Alexander der Große und der Erlass des Verbanntendekrets

Strukturanalyse, Forschungsbericht, Quellenanalyse, historischer Kontext


Essay, 2018
17 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Strukturanalyse

2.Forschungsbericht

3.Quellenanalyse
3.1Historischer Kontext und Inhaltswiedergabe
3.2 Aspekte des Übergangs und Vorzeichen und Opfer im Vorfeld des Übergangs
3.3 Schilderungen durch andere Quellen und Intention des Autors

1. Strukturanalyse

Zahrnt bietet einen Überblick hinsichtlich der Forschungslage zur Intention Alexanders für den Erlass des Verbanntendekrets, erstellt eigene Annahmen dazu, und baut auf seinen gefassten Annahmen eine eigene Deutung auf. Zahrnt zeigt auf, dass es innerhalb der Forschung Behauptungen gebe, Antipatros habe Verhandlungen mit den Aitolern geführt und habe versucht den König vergiften zu lassen. Allerdings geht Zahrnt von keinem Misstrauen zwischen Alexander und Antipatros aus, da dies zu großem Teil zurückgewiesen worden sei und in der Forschung nur bei wenigen Beachtung finde.1 Dass Krateros Antipatros in Makedonien als dortiger Stellvertreter habe ablösen sollen, und Alexander die Exilierten, die auf Grund von Antipatros ihre Städte zuvor verlassen mussten, nun rückberuft und die Schuld der Verbannung von sich weist sei beides keine Entscheidung gegen Antipatros.2 Er vertritt diese Ansicht auf Grundlage dessen, dass Antipatros am Ende desselben Briefes weiterhin ein wichtiger Stellenwert zugeschrieben wurde auf Grund der Beauftragung der Rückführung der Verbannten und ihm auch weiterhin wichtige Aufgaben zu Teile wurden.3 Die Reaktionen nach der Verkündung, welche während der olympischen Spiele stattfand, seien ohnehin von einer großen Begeisterung geprägt gewesen, die unter anderem durch 20000 dort anwesende Verbannte aufkam. Zahrnt schließt durch die hohe Zahl der Verbannten, wobei er selbst von einer niedrigeren Anzahl ausgeht, auf ein Bekanntwerden des Inhalts vor der Verkündung.4 Bis auf die Aitoler und Athener habe Griechenland auf das Verbanntendekret weitestgehend positiv reagiert.5 Das Problem, das Aitoler und Athener hatten, bezog sich auf Oiniadai und Samos. Die Aitoler hatten nämlich die Bewohner der Hafenstadt Oiniadai vertrieben und sich die Stadt angeeignet. Samos wurde 366 von einer persischen Garnison erobert und unter den Mitbürgern der Athener aufgeteilt.6 Zahrnt geht davon aus, dass die Samier fast vollständig von der Insel vertrieben wurden. Dies untermauert er durch ein indirektes Zeugnis von Habicht und Hallof. Habicht und Hallof haben, fundierend auf einer in Samos gefundenen Inschrift, auf eine sehr hohe Anzahl von Athenern auf dem damaligen Samos geschlossen.

