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Inklusions- und Exklusionsprozesse bei minderjährigen Flüchtlingen

Title: Inklusions- und Exklusionsprozesse bei minderjährigen Flüchtlingen

Term Paper , 2014 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Carsten Friebis (Author)

Social Work
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Ziel der Arbeit ist es die spezifischen Bedingungen von (begleiteten sowie unbegleiteten) minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland darzustellen und aufzuzeigen, wie durch Partizipations- und Inklusionsprozesse ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verbessert werden kann.

Die Assoziationen in der Gesellschaft beim Begriff "Flüchtling" sind alles andere als positiv. Es werden ihnen häufig negative Eigenschaften wie faul, kriminell, Schmarotzer, etc. zugeschrieben. Die Bilder und Reportagen, die aktuell in den Nachrichten von Flüchtlingsdramen im Mittelmeer berichten, scheinen zudem an vielen Menschen spurlos vorüber zu gehen. Es wird primär darüber diskutiert, wie eine Abschreckung der Flüchtlinge aussehen oder wie die Grenzen der Zuwanderungsländer gesichert werden könnte. An die Ursachen der Flüchtlingsprobleme und die Situation der Flüchtlinge im Herkunfts- und Exilland wird in unseren Augen nur unzureichend gedacht.

Wie auch Thränhardt 2014 feststellt, "sind die gesellschaftliche Wirklichkeit und Wahrnehmung von Migration und Integration keineswegs deckungsgleich." Seiner Meinung nach schilderten die Medien den Zuzug von Migranten stets als Problem (Thränhardt 2014). Es gibt viele Gründe, wie extreme Armut, Bürgerkrieg, Gewalt, politische Verfolgung und Naturkatastrophen die Familien bewegen, zusammen mit ihren Kindern oder ihre Kinder alleine, eine oftmals riskante, gefährliche oder sogar tödliche Flucht aus ihrem Herkunftsland anzutreten zu lassen.

Im Exilland stehen junge Flüchtlinge mit oder ohne Familie vor vielfältigen Herausforderungen. Sie haben Bezugspersonen verloren und sich von ihrer gewohnten Umgebung getrennt. Sie müssen eine neue Sprache erlernen und sich einem Normensystem einfügen, das ihnen oft fremd erscheint. Sie müssen sich nicht selten eine neue Identität zulegen und für ihre wahre Biografie interessieren sich die wenigsten. Die geflohenen Kinder und Jugendlichen haben oft traumatisierende Erlebnisse wie den Verlust der Eltern erfahren und befinden sich nun in einer fremden Umgebung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen als Flüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland

2.1 Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF)

2.2 Begleitete minderjährige Flüchtlinge

2.3 Mögliche Exklusions- und Ausschlussrisiken

3. Erklärung der Ausschlussprozesse von Flüchtlingen am Beispiel der Stigmatheorie nach Erving Goffman

3.1 Soziale, persönliche und Ich-Identität

3.2 Erwartete und tatsächliche Identität

3.3 Stigmata als Normabweichung

3.4 Stigmata von minderjährigen Flüchtlingen

4. Partizipation als Chance zur Inklusion von minderjährigen Flüchtlingen

4.1 Empowerment als Handlungskonzept in der Flüchtlingsarbeit

4.2 Wie Partizipation und Inklusion gut gelingen können

5. Die Rolle der Sozialen Arbeit - benötigte Handlungskompetenzen der Fachkräfte

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Lebensbedingungen von begleiteten und unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland. Ziel ist es, Inklusions- und Exklusionsprozesse aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie durch Partizipation und Empowerment die Teilhabe dieser jungen Menschen am gesellschaftlichen Leben nachhaltig verbessert werden kann.

  • Analyse der Lebenswelt minderjähriger Flüchtlinge
  • Theoretische Fundierung durch Goffmans Stigmatheorie
  • Untersuchung von Exklusionsrisiken und Ausschlussmechanismen
  • Bedeutung von Partizipation und Empowerment als Inklusionskonzepte
  • Anforderungen an die Handlungskompetenzen der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

3.2 Erwartete und tatsächliche Identität

Das westliche Denken ist geprägt von Dualismen und Kategorisierungen, d. h. jeder von uns hat bestimmte Bilder von Menschen im Kopf. Stereotypisierung dient meist nur als eine Art Vereinfachung und Strukturierung der Sicht des Menschen auf die Welt (vgl. Quark/Schmidt 2013, S. 14).

