Diese Ausarbeitung zum Thema Zweikampfverhalten im Fußballsport bezieht sich auf einen im Sommersemester 2000 an der Uni Bremen im Rahmen der Veranstaltung: ‚Zielschußspiele: Fußball‘ durchgeführten Lehrversuch. Dozenten waren Dr. Ulrich Meseck und Wolfgang Lenz.
Wir (ein Kommilitone und Ich) wählten das Thema Zweikampf in erster Linie aufgrund unserer diversen praktischen Erfahrungen: Zum einen aufgrund seiner essenziellen Bedeutung für den Verlauf, Ausgang und die Attraktivität des Spiels, zum andern wegen des großen Potenzials an affektiv-emotionalen Erfahrungen für Sportler und Zuschauer.
Es sei also festgehalten, dass unser Ausgangspunkt nicht ein oder mehrere Lernziele waren, nach denen wir eine uns didaktisch am sinnvollsten erscheinendste Thematik gewählt haben, sondern dass wir vor dem Hintergrund einer für bedeutend erachteten Thematik deren uns relevant erscheinende Lernchancen erfasst und diese dann durch ein Arrangement zu erreichen versucht haben. Ich werde daher in dieser Ausarbeitung auch zuerst auf Bedeutung des Zweikampfs im Fußballsport und seine Besonderheiten und Eigenheiten kommen und dann die primär von uns behandelten, unterrichtsrelevanten Lerngelegenheiten und Lernziele samt zugehöriger Gefahren, sowie angrenzende, ebenfalls thematisierbare Bereiche formulieren.
Es folgt eine Analyse der Voraussetzungen im Hinblick auf die Lerngruppe, die Unterrichtsgestaltenden, die in Verbindung zur praktischen Durchführung stehenden Bedingungen sowie die institutionellen Rahmenvorgaben, welche zunächst auf deren allgemeine Bedeutung für die Behandlung der Thematik und dann auf unseren konkreten Lehrversuch Bezug nimmt.
Dann widme ich mich der konkreten Planung des Lehrversuchs, dem Verlauf und zum Schluss der Auswertung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse des Lerngegenstands
2.1. Stellung und Bedeutung der Thematik „Zweikampf“ im Gesamtkontext der Sportart
2.2. Die Situation der direkten Konkurrenz: Siegen – Verlieren, Miteinander – Gegeneinander, „Präsentation“, emotionale Einbindung
2.3. Messbarkeit, Bewertbarkeit, Schiedsrichter
3. Lernziele und Gefahren
3.1. Motorisch-Spieltaktische Ebene
3.2. Soziale Ebene
3.3. Affektive Ebene
4. Analyse der Voraussetzungen (allgemein und konkret)
4.1. Analyse der Gruppe
4.2. Analyse der Voraussetzungen der Lehrkraft / der persönlichen Voraussetzungen
4.3. Analyse der praktischen Voraussetzungen
4.4. Analyse institutioneller Vorgaben und Zwänge
5. Umsetzung der theoretischen Erkenntnisse in ein praktisches Arrangement
5.1. Stundenverlaufsplan
6. Versuchsverlauf
7. Fazit
8. Literaturliste (erweitert)
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Zweikampfverhalten im Fußballsport und zielt darauf ab, durch einen Lehrversuch Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Schüler und Studierende im Sportunterricht konstruktiv mit Konkurrenzsituationen und deren affektiven sowie sozialen Herausforderungen umgehen können.
- Bedeutung von Zweikämpfen im Fußball
- Umgang mit Konkurrenz und sportlichem Erfolg/Misserfolg
- Methodisch-didaktische Planung eines Lehrversuchs
- Analyse gruppendynamischer Prozesse
- Reflektion über Fairness und soziale Kompetenz im Sport
Auszug aus dem Buch
2.1. Stellung und Bedeutung der Thematik „Zweikampf“ im Gesamtkontext der Sportart
Die gern zitierte Trainerweisheit, die das Gewinnen der Zweikämpfe mit dem Gewinnen des Spiels verknüpft, ist zwar oft genug (zumindest) relativiert worden, trotzdem steht die Bedeutung der Thematik im Kontext des Fußballs unbestritten fest.
Jeder Zweikampf bildet einen Ausschnitt, in dem die Beteiligten häufig die Verantwortung für das Wohl und Wehe des Teams tragen.
Ein einziger gewonnener oder verlorener Zweikampf kann über ein ganzes Spiel, im professionellen Sport somit über eine ganze Meisterschaft oder einen Abstieg entscheiden.
