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Gian Lorenzo Bernini und der Louvre. Gründe für sein Scheitern in Frankreich

Title: Gian Lorenzo Bernini und der Louvre. Gründe für sein Scheitern in Frankreich

Term Paper , 2019 , 14 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Melanie Grätz (Author)

Art - History of Art
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit setzt sich mit Gian Lorenzo Berninis Zeichnungen zu seinen architektonischen Werken auseinander. Der Hauptfokus liegt dabei auf den Entwürfen zur Ostfassade des Louvre. Dabei geht die Arbeit auf Berninis Leben und seine wichtigsten Leistungen sowie auf seine Arbeit mit Architekturzeichnungen ein. Ruhm erlangte Bernini vor allem als Bildhauer und Architekt. Zu den wichtigsten und bekanntesten Werken gehören die Skulpturen des Aeneas und Anchises, der Raub der Proserpina, Apoll und Daphne sowie die des David. Ihnen allen ist gemein, dass sie ein mythologisches Thema innehaben.

Außerdem gibt es einige Elemente, die seine Skulpturen allesamt auszeichnen. Als erstes ist die Dynamik zu nennen. Jede dieser Skulpturen scheint in Bewegung zu sein und das obwohl Marmor eigentlich ein festes und statisches Material ist. Daphnes Körper ist vollkommen angespannt, während sie sich aus dem Griff des Apolls zu winden versucht. Auch Davids Körper ist angespannt und befindet sich kurz vor dem Wurf des Steins. Des Weiteren prägen Emotionen diese Skulpturen. Vor allem bei dem Raub der Proserpina und Apoll und Daphne ist die Spannung zu greifen. Man fühlt die Verzweiflung der Proserpina als sie ihrem Entführer entkommen will. Daphnes Gesicht spiegelt ihre Angst wider, während Apolls Mimik Erstaunen über die Verwandlung zeigt. Zu guter Letzt ist die Arbeit mit Licht und Schatten unverkennbar. Diese führt dazu, dass die Skulpturen plastischer beziehungsweise lebendiger wirken.

Berninis Charakter lässt sich als vielschichtig beschreiben. Auf der einen Seite war er selbstbewusst, schlagfertig und charmant. Bernini wusste genau, wie er sich in der oberen Gesellschaft und an Höfen zu verhalten hatte. Dies übte eine gewisse Faszination auf seine Mitmenschen und vor allem seine Auftraggeber aus. Jedoch hatte der große Meister auch eine dunkle Seite. Er galt als jähzornig und reizbar. Dies soll sogar so weit gegangen sein, dass er seinen eigenen Bruder mit einem Degen durch ganz Rom gejagt habe. Grund dafür war Eifersucht. Kollegen und Konkurrenten war er kalt und gleichgültig gegenüber. Dies führte dazu, dass einen regen Wechsel an Arbeitern in seinen Werkstätten gab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Gian Lorenzo Bernini

2.1.1. Sein Leben

2.1.2. Seine bekanntesten Werke

2.1.3. Berninis Architekturzeichnungen

2.2. Bernini und der Louvre

2.2.1. Der Louvre

2.2.2. Berninis Entwürfe

2.2.3. Vergleich mit Sant‘ Andrea al Quirinale

2.2.4. Berninis Scheitern

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von Architekturzeichnungen die Auseinandersetzung Gian Lorenzo Berninis mit seinen architektonischen Großprojekten, mit einem besonderen Schwerpunkt auf den Entwürfen für die Ostfassade des Louvre. Ziel ist es, die Gründe für das Scheitern Berninis bei diesem bedeutenden französischen Bauvorhaben sowie die künstlerischen Divergenzen zwischen italienischem Barock und französischem Klassizismus zu beleuchten.

  • Biografische Einordnung und künstlerisches Wirken Berninis
  • Analyse architektonischer Entwurfsprozesse am Beispiel des Vier-Ströme-Brunnens
  • Untersuchung der drei Louvre-Entwürfe und deren Rezeption durch Colbert
  • Vergleichende Analyse zwischen dem Louvre-Projekt und Sant‘ Andrea al Quirinale

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Berninis Entwürfe

Nachdem der Großteil des Louvre unter Louis Le Vau fertiggestellt wurde, wurde dieser von dem Projekt abgezogen. Grund dafür war Frankreichs oberster Minister, Jean-Baptiste Colbert, der fürchtete, dass Le Vau zu großen Einfluss erhalten könnte. Daraufhin rief Colbert einen Wettbewerb zur Fertigstellung zur Ostfassade aus. Zunächst beschränkte er sich dabei nur auf die französischen Künstler. Da deren Entwürfe jedoch nicht überzeugten, wandte Colbert sich an die Italiener. Berninis Entwurf konnte zwar nicht überzeugen, jedoch wurde er aufgrund seines Rufes nach Paris eingeladen.40

Seinen ersten Entwurf (Abb. 12) fertige Bernini noch in Rom an, bevor er ihn schließlich nach Paris sandte. Zentrum dieses Entwurfes ist ein Baukörper mit ovalem Grundriss und durch ein tambourförmiges Stockwerk bekrönt. Dieses Stockwerk ist wiederum mit Lilien bekrönt. Die Rundfenster dessen alternieren mit Doppelpilastern.

