Exchange Traded Funds (ETFs). Eine Darstellung


Seminararbeit, 2019
18 Seiten, Note: 1,4
Johannes E. (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

1. Einleitung

Entstehungsgeschichte von ETFs

2. Aufbau und Klassifizierung
2.1. Auswahl der wichtigsten Basiswerte
2.2. Physische Replizierung
2.3. Synthetische Replizierung

3. Vorteile und Risiken
3.1. Vorteile von ETFs
3.2. Risiken von ETFs

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Anzahl der weltweit verwalteten ETFs

Abbildung 2: Anzahl des weltweit verwalteten Vermögens in ETFs

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

„Suchen Sie nicht nach der Nadel im Heuhaufen, kaufen Sie einfach den Heuhaufen“ sagte John C. Bogle, der das Konzept der passiven Geldanlage mit dem weltweit ersten aufgelegten Indexfonds vor 40 Jahren erfand.1 Tatsächlich hat sich seitdem viel getan. Die Welt wurde komplexer. Auch und vor allem in der Finanzindustrie. Es wurden neue Produkte erfunden, der Kapitalmarkt wurde komplizierter und umfangreicher. In Zeiten niedriger Zinsen suchen Investoren nach anderen Möglichkeiten ihr Geld sowohl weitgehend sicher, als auch renditestark anzulegen. Die Einzelanlage in Aktien vermeiden viele Anleger aufgrund des hohen Risikos. Fonds scheinen aufgrund ihrer Diversifikation im Hinblick auf das Risiko attraktiv zu sein. Jedoch schrecken die hohen Gebühren ab. Zudem schlagen die wenigsten ihre Benchmark, sprich: den Index. In den vergangenen 10 Jahren konnten 83% der aktiv verwalteten Fonds in Deutschland den Referenzindex S&P Germany BMI nicht schlagen - auf US-Seite waren dies sogar 98%.2 Was wäre, wenn es hier eine Möglichkeit gäbe direkt in den Index zu investieren, anstatt einen teuren Fonds zu kaufen oder viele einzelne Aktien? Diese Möglichkeit ist bereits vorhanden und kann mittels eines ETFs (= Exchange Traded Fund) genutzt werden.

Entstehungsgeschichte von ETFs

Die Geschichte der ETFs reicht zurück bis zum Anfang der 1970er Jahre. Im Jahre 1971 legten William Sharpe und Bill Fouse den „Samsonite pension fund“ an. Dieser ausschließlich für institutionelle Anleger investierbare Fonds, bildete damals alle 1.500 Einzelwerte ab, welche an der New York Stock Exchange gehandelt wurden.3 Der wahre Grundstein allerdings wurde erst drei Jahre später in Pennsylvania gelegt: Dort gründete John C. Bogle 1974 die Investmentfirma Vanguard Group. Diese war die erste Investmentgesellschaft, welche einen Indexfonds für Privatanleger bot.4 Der 1976 emittierte „Vanguard 500“ wurde zum Bestseller5. Da dieser keine Börsennotierung hatte, konnte man damals bei genauer Betrachtung noch nicht von einem ETF sprechen. Allerdings war dies der Grundstein für eine echte Erfolgsstory. Bis in Deutschland der erste Indexfonds auf den Markt kommt, sollte es tatsächlich noch etwas länger dauern. Hier war es 1988 so weit. Die Luxemburger Commerzbank-Tochter „CB German Index Fund Company“ schuf als erste Gesellschaft die Möglichkeit dafür.6 Diese Anlagemöglichkeit war allerdings nur institutionellen Investoren vorbehalten. Der erste wirklich börsengehandelte Indexfonds (ETF) kam erst 1993 in den USA auf den Markt. Es handelte sich um den SPDR (Spider) des Anbieters State Street. Diesen gibt es bis heute und ist per September 2018 mit einer Marktkapitalisierung von 289 Milliarden USD der weltweit größte ETF7. Er bildet die Marktentwicklung des S&P 500 ab. In Deutschland startete die Deutsche Börse im April 2000 als erste europäische Börse den Handel mit ETFs. Sie schuf hierzu das Segment XTF. Dieses ist seitdem stetig gewachsen und hat sich seit seiner Einführung auf 1.368 gelistete ETFs per Ende Dezember 2018 erhöht.8 Die Deutsche Börse ist hier Marktführer in Europa. Gerade zu Beginn der ETFs, wurden nur die großen europäischen Indizes wie DAX, EuroStoxx 50 oder Stoxx Europe 50 nachgebildet. Im Laufe der Zeit kamen hier immer weitere Produkte hinzu. Nicht nur die klassischen Indizes, sondern vor allem auch Branchen, Regionen und Länder waren bald vertreten. Auch dies wurde bald ergänzt durch ETFs, die sich nur auf Anleihen konzentrierten oder nur den Geldmarkt abbildeten. Darauf folgten spezielle Themen-ETFs, welche sich nur einem bestimmten Schwerpunkt widmeten. So stieg die Anzahl der aufgelegten ETFs auf bald 6.478 einzelne Produkte (per Ende 2018).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Anzahl der weltweit verwalteten ETFs

