Welche Rolle spielen die biografischen Elemente in Goethes "Die Leiden des jungen Werther"?


Hausarbeit, 2017

17 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Gestaltung des Werks
2.2 Werküberblick

3. Inhalt und Interpretation des Werkes „ Die Leiden des jungen Werther “

4. Rolle von biographischen Elementen im Text
4.1 Vergleich zwischen Goethes Leben und seinem Werk
4.2 Psychoanalytische Interpretation der Schwesterbeziehung Goethes

5.Schlusswort

6. Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Im Rahmen des Hauptseminars „Goethe: Die Leiden des jungen Werther “ wird diese Hausarbeit anhand der theoretischen Basis und Literaturhilfe geschrieben. Das Thema, das dargestellt wird, handelt von Goethes Leben und seinem Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“. Außerdem werden biographische Elemente im Werk erwähnt und somit ein Vergleich zwischen Goethes Leben und seinem Werk ermöglicht.

Zunächst werden zusammenfassend Angaben über Goethes Leben berichtet und anschließend ein Werküberblick dargestellt.

Des Weiteren werden der Inhalt und eine Interpretation des Werkes geschildert.

Darüber hinaus wird im vierten Kapitel die Rolle von biographischen Elementen im Text erwähnt, die sowohl mit einem Vergleich zwischen Goethes Leben und seinem Werk als auch mit einer psychologischen Annäherung von Goethes Schwesterbeziehung ermöglicht wird.

Zum Schluss wird im fünften Kapitel ein Schlusswort präsentiert und danach das Literaturverzeichnis genannt.

2. Gestaltung des Werks

2.1 Johann Wolfgang von Goethe und sein Leben

Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1749 in einer der vermögendsten Städten deutscher Lande1, in Frankfurt am Main geboren. Seine Mutter Catharina Elisabeth, geborene Textor2, stammte aus einer Gelehrten und Beamtenfamilie und sein Vater Johann Caspar kam aus einer bürgerlichen Familie und war Jurist und kaiserlicher Rath. Fünf Geschwister folgten seiner Geburt nach, aber nur Cornelia Friederica Christiana überlebte. Während seiner Kindheit wurde er zunächst von seinem Vater unterrichtet und danach hauptsächlich von Hauslehrern. Auf drängen seines Vaters nahm er später ein Studium der Juristerei in Leipzig und Straßburg auf. Und danach im Jahre 1771 war er Advokat3 in Wetzlar tätig. 1772 verliebt er sich unglücklich in die schon verlobte Charlotte Buff, kurz „ Lotte “ genannt und diese unerfüllte Liebe regte Goethe zu seinem Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ an, der nur in vier Wochen entstanden wurde. Im Jahre 1775 verlobt er sich mit Anna Elisabeth Schönemann, aber bald darauf erfolgte wieder eine Trennung. 1776 folgte er dem Ruf des Herzogs Karl August von Sachsen - Weimar zu einer ministeriellen Tätigkeit in Weimar. Mit seiner engen Beziehung zu der unglücklich verheirateten Charlotte von Stein fasste Goethe den Entschluss in Weimar zu bleiben. Im Jahre 1777 starb seine Schwester Cornelia. Die amtliche Tätigkeit löste nach dem ersten Weimarer Jahrzehnt eine persönliche Krise aus, der sich Goethe durch die Flucht nach Italien entzog4. Dort empfand er eine innere Ruhe und somit vollendete er wichtige Werke wie: Iphigenie, Egmont, Tasso und Faust. Als er seine Italienreise aufbrach und im April 1788 zurückkehrte entstand für ihn eine Liebesbeziehung zu Christiane Vulpius5 und im gleichen Jahr kam Goethes erste Begegnung mit Friedrich Schiller6. Bemerkenswert ist, dass ihre intensive anfängliche Freundschaft, die sich zwischen beiden entwickelt wurde, nur aus einem ständigen Briefwechsel entstand. Es ist aber auch zu beachten, dass der Stil der Weimarer Klassik von dieser Zusammenarbeit hervorging. Im Jahre 1815 verliebt er sich in Marianne, die Frau seines Freundes von Willemer und dies führte zur Entstehung des Werkes von „West – östlicher Divan“, während seine Frau am 6. Juni 1816 starb.

Was seine Werke betrifft, so umfasst seine literarische Produktion Lyrik, Dramen, Epik, autobiographische, kunst- und literaturtheoretische und wissenschaftliche Schriften7. Er gilt als der Vorbereiter und Vertreter des Sturm und Drang. Sein Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ machte ihn in Europa sehr berühmt. Sein „ Faust “ gilt als das bedeutenste Werk der deutschen Literatur und seine Werke gelten unbestreitbar als die Meisterwerke der Weltliteratur.

Johann Wolfgang von Goethe starb am 22 März 1832 und wurde neben Schiller in der weimarer Fürstengruft beigesetzt.

