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Entwicklung der Parteienfinanzierung in der Bundesrepublik Deutschland

Título: Entwicklung der Parteienfinanzierung in der Bundesrepublik Deutschland

Trabajo Escrito , 2019 , 23 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Jürgen Häusler (Autor)

Política - Sistema político de Alemania
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Für politische Tätigkeiten benötigen die Parteien viel Geld, denn die Wahlkämpfe und Parteiapparate sind teuer. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) hatte im Jahr 2017 mit circa 181 Millionen Euro die höchsten Ausgaben aller deutschen Parteien. Davon entfielen 56 Millionen auf die Wahlkampfausgaben und 55 Millionen auf die Personalkosten (Schäuble, 2019). Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) folgte mit 164 Millionen Euro Ausgaben (Schäuble, 2019). Um diese enormen Summen stemmen zu können, müssen die Parteien auf der anderen Seite hohe Einnahmen generieren.
Die Thematik der Parteienfinanzierung war in der kürzeren Vergangenheit mehrmals in den Medien präsent. Die höchste mediale Aufmerksamkeit hat dabei die Parteispendenaffäre der Alternative für Deutschland (AfD) erhalten, bei der es sich um Fälle kostenloser Wahlwerbung durch das Schweizer Unternehmen Goal sowie um die Großspende der Firma PWS, die ebenfalls aus der Schweiz stammt, dreht. Für einen Teil der Spendenaffäre wurden bereits von der Bundestagsverwaltung erhebliche Bußgeldbescheide gegen die AfD ausgestellt (Pittelkow & Riedel, 2019). Ebenso machte die Regensburger SPD Schlagzeilen, dessen suspendierter Oberbürgermeister Vorteilsnahme, Bestechlichkeit und Absprachen bei Ausschreibungen vorgeworfen werden. Daneben habe die Regensburger SPD über Strohmänner eine Großspende verschleiert (Bayerischer Rundfunk, 2019). Passend zur Thematik wurde auch die Ankündigung, dass die Daimler AG in der nahen Zukunft keine Parteispenden tätigen wird, viel diskutiert (Afhüppe, 2019).
Aufgrund der hohen öffentlichen Relevanz stellt sich deshalb die Frage, wie sich die Parteien in Deutschland finanzieren. Dazu werden im Folgenden zunächst die relevanten Begriffe definiert. Im Anschluss daran wird ein Überblick gegeben, wie sich die Parteienfinanzierung seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland über fünf Phasen hinweg entwickelt hat. Im darauffolgenden Kapitel wird die aktuelle Ausgestaltung der privaten und staatlichen Parteienfinanzierung sowie die Rechnungslegungsvorschriften dargestellt. Danach wird die derzeitige Finanzierung der Parteien im deutschen Bundestag beleuchtet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffliche Definitionen

3. Entwicklung der Parteienfinanzierung

3.1 Einstieg in die Spendenbegünstigung

3.2 Einführung der unmittelbaren staatlichen Parteienfinanzierung

3.3 Dominanz der Wahlkampfkostenerstattung

3.4 Erhöhung der Spendenabzugsfähigkeit und Wiedervereinigung

3.5 Neuregelung der staatlichen Parteienfinanzierung

4. Aktuelle Ausgestaltung und Rechnungslegungsvorschriften

4.1 Aufteilung der einzelnen Einnahmearten der Parteien

4.2 Aktuelle Ausgestaltung der privaten Parteieinnahmen

4.3 Aktuelle Ausgestaltung der staatlichen Parteieinnahmen

4.4 Aktuelle Rechnungslegungsvorschriften zur Parteifinanzierung

5. Derzeitige Finanzierung der einzelnen Parteien

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung sowie die gegenwärtige Ausgestaltung und Rechnungslegung der Parteienfinanzierung in der Bundesrepublik Deutschland, um die Einnahmestrukturen der im Bundestag vertretenen Parteien transparent zu machen und zu vergleichen.

  • Historische Entwicklung der Parteienfinanzierung in fünf Phasen
  • Differenzierung zwischen staatlichen und privaten Einnahmequellen
  • Analyse der Bedeutung von Mitglieds- und Mandatsträgerbeiträgen
  • Rolle von Parteispenden und deren rechtliche Rahmenbedingungen
  • Vergleich der Finanzkraft und Einnahmestrukturen einzelner Parteien

Auszug aus dem Buch

3.2 Einführung der unmittelbaren staatlichen Parteienfinanzierung

Das 1958 vom Bundesverfassungsgericht (BVG) ausgesprochene Urteil erklärte die Steuervergünstigungsvorschriften zu politischen Spenden als verfassungswidrig, denn sie verstießen in zweifacher Hinsicht gegen den Gleichheitsgrundsatz. Der erste Verstoß bezieht sich auf die Übervorteilung einkommensstärkerer Personen. Die Bezieher hoher Einkommen erhalten nämlich durch den höheren Grenzsteuersatz für dieselbe Geldspende eine höhere Steuererstattung als Spender mit einem niedrigen Einkommen. Der zweite Verstoß betraf die Gleichheit unter den Parteien, denn die Parteien, deren Programm hohe Einkommensbezieher anspricht, bekommen deutlich mehr Spenden, da ihre Spender durch die Zuwendung einen höheren Vorteil erlangen. Infolgedessen reduzierte sich das Spendenaufkommen an die Parteien enorm (Adams, 2005, S. 109–110).

