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Bilanzierung von Pensionsrückstellungen nach handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Vorschriften

Kritische Würdigung

Titel: Bilanzierung von Pensionsrückstellungen nach handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Vorschriften

Bachelorarbeit , 2016 , 37 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Jessica Loos (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Eine kritische Würdigung der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen nach dem deutschen Handels- und Steuerrecht, wobei die Betrachtung des HGB überwiegt.

Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase sind Unternehmen, die ihren Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung zusagen, gezwungen überhöhte Pensionsrückstellungen zu bilden. Um die Arbeitgeber künftig bilanziell zu entlasten, hat der Gesetzgeber im Zuge des im März 2016 in Kraft getretenen „Gesetzes zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie“ den Ermittlungszeitraum des handelsrechtlichen Durchschnittszinssatzes von sieben auf zehn Jahre angehoben. Als Folge wird das Absinken des Diskontierungssatzes gebremst und den Unternehmen mehr Zeit gegeben, sich auf die bevorstehende bilanzielle Belastung vorzubereiten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Bilanzierung von Pensionsrückstellungen nach Handelsrecht

2.1. Einschlägige Prinzipien und Funktionen des HGB

2.2. Ansatz

2.3. Bewertung

2.3.1. Rechnungs- und versicherungsmathematische Grundlagen

2.3.2. Gesetzliche Neuregelung

2.3.3. Bewertungsmethoden

2.4. Deckungsvermögen

3. Kritische Würdigung der Bilanzierung nach Handelsrecht

3.1. Das Realisationsprinzip

3.1.1. Das Realisationsprinzip in Bezug auf die Pensionsrückstellung

3.1.2. Das Realisationsprinzip in Bezug auf das Abzinsungsgebot

3.2. Das Vorsichtsprinzip

3.2.1. Das Vorsichtsprinzip in Bezug auf den Gläubigerschutz

3.2.2. Das Vorsichtsprinzip in Bezug auf die Ausschüttungssperre

3.3. Grundsatz der Objektivierung

3.4. Ausblick und alternative Diskontierungsfaktoren

4. Bilanzierung von Pensionsrückstellungen nach Steuerrecht

4.1. Maßgeblichkeitsgrundsatz

4.2. Ansatz

4.3. Bewertung

5. Kritische Würdigung der Bilanzierung nach Steuerecht

6. Thesenförmige Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht kritisch die Bilanzierung von Pensionsrückstellungen unter besonderer Berücksichtigung der Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen deutschem Handels- und Steuerrecht, um die Auswirkungen der anhaltenden Niedrigzinsphase und der jüngsten gesetzlichen Neuregelungen zu analysieren.

  • Handelsrechtliche Bilanzierungsgrundsätze (GoB) bei Pensionsverpflichtungen
  • Einfluss der Niedrigzinsphase auf die Bewertung der Rückstellungen
  • Kritische Analyse der gesetzlichen Neuregelung (Anhebung des Ermittlungszeitraums)
  • Vergleich der Bewertungsmethoden (Teilwertverfahren vs. PUC-Methode)
  • Steuerrechtliche Besonderheiten und Abweichungen vom Handelsrecht

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Das Realisationsprinzip in Bezug auf das Abzinsungsgebot

Es besteht eine Art Darlehensbeziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der Arbeitnehmer erhält als Gegenleistung für seinen Arbeitsaufwand ein Arbeitsentgelt vom Arbeitgeber. Ein Teil des Entgeltes wird als Barlohn in Form regelmäßiger Gehaltszahlungen während der Arbeitszeit ausgezahlt. Den anderen Teil stellt der Arbeitnehmer dem Unternehmen zur Verfügung. Somit verpflichtet sich der Arbeitgeber das in der Aktivzeit gestundete Arbeitsentgelt, später in Form einer Pensionsleistung auszuzahlen. Da das durch die Rückstellungsbildung gebundene Kapital bis zum Erfüllungszeitpunkt gewinnbringend im Unternehmen angelegt werden kann, muss der zukünftige Verpflichtungsumfang auf den Barwert diskontiert werden. Die daraus resultierenden Zinserträge sind allerdings noch nicht realisiert, weshalb es zu einem Verstoß gegen das Realisationsprinzip kommen könnte. Dementsprechend kann das Abzinsungsgebot kritisch betrachtet werden.

