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Europäische Identität

Ist die europäische Identität als Grundlage des Zugehörigkeitsbewusstseins und der Legitimation der Europäischen Union notwendig?

Title: Europäische Identität

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 33 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Michel Massing (Author)

Politics - Topic: European Union
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Die öffentliche Diskussion wird gegenwärtig von dem allseits geteilten Bewusstsein geprägt, dass wir uns unter den Bedingungen der Globalisierung und der Europäisierung in einem tiefgreifenden Umbruch des gesellschaftlichen Lebens befinden.

In dieser Arbeit soll der Begriff der europäischen Identität unter politikwissenschaftlicher Perspektive ausgeleuchtet werden. Nachdem zunächst eine Begriffsdefinierung im Kapitel zwei erfolgt, begeben wir uns in die europäische Gegenwart der Lage der Nationalstaaten. Der Wandel des Nationalstaates unter Bezugnahme der Europäisierung und Globalisierung soll dabei im Kapitel drei die Grundlage für das Entstehen einer Diskussion über europäische Identität beleuchten. Nach der Suche der Gemeinsamkeiten der europäischen Staaten in der Geschichte Europas im vierten Kapitel, führt der Diskurs zur staatsrechtlichen und politikwissenschaftlichen Ebene des Themas europäische Identität. Die Ausgangsfrage, die bei der Erstellung der einzelnen Kapitel richtungsweisend war und die Grundlage für die Schlussbetrachtung liefert, lautet wie folgt: Ist die europäische Identität als Grundlage des Zugehörigkeitsbewusstseins und der Legitimation der Europäischen Union notwendig und wenn ja, wie könnte und müsste der Identitätsbegriff dann inhaltlich ausgefüllt sein?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. BEGRIFFSBESTIMMUNG IDENTITÄT

2.1. Individuelle Identität - Kollektive Identität

2.2. Kollektive Identität - Politische Identität

2.3. Politische Identität – Nationale Identität

3. EUROPÄISCHE GEGENWART

3.1. Der Wandel des Nationalstaates unter dem Druck der Globalisierung und Europäisierung

4. EUROPÄISCHE IDENTITÄT

4.1. Historische Quellen der Identität Europas

4.2. Kulturelle Identität Europas

5. POLITISCHE IDENTITÄT EUROPAS

5.1. Staatsbürgerschaft und Unionsbürgerschaft

5.1.1. Staatsbürgerschaft

5.1.2. Unionsbürgerschaft

5.2. Konstruktion einer Europäischen Identität – Identitätsbildung

6. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht aus politikwissenschaftlicher Perspektive, ob eine europäische Identität als Fundament für das Zugehörigkeitsbewusstsein und die Legitimation der Europäischen Union zwingend erforderlich ist und wie ein solcher Identitätsbegriff inhaltlich definiert werden könnte.

  • Grundlagen und Begriffsbestimmung von Identität
  • Einfluss von Globalisierung und Europäisierung auf den Nationalstaat
  • Historische und kulturelle Wurzeln einer europäischen Identität
  • Rolle der Staatsbürgerschaft und der Unionsbürgerschaft
  • Strategien zur Konstruktion und Bildung einer politischen Identität in Europa

Auszug aus dem Buch

2.3 Politische Identität – Nationale Identität

Die nationale Identität ist eine spezifische Form kollektiver Identität. Sie basiert auf der Selbstdefinition eines Kollektivs als „Nation“ mit einer gemeinsamen Geschichte. Die Konstruktion nationaler Identität manifestiert sich in dem von dem Kollektiv „Nation“ geteilten Bestreben, verschiedene Begriffe von „Nation“ – Sprachnation, Kulturnation, Staatsnation usw. – miteinander in Deckung zu bringen. Dabei wird ein Verständnis zugrunde gelegt, nach dem die Nation nicht eine quasi-natürliche kollektive Einheit ist (wie z.B. in primodialistischen Nationskonzepten, die gemeinsame Abstammung oder gemeinsames „Blut“ betonen), sondern „eine gedachte Ordnung, eine kulturell definierte Vorstellung, die eine Kollektivität von Menschen als Einheit bestimmt“ (Boekle/Nadoll/Stahl 2000: 10 f.).

