Was macht das Fernsehen mit den Kindern von heute?


Hausarbeit, 2004
19 Seiten, Note: 1,2

Leseprobe

Inhalt:

1. Einleitung

2. Kindheit heute

3. Medien im Wandel
3.1. Aktuelle Situation
3.2. Kinder und Fernsehen
3.3. Kinder und Werbung

4. Folgen und Auswirkungen des Fernsehkonsums
4.1. Physiologische Wirkungen
4.2. Gefahr der sozialen Isolierung
4.3. Medienabhängigkeit
4.4. Fernsehen als Gewaltförderer?

5. Zwischenbilanz

6. Forschungsprojekt
6.1. Vorbereitung
6.2. Fragebogen

7. Schlusswort

Literatur

1. Einleitung

Die Medien und insbesondere das Fernsehen nehmen in unserer heutigen Gesellschaft einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Für viele Kinder und Jugendliche stellt fernsehen bereits die wichtigste Freizeitbeschäftigung dar und auch viele Erwachsene verbringen zunehmend mehr Zeit damit. Es gibt keinen Zweifel, dass wir in unserem Informationszeitalter auf Medien angewiesen sind. Doch die Frage ist, ab wann wir uns „überinformieren“ und welchen Einfluss Medien auf uns - insbesondere auf Kinder und Jugendliche - ausüben. Bedenkt man das gegenwärtige Ausmaß des Medienkonsums, kann man annehmen, dass der Einfluss über Medien teilweise größer ist, als manche direkte Einflussnahme von Elternhaus oder Schule. Damit werden Medien wie Fernsehen oder Internet zu wichtigen Sozialisationsinstanzen. Die Frage nach den Folgen und Auswirkungen des Fernsehens und die Angst vor möglichen Gefahren ist berechtigt. Somit hat die Wissenschaft mit dem wachsenden Konsum der Medien seit einiger Zeit auch neues Untersuchungsmaterial.

In fast allen Haushalten der Bundesrepublik befindet sich mindestens ein Fernsehgerät. Viele Haushalte haben sogar ein Gerät im Kinderzimmer. Viele Menschen sehen fern, um ihre Stimmung zu bessern oder sich von der Langeweile abzulenken. Der Zuschauer erhält beim Einschalten sofort eine Belohnung in Form von Entspannung und Zerstreuung. So wird Fernsehen leicht zur Belohnung und kann sogar süchtig machen.

In der wissenschaftlichen Diskussion ist umstritten und auch meiner Meinung nach schwierig festzustellen, wie genau sich die exzessive Nutzungsdauer und die Inhalte des Fernsehens auf die Entwicklung der Heranwachsenden auswirkt. Bei Eltern und Kindern selbst spiegelt sich diese Unsicherheit in der Beurteilung von Fernsehen wieder. Diese Unsicherheit wird geschürt durch Thesen wie: „Bunt flimmert das Verderben. Kinder und Jugendliche sehen unkontrolliert fern. Die Folgen: Sie vereinsamen“ (Pfeiffer, 03), „Fernsehen wurde nicht für Idioten geschaffen – es erzeugt sie“ (Zintz, 03) oder „ Kinder ohne Fernsehen sind weniger brutal“ (www.3sat.de)

Es gibt zahllose Untersuchungen, die sich mit dem Medienkonsum von Kindern und den möglichen Auswirkungen befassen. Doch die Ergebnisse sowie die Meinungen zum Thema Folgen des Fernsehens gehen nach wie vor weit auseinander.

Im folgenden möchte ich einen kurzen Überblick über Chancen und Gefahren von Medien und deren Nutzung von Kindern geben. In diesem Zusammenhang habe ich für Kinder einen Fragebogen zusammengestellt, mit dem die während meiner Arbeit auftretenden Fragen und Hypothesen geprüft werden können.

2. Kindheit heute

Die Phase der Kindheit befindet sich in permanenter Veränderung. Betrachtet man die Geschichte dieses Lebensabschnittes kann man eine Vorverlagerung von bestimmten sozialen Kompetenzen und Rollen von der Jugend ins Kindesalter beobachten. Neil Postman führt dieses „Verschwinden der Kindheit“ auf die massenmediale Verbreitung von Wissensbeständen zurück (Postmann, 1983). Nach seiner Auffassung begann mit der Erfindung des Fernsehens eine Entwicklung, die den Raum der Kindheit langsam auflöst. Die „mündliche Kommunikation“ und die gleiche Wissensumwelt für alle, ähneln – laut Postmann – vormittelalterlichen Zuständen.

Durch die Erfindung des Buchdrucks Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Kindheit von der Erwachsenenwelt getrennt und somit neu entdeckt. Nachdem das 18. Jahrhundert entscheidend dazu beigetragen hat, die Idee der Kindheit zu entfalten und zu verbreiten, wirkte die, ab dem 19. Jahrhundert einsetzende „optische Revolution“ gegen die Kindheit. Denn mit der Entstehung einer Symbolwelt aus Bildern entstand eine Bedrohung von Sprache und Literalität und kann somit als Hauptursache für den Rückgang bzw. die Verdrängung der Kindheit gesehen werden (vgl. ebd.). Durch die Verbreitung von Wissensbeständen auf visuellem Weg besteht keine altersbedingte Grenze mehr zur Erlangung von Informationen. Somit löst sich die Vorstellung eines gesellschaftlichen Schonraums, der die Kinder vor Gefährdungen der Welt außerhalb der Familie schützt, auf. Das mag nun nicht allein an der altersübergreifenden Vermittlung von Wissen und Informationen liegen, aber Tatsache ist, dass sich die Kindheit allein durch die Medien stark verändert.

Betrachtet man beispielsweise die Lebensweise von Kindern weltweit, so gleicht sich diese, was die Mediennutzung betrifft, an. Überall spielen Kinder die gleichen Videospiele, die gleichen Musik-Videos und Fernseh-Serien, sie tragen die gleichen Markenklamotten und essen das gleiche Essen, hergestellt von den Lebensmittel-Multis mit den gleichen Zusatzstoffen wie künstliche („naturidentische“) Aromen, Geschmacksverstärkern und Konservierungsstoffen. Überall auf der Welt sehen die Kinder die gleiche Fernsehwerbung und verlangen dann von ihren Eltern Milchschnitten, Fruchtzwerge, Schoko-Müsli, Cola, Energy-Drinks, Powerade-Sportgetränke und McDonalds - Produkte. Das zeigt, dass Kinder heute als Konsumenten mehr denn je ernst genommen werden und dass Medien und insbesondere die Werbung, sich auf Kinder und ihre „Bedürfnisse“ einstellen.

Auch die Struktur der Familie hat sich in ihrer Entwicklung während der letzten beiden Jahrhunderte mehrfach gewandelt. Besonders in den letzten drei Jahrzehnten hat sie sich sehr geändert. Während bis in die 60er-Jahre das Modell vorherrschte, dass sich die Mutter als Hausfrau um die Kinder kümmerte und die Väter für das Einkommen sorgten, hat sich diese klare Rollenverteilung in den letzten Jahren verschoben. Nicht nur Väter sind berufstätig, sondern auch immer mehr Mütter. Hinzu kommt, dass besonders bedingt durch die wachsende Scheidungsrate, mehr und mehr Kinder bei Alleinerziehenden aufwachsen.

Insgesamt geht die Zahl der Kinder stetig zurück und gleichzeitig wächst die Zahl der älteren Menschen.

Von der Gesellschaft und auch von den Eltern scheinen viele Kinder heute nicht mehr so „erwünscht“ zu sein. Das Leben mit Kindern ist in manchen Innenstadtbezirken der Metropolen heute schon zur Ausnahme geworden. In den meisten teuren Wohnlagen der Innenstädte dominiert die Form des Ein- oder Zweipersonenhaushalts. Familien mit zwei oder mehr Kindern können sich oft keine große teuere Wohnung in einem Innenstadtbezirk leisten.

Insgesamt zeigen die neueren Daten des Mikrozensus (www.destatis.de/presse/ deutsch/pk/2001/leben_arbeiten.pdf), dass das Leben als Single heute die häufigste Lebensform in Deutschland ist.

Bis vor kurzem war der Familienbegriff eindeutig definiert und mit der biologischen Elternschaft verbunden. Doch die neue Vielfalt der Lebensformen zwingt zu einem Umdenken und zu einem neuen Verständnis von Familie. Die alte Definition als "Vater, Mutter & Kind" muss ersetzt werden durch eine neue Definition, welche die intime Beziehung und die generationen-übergreifende Struktur betont. Auch die rechtliche Definition der Familie über die Eheschließung ist heute überholt.

3. Medien im Wandel

3.1. Aktuelle Situation

So wie sich Familie und Kindheit im ständigen Wandel befinden, so ändert sich auch das Angebot und die Nutzung der Medien. Ohne Medien wäre die Gesellschaft heute nicht mehr vorstellbar. Dabei wird der Fernseher am häufigsten genutzt.

Bis in die 70er Jahre hinein gehörte das Fernsehgerät zu den Luxusgütern und in den neuen Bundesländern musste bis 1989 sogar mehrere Jahre (!) nach Bestellung auf ein solches gewartet werden. Heute befindet sich in fast allen Haushalten der Bundesrepublik mindestens ein Fernsehgerät und fernsehen an sich hat längst den Hauch des Besonderen verloren.

Ist meine Generation noch groß geworden mit dem Fernseher als Familienmittelpunkt und als reines Unterhaltungsmedium, wird heute in einigen Fällen schon „Medienabhängigkeit“ diagnostiziert, auf die ich später noch eingehen werde.

Doch auch andere Medien haben entscheidende Funktionen und befinden sich im Wandel (u.a. bedingt durch gesellschaftliche Veränderungen). Das Telefon beispielsweise ist ein entscheidendes Kommunikationsmittel, ergänzt durch mobile Funktelefone und den SMS – Service. Auch zur Entspannung wird auf Medien zurückgegriffen (Musik, Zeitschriften, Computerspiele). Schließlich sind Bildung und Weiterbildung immer wichtiger geworden und ohne Medien (Bücher, Fernsehen, Internet) nicht mehr denkbar.

Diese uns heute so vertraute Medienwelt ist aber in mancher Hinsicht noch gar nicht so alt, wie die folgende Aufstellung zeigt. Die Erfindung von Medien nimmt eine immer rasantere Entwicklung an. Betrachtet man die Zeit, ist die Hälfte der hier ausgewählten, für uns heute wichtigen Medien, erst 50 Jahre alt. Unverhältnismäßig lang dagegen wirken die fünf Jahrhunderte davor:

1450 Buchdruck

1609 Zeitung

1682 Zeitschrift

1829 Fotografie

1875 Telefon

1895 Film

1920 Rundfunk

1950 Tonbandgerät

1954 Fernsehen

1969 Internet-Gründung

1971 Satellitenfernsehen

1981 Personal Computer

1983 CD-Player

1989 World Wide Web

1990 Mobilfunk

2000 Highspeed-DSL

Die Frage, wie die Medienwelt in weiteren 50 Jahren aussieht, bleibt wohl offen. Es liegt aber nah, dass die Entwicklungen und Erfindungen von Neuheiten im multimedialen Bereich immer schneller ansteigen werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Was macht das Fernsehen mit den Kindern von heute?
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Medienpädagogik)
Veranstaltung
"Kinder und Medien"
Note
1,2
Autor
Jahr
2004
Seiten
19
Katalognummer
V50406
ISBN (eBook)
9783638466363
ISBN (Buch)
9783638791588
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fernsehen, Kindern, Kinder, Medien
Arbeit zitieren
Claudia Franke (Autor), 2004, Was macht das Fernsehen mit den Kindern von heute?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50406

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