Dies war dadurch möglich, dass auf der gefunden Inschrift Amtsträger des damaligen Samos verzeichnet waren und man nun davon ausgegangen ist, dass die Relation von Amtsträgern, welche zu großem Teil Athener waren, und Bürgern in etwa dieselbe ist.7 Beide Städte drohten nun durch das Dekret wieder in die Hände der ehemaligen Bürger zu geraten.8 Ob im Verbanntendekret ausdrücklich geschrieben steht, dass die Samier ihre Insel Samos zurückerlangen oder ob es einen eigenen Erlass gab ist in der Forschung zwar nicht geklärt, jedoch gehen die meisten von einer Rückerlangung der Samier durch das Verbanntendekret aus. Zahrnt geht auf der Basis des Mehrheitsarguments davon aus, dass die Samier von der Rückkehr der Verbannten mit einbezogen sind und dadurch ihre Insel wiedererlangt haben. Jedoch mache dies für Zahrnt ohnehin keinen großen Unterschied, da die Wirkung dieselbe sei.9 Weiterhin stellt Zahrnt die zwei Motive Alexanders für das Verbanntendekret, die in der Quellenlage durch Diodor benannt sind vor. Dem ersten Motiv, welches beinhaltet, es sei ihm um „Ruhm und um die Gewinnung von loyalen und zuverlässigen Gefolgsleuten in den Griechenstadten als Schutz gegen Neuerungsversuche und Aufstande gegangen“, schenkt er keine Beachtung, da die Forschung dieses Motiv ausschließe.10 Beim zweiten Motiv wird die Ansicht vertreten, dass es beim Dekret um eine Versöhnung zwischen Makedonenfreunden und Makedonenfeinden ging, einem dauerhaften Frieden.11 Allerdings schließt Zahrnt auch aus, dass die Intention Alexanders eine Versöhnung von Feinden und Freunden war. Es nütze den Verbannten nichts, in die Heimat zurückkehren zu dürfen, da dort immer noch die Gegner von ihnen leben und ihnen das Leben schwer machen. Außerdem seien die Makedonenfreunde sicherlich nicht davon begeistert, dass politische Gegner zurück in die Stadt kehren.12 Alexanders Interesse am Verbanntendekret hätte in der Zeit nach der Verkündung laut Zahrnt größer sein müssen wenn es ihm um einen dauerhaften Frieden gegangen wäre. Dieses mangelnde Interesse habe sich unter anderem durch die bearbeitete Reihenfolge der Gesandtschaften gezeigt. Zahrnt geht auf Grund seiner gefassten Annahme, dass anhand der Reihenfolge der abgefertigten Themen die Wichtigkeit bestimmt wurde davon aus, dass das Verbanntendekret, das zuletzt bearbeitet wurde, ein mangelndes Interesse bekam. Somit leitet Zahrnt daraus ab, dass Frieden als Intention ausgeschlossen sei.13

Bengtsons Sicht teilt er ebenfalls nicht. Dieser behauptet, dass Alexander das Dekret zur Durchführung seiner Westpläne habe nutzen wollen. Dies hätte er getan, indem die Verbannten auf Grund seiner Entscheidung zur Rückführung aus Feinden zu Freunden gemacht hätte und durch Stabilisierung Hellas im Griff gehabt hätte.14 Allerdings bezweifelt Zahrnt, dass aus Makedonenfeinden durch die Rückführung Makedonenfreunde würden.15 Zahrnt spricht sich dafür aus, dass der Großteil der Exilierten Makedonengenger waren. Dies schließt er daraus, dass die Mitstreiter des Agiskrieges Bestrafungen erhielten. Zahrnht geht davon aus, dass diese Bestrafungen Exilierungen beinhalteten, obwohl es in der Forschung wie er selbst andeutet nicht geklärt ist. Weiterhin seien auch sonstige Exilierte oft Makedonengegner gewesen.16 Auch, dass Alexander gedacht habe, dass das Dekret Stabilität bringen würde sei aus der Luft gegriffen, da Alexander im Jahre 338 als er zum Friedensvertrag, in welchem Samos den Athenern überlassen wurde, nach Athen kam und gemerkt habe wie viel Samos den Athenern bedeutet. Alexander habe gewusst, dass eine Wegnahme von Samos weitreichende Konsequenzen haben würde, die nicht zu einem Frieden führen würden.17 Aus Badians Sicht sei das Verbanntendekret ein Befreiungsschlag gewesen wegen weitreichenden Problemen für Alexander, vor allem durch die riesige Masse der herumirrenden Söldner. „Auflösen können habe er diese Scharen von Desperados ebenso wenig wie in den eigenen Dienst nehmen oder in seinem Reich ansiedeln. Das einzige Mittel sei gewesen, sie nach Hause zu schicken.“18 Badian sehe zwar einiges richtig, allerdings sei Badians Begründung alleine auf Grund chronologischer Unmöglichkeit zurückzuweisen.19 Alexander habe sich in der vorigen Zeit als Freund der Demokratie und der Stabilität in den Städten bewiesen. Nach einer Zeit, in der ein friedliches Miteinander mit Athen das Ziel Alexanders war habe sich das Blatt gewendet, da Athen sich durch einige Handlungen, wie der Hilfestellung für die Thebaner oder einige Monate später für die Perser, unbeliebt bei Alexander gemacht habe. Er habe daraufhin einen Kurswechsel vorgenommen, der die Zusammenarbeit mit Athen dem korinthischen Bund nun nicht mehr implizierte. Ein Krieg mit Athen hätte einen immensen Aufwand für Alexander bedeutet und war deswegen keine komfortable Option. Das friedliche Miteinander sei allerdings beendet gewesen und das Verbanntendekret als ein Schlag gegen die Athener zu sehen.20 Ein Krieg gegen Athen als Folge des Verbanntendekrets sei zwar nicht das Ziel gewesen, jedoch habe man im Hauptquartier mit einem möglichen Krieg gerechnet. Diese Aussage unterstützt Zahrnt durch Vorbereitungen seitens Alexanders. In einem Bericht des Augenzeugen Ephippos wird von Gorgos erzählt, der Alexander, im Falle einer Besetzung von Athen, Rüstungen, Katapulte und alle für den Krieg notwendigen Waffen bereitstellen würde.21 Zahrnt sieht es als äußerst fragwürdig an, dass es in der Zeit seit der Verkündung des Verbanntendekrets athenische Versandte oder die Information von Aufruhen nach Makedonien geschafft haben. Daraus schlussfolgert er, dass es bereits im Vorfeld geplant gewesen sein muss, dass es athenische Aufstände geben würde, auf welche Alexander vorbereitet sein müsse.22 Weiterhin habe Bosworth gezeigt, dass Alexander einen Plan zu einem Feldzug in den Westen des Mittelmeerraumes aufgestellt hat. Hinsichtlich dieses Plans gab es Schiffbaumaßmaßnahmen, welche zum Tode Alexanders so weit fortgeschritten waren, dass die Schiffe im lamischen Krieg genutzt werden konnten. Alexander habe Schiffe errichten lassen, um für einen Feldzug vorbereitet zu sein.23 Herr Zahrnt legt dar, dass Alexander auf Aufruhen vorbereitet war und er sie erwartet hat. Herr Zarhnt hat andere Annahmen für die Intention Alexanders für das Verbanntendekret falsifiziert und stützt durch zuvor getroffene Annahmen nun seine Deutung. Zahrnt vertritt die Meinung, dass es die Intention von Alexander war, dass das Verbanntendekret grundsätzlich spalten sollte. Dies tut er auf Grund der zuvor gefassten Annahmen, dass Frieden als Intention ausgeschlossen sei, der Großteil der Exilierten Makedongegner gewesen sei, Alexander gewusst habe, dass Samos für Athen eine immense Bedeutung hatte, und Alexander auf einen Krieg mit Athen vorbereitet gewesen sei. Es sei eine beabsichtigte Aktion Alexanders gewesen mit dem Ziel, durch das Vorherrufen einer Instabilität innerhalb Griechenlands, einen hellenischen Zusammenschluss gegen ihn und seine Herrschaft zu vermeiden Die Griechen sollten endgültig unfähig zum Widerstand gegen die Makedonen werden.24

2. Forschungsbericht

Der Zeitpunkt der Verkündung des Verbanntenedikts ist unumstritten. Hier wird auf die olympischen Spiele im Jahre 324 verwiesen. Eine exakte Datierung vom Erlass dieses Dekrets ist nicht möglich, allerdings gilt es in der heutigen Forschung als wahrscheinlich, dass Alexander den Beschluss zum Erlass mehrere Monate zuvor im Frühjahr 324 gefasst hat. Dass es im Vorfeld bekannt war, dass das Verbanntendekret verkündet wird, wird durch die große Anzahl an anwesenden Exilierten untermauert.25 Geht man von Diodors Quelle aus waren 20000 Exilierte zur Verkündung des Verbanntendekrets anwesend.26 Während Worthington und Jehne diese Zahl nicht anzweifeln schätzt Zahrnt diese Zahl für zu hoch ein.27 Eine positive Grundstimmung in Griechenland stellen Zahrnt und Jehne hinsichtlich des Verbanntendekrets nicht in Frage. Worthington geht von einer Fehlinterpretation von Diodors Quelle aus. Es sei nicht die Mehrheit gewesen, die dem Verbanntendekret positiv gegenüberstand. In Wirklichkeit seien nur die zuvor Verbannten glücklich gewesen über das Verbanntendekret, nicht die Gesamtheit der Griechen.28 Sollten sich die Städte nicht an das Dekret halten sollten Maßnahmen vollzogen werden. Diese implizieren bei Zahrnt Gewalt.29 Jehne spricht von „Zwangsmaßnahmen“ zur Durchsetzung.30 Die Durchführung des Verbanntendekrets ist nur hinsichtlich der Stadt Tegea inschriftlich erhalten.31 Ob dies Zufall ist, ist umstritten. Die Aitoler haben sich Oiniadai angeeignet und die Athener die Insel Samos, welche unter ihren Mitbürgern aufgeteilt wurde. Dass die Samier im Jahre 366 durch die Athener von ihrer Insel vertrieben wurden ist durch literarische Quellen, sowie ein indirektes Zeugnis durch Habicht und Hallof belegt.32 Aus der Quellenlage geht nicht eindeutig hervor, ob explizit das Verbanntendekret die Rückgabe von Samos an die Samier vorsah. Forscher, die darauf plädieren, dass die Entscheidung für Samos eine eigenständige war gehen davon aus, dass Alexander bereits vor der Entsendung des Nikanor die Rückkehr der Samier beschlossen habe. Vertritt man die Meinung, dass die Samosentscheidung keine eigene Grundlage hatte und durch das Verbanntendekret legitimiert wurde, zerbröckelt die Ansicht der vorigen Verkündung des Verbanntendekrets in Susa. Der Großteil der Forschung geht davon aus, dass Samos vom Verbantendekret mit eingeschlossen war oder ein Beschluss in etwa dem gleichen Zeitrahmen erfolgt ist. Ob es einen eigenen Verlass im ähnlichen Zeitraum gab oder es tatsächlich im Verbanntendekret geschrieben stand steht für die Forschung allerdings nicht fest. Während Zahrnt den Erlass der Samosentscheidung im Frühjahr 324 datiert33,datiert Jehne diesen im Herbst 324.34 Worthington gibt keine Datierung an. In der Forschung dominiert die Ansicht, dass durch das Verbanntendekret ein Verstoß gegen die Bestimmungen des korinthischen Bunds vorliegt. Eine Ratifikation des Synedrions wurde zwar oftmals untersucht, jedoch gibt es keine Hinweise darauf. Der Zweck des Verbdanntendekrets, mit dem die Bestimmungen des korinthischen Bunds wohl gebrochen wurden, ist in der Forschung offen. Zahrnt geht davon aus, dass der Konflikt, der durch das Verbanntendekret entstanden ist, von Alexander gewollt war um durch die entstehende Instabilität eine gemeinsame Revolte der Griechen gegen ihn zu verhindern.35 Gegner dieser Hypothese erwidern, dass gerade durch das Dekret ein gemeinsames Vorgehen Griechenlands gegen Makedonien zustande gekommen wäre.36 Nach Jehnes Aussage habe der mögliche Konflikt Alexander nicht aufgehalten, das Verbanntendekret zu verkünden, jedoch war dies nicht in seiner Intention enthalten, sondern der Aufbau einer Anhängerschaft in den Poleis.37 Der Einwand von Heuß, ebenfalls vertreten durch Zahrnt, hinsichtlich der Deutung, dass Alexander eine