Um finanzielle Engpässe zu vermeiden, wurde im darauffolgenden Jahr deshalb die unmittelbare staatliche Finanzierung eingeführt. Dadurch flossen jährlich Gelder in Millionenhöhe an die vier im Bundestag vertretenen Parteien. Die staatliche Finanzierung machte im Jahr 1963 für die CDU/CSU 72 Prozent, für die SPD 63 Prozent und für die FDP sogar 100 Prozent der Gesamtausgaben aus. Im Jahr 1966 beendete jedoch das BVG diese Praxis, indem es die staatliche Parteienfinanzierung als verfassungswidrig einstufte. Es erlaubte jedoch, den Parteien eine angemessene staatliche Wahlkampfkostenerstattung zu geben, sofern es nicht gegen die Chancengleichheit unter den Parteien verstößt (Krumbholz, 2010, S. 36-37).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die finanziellen Notwendigkeiten politischer Tätigkeiten und verweist auf die öffentliche Relevanz der Thematik anhand aktueller Spendenskandale.

2. Begriffliche Definitionen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe „Partei“ und „Finanzierung“ im Kontext des Parteiengesetzes und der Betriebswirtschaftslehre erläutert.

3. Entwicklung der Parteienfinanzierung: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Parteienfinanzierung in fünf Phasen von 1949 bis zur Neuregelung 1993 nach.

4. Aktuelle Ausgestaltung und Rechnungslegungsvorschriften: Hier werden die gegenwärtigen Einnahmequellen sowie die gesetzlichen Anforderungen an die Rechenschaftspflicht von Parteien detailliert dargestellt.

5. Derzeitige Finanzierung der einzelnen Parteien: Dieses Kapitel analysiert anhand der Zahlen von 2017 die spezifische Finanzierungssituation und Einnahmeverteilung der im Bundestag vertretenen Parteien.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die wesentlichen Entwicklungsphasen zusammen und betont die weiterhin bestehenden Unterschiede in der Finanzkraft der Parteien.

Schlüsselwörter

Parteienfinanzierung, Parteiengesetz, staatliche Finanzierung, Spenden, Mitgliedsbeiträge, Mandatsträgerbeiträge, Rechenschaftsbericht, Bundesverfassungsgericht, Parteivermögen, Wahlkampfkostenerstattung, Finanzstruktur, Einnahmequellen, Parteiensystem, Deutschland, politische Parteien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich politische Parteien in Deutschland finanzieren, und beleuchtet dabei sowohl die historischen Entwicklungen als auch die aktuelle Rechtslage und finanzielle Praxis.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die gesetzlichen Regelungen der Parteienfinanzierung, die verschiedenen Einnahmequellen (privat vs. staatlich) sowie die Transparenzpflichten durch Rechenschaftsberichte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis über die Einnahmen der Parteien zu vermitteln und die Diskrepanzen in der Finanzkraft zwischen den verschiedenen Bundestagsparteien aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Auswertung offizieller Finanzdaten der Bundestagsverwaltung für das Kalenderjahr 2017.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Phasenbetrachtung der Parteienfinanzierung, die Darstellung aktueller Einnahmearten und Rechnungslegungsvorschriften sowie die spezifische Analyse der Parteienfinanzierung im Jahr 2017.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Parteienfinanzierung, staatliche Mittel, Spenden, Mitgliedsbeiträge, Rechenschaftslegung und das Parteiengesetz.

Warum sind die Mandatsträgerbeiträge für Parteien so relevant?

Mandatsträgerbeiträge stellen neben den normalen Mitgliedsbeiträgen eine regelmäßige Einnahmequelle dar, die besonders für Volksparteien mit einer hohen Anzahl an Mandatsträgern auf verschiedenen politischen Ebenen von erheblicher Bedeutung ist.

Welche Rolle spielt das Bundesverfassungsgericht in der Entwicklung der Parteienfinanzierung?

Das Bundesverfassungsgericht hat durch mehrere Urteile maßgeblich Druck auf den Gesetzgeber ausgeübt, um Transparenz und Chancengleichheit sicherzustellen, was regelmäßig zu Anpassungen und Novellierungen des Parteiengesetzes führte.

Weshalb unterscheiden sich die Einnahmen der Parteien so stark?

Die Unterschiede resultieren primär aus der Größe der Parteien (Mitgliederanzahl), der Höhe der Mitgliedsbeiträge sowie der Fähigkeit, Spenden aus der Wirtschaft oder von vermögenden Personen zu akquirieren, was zudem durch das Wahlergebnis die staatliche Teilfinanzierung beeinflusst.

Final del extracto de 23 páginas  - subir

Detalles

Título
Entwicklung der Parteienfinanzierung in der Bundesrepublik Deutschland
Universidad
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Curso
Einführung in das Politische System der Bundesrepublik Deutschland
Calificación
1,7
Autor
Jürgen Häusler (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
23
No. de catálogo
V505241
ISBN (Ebook)
9783346045973
ISBN (Libro)
9783346045980
Idioma
Alemán
Etiqueta
Partei Finanzierung Politik Parteienfinanzierung CDU CSU SPD Grüne FDP Linke Deutschland BRD AfD Wahlkampf Spenden Skandal Mitgliedsbeitrg Mandatsträgerbeitrag Bundestag
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jürgen Häusler (Autor), 2019, Entwicklung der Parteienfinanzierung in der Bundesrepublik Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505241
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