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Weltmusik versus nordischer Ton. Nationalromantik und Austausch mit dem Kontinent bei Edvard Grieg und Niels W. Gade

Title: Weltmusik versus nordischer Ton. Nationalromantik und Austausch mit dem Kontinent bei Edvard Grieg und Niels W. Gade

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 21 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Rabea Weihser (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Ein Eklat brachte 1888 das erste Nordische Musikfest in Kopenhagen aus den Fugen: Heiß wurde diskutiert, wie sich die Musik Norwegens aus der volkstümlichen Beschränkung erheben und einen Platz im internationalen Musikgeschehen einnehmen könnte. Im Zentrum die beiden Antipoden: Der anerkannte Altmeister Niels Wilhelm Gade und sein früherer Schüler Edvard Grieg. Gade mokierte sich darüber, »dass Grieg keinen Naturlaut hören könne, ohne ihn sofort vierstimmig zu setzen, und dies am liebsten mit leeren Quinten«.1Daraufhin musste das Festbankett beinahe abgebrochen werden. Seit 1844 galt Niels W. Gade alsdermusikalische Repräsentant Skandinaviens in den Konzertsälen Europas; er war der Pionier, der das Nordische in der Musikwelt verbreitet hatte. Es mag einerseits bloßes Konkurrenzdenken, andererseits aber auch ästhetischer Anspruch dahinter stehen, wenn dieser nun befürchtete, dass neben all der norwegischen Farbgebung in Griegs Werken bald keine Musik mehr zu finden sei. Doch auf dem Musikfest, das einen Eindruck über den Stand der Skandinavischen Musik vermitteln sollte, feierte Edvard Grieg als Emporkömmling und Neuerer große Publikumserfolge mit seiner typisch nordischen Harmonik, Rhythmik und Melodik. Denn Grieg wiederum hielt nichts von Gades Bestrebungen, durch eine Orientierung an den Meistern des deutschen Akademismus Bedeutung im internationalen Konzertleben zu erlangen. Im Mittelpunkt dieser Diskussion, die sich auf den folgenden Musikfesten im skandinavischen Raum fortsetzte, stand die Frage um Weltgeltung vs. Regionalität, Internationale Normen vs. nordischer Ton.
Die vorliegende Arbeit will diesen Konflikt, der die skandinavische Musik der Romantik stark geprägt hat, anhand der ästhetischen Ansprüche von Niels W. Gade und Edvard Grieg exemplarisch verdeutlichen und sich auch möglichen Bedingungen für einen internationalen Nachruhm annähern. Zuvor sollen Begriffe wie »nationaler Ton« und »nordischer Ton« vor einem musikalischen und historischen Hintergrund

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRUNG

2. DAS NATIONALE IN DER MUSIK

2.1 Historische Bedingungen

2.2 Stilistische Wurzeln des nationalen Tons

2.3 Konstituenten des nordischen Tons

2.4 Rezeption des nationalen Tons

3. NATIONALROMANTIK UND AUSTAUSCH MIT DEM KONTINENT

3.1 Bei Niels Wilhelm Gade (1817-1890)

3.2 Bei Edvard Grieg (1843-1907)

4. FAZIT

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den ästhetischen Konflikt zwischen Weltgeltung und Regionalität in der skandinavischen Musik der Romantik, exemplarisch dargestellt anhand der gegensätzlichen Positionen von Niels Wilhelm Gade und Edvard Grieg sowie deren Austausch mit dem europäischen Kontinent.

  • Begriffsbestimmung von nationalem und nordischem Ton
  • Einfluss von Nationalromantik und Volksgeist auf das musikalische Schaffen
  • Konflikt zwischen deutscher Komponistentradition und eigenständiger nordischer Identität
  • Analyse der kompositorischen Strategien von Gade und Grieg
  • Diskussion über Bedingungen für internationalen Erfolg und Nachruhm

Auszug aus dem Buch

3.1 Bei Niels Wilhelm Gade (1817-1890)

Zwischen 1840 und 1890 galt Niels Wilhelm Gade als der bedeutendste Repräsentant des dänischen Musiklebens. Seine Musik wurde einerseits als nordisch aufgefasst, fand aber auch internationales Ansehen. Und genau in diesem Punkt liegt das Problem seines Œuvres und ein Zwiespalt, der das gesamte 19. Jahrhundert durchzog: Die Suche nach einer Balance zwischen nationaler und universaler Musik, hier zwischen deutscher Komponistentradition und der nationalen Romantik.