Der vom DFB geschätzte Autor G. BAUER führt eine Häufigkeit von ca. 250 Zweikämpfen pro Spiel im Spitzensport an. Im Vorwort seines klassischen „Lehrbuch Fußball“ (München, 2001) umschreibt er, ohne dabei auf Tore oder Kombinationen einzugehen, den Grund für die Idolisierung bestimmter Fußballer folgendermaßen: „ Die Zuschauer lassen sich von den Leistungen der Akteure faszinieren und mitreißen. Sie bewundern die Geschicklichkeit am Ball, die Härte, die Raffinesse und Cleverneß im Zweikampf und jubeln begeistert im Chor.“(S.9,f., Kursivschrift verändert, d. Verf.) Ende der Aufzählung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt den Ursprung der Arbeit in einem Lehrversuch zum Thema Fußball an der Universität Bremen und legt die didaktische Vorgehensweise dar.
2. Analyse des Lerngegenstands: In diesem Kapitel wird die fundamentale Bedeutung des Zweikampfes im Fußball erörtert und die Problematik einer objektiven Bewertung in direkten Konkurrenzsituationen beleuchtet.
3. Lernziele und Gefahren: Hier werden die motorisch-taktischen, sozialen und affektiven Lernebenen definiert, die mit der Thematik verbunden sind, sowie mögliche Risiken bei der praktischen Durchführung diskutiert.
4. Analyse der Voraussetzungen (allgemein und konkret): Dieses Kapitel analysiert die Rahmenbedingungen des Lehrversuchs, einschließlich der Lerngruppe, der Lehrkraft und der institutionellen Gegebenheiten.
5. Umsetzung der theoretischen Erkenntnisse in ein praktisches Arrangement: Hier wird das methodische Konzept des Lehrversuchs sowie ein konkreter Stundenverlaufsplan detailliert vorgestellt.
6. Versuchsverlauf: Dieser Abschnitt protokolliert die Durchführung der geplanten Einheiten und reflektiert die unmittelbaren Beobachtungen sowie die Reaktionen der Teilnehmer.
7. Fazit: Das Fazit bewertet den Erfolg des Lehrversuchs und diskutiert die Herausforderungen, die sich durch die Konkurrenzsituation für den Sportunterricht ergeben.
8. Literaturliste (erweitert): Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und weiterführenden Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Zweikampfverhalten, Fußballsport, Sportunterricht, Konkurrenzsituation, Leistungsbewertung, Spieltaktik, Soziale Kompetenz, Affektive Erfahrungen, Lehrversuch, Gruppenprozesse, Sportpädagogik, Körperliche Auseinandersetzung, Fairness, Didaktik, Bewegungsspiel
Häufig gestellte Fragen
Was ist das übergeordnete Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Aufarbeitung und praktischen Umsetzung des Zweikampfverhaltens im Fußball innerhalb eines sportwissenschaftlichen Lehrversuchs.
Welche zentralen Themenbereiche werden behandelt?
Die Arbeit deckt die theoretische Bedeutung des Zweikampfs, die Zielsetzung (motorisch, sozial, affektiv), die Analyse der Rahmenbedingungen sowie die praktische Durchführung einer Unterrichtseinheit ab.
Welches Ziel verfolgt die Untersuchung primär?
Das primäre Ziel ist es, den Umgang mit einer direkten Konkurrenzsituation im Sport erlebbar und reflektierbar zu machen, statt lediglich technische Fertigkeiten zu isolieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden wurden angewandt?
Es wurde eine praxisorientierte Didaktik-Analyse verwendet, die auf der Dokumentation und Reflexion eines durchgeführten Lehrversuchs an der Universität Bremen basiert.
Was umfasst der praktische Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine hinführende Übung mit Torabschluss und eine Spielphase, bei der das Zweikampfverhalten durch gezielte Anreize (z.B. Strafläufe) intensiviert wurde.
Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis der Arbeit essentiell?
Wichtige Begriffe sind Zweikampfführung, Konkurrenz, Sozialdynamik, affektive Erfahrung, Lehrversuch und sportliche Spielfähigkeit.
Warum wird die Bewertung von Zweikämpfen als schwierig eingestuft?
Weil Zweikämpfe offene Fertigkeiten erfordern und ihre Beurteilung stark von subjektiven Kriterien sowie der willkürlichen Auslegung durch Schiedsrichter oder Lehrkräfte abhängt.
Welche gruppendynamische Gefahr sieht der Autor bei dieser Thematik?
Es besteht die Gefahr von Frustration und „Fluchtreflexen“ bei den Teilnehmern, die sich in Verweigerung oder unfairem, überhartem Spiel äußern können, was ein sensibles Vorgehen erfordert.
Welche Rolle spielt die Zeit bei der Vermittlung dieser Thematik?
Der Autor betont, dass eine bloße Spielstunde nicht ausreicht, um die affektiven und sozialen Prozesse angemessen zu reflektieren; eine Zusatzstunde wird als Minimum für eine sinnvolle Bearbeitung angesehen.
- Citation du texte
- Alexis Pflug (Auteur), 2003, Zweikampfverhalten im Fussball, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50443