Man sieht einen stetigen Anstieg bei den einzelnen ETFs. Auffallend ist, dass die Zunahme in den einzelnen Jahren relativ kostant war. Der Sprung von 2017 auf 2018 zeigt das in letzter Zeit stärker werdende Interesse an der Branche. Diese reagiert mit einer Vielzahl an verschiedenen ETFs. Hierzu tragen vor allem die vielen Publikationen zu dem Thema bei, welche auch dem Privatanleger ein einfaches und transparentes Investment versprechen, das ohne großen Aufwand und wenigen Kenntnissen, einfach umzusetzen ist.9 So schaffte es das Thema ETFs aus der Finanzpresse heraus in die Tageszeitungen und war somit für Jedermann zugänglich.10 In aller Regel erfolgte hier eine positive Berichterstattung, welche vor allem den Unterschied zwischen den ETFs und aktiv gemangeden Fonds aufzeigte. Aufgrund der Unterschiede zwischen den Gebühren und der Performance (s. Einführung) weckte dies das große Interesse bei Privatanlegern.

Doch nicht nur die Anzahl der einzelnen ETFs nahm zu. Auch das in den ETFs verwaltete Vermögen stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich an und erreichte per Ende 2018 einen Betrag von 4.685 Mrd. US-Dollar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Anzahl des weltweit verwalteten Vermögens in ETFs

2. Aufbau und Klassifizierung

Ein ETF verfolgt das Ziel einen vorher festgelegten, passiven Index 1:1 nachzubilden, genauer gesagt seine Performance. Er wird wie andere Wertpapiere täglich an der Börse gehandelt. Der Preis des ETFs ist abhängig von dem Basiswert, dem Anteil an dem Gesamtvolumen und dem fortlaufend durch den Emittenten berechneten NAV (= Net Asset Value). Dieser stellt den Nettoinventarwert dar und gibt Aufschluss über den „fairen“ Preis eines Anteils. Mit dem ETF besteht also Möglichkeit den kompletten Index zu erwerben und diesen kostengünstig ins Depot zu legen.11 Man spart sich hierdurch einen enormen Aufwand. Die Nachbildung des Index wäre anders nur durch den Kauf jeder einzelnen Aktie möglich, welches nur durch erhöhten Aufwand und gleichzeitig hohen Transaktionskosten möglich wäre. Am Beispiel des EuroStoxx 50 müsste man als Privatanleger insgesamt 50 Aktien kaufen und diese auch nach ihrer jeweiligen Marktkapitalisierung gewichten, was gerade für kleine Anlagesummen nicht zielführend wäre. Durch dieses Investment in ein passives Produkt, wie einen ETF, besteht die Chance auch für den Privatanleger, eine kosteneffiziente Diversifikation – ganz im Sinne der Portfoliotheorie12 und des Capital Asset Pricing Models (CAPM)13 - durchzuführen. Da die Entwicklung des ETF strikt dem Index entspricht, ist diese für den Privatinvestor einfach nachvollziehbar. Auch finden sich jederzeit Kurse und Handelsvolumen der einzelnen ETFs transparent auf den Homepages der jeweiligen Börsenplätze. Da das Spektrum der einzelnen ETFs immer weiter zunimmt, wird der Markt zunehmend unübersichtlich.