Goffman führt zur Erklärung seiner Theorie wie oben beschrieben das Konstrukt der „sozialen Identität“ an, das sowohl persönliche Charaktereigenschaften als auch strukturelle Merkmale beinhaltet und unterteilt sie in eine Diskrepanz zwischen erwarteter (virtualer) und tatsächlicher (aktualer) sozialer Identität. Die virtuale soziale Identität gründet auf impliziten Forderungen, die Menschen an andere, gemäß der antizipierten sozialen Identität (Zuwanderer, Arzt) stellen. Die Antizipation erfolgt mittels sozialer Kategorisierungen, aus denen Erwartungen bezüglich der Identität der anderen resultieren. Die aktuale soziale Identität hingegen setzt sich aus tatsächlich vorhandenen Eigenschaften einer Person zusammen. Weist eine Person eine negative Eigenschaft auf,

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die oft negative gesellschaftliche Wahrnehmung von Flüchtlingen und stellt die vielfältigen Herausforderungen geflohener Kinder und Jugendlicher dar, wobei die Relevanz der Unterstützung durch die Soziale Arbeit betont wird.

2. Die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen als Flüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die Ankunftssituation von minderjährigen Flüchtlingen, differenziert zwischen unbegleiteten und begleiteten Minderjährigen und analysiert Risiken für Exklusionsprozesse innerhalb der Unterbringungsstrukturen.

3. Erklärung der Ausschlussprozesse von Flüchtlingen am Beispiel der Stigmatheorie nach Erving Goffman: Hier wird anhand von Goffmans Stigmatheorie theoretisch erklärt, wie diskriminierende Zuschreibungen und soziale Normabweichungen dazu führen, dass minderjährige Flüchtlinge eine beschädigte Identität entwickeln können.

4. Partizipation als Chance zur Inklusion von minderjährigen Flüchtlingen: Das Kapitel diskutiert Partizipation und Empowerment als zentrale Konzepte, um den strukturellen Benachteiligungen entgegenzuwirken und die aktive gesellschaftliche Teilhabe der Jugendlichen zu fördern.

5. Die Rolle der Sozialen Arbeit - benötigte Handlungskompetenzen der Fachkräfte: Es werden die notwendigen Fach-, Sozial- und Selbstkompetenzen skizziert, die Fachkräfte benötigen, um ressourcenorientiert zu arbeiten und sich politisch für die Rechte von Flüchtlingskindern einzusetzen.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen und strukturellen Umdenkens zusammen und plädiert für einen Paradigmenwechsel in der Sozialen Arbeit hin zu mehr Teilhabegerechtigkeit.

Schlüsselwörter

Minderjährige Flüchtlinge, Inklusion, Exklusion, Stigmatisierung, Erving Goffman, Partizipation, Empowerment, Soziale Arbeit, Identitätsentwicklung, Flüchtlingssozialarbeit, UN-Kinderrechtskonvention, Ressourcenorientierung, Migrationsgesellschaft, Integrationsprozess, Clearingverfahren

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Inklusions- und Exklusionsprozesse, denen minderjährige Flüchtlinge in Deutschland ausgesetzt sind, und untersucht Wege zur Verbesserung ihrer Teilhabe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Lebenswelt von Flüchtlingskindern, die theoretische Stigmatheorie nach Goffman, Empowerment-Konzepte sowie die Rolle der professionellen Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Bedingungen minderjähriger Flüchtlinge darzustellen und aufzuzeigen, wie durch Partizipations- und Inklusionsstrategien deren gesellschaftliche Teilhabe verbessert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Aufarbeitung vorhandener Fachliteratur, Studien und sozialwissenschaftlicher Konzepte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Lebenswelt, eine theoretische Stigma-Analyse sowie die Darstellung von Empowerment und Partizipation als Interventionsmöglichkeiten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe Inklusion, Exklusion, Stigmatisierung, Empowerment, Partizipation sowie die spezifische Lebenslage von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF).

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen unbegleiteten und begleiteten Minderjährigen?

Die Arbeit unterscheidet primär durch den rechtlichen Status und die damit verbundenen Anforderungen an Clearingverfahren, Unterbringung und die notwendige sozialpädagogische Betreuung.

Welche Rolle spielt die Stigmatheorie nach Goffman für Flüchtlingskinder?

Die Theorie dient zur Erklärung, wie Flüchtlinge durch Fremdzuschreibungen und Normabweichungen in eine Außenseiterrolle gedrängt werden, was die Entwicklung ihrer Identität negativ beeinflussen kann.

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Details

Title
Inklusions- und Exklusionsprozesse bei minderjährigen Flüchtlingen
College
Wiesbaden University of Applied Sciences
Grade
1,0
Author
Carsten Friebis (Author)
Publication Year
2014
Pages
28
Catalog Number
V504356
ISBN (eBook)
9783346056436
ISBN (Book)
9783346056443
Language
German
Tags
Inklusion Stigmata Erving Goffman Flüchtlinge Empowerment Partizipation Exklusion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carsten Friebis (Author), 2014, Inklusions- und Exklusionsprozesse bei minderjährigen Flüchtlingen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504356
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