Das ovale Zentrum wird von konkaven Flügeln flankiert. Diese bilden zusammen die Mittelpartie. Gekennzeichnet ist der Mittelteil durch zweistöckige, durchlaufende Arkaden, welche durch Halbsäulen in kolossaler Ordnung unterteilt und an den Ecken durch Kolossalpilaster abgeschlossen sind. In diesem Teil sollten Loggien eingerichtet werden.

Der wellenförmige Mittelteil wird zu beiden Seiten mit Pavillons abgerundet. Diese sind unterteilt in vier Fensterachsen, wobei die Fenster im Erdgeschoss mit flachen und die Fenster im Obergeschoss mit Segment- und Dreiecksgiebeln bekrönt sind.

Über die komplette Ostfassade verläuft ein Mezzanin. Hierbei sticht heraus, dass im Mittelteil die Fenster mit Reliefs alternieren.

Des Weiteren erstreckt sich eine Balustrade über die komplette Länge der Ostfassade. Diese Balustrade ist mit Skulpturen geschmückt. Stufen führen hinauf zu den Eingängen.

Das Courtauld Institute in London gab mir die Möglichkeit eine erhaltene Zeichnung (Abb. 12) von Bernini zu diesem ersten Entwurf zu begutachten. Diese Version zeigt die rechte Seite des Entwurfs bis zum Ende der Rotunde. Sie ist bereits ausgearbeitet, jedoch nicht so genau wie der endgültige Entwurf von Mattia de‘ Rossi. Signiert ist das Blatt mit „CAV. Bernini“, also vom Meister persönlich.41 Die Linienführung ist schnelllebiger und scheint ohne Hilfsmittel geführt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Leben und Wirken Berninis ein, skizziert den Forschungsstand und beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung der Architekturzeichnungen.

2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Übersicht, eine detaillierte Analyse der architektonischen Entwürfe für den Louvre sowie einen Vergleich mit dem Projekt Sant‘ Andrea al Quirinale und erörtert die Gründe für Berninis Scheitern in Frankreich.

3. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Berninis Scheitern am Louvre vor allem auf mangelnde funktionale Planung, ästhetische Differenzen zwischen Barock und Klassizismus sowie auf charakterliche Spannungen mit den Auftraggebern zurückzuführen ist.

Schlüsselwörter

Gian Lorenzo Bernini, Louvre, Architekturzeichnung, Ostfassade, Barock, Klassizismus, Jean-Baptiste Colbert, Sant‘ Andrea al Quirinale, Entwurf, Skulptur, Rom, Paris, Architektur, Baugeschichte, Urban VIII.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem italienischen Künstler Gian Lorenzo Bernini und seiner Beteiligung an architektonischen Projekten, mit einem spezifischen Fokus auf seine Entwurfspläne für die Umgestaltung der Louvre-Ostfassade.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die biografische Entwicklung Berninis, seine Arbeitsweise mit Architekturzeichnungen, die Auseinandersetzung mit dem französischen Kunstverständnis des 17. Jahrhunderts sowie der Konflikt zwischen barocken Entwürfen und klassizistischen Anforderungen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die spezifischen Gründe für das Scheitern von Berninis Louvre-Plänen zu identifizieren und dabei zu analysieren, wie seine architektonische Vision mit den Erwartungen des französischen Hofes kollidierte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine quellenbasierte Analyse durchgeführt, die neben der Literaturrecherche auch die direkte Untersuchung erhaltener Architekturzeichnungen und zeitgenössischer Dokumente sowie den Vergleich verschiedener Entwurfsstadien umfasst.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt neben dem Leben Berninis die detaillierte Entwicklung seiner drei Louvre-Entwürfe, deren Kritik durch Colbert sowie einen kontrastierenden Vergleich mit dem Bau der Kirche Sant‘ Andrea al Quirinale.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gian Lorenzo Bernini, Louvre, Architekturzeichnung, Barock, Klassizismus, Jean-Baptiste Colbert und die architektonische Transformation im 17. Jahrhundert.

Warum lehnte Colbert Berninis Entwürfe für den Louvre ab?

Colbert kritisierte insbesondere die mangelnde Funktionalität der Pläne, die zu hohe Pompösität, die problematische Raumverteilung sowie die Unvereinbarkeit mit der bestehenden Bausubstanz und den französischen ästhetischen Vorlieben.

Inwieweit unterschied sich Berninis Arbeitsweise in Rom von der in Paris?

In Rom genoss Bernini die volle Unterstützung seiner Auftraggeber und konnte seine barocke Formensprache frei entfalten, während er in Paris durch die ständige Kontrolle und Kritik Colberts eingeschränkt wurde und sich den fremden Anforderungen des französischen Klassizismus anpassen musste.

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Details

Title
Gian Lorenzo Bernini und der Louvre. Gründe für sein Scheitern in Frankreich
College
University of Salzburg
Grade
3,0
Author
Melanie Grätz (Author)
Publication Year
2019
Pages
14
Catalog Number
V504554
ISBN (eBook)
9783346047809
Language
German
Tags
gian lorenzo bernini louvre gründe scheitern frankreich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Grätz (Author), 2019, Gian Lorenzo Bernini und der Louvre. Gründe für sein Scheitern in Frankreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504554
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