2.1. Auswahl der wichtigsten Basiswerte

Im ETF-Bereich unterscheiden wir verschiedene Basiswerte auf denen ein ETF aufgelegt wird. In aller Regel handelt es sich hier um Indizes. Nachfolgend wird auf die wichtigsten Basiswerte eingegangen.

Aktien-ETFs: Diese stellen den Großteil aller vorhandenen ETFs überhaupt dar. Mit einem Volumen von 3.868 Mrd. USD stellen sie den mit Abstand wichtigsten Anlageschwerpunkt dar (per 1. HJ 2018).14 Hier spielt vor allem der nordamerikanische Aktienmarkt die größte Rolle. Rund 57% des weltweiten ETF-Vermögens entfallen auf die USA. Erst weit abgeschlagen dahinter folgen die Regionen Asien (19 %), Europa (14 %) und ETFs mit Ausrichtung auf den weltweiten Aktienmarkt (9 %). Dies zementiert auch die historisch gewachsene Rolle des US-Aktienmarkts mit Dow Jones & Co. als global führende Kapitalmärkte – selbst auch bei vergleichsweise jungen Wertpapierarten wie ETFs. Doch nicht nur DAX, EuroStoxx 50 und Nasdaq-100 können hier mögliche Basiswerte sein. Mittlerweile gibt es bei ETFs auf Aktien auch eine große Auswahl an Alternativindizes. Dies kann branchenabhängig sein, wie z.B. ein ETF auf den EuroStoxx Financials, der nur in Unternehmen aus der Bank- und Finanzwelt investiert. Oder auch nach Ertragsgesichtspunkten klassifiziert, wie beispielsweise ein ETF auf den DivDAX, der auf sich die dividendenstärksten 15 Unternehmen des DAX auf sich vereinigt. Zusätzlich stehen hier auch spezielle Themen als Investment offen. Mit einem ETF kann ich sowohl gezielt in die Industrie 4.0 investieren, als auch in die Mobilität der Zukunft oder die nachhaltigsten Unternehmen. Allein im ersten Quartal 2019 sind hier 56 ETFs mit Zukunftsthemen auf dem europäischen Markt neu hinzugekommen.15 Der Ertrag eines ETFs auf Aktien resultiert aus den Kursgewinnen des jeweiligen Index bzw. der Aktien und der Vereinnahmung von Dividenden abzgl. der anfallenden Gebühren.

Anleihe-ETFs: Ein weiterer beliebter Basiswert sind ETFs auf Anleihen. Im Juni 2019 stieg das verwaltete Vermögen in diesem Bereich erstmals über 1 Billion USD.16 Das Wachstum in diesem Segment taxiert der Vermögensverwalter Blackrock auf 22 % jährlich. Der Grund warum Anleihe-ETFs gegenüber der Direktanlage in Anleihen ebenfalls beliebter werden, liegt an der niedrigeren Investitionshürde. Im Regelfall ist eine Anleihe erst ab mind. 1.000 Nominale käuflich zu erwerben. Damit hier eine sinnvolle Diversifikation ins Depot kommt, muss noch ein Vielfaches in Anleihen anderer Unternehmen investiert werden. Mit einem Anleihe-ETF kann dies direkt mit dem Kauf eines einzelnen Wertpapieres erfolgen. Ein Anleihe-ETF kann hier auf zwei Arten Gewinne generieren. Zum einen durch steigende Kurse der im Fondsvermögen hinterlegten Anleihen, zum anderen durch die Zinskupons, die direkt in das ETF-Vermögen gezahlt werden. Der bekannteste Index ist hier der iBoxx. Dieser stellt die Entwicklung der Rentenmärkte dar und wird aus den Handelsdaten großer Banken berechnet.17 Weitere Unterscheidungen im Spektrum der Anleihe-ETFs gibt es hinsichtlich Sicherheit (z.B. Staatsanleihen vs. Unternehmen und High Yield), Laufzeit (kurz-, mittel-, langfristige Zinsbindung / Duration) oder Länder- und Währungsschwerpunkte.