Eine kleine Auswahl von seinen bekanntesten Werken ist die Folgende:

- Zum Schäkespears Tag (1771)
- Die Leiden des jungen Werther (1774)
- Stella (1776)
- Iphigenie auf Tauris (1776)
- Egmont (1788)
- Römische Elegien (1788)
- Torquato Tasso (1789)
- Faust, ein Fragment (1790)
- Xenien (1796)
- Metamorphose der Tiere (1806)
- Farbenlehre (1810)
- Faust, zweiter Teil (1831) und viele andere.

2.2 Werküberblick

Die Leiden des jungen Werther wurde im Jahre 1774 von Johann Wolfgang von Goethe als Briefroman in erster Auflage veröffentlicht und wird in datierten Briefen die Geschichte über Werthers aussichtslose Liebe zu der bereits Verlobten Charlotte, kurz Lotte genannt, berichtet. Der Schauplatz des Romans ist das Dorf Wahlheim und seine Umgebung.

Goethes Inspiration für diesen Roman findet sich wohl in seiner Zeit als Praktikant am Wetzlarer Reichskammergericht wieder, währenddessen er Charlotte Buff und ihrem Bräutigam Johann Christian Kestner kennen lernt. Seine Zuneigung zu Charlotte Buff lässt sich gut mit dem Verhältnis zwischen Werther und Lotte S. vergleichen, denn beide Frauen sind schon einem Anderen versprochen, wobei sowohl Goethe als auch Werther die Leidtragenden sind.

Goethes Personenkonstellation wird durch einen Dreieckskonflikt bestimmt, wie man den Konflikt zwischen zwei Männern und einer Frau oder umgekehrt bezeichnet. Werther tritt als Dritte in die bestehende Beziehung von Lotte und Albert. Als Lotte ihn aber zurückweist, sieht er keinen anderen Ausweg mehr, um diese unglückliche Liebe zu beenden, als sich selbst das Leben zu nehmen.

Werther lebt zwischen Polaritäten und konträren Regelwerken und Lotte sieht auch ihre eigene Schuld zumindest in Teilen in seinem Leiden, Schuld, die ihr ganzes Leben verfolgen wird.

Das Buch erhielt abschließend nicht nur Lob, sondern auch heftige Kritik, meistens über das Ende des Buches, was den Selbstmord betrifft. Man warf Goethe vor, er nehme keine moralische Position gegen den Selbstmord ein, es wäre eher eine Empfehlung des Selbstmordes. Durch die vielen Folgeselbstmorde wurde der Briefroman sogar in Leipzig verboten.

3. Inhalt und Interpretation des Werkes „ Die Leiden des jungen Werther “

Die Geschichte des jungen Werthers ist in zwei Büchern aufgeteilt. Die Handlung spielt um das Jahr 1771 in Deutschland und besteht aus einem Briefroman, in dem die Briefe von Werther an seinen Freund Wilhelm geschrieben sind. Er berichtet seinem Freund, was er auf seiner Reise alles erlebt hat, aber vor allem Privates über sein Leben, Denken und seine persönliche Erfahrungen.

Zu Beginn des Briefromans hat der junge Rechtspraktikant Werther seine Heimat bereits hinter sich gelassen und ist die Welt ausgezogen. Einerseits wollte er von einer Liebesbeziehung entfliehen und andererseits bekam er einen Auftrag von seiner Mutter, einen Erbteil bei einer Tante einzufordern. Letztendlich aber landete er in dem Orte Wahlheim.

Hier im Dorf knüpfte er Kontakte mit der Bevölkerung, zeichnete, las seinen Homer und schrieb Briefe an seinen Freund Wilhelm. Die idyllische Natur faszinierte ihn und somit fand er seine innere Ruhe.

Im Laufe seiner Anwesenheit in der Stadt traf er sich zum ersten Mal mit Charlotte S. und verliebte sich sofort in sie. In seinem Brief vom 16. Juni beschrieb Werther seinem Freund, wie diese erste Begegnung stattfand.

Er war mit Begleitung in einer Kutsche auf dem Weg zu einem Ball bei Amtmann S. und auf dem Weg dorthin wollten sie zwischendurch Charlotte aufpicken. Werthers Begleitung warnte ihn bereits davor, sich nicht zu verlieben, da Charlotte bereits vergeben war8. Auf dem Ball bat Werther Lotte um einen Tanz, den sie ihm schließlich gewährte, trotz der Ermahnung ihrer Freundinnen, dass sie schon verlobt war. Als beide zugleich nach einem heftigen Sommergewitter beim Anblick der Natur dasselbe Gedicht einfiel, galt dies Werther sogar als Beweis für eine tiefe Verbindung zwischen sich und Lotte, eine Seelenverwandtschaft.