Gade war Lehrer am Kopenhagener Konservatorium und prägte dort alle jüngeren skandinavischen Komponisten, wie z. B. Nielsen, Svendsen, Sinding und auch Grieg. Später wurde sein Schaffen zwar oft von dem Erfolg seiner Zöglinge überschattet, er blieb aber stets ein Leitbild oder – wie im Fall Grieg – zumindest ein Widerpart.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINFÜHRUNG: Diese Einleitung stellt die Kontroverse um die musikalische Ausrichtung Skandinaviens dar, verkörpert durch den Konflikt zwischen Gade und Grieg bei den Nordischen Musikfesten.

2. DAS NATIONALE IN DER MUSIK: Hier werden die historischen, stilistischen und theoretischen Bedingungen für den Begriff der nationalen Musik sowie die Rolle des nordischen Tons untersucht.

3. NATIONALROMANTIK UND AUSTAUSCH MIT DEM KONTINENT: Dieser Hauptteil beleuchtet die unterschiedlichen Karrierewege und künstlerischen Identitätsfindungen von Gade und Grieg unter dem Einfluss der europäischen Musiktradition.

4. FAZIT: Das Kapitel reflektiert die gegensätzliche Rezeption der Komponisten und ordnet ihre Bedeutung für die europäische Musikgeschichte der Romantik ein.

Schlüsselwörter

Nordischer Ton, Nationalromantik, Edvard Grieg, Niels Wilhelm Gade, Weltgeltung, Regionalität, Musikgeschichte, Skandinavien, Volksgeist, Romantik, Komposition, Musikästhetik, Kulturidentität, Musikfest, Originalität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen nationaler Identität und internationaler Anerkennung in der skandinavischen Musik des 19. Jahrhunderts.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Nationalromantik, der musikalische Einfluss der deutschen Romantik auf nordische Komponisten und die Definition des sogenannten nordischen Tons.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den ästhetischen und künstlerischen Konflikt zwischen den beiden Hauptvertretern Niels Wilhelm Gade und Edvard Grieg anhand ihrer Lebensläufe und Werke exemplarisch aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methodik wird angewandt?

Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, wertet historische Quellen und zeitgenössische Kritiken aus und kontrastiert diese mit musikwissenschaftlichen Theorien zur Nationalmusik.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?

Der Hauptteil widmet sich detailliert der Lebensstationen von Gade und Grieg sowie der Frage, wie beide Komponisten das Dilemma zwischen nationaler Heimatverbundenheit und universalem musikalischem Anspruch bewältigten.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?

Die wichtigsten Begriffe sind Nordischer Ton, Nationalromantik, Weltgeltung, Regionalität sowie die Komponisten Gade und Grieg.

Warum stand Niels Wilhelm Gade laut der Arbeit in einem künstlerischen Zwiespalt?

Gade suchte stets die Balance zwischen seiner Rolle als Repräsentant des dänischen Musiklebens und dem Anspruch, als Komponist im internationalen (vor allem deutschen) Konzertleben anerkannt zu werden.

Was unterscheidet Griegs Ansatz von dem seines Lehrers Gade?

Während Gade sich eher an den klassischen Normen der deutschen Romantik orientierte, fand Grieg zu einer eigenständigen, modern wirkenden Tonsprache, die stärker auf der norwegischen Volksmusik und einer konsequenten Originalität basierte.

Wie bewertet die Autorin den unterschiedlichen Nachruhm der beiden Komponisten?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Griegs konsequenter Weg abseits der ästhetischen Normen ihm Weltruhm einbrachte, während Gades Mangel an Mut zu Neuem ihn in der Retrospektive in den Hintergrund treten ließ.

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Details

Title
Weltmusik versus nordischer Ton. Nationalromantik und Austausch mit dem Kontinent bei Edvard Grieg und Niels W. Gade
College
University of Hamburg  (Musikwissenschaftliches Institut)
Course
Musikgeschichte Skandinaviens
Grade
sehr gut
Author
Rabea Weihser (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V50516
ISBN (eBook)
9783638467223
Language
German
Tags
Weltmusik Nationalromantik Austausch Kontinent Edvard Grieg Niels Gade Musikgeschichte Skandinaviens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rabea Weihser (Author), 2004, Weltmusik versus nordischer Ton. Nationalromantik und Austausch mit dem Kontinent bei Edvard Grieg und Niels W. Gade, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50516
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