Dieser Vermutung kann jedoch mit dem Argument entgegengewirkt werden, dass das Abzinsungsgebot der Klarstellung dient. Die durch die Rückstellung verkörperten Verbindlichkeiten können im Ausnahmefall nicht nur den Erfüllungsbetrag, sondern zusätzlich einen Zinsanteil enthalten. Da nur der Erfüllungsbetrag passiviert werden darf, muss dieser Zinsanteil herausgerechnet werden. Die Pensionsrückstellung gehört zu solch einem Sonderfall, da sie neben einem Tilgungsanteil auch einen Zinsanteil enthält. Der Zinsanteil existiert aufgrund des Sachverhaltes, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich auf eine vorzeitige Einmalzahlung in Höhe des fälligen Pensionsbarwertes einigen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Einleitung in die Problematik überhöhter Pensionsrückstellungen durch die Niedrigzinsphase und Vorstellung der gesetzlichen Entlastungsmaßnahmen.

2. Bilanzierung von Pensionsrückstellungen nach Handelsrecht: Darstellung der handelsrechtlichen Grundlagen, Ansätze und Bewertungsmethoden von Pensionsrückstellungen gemäß HGB.

3. Kritische Würdigung der Bilanzierung nach Handelsrecht: Kritische Analyse der handelsrechtlichen Bilanzierung anhand des Realisationsprinzips, des Vorsichtsprinzips und des Objektivierungsgrundsatzes.

4. Bilanzierung von Pensionsrückstellungen nach Steuerrecht: Erläuterung der steuerrechtlichen Vorschriften für Pensionsrückstellungen, insbesondere unter Berücksichtigung des § 6a EStG.

5. Kritische Würdigung der Bilanzierung nach Steuerecht: Vergleich der steuerlichen mit der handelsrechtlichen Bilanzierung und Analyse der daraus resultierenden steuerlichen Folgen.

6. Thesenförmige Zusammenfassung: Abschließende strukturierte Darstellung der zentralen Ergebnisse der Arbeit hinsichtlich der Bilanzierungspraxis und der Kritik an den aktuellen Regelungen.

Schlüsselwörter

Pensionsrückstellungen, Niedrigzinsphase, Handelsrecht, Steuerrecht, Abzinsungssatz, Realisationsprinzip, Vorsichtsprinzip, Gläubigerschutz, Erfüllungsbetrag, Bewertungsmethoden, Bilanzierung, Altersversorgung, Diskontierung, Deckungsvermögen, Teilwertverfahren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Würdigung der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen nach deutschen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Vorschriften vor dem Hintergrund der Niedrigzinsphase.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die handels- und steuerrechtlichen Ansatz- und Bewertungsvorschriften, das Realisationsprinzip, das Vorsichtsprinzip sowie die Auswirkungen des Diskontierungszinssatzes auf das Jahresergebnis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine kritische Analyse der GoB-Konformität bei der Bewertung von Pensionsrückstellungen, insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen der Gesetzesänderung bezüglich des Ermittlungszeitraums des Durchschnittszinssatzes.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturgestützte, analytische Untersuchung durchgeführt, die die geltenden gesetzlichen Normen und deren bilanztheoretische Interpretation systematisch vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die handelsrechtlichen Prinzipien, die Bewertungsmethoden (Teilwert- und PUC-Methode), die steuerrechtlichen Sondervorschriften (§ 6a EStG) sowie deren kritische Würdigung im Kontext der Gläubigerschutz- und Informationsfunktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Pensionsrückstellungen, Niedrigzinsphase, Abzinsungssatz, Realisationsprinzip und Gläubigerschutz geprägt.

Wie wirkt sich die Anhebung des Ermittlungszeitraums auf das Unternehmen aus?

Durch die Anhebung des Zeitraums auf zehn Jahre wird das Absinken des Diskontierungssatzes gebremst, was Unternehmen kurzfristig entlastet, jedoch das Problem der Niedrigzinsphase lediglich in die Zukunft verschiebt.

Warum wird im Steuerrecht ein fixer Zinssatz von 6 % kritisiert?

Der Zinssatz wird als realitätsfern und willkürlich angesehen, da er nicht dem Marktgeschehen folgt, zu Unterbewertungen der Rückstellungen führt und somit die Besteuerung nicht vorhandener Gewinne ermöglicht.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bilanzierung von Pensionsrückstellungen nach handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Vorschriften
Untertitel
Kritische Würdigung
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,7
Autor
Jessica Loos (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
37
Katalognummer
V504413
ISBN (eBook)
9783346049575
ISBN (Buch)
9783346049582
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kritische würdigung bilanzierung pensionsrückstellungen vorschriften
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jessica Loos (Autor:in), 2016, Bilanzierung von Pensionsrückstellungen nach handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Vorschriften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504413
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Leseprobe aus  37  Seiten
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