[...]


1 vgl. Manager Magazin: Der Mann der die Geldanlage revolutionierte https://www.manager-magazin.de/finanzen/geldanlage/vanguard-gruender-john-bogle-der-mann-der-die-geldanlage-revolutionierte-a-1248514.html [Zugriff: 14.07.2019]

2 vgl. Das Investment: So viele aktive Fonds schlagen den Index https://www.dasinvestment.com/10-jahres-analyse-so-viele-aktive-fonds-schlagen-den-index/ [Zugriff: 14.07.2019]

3 vgl. Etterer, Wambach: ETF-Handbuch (2007) S. 14 ff.

4 vgl. The New York Times: John C. Bogle, Founder of Financial Giant Vanguard, Is Dead at 89 https://www.nytimes.com/2019/01/16/obituaries/john-bogle-vanguard-dead.html [Zugriff: 17.07.2019]

5 vgl. ExtraETF: Die Geschichte des ETF https://de.extraetf.com/news/etf-news/die-geschichte-des-etf [Zugriff: 17.07.2019]

6 vgl. ComStage – Das große 1x1 der ETFs (2017) S. 8

7 vgl. Deutsche Bundesbank: Monatsbericht (Oktober 2018) Abschnitt 88

8 vgl. Deutsche Börse: XETRA: Der führende Handelsplatz für ETFs in Europa (März 2019) S. 4 ff.

9 vgl. Stiftung Warentest: Das Pantoffel-Portfolio von Finanztest https://www.test.de/ETF-Einmalanlage-Sparplan-und-Auszahlplan-mit-Pantoffel-Portfolio-5179990-0/ [Zugriff: 18.07.2019]

10 vgl. Süddeutsche Zeitung: Was Sie über ETFs wissen müssen https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/etf-grundlagen-vorteile-nachteile-1.4197556 [Zugriff: 18.07.2019]

11 vgl. Etterer, Wambach: ETF-Handbuch (2007) S.12

12 vgl. Markowitz: Portfolio Selection (1952) S. 77 ff.

13 vgl. Sharpe: The Journal of Finance (1964) S. 425 ff.

14 vgl. Deutsche Bundesbank: Monatsbericht (Oktober 2018) Abschnitt 84 ff

15 vgl. Handelsblatt vom 14.05.2019: Spezial ETFs / Investmentfonds

16 vgl. Süddeutsche Zeitung vom 22.07.2019: Mehr Sicherheit bei der Geldanlage

17 vgl. Wikipedia: iBoxx: https://de.wikipedia.org/wiki/IBoxx [Zugriff: 23.07.2019]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Exchange Traded Funds (ETFs). Eine Darstellung
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Note
1,4
Autor
Jahr
2019
Seiten
18
Katalognummer
V504527
ISBN (eBook)
9783346055972
Sprache
Deutsch
Schlagworte
etfs, börse, finanzen, wertpapiere, fonds, hausarbeit, seminararbeit, etf
Arbeit zitieren
Johannes E. (Autor), 2019, Exchange Traded Funds (ETFs). Eine Darstellung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504527

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Exchange Traded Funds (ETFs). Eine Darstellung


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden