete.52

India Bill

Mit dem in Kraft treten der Verfassungsreform, der sogenannten „India Bill“ im Au- gust 1935, wurde den britisch-indischen Provinzen Selbstregierung gewährt. Zu- dem war ein indischer Bundesstaat vorgesehen, falls eine bedeutende Zahl der indischen Fürstentümer zustimmen würde. Bis dahin aber würde die Verteidigungs- und Aussenpolitik und damit die zentrale Macht in Indien in britischen Händen blei- ben. Zur gleichen Zeit machte eine Gruppierung wieder vermehrt von sich hören, die sogenannte „India Defence League“ deren prominenteste Vertreter unter ande- rem der berühmte Autor Kipling und der spätere Premierminister Winston Churchill waren. Unterstützt von Teilen der Presse liessen sie verschiedene Pamphlete ver- öffentlichen, welche vor allem jede Form des Widerstands gegen das Raj verurteil- te. Neben den Errungenschaften, welche die Briten den Indern gebracht hätten, wurde auch die Wichtigkeit Indiens für das Empire betont (s. Zitat Curzon Kapitel 2.1.2). Wenn Grossbritannien Indien aufgäbe, würde das Land unter der Hindu- Regierung moralisch degenerieren und vielleicht sogar den Kommunisten in die Hände fallen. Doch die Versuche der Gruppe die konservativen Parlamentsmitglie- der zu überzeugen, schlugen fehl. Unter der Führung von Premierminister Baldwin wurde der Kurs Richtung Dominionstatus für Indien wieder aufgenommen.53 Die Wahlen in Indien von 1937, welche aufgrund der Verfassungsreform durchgeführt wurden, führten zu einem Sieg der Kongresspartei in den meisten britisch-indischen Provinzen. Zuvor stand die Kongresspartei vor einem Dilemma. Sollte sie die Wah- len boykottieren, da sie weit weniger versprachen als die Unabhängigkeit, welche sie forderten, und damit das Feld den anderen Parteien überlassen, oder sollte sie teilnehmen und so versuchen das Ziel von Innen heraus zu erreichen. Der Ent- schluss zur Teilnahme wurde von Jawaharlal Neru, dem ersten Premierminister des unabhängigen Indien und damaligem Präsident des Kongresses, folgendermassen gerechtfertigt:

„We go the Legislatures not to co-operate with the apparatus of British imperialism, but to combat the Act [the India Bill] and to seek to end it“.54

In der Zeit bis zum Ausbruch des zweiten Weltkriegs bestimmten dann parteiinterne Konflikte und Politiken die Aktivitäten des Kongresses. Doch mit der einseitigen Kriegserklärung des Vizekönigs, ohne vorherige Konsultation der indischen Politiker, endete diese Phase mit dem Rücktritt der diversen Kongressregierungen in den Provinzen, wo sie die Mehrheit bildeten.55

Der zweite Weltkrieg

Oberflächlich schien das Raj noch gegen Ende 1941 in einer starken Position. Nach zwanzig Jahren des Ringens und der Konzessionen war Indien immer noch in Abhängigkeit und wurde von London regiert. Doch in Wirklichkeit hatte sich viel verändert, da die Inder inzwischen einen grossen Teil der Verwaltung übernommen hatten. Nur noch knapp ein Zehntel der Richter waren Briten und auch im „Indian civil Service“ waren die Inder mittlerweile zahlenmässig überlegen. In London und Dehli waren Überlegungen im Gange, wie die Macht letztendlich an die Inder über- geben werden konnte. Die beiden Kontrahenten um die Macht, der indische Natio- nalkongress und die Muslimliga, waren nicht zu einer Zusammenarbeit bereit und eine Teilung, welche eine Schwächung Indiens bedeutet hätte, kam weder für die Briten noch die Hindus in Frage. Nichtsdestoweniger war die Mehrheit der Inder überzeugt, dass die Unabhängigkeit bei Kriegsende unweigerlich kommen würde.56

Bis zum raschen Vordringen der Japaner in Südostasien glaubte der Vizekönig, Lord Linlithgow, dass während des Krieges keine weiteren Konzessionen an die Inder nötig seien. Doch die Ereignisse zwangen London weitere Zugeständnisse zu machen, um Indien als aktiven Partner zu gewinnen. Auch der steigende Druck von amerikanischer Seite stellte Churchill unter Zugzwang. Für Präsident Roosevelt war nicht nur die indische Unterstützung in Südostasien wichtig, die USA standen auch für das Selbstbestimmungsrecht der Völker, welches in der Atlantikcharta, dem Vor- läufer der UNO-Charta, formuliert wurde. Die Briten waren zu einem Juniorpartner geworden und konnten die Meinung der USA nicht einfach ignorieren.57 Die Mission von Sir Stafford Cripps im März 1942 sollte eine politische Lösung bringen. Doch durch die Widerstände des Vizekönigs und Churchills konnte er den Indern keine Garantien geben und die Gespräche scheiterten. Die Reaktion des Kongresses war die sogenannte „Quit India resolution“. Darin wurden alle Briten aufgefordert Indien zu verlassen. Bevor jedoch eine Kampagne zur Unterstützung der Resolution ge- startet werden konnte, wurde die gesamte Kongressführung verhaftet. Damit war das Problem natürlich nicht gelöst. Vielmehr brachen daraufhin, unterstützt von jüngeren militanteren Nationalisten des Kongresses, Revolten in weiten Teilen In- diens aus. Doch die Aufstände kamen schnell zum Erliegen und auch die japani- sche Offensive kam bald ins Stocken.58 Ein letztes Mal hatten die Briten das Raj durch Waffengewalt erhalten können. Bis zum Ende des Krieges mussten die Bri- ten den Nationalisten keine Zugeständnisse mehr machen. Vielmehr spielten sie wieder die verschiedenen Interessengruppen Indiens gegeneinander aus.