Anhängerschaft in den Poleis habe etablieren wollen, bezieht sich auf die Verteilung der Makedonenfreunde und Makedonengegner, welche strittig ist. Es seien nach Heuß größtenteils Makedonenfreunde an der Macht gewesen in den einzelnen Stätten, während die Exilierten größtenteils aus Makedonengegnern bestünden.38 Worthington geht davon aus, dass der Großteil der Exilierten Befürworter der Makedonen gewesen sind, da es auch Exilierte gab, die zum Beispiel im Zuge von Philips Siedlungen oder der Desplatzierung der Samier exiliert wurden und keinen Grund hatten Makedonengegner zu sein.39 Ob die Mitstreiter des Agis-Krieges exiliert wurden oder andere Bestrafungen verhängt wurden ist in der Forschung unklar. Es werden jedoch auch hier Vermutungen aufgestellt wie durch Zahrnt, der davon ausgeht, dass diese exiliert wurden.40 Auch Jehne geht davon aus, dass Tegea sicherlich einige Beteiligte am Agis-Krieg exiliert habe.41 Worthington geht von einer Reaktion auf die Auswirkungen des Söldnerdekrets durch das Verbanntendekret aus. Das Problem, das Worthington hinsichtlich der Auflösung der Mini-Armeen beschreibt, sind die vielen Söldner, die nun geradezu darauf warteten durch eine Armee aufgenommen zu werden. Daraufhin habe Alexander als Reaktion auf diese Situation das Verbanntendekret ausgesprochen. 42 Jehne entgegnet der Hypothese des Söldnerdekrets als „Begleitmaßnahme“ zum Verbanntendekret, dass Alexander hier nur die Söldner in ihre Heimatstätte hätte zurücklassen können, und nicht wie er es getan hat fast die Gesamtheit der Exilierten. Das Söldnerdekret sei höchstens „eine Anregung“ gewesen.43 Zahrnt, der Alexander als einen idealisischen sieht, zweifelt an dem Zusammenhang des Söldnerdekrets und der Verkündung des Verbanntendekretes auf Grund von folgender Aussage: „Eine Rückkehr der Söldner in ihre Heimatstädte, zumal der Verbannten unter ihnen, würde die jetzt allenthalben entstandene Unruhe nur in ihre Heimatstädte verlagern, und die ,,an sich politisch kluge Maßnahme" würde in ihr Gegenteil verkehrt.“44 Dass Harpalos der Grund für den Erlass des Verbanntendekrets war wird unter anderem durch Jaschinski vertreten. Harpalos habe mit seinem Geld eine Revolte starten können, die Alexander große Furcht eingeflößt haben könnte.45 Worthington stellt fest, dass Harpalos ein Problem dargestellt habe, da Antipatros die Aufgabe erhalten hat „reinforcements“ zu tätigen und dies eine Gefahr hierfür war.46 Allerdings sei laut Worthington der Ansatz, dass Harpalos der Grund für den Erlass des Verbanntendekrets war, nicht überzeugend.47 Jehne entgegnet dem Ansatz, dass Alexander nicht davon ausgegangen sein kann, dass das Verbanntendekret gegen Harpalos Wirkung zeigen würde. „Doch weist dieser Erklärungsansatz die entscheidende Schwäche auf, dass nicht zu sehen ist, wieso Alexander hätte glauben sollen, dass ein die herrschenden Schichten in den Poleis in Aufregung und politische und vielleicht materielle Sorgen stürzender Ukas aus Susa dem potenziellen Unruhestifter Harpalos das Wasser hätte abgraben sollen[…].“48 Auf der Quellengrundlage Justin wird in der Forschung die Deutung von „letzten Plänen“ aufgebaut, in denen Alexander einen Westfeldzug plante. Diese Ansicht wird unter anderem durch Bosworth vertreten, jedoch ist dies rein spekulativ, da Alexander diese Pläne nie geäußert hat. Die Athener haben laut Zahrnt und Jehne geheime Vorbereitungen für einen Krieg vorgenommen, darunter ein Geheimabkommen mit Leosthenes.49 Worthingtons Einwand, dass ein Geheimabkommen im damaligen Athen nicht möglich gewesen sei, entgegnet Jehne, dass ein Abschluss eines Geheimabkommens in Diodors 17. Buch nicht beschrieben ist. Es sei lediglich von Verhandlungen und Vorabsprachen die Rede, durch welche nach der Meldung von Alexanders Tod man besser auf einen Krieg vorbereitet war.50