Nach dem Ball traf sich Werther öfter mit Lotte, doch im Brief vom 30. Juli wurde erzählt, dass Lottes Verlobter, Albert, zurückkehrte. Werther war zwar eifersüchtig, aber er beschrieb Albert als einen braven, lieben und gelassenen Mann, der selten schlechte Laune hatte9.

Zunächst befreundete sich Werther mit dem älteren Albert und die Beziehungen für alle Beteiligten entwickelten sich positiv. Doch als im abschließenden Brief des ersten Buches Werther spürte, dass seine wahren Gefühle für Lotte nicht länger zurückhalten konnte und er verstand, dass diese Beziehung zerstörerisch gewesen wäre, beschloss er sich Wahlheim zu verlassen und versprach Lotte und Albert, dass sie sich eines Tages wiedersehen würden10.

In seinem nächsten Brief (im zweiten Buch) vom 20. Oktober 1771 schrieb Werther seinem Freund, dass er nun am Hof für einen Gesandten arbeitete, aber er beklagte sich über dessen Charakter. Des Weiteren hatte er den Grafen C. kennengelernt, mit dem er sich gut verstand. Im weiteren Verlauf seiner Briefe beschrieb er aber, dass er die Menschen dort langweilig fand und ihre ewigen Lügen und Machtkämpfe nicht nachvollziehen konnte11.

Am 20. Januar schrieb Werther dieses Mal einen Brief an Lotte. Er berichtete, dass er in einer Bauernherberge von einem Unwetter in Sicherheit gebracht hatte und dort ihm ein Gefühl der Einsamkeit überkam und er beschloss sich somit an Lotte zu schreiben. Er drückte aus, dass er sich nach Lotte und deren Geschwistern sehnte und wie schwer es ihm fiel sich auf Neues einzulassen.

Im Brief vom 20. Februar beschrieb er, dass Lotte ihren Verlobten Albert heiratete. Werther hatte vorher Albert per Brief gefragt, wann die Heirat stattfinden würde. Albert hatte scheinbar ein falsches Datum genannt. Werther schrieb charakteristisch in seinem Brief: „Ich danke dir, Albert, dass du mich betrogen hast: Ich wartete auf Nachricht, wann euer Hochzeitstag sein wurde, (…)12 “.

Nachdem Werther viel von den Adeligen gelästert wurde und sich eine Mischung aus Wut und Verzweiflung fühlte, beschloss es sich seine Arbeit als Gesandter aufzugeben. Er hatte eine Einladung von einem Fürsten angenommen, wo er sich auch für einige Zeit niederließ und erklärte sich bereit, in den Krieg zu ziehen. Beim Fürsten blieb er nicht lange, weil er sich nach Lotte sehnte. Er glaubte, dass Albert nicht die- selbe Seelenverwandtschaft zu ihr fühlte, wie er es tat und machte sich Gedanken darüber, wie es gewesen wäre, wenn Albert stürbe13.

[...]


1 Vgl. Jörn Göres: Goethes Leben in Bilddokumenten S.9

2 Goethes Großvater galt als der Vertreter des Kaisers und der vornehmste Beamte im Rat. Vgl. ebd. S.10

3 Das Wort Advokat hatte im schweizerischen Raum die gleiche Bedeutung wie Rechtsanwalt.

4 Vgl. Johann Wolfgang von Goethe-Wikipedia

5 Goethe legalisierte die Eheschließung amtlich achtzehn Jahre später. Vgl. ebd. Wikipedia

6 Goethe verhalf Friedrich Schiller zu einer Professur in Jena. Vgl. Boerner, Peter: Johann Wolfgang von Goethe, Hamburg 1990, Rowohlt S. 68ff

7 Vgl. Encyclopaedia Britannica, Online-Ausgabe: www.britannica.com Version vom 26. Juli 2000 Johann Wolfgang von Goethe

8 Vgl. Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werther 9.Auflage November 1988 Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & Co. S.20 (Z. 21-36)

9 Vgl. ebd. S.42 (Z. 4-20)

10 Vgl. ebd. S.59 (Z. 21-39)

11 Vgl. ebd. S. 62 ff

12 Vgl. ebd. S.67 (Z.12-16)

13 Vgl. ebd. S.76 (Z.18)

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Welche Rolle spielen die biografischen Elemente in Goethes "Die Leiden des jungen Werther"?
Veranstaltung
Goethe: Die Leiden des jungen Werther
Note
1
Autor
Jahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V504085
ISBN (eBook)
9783346041487
ISBN (Buch)
9783346041494
Sprache
Deutsch
Schlagworte
welche, rolle, elemente, goethes, leiden, werther
Arbeit zitieren
Maria Schreiber (Autor), 2017, Welche Rolle spielen die biografischen Elemente in Goethes "Die Leiden des jungen Werther"?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504085

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