Das Ende des Raj

Ende Juli 1945 gewann Labour wieder die Mehrheit im britischen Parlament. Wie zu erwarten zeigte die neue Regierung mehr Interesse und Verständnis für die An- liegen der Inder als die Regierung Churchill. Clement Attlee, der neue Premiermi- nister, wollte sich aus Indien zurückziehen, nachdem eine politische Einigung erzielt worden wäre, welche Indien zu einem freundschaftlichen Partner innerhalb des Commonwealth umgewandelt hätte. Es wurde kein Zeitplan aufgestellt, doch für die Nationalisten war es nur noch eine Frage von zwei bis drei Jahren.59 1945 war die Kongresspartei längst nicht mehr die einzige relevante Gruppe in der indischen Un- abhängigkeitsbewegung. Die Muslimliga hatte enorm an Gewicht gewonnen, auch durch ihre Unterstützung der Briten während dem Krieg. Ihre Forderung nach ei- nem unabhängigen muslimischen Staat, namens Pakistan, wurde immer lauter. Daneben spielten verschiedene kleinere Gruppierungen noch eine Rolle, welche alle eigene Interessen verfolgten. Somit sollte die Entlassung Indiens in die Unab- hängigkeit noch ein kompliziertes Unterfangen werden. Weder eine Teilung Indiens in einen muslimischen und hinduistischen Teil, noch eine Zersplitterung in Fürsten- tümer und Bundesstaaten war im Interesse der Briten und der Kongresspartei. Für die Briten war ein starkes Indien innerhalb des Commonwealth insbesondere von strategischem Wert (nachdem der ökonomische Wert nicht mehr vorhanden war), vor allem um es dem wachsenden russischen Einfluss zu entziehen. Damit verfolg- ten diese beiden Gruppen bereits ein gemeinsames Ziel. Ausserdem konnten die Kongresspartei und die Labourpartei, seit der ersten Labour-Regierung 1924, auf eine lange Allianz zurückblicken.60

Es wurden Wahlen auf Ende des Jahres angesetzt. Damit sollte der Willen der In- der festgestellt und der Weg zu letzten Verhandlungen geebnet werden. Es wurde noch keine Entscheidung bezüglich der Teilung getroffen. Die Briten hofften, dass dies auch nicht nötig sein würde, da die Kongresspartei (von dessen Sieg sie über- zeugt waren), vor die Wahl gestellt zwischen einer Teilung und einer gesamtindi- schen Regierung, den Muslimen genügend Konzessionen machen würde.61 Doch für die Muslimliga war die Teilung bereits beschlossene Sache. Die Wahlen führten zu den erwarteten Ergebnissen. Sowohl Kongresspartei, als auch Muslimliga ge- wannen in den erwarteten Provinzen die Mehrheiten. Somit war wieder eine Pattsi- tuation erreicht, wo die beiden wichtigsten Parteien nicht zu einer Einigung fähig waren. Schliesslich wurde eine Drei-Ebenen-Struktur für Indien vorgeschlagen. Die oberste Ebene, der Bundesstaat sollte, das ganze Raj umfassen, aber nur für die Aussen- und Verteidigungspolitik zuständig sein. Die unterste Stufe sollten die Pro- vinzen bilden, welche weitgehend autonom wären. Als mittlere Stufe schlugen sie Provinzgruppen vor, welche untereinander Sachverhalte von gemeinsamen Inte- resse regeln könnten. Auf dieser Ebene sollte Pakistan existieren, als eine Gruppe von Provinzen, in denen die Muslime die Mehrheit bildeten. Die Reaktionen darauf waren gemischt. Da viele Details noch ungeklärt waren, blieb viel Platz für unter- schiedliche Interpretationen. Vor allem der Mangel an einer klaren Bekundung des

[...]


1 Ministry of Foreign Affairs of the People’s Republic of China (2004), Online im Internet.

2 Vgl. International Commission of Jurists (1960), S. 5, 139-165; Vgl. International Commission of Jurists (1997), S. 63.

