Entstehung und Benennungsmotive von Apothekennamen


Seminararbeit, 2018

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begrifflichkeiten
2.1 Begriff Apotheke
2.2 Kennzeichnung von Apotheken

3. Apothekennamen

4. Benennungsmotive
4.1 Religiöse Benennungsmotive
4.2 Benennungsmotive nach Standorten oder Funktionen
4.3 Benennung nach Natur- und Tiersymbolen
4.4 Benennung nach symbolischen Gestalten und Begriffen
4.5 Benennungsmotiv nach historischen Personen

5. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Namen spielen seit jeher eine große Rolle und umgeben uns in einer riesigen Vielfalt. Sie dienen der Orientierung und Identifizierung von Personen, Orten, Straßen, Plätzen, Gewässern, Gebirgen, Ländern, Objekten, Gebäuden, etc.1

In dem Seminar „Einführung in die Onomastik“ konnte man einen guten ersten Einblick in diese sprachwissenschaftliche Disziplin gewinnen.

Die nachfolgende Hausarbeit beschäftigt sich mit den Gebäudenamen und im Speziellen mit den Apothekennamen.

Zu Beginn werden die verschiedenen Begriffe näher erläutert, wie auch der Name „Apotheke“ oder die Kennzeichnung einer Apotheke.

Im anschließenden Kapitel widme ich mich generell den Apothekennamen und versuche zu erläutern wie diese entstanden sind.

In einem weiteren Schritt werde ich auf die unterschiedlichen Benennungsmotive von Apotheken eingehen und diese im Laufe der Geschichte näher beleuchten. Dabei habe ich vermehrt die Apothekennamen in Österreich im Blick und versuche auch auf kleine Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland einzugehen.

2. Begrifflichkeiten

Häuser, Höfe, Burgen, Schlösser, sakrale Bauten und andere Gebäude unterliegen wie auch andere Toponyme bestimmten Regeln. Zum einen sind sie auf einen Ort fixiert und meist kartographisch erfasst und zum anderen sind sie meist besiedelt und bezeichnen einen bestimmten Ort.2

In der Regel erhält nicht jedes Gebäude und nicht jedes Bauwerk eine eigene Bezeichnung, sondern nur die bekanntesten, schönsten und interessantesten erhalten einen eigenen Namen. Diese Eigennamen werden mit dem Fachbegriff „Oikodomonyme“ bezeichnet und benennen einzelne Gebäude. Mit dem Fachbegriff der „Ekklesionyme“ werden sakrale Gebäude wie etwa Kirchen bezeichnet. Ein weiterer Fachterminus lautet „Nekronyme“, womit Begräbnisstätten und Friedhöfe benannt werden. Ein wichtiger Aspekt bei diesen Toponymen ist, dass es sich um „geschaffene Objekte“ von Menschen handelt.3

2.1 Begriff Apotheke

Der Begriff Apotheke stammt von dem griechisch-lateinischen Wort „apotheca“ ab und bezeichnete ursprünglich einen Lagerraum für Waren verschiedenster Art. Den Verwalter dieser Lagerstätte bezeichnete man als „apothecarius“. Den Beruf des Apothekers gibt es seit der Zeit des Stauferkaisers Friedrich II., der die Berufe des Arztes und des Apothekers trennen ließ.4

Die Forschung nimmt an, dass es sich bei den Apotheken im 13. Jahrhundert vermutlich nicht um medizinische Einrichtungen handelte, sondern dass sich der Beruf des Apothekers aus der Klostermedizin oder aus einer Arbeitsteilung des früheren Arztapothekers entwickelte. Eindeutige Beweise für die Existenz von arzneikundigen Apothekern und ihren pharmazeutischen Räumlichkeiten gibt es seit Ende des 13. Jahrhunderts. Vielerorts übernehmen die Landesherren oder die Städte die Regelung des Apothekerwesens in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich. Viele Rats- oder Stadtapotheken waren zunächst städtisches Eigentum, die man später oftmals verkaufte oder verpachtete.5

2.2 Kennzeichnung von Ap otheken

Obwohl es bereits im Mittelalter für bestimmte Zünfte Kennzeichnungen gab wie beispielsweise die Brezel für einen Bäcker oder das Hufeisen für einen Hufschmied, gab es bis ins 20. Jahrhundert kein allgemein gültiges Symbol für Ärzte oder Apotheker. Apotheken im 18. und 19. Jahrhundert bemalten ihre Fenster- oder Türläden mit Heilkräutern oder Abbildern berühmter Ärzte der Antike oder mit jenen eines Schutzpatrons. Über die Frage nach einer einheitlichen Kennzeichnung für Apotheken wurde erstmals 1934 auf einer Tagung in Weimar gesprochen. Bis dahin gab es nur vereinzelt Überlegungen und man fand vereinzelt das Symbol der Schlange mit der Schale. Viele waren der Auffassung, dass es sich bei der „Schlange, die sich um den Stab des Heilgottes zu einer Schale empor windet“, um ein gutes Zeichen handelt und man es auch international verwenden könnte. Gegen diese Meinung waren die Nationalsozialisten, die ein rein deutsches Zeischen wollten. Im Jahr 1936 gab es zu diesem Thema einen Wettbewerb, aus dem ein rein deutsches Wahrzeichen hervorging. Man entschied sich für ein großes rotes „Fraktur A, das auf dem Querbalken des ‚A‘ die altgermanische Manrune trägt.“ In Österreich führte man dieses Apothekerwahrzeichen im Herbst 1938 nach dem Anschluss an das Deutsche Reich ein. Vor dem Jahr 1938 gab es in Österreich keine einheitliche Kennzeichnung von Apotheken. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der wiedererlangten Souveränität Österreichs stoppte man den Gebrauch dieses Symbols, da es politisch in Österreich nicht mehr tragbar war. Deutschland hingegen verwendete das Symbol weiter. Für die Apotheker in Österreich war klar, dass sich das neue Apothekerwahrzeichen deutlich von dem bisherigen Symbol unterscheiden müsse. Die österreichische Apothekerzeitung schrieb 1950 einen Wettbewerb unter allen österreichischen Apothekern aus. Das Ergebnis ist das noch heute gültige ‚A‘, welches aus einer züngelnden Schlange und der auf einer Säule stehenden Schale gebildet wird.6