[...]


1 MICHAEL ZAHRNT (2003). Versöhnen oder Spalten? Überlegungen zu Alexanders Verbanntendekret. In: Hermes, 131/4, 408.

2 Zahrnt: Spalten, 407-408.

3 Zahrnt: Spalten, 408.

4 Zahrnt: Spalten, 410–411.

5 Zahrnt: Spalten, 411.

6 Zahrnt: Spalten, 411–412.

7 Zahrnt: Spalten, 412.

8 Zahrnt: Spalten, 412.

9 Zahrnt: Spalten, 420.

10 Zahrnt: Spalten, 419.

11 Zahrnt: Spalten, 419.

12 Zahrnt: Spalten, 420.

13 Zahrnt: Spalten, 421–422.

14 Zahrnt: Spalten, 420.

15 Zahrnt: Spalten, 420.

16 Zahrnt: Spalten, 417.

17 Zahrnt: Spalten, 420.

18 Zahrnt: Spalten, 423.

19 Zahrnt: Spalten, 423.

20 Zahrnt: Spalten, 428–429.

21 Zahrnt: Spalten, 430.

22 Zahrnt: Spalten, 431.

23 Zahrnt: Spalten, 407.

24 Zahrnt: Spalten, 432.

25 MICHAEL ZAHRNT (2003). Versöhnen oder Spalten? Überlegungen zu Alexanders Verbanntendekret. In: Hermes, 131/4, 410-411.

26 Diod. 18,8,5.

27 Zahrnt: Spalten, 432.

28 IAN WORTHINGTON (2015). From East to West: Alexander and the Exiles Decree. In: PAT WHEATLEY & ELIZABETH BAYNHAM (eds.). East and west in the world empire of Alexander: Essays in honour of Brian Bosworth. Oxford., 99.

29 Zahrnt: Spalten, 416.

30 MARTIN JEHNE (1994). Koine eirene: Untersuchungen zu den Befriedungs- und Stabilisierungsbemühungen in der griechischen Poliswelt des 4. Jahrhunderts v. Chr. Stuttgart (Hermes Einzelschriften; 63), 246.

31 Zahrnt: Spalten, 417.

32 Zahrnt: Spalten, 412.

33 Zahrnt: Spalten, 426.

34 Jehne: Eirene, 254.

35 Zahrnt: Spalten, 432.

36 Worthington: East to West, 96.

37 Jehne: Eirene, 247.

38 Jehne: Eirene, 247.

39 Worthington: East to West, 101.

40 Zahrnt: Spalten, 417.

41 Jehne: Eirene, 248.

42 Worthington: East to West, 94.

43 Jehne: Eirene, 249.

44 Zahrnt: Spalten, 421.

45 Jehne: Eirene, 249.

46 Worthington: East to West, 95.

47 Worthington: East to West, 95.

48 Jehne: Eirene, 249.

49 Jehne: Eirene, 256.

50 Jehne: Eirene, 256.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Alexander der Große und der Erlass des Verbanntendekrets
Untertitel
Strukturanalyse, Forschungsbericht, Quellenanalyse, historischer Kontext
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Autor
Jahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V504890
ISBN (eBook)
9783346070357
ISBN (Buch)
9783346070364
Sprache
Deutsch
Schlagworte
alexander, große, erlass, verbanntendekrets, strukturanalyse, forschungsbericht, quellenanalyse, kontext
Arbeit zitieren
Alexander Kalemba (Autor), 2018, Alexander der Große und der Erlass des Verbanntendekrets, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504890

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