3 Vgl. Dalai Lama (1992), 97, 98, 146, 160, 233; Vgl. Dalai Lama (1990b), S. 116; Vgl. The official website of the Central Tibetan Administration (2002), Online im Internet; Vgl. Dalai Lama (2000), S. 19.

4 Vgl. Dalai Lama (1990), S. 21; Vgl. Dalai Lama (1990a), S. 129, S. 131; Vgl. Dalai Lama (1990b), S. 116.

5 Vgl. The Department of Information and International Relations (1994), S. 41-46; Vgl. The Government of Tibet in Exile (1996), Online im Internet.

6 Vgl. Rothermund (1989), S. 65.

7 Vgl. Westphal (1980), S. 62-63; Vgl. Rothermund (1989), S. 57.

8 Vgl. Kulke und Rothermund (1998), S. 273.

9 Vgl. Rothermund (1989), S. 66.

10 Vgl. Kulke und Rothermund (1998), S. 283-284.

11 Vgl. James (1998), S. 17.

12 Vgl. Kulke und Rothemund (1998), S. 289; Rothermund (1989), S.74.

13 Vgl. Westphal (1980), S. 159-174.

14 Vgl. James (1998), S. 118.

15 Vgl. Rothermund (1989), S. 77.

16 Vgl. James (1998), S. 293.

17 James (1998), S. 294.

18 Dilks (1969, S. 170, zit. in Brown und Louis, 1999, S. 5).

19 Vgl. Brown und Louis (1999), S. 5.

20 Vgl. Brown und Louis (1999), S. 423.

21 Vgl. Reynolds (1991), S. 25.

22 Vgl. Reynolds (1991), S. 27.

23 Vgl. Brown und Louis (1999), S. 7.

24 Vgl. Reynolds (1991), S. 27.

25 Vgl. Röder (1982), S. 117.

26 Vgl. Rothermund (1998), S. 34-37.

27 Vgl. James (1998), S. 588-589.

28 Vgl. Rothermund (1989), S. 89.

29 Vgl. Kulke und Rothermund (1998), S. 315-319.

30 Zwischen 1689 und dem Reform Act 1832 verlor der Souverän konstant an Macht gegenüber dem Parlament. Vgl. Bogdanor (1995), S. 10-19.

31 Vgl. Rothermund (1989), S. 90.

32 Vgl. James (1998), S. 352.

33 Vgl. Kulke und Rothermund (1998), S. 350-352.

34 Vgl. Kulke und Rothermund (1998), S. 328-329.

35 Vgl. James (1998), S. 439.

36 Vgl. Kulke und Rothermund (1998), S. 331.

37 Vgl. Kulke und Rothermund (1998), S. 356.

38 Vgl. James (1998), S. 473.

39 Gandhi verbrachte insgesamt fast 21 Jahre in Südafrika, wo er zuerst als Anwalt tätig war. Dort entwickelte er auch sein Konzept des passiven Widerstands, Satyagraha.

40 Vgl. Gandhi, Online im Internet.

41 Vgl. James (1998), S. 470-471, 474-475.

42 Vgl. Kulke und Rothermund (1998), S. 358-359.

43 Vgl. Gandhi, Online im Internet.

44 Vgl. James (1998), S. 484-487.

45 Vgl. Kulke und Rothermund (1998), S. 361.

46 Vgl. James (1998), S. 481.

47 Vgl. James (1998), S. 519.

48 Vgl. Kulke Rothermund (1998), S. 363.

49 Vgl. James (1998), 523.

50 Vgl. Kulke und Rothermund (1998), S. 363-364; Vgl. James (1998), S. 525.

51 Vgl. James (1998), S. 530.

52 Vgl. Kulke und Rothermund (1998), S. 366-367.

53 Vgl. James (1998), S. 532-534.

54 James (1998), S. 535.

55 Vgl. Kulke und Rothermund (1998), S. 369-371.

56 Vgl. James (1998), S. 541.

57 Vgl. James (1998), S. 557.

58 Vgl. Kulke und Rothermund (1998), S. 371-373.

59 Vgl. James (1998), S. 585.

60 Vgl. James (1998), S. 587-588.

61 Vgl. James (1998), S. 590.

Ende der Leseprobe aus 69 Seiten

Details

Titel
Perspektiven des gewaltlosen Freiheitskampfs der Tibeter - dargestellt aus einem Vergleich mit dem Beispiel Indiens
Hochschule
Universität St. Gallen
Note
2+
Autor
Jahr
2004
Seiten
69
Katalognummer
V50393
ISBN (eBook)
9783638466240
Dateigröße
721 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Perspektiven, Freiheitskampfs, Tibeter, Vergleich, Beispiel, Indiens
Arbeit zitieren
Kelnor Panglung (Autor), 2004, Perspektiven des gewaltlosen Freiheitskampfs der Tibeter - dargestellt aus einem Vergleich mit dem Beispiel Indiens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50393

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