Eine kollektive – also auch die nationale – Identität bildet sich aber nicht nur durch abgeschlossene Identifizierungsprozesse aus. „Die Selbstwertschätzung einer Gruppe enthält notwendigerweise positive Elemente; häufig, aber nicht notwendigerweise ist sie mit negativen Urteilen über andere Gruppen verbunden.“ (Loth 2002: 5) Eine kollektive Identität ist somit vor allem das Produkt von Kommunikation und Interaktion innerhalb einer sozialen Gruppe, die sich bestimmter, mehr oder minder objektivierbarer Gemeinsamkeiten bewusst ist und diese Gemeinsamkeiten in Abgrenzung zu anderen Individuen und Gruppen als identitätsbildend betont (vgl. Boekle/Nadoll/Stahl 2000: 10 f.). Die Identität eines Kollektivs bildet sich also auch durch Anlässe der Unterscheidung aus. Anlass dieser Abgrenzungsprozesse kann sowohl die bloße Wahrnehmung der Andersartigkeit als auch wirtschaftliche Konkurrenz, Handelskonflikte und Rechtsstreitigkeiten bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen sein (vgl. Münch 1999: 224).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Sinn- und Legitimitätskrise der EU im Kontext der Globalisierung und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Notwendigkeit und inhaltlichen Ausgestaltung einer europäischen Identität.

2. BEGRIFFSBESTIMMUNG IDENTITÄT: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen individueller, kollektiver und politischer Identität sowie deren Abgrenzung und Verflechtung mit nationalen Identitätskonzepten.

3. EUROPÄISCHE GEGENWART: Hier wird der Wandel des Nationalstaates unter dem Druck der Globalisierung und Europäisierung analysiert und als Ausgangspunkt für die Identitätsdiskussion verortet.

4. EUROPÄISCHE IDENTITÄT: Das Kapitel untersucht kritisch die historischen und kulturellen Quellen einer europäischen Identität und kommt zu dem Schluss, dass ein gemeinsames europäisches Erbe nur bedingt als Basis dienen kann.

5. POLITISCHE IDENTITÄT EUROPAS: Dieser Hauptteil beleuchtet die rechtlichen und institutionellen Aspekte, insbesondere die Rolle der Unionsbürgerschaft und der Grundrechtscharta, für die Konstruktion einer politischen Identität.

6. SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit stellt fest, dass eine europäische Identität trotz der historischen Schwierigkeiten für die Handlungsfähigkeit und Legitimation der EU notwendig ist und primär als politische Identität konstruiert werden sollte.

Schlüsselwörter

Europäische Identität, Politische Identität, Europäisierung, Globalisierung, Unionsbürgerschaft, Legitimation, Identitätsbildung, Nationalstaat, Kollektive Identität, Europäische Union, Demokratiedefizit, Staatsbürgerschaft, Grundrechtscharta, Politische Kultur, Solidarität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Frage, ob eine europäische Identität als Grundlage für ein Zugehörigkeitsgefühl und die Legitimität der Europäischen Union notwendig ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Identitätsbegriff, der Wandel des Nationalstaates durch Globalisierung, die Rolle von Bürgerschaftsmodellen und die Konstruktion von Identität in der EU.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob die europäische Identität für die Legitimation der EU notwendig ist und wie der Identitätsbegriff in diesem Kontext inhaltlich ausgefüllt werden könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen Analyse und Diskussion von theoretischen Konzepten und Modellen zur Identitätsbildung, basierend auf Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Identitätsdefinitionen, der Anpassungsdruck auf Nationalstaaten, historische und kulturelle Hintergründe sowie die Rolle der Unionsbürgerschaft detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Europäische Identität, politische Identität, Legitimation, Unionsbürgerschaft und Europäisierung geprägt.

Warum hält der Autor die Suche nach einer rein kulturellen europäischen Identität für schwierig?

Der Autor argumentiert, dass historische Erfahrungen und kulturelle Wurzeln in Europa zu vielschichtig, umstritten und oft nur temporär sind, als dass sie ein stabiles Fundament für eine einheitliche kulturelle Identität bieten könnten.

Welche Rolle spielt die Unionsbürgerschaft bei der Identitätsbildung?

Die Unionsbürgerschaft fungiert laut der Arbeit als eine institutionelle und normative Voraussetzung, um durch gemeinsame Rechte und den Status als Unionsbürger Identifikation mit der EU zu ermöglichen.

Was bedeutet das Konzept der „Europäisierung als regionale Anpassungsstrategie“?

Das Konzept beschreibt, dass Nationalstaaten ihre Strukturen und Kompetenzen anpassen, um gemeinsam auf die Herausforderungen der Globalisierung und die Konkurrenz interkontinentaler Wirtschaftsblöcke zu reagieren.

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Details

Title
Europäische Identität
Subtitle
Ist die europäische Identität als Grundlage des Zugehörigkeitsbewusstseins und der Legitimation der Europäischen Union notwendig?
College
University of Hamburg  (Politische Wissenschaft)
Course
HA Europäisierung
Grade
2,3
Author
Michel Massing (Author)
Publication Year
2005
Pages
33
Catalog Number
V50460
ISBN (eBook)
9783638466752
ISBN (Book)
9783638661010
Language
German
Tags
Europäische Identität Europäisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michel Massing (Author), 2005, Europäische Identität , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50460
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