3. Apothekennamen

In früherer Zeit tragen die Apotheken noch keine Namen, vor allem wenn es in einer Stadt oder Ort ohnehin nur eine solche Einrichtung gibt. Man bezeichnete sie nur näher, wenn es die Situation erforderte. In solch einem Fall gab man einen Zusatz an, der sich entweder auf die Lage der Apotheke oder auf den Besitzer bezog. Apothekennamen treten erst deutlicher im 15. Jahrhundert auf und aufgrund des Bevölkerungswachstums im 16. Jahrhundert ist ein Anstieg der Anzahl von Apotheken zu verzeichnen. Allerdings haben viele Apotheken nach wie vor keine offiziellen Namen. In einer Übersicht zur Entwicklung der Apotheken im heutigen Bezirk Neubrandenburg ist ersichtlich, dass es in den Städten meist Ratsapotheken gab und viele der üblichen Namen meist erst ab dem 18., 19. oder erst dem 20. Jahrhundert angehören.7

Apothekennamen kann man genauso wie auch Gasthausnamen in einen Grenzbereich zwischen Haus- und Unternehmensnamen geben. Man kann hier allerdings zwei Arten voneinander unterscheiden. Zum einen kann zum Beispiel der Geschäftsname „Löwen- Apotheke“ zu den Toponymen gezählt werden. Diese Namen sind meist historisch aus einem Hausnamen gewachsen und ortsfest. Zum anderen kann man den eingetragenen Firmennamen „Löwen Apotheke Zürich GmbH“ zu den Ergonymen zählen.8

Hausnamen haben eine Orientierungsfunktion und sind bis heute bei jedem Stadtrundgang von enormer Bedeutung. Bereits im 13. Jahrhundert waren sie für eine exakte Identifizierung notwendig, da die Gebäude zu dieser Zeit noch nicht mit Hausnummern versehen waren. Besonders in Städten mit einer steigenden Bevölkerung wie Freiburg, Köln oder Basel gab es viele Hausnamen. Man benötigte sie für Urkunden, Besitzerwechsel, Verkäufen oder Rechtsstreitigkeiten.9

Bei den Hausnamen verlief die Entwicklung und Verbreitung „im deutschsprachigen Raum zeitlich und räumlich unterschiedlich.“ Sie sind nach wie vor aktuell und bei näherer Betrachtung bemerkt man, dass alte Namen wieder übernommen werden oder man diese nach einem alten Muster bildet.10

Im Grunde entwickelten sich die Apothekennamen in einer Zeit, als man noch keine Straßennamen oder Hausnummern kannte. Man benötigte etwas um Apotheken erkennen und definieren zu können. Wahrzeichen oder Schilder vor den jeweiligen Gebäuden waren Orientierungshilfen und Unterscheidungsmerkmale. Meistens zog man „ Schutzpatrone, Tiere, Fabelwesen, Flurnamen oder den Standort der Apotheke“ zur Namensfindung heran. Heutzutage gibt es eine schöne und bunte Sammlung von Apothekennamen, die von verschiedenen Symbolen aus unterschiedlichen „ Kulturen, Mythen, Religion, Sagen und Legenden, geschichtlichen Personen, Gründern, Eigentümern, Standortbezeichnungen und Funktionen“ reichen. Im Mittealter war es normal die Häuser mit Wahrzeichen zu kennzeichnen und sie dann auch danach zu benennen.11

[...]


1 Vgl. Debus, Namenkunde und Namengeschichte, S. 11.

2 Vgl. Nübling, Namen, S. 250.

3 Vgl. Kamianets, Zur Einteilung der deutschen Eigennamen, S. 48.

4 Vgl. https://www.aponet.de/die-apotheke/geschichte-apotheke.html (5.10.2018)

5 Vgl. Hellfritzsch, Zur Benennung von Apotheken und Drogerien, S. 1-2.

6 Vgl. Nowotny, Der Sieg der Schlange, S. 583-586.

7 Vgl. Hellfritzsch, Zur Benennung von Apotheken und Drogerien, S. 2-3.

8 Vgl. Nübling, Namen, S. 255.

9 Vgl. Weber, Hausnamen, in: Namenarten und ihre Erforschung, S. 472.

10 Vgl. ebd., S. 469.

11 Vgl. Wannenmacher, Die Namen der österreichischen Apotheken, S. 176.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Entstehung und Benennungsmotive von Apothekennamen
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
13
Katalognummer
V504384
ISBN (eBook)
9783346047748
ISBN (Buch)
9783346047755
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Onomastik, Namensforschung, Sprachwissenschaft, Gebäudenamen
Arbeit zitieren
Katja Knauder (Autor:in), 2018, Entstehung und Benennungsmotive von Apothekennamen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504384

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