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"Neue Armut" und das Phänomen Sozialkaufhaus. Untersuchung der Stadt Rostock

Title: "Neue Armut" und das Phänomen Sozialkaufhaus. Untersuchung der Stadt Rostock

Bachelor Thesis , 2016 , 51 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Wilhelm Weber (Author)

Sociology - Religion
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Der zentrale Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf dem Phänomen „Sozialkaufhaus“ und seinen Wechselbeziehungen zum Spannungsfeld der „neuen Armut“. Daher ist sich zunächst ein allgemeiner Überblick über das Phänomen der Armut zu verschaffen, der sich mit den wesentlichen Begriffsbestimmungen von Armut sowie mit den Ursachen und Folgen von Armut befasst. Im Anschluss erfolgt eine Darstellung der Armutsverhältnisse allgemein in Mecklenburg-Vorpommern sowie speziell in Rostock. Daran anschließend ist der Frage nachzugehen, wie ein Sozialkaufhaus als ein Mittel der karitativen Armutsbekämpfung fungiert.

Zu dieser Fragestellung werden sowohl Beurteilungen von sozialpolitischen Sprechern der Rostocker Bürgerschaftsfraktionen als auch eine kritische Reflexion über das Sozialkaufhaus als Bestandteil der Almosenökonomie herangezogen. Weiterführend kommt es zu einer genaueren Veranschaulichung des Phänomens „Sozialkaufhaus“, welche zunächst die historische Entwicklung von vorläufigen Formen des Sozialkaufhauses sowie die Entstehung von Sozialkaufhäusern im Allgemeinen beinhaltet. Im Anschluss wird ein Rostocker Sozialkaufhaus als Beispiel angeführt, dessen Geschichtesowie Selbstverständnis einer näheren Betrachtung unterzogen werden.

Das Sozialkaufhaus hat sich in der jüngsten Vergangenheit zu einem Mittel der karitativen Armutsbekämpfung entwickelt, indem sich ein Sozialkaufhaus der materiellen Unterstützung von Bedürftigen annimmt. Das Sozialkaufhaus sammelt gebrauchte Konsumgüter ein, welche als Sachspenden abgegeben werden. Bevor eine Aufnahme von Sachspenden in das Sortiment eines Sozialkaufhauses erfolgt, sind bestimmte Anforderungen in Bezug auf die Qualität und den Zustand zu erfüllen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Das Phänomen "Sozialkaufhaus" im Spannungsfeld der "neuen Armut"

1.2 Angewandte Methoden und zentrale Themenschwerpunkte

2. Eine allgemeine Betrachtung des Phänomens der Armut

2.1 Der Begriff der Armut

2.2 Ursachen und Folgen von Armut

2.3 Die Armutssituation allgemein in Mecklenburg-Vorpommern

2.4 Die Armutssituation speziell in Rostock

3. Das Sozialkaufhaus als ein Mittel zur Überwindung von Armut

3.1 Eine Einschätzung von Politikern der Rostocker Bürgerschaftsfraktionen

3.2 Eine kritische Betrachtung des Sozialkaufhauses als Bestandteil der Almosenökonomie

4. Die Entwicklung von Sozialkaufhäusern und ihre Arbeitsweise

4.1 Vorläufer und Entwicklung von Sozialkaufhäusern

4.2 Geschichte und Selbstverständnis eines Rostocker Sozialkaufhauses

4.3 Aufbau und Funktionsweise eines Sozialkaufhauses

4.3.1 Eine allgemeine Darstellung

4.3.2 Am Beispiel eines Rostocker Sozialkaufhauses

4.4 Das Klientel eines Sozialkaufhauses am Beispiel eines Rostocker Sozialkaufhauses

5. Alternative Konzepte zur Überwindung von Armut

5.1 Der Umgang mit Armut im Neuen Testament

5.2 Ein philosophischer Versuch: John Rawls Gesellschaftsentwurf

5.3 Notwendige Verbesserungen im soziokulturellen, politischen und ökonomischen Kontext

6. Abschließender Diskurs

6.1 Das Sozialkaufhaus als Provisorium

6.2 Das Sozialkaufhaus als Ersatz für fehlende sozialpolitische Aktivität

6.3 Fazit und Ausblicke

7. Anhang: Ergebnisse der Befragungen

7.1 Ergebnisse der Befragung der sozialpolitischen Sprecher

7.2 Ergebnisse der Befragung der Käufer-/innen des Sozialkauhauses Dierkow

Zielsetzung & Themenschwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen „Sozialkaufhaus“ im Kontext der sogenannten „neuen Armut“ und analysiert kritisch, inwiefern solche Einrichtungen als Mittel zur Armutsbekämpfung oder als bloßes Provisorium innerhalb einer sogenannten Almosenökonomie fungieren. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, ob Sozialkaufhäuser langfristig zur Überwindung von Armut beitragen können oder ob sie lediglich ein Symptom für unzureichende staatliche Sozialpolitik darstellen.

  • Analyse der historischen Entwicklung und Arbeitsweise von Sozialkaufhäusern.
  • Kritische Reflexion der "Almosenökonomie" und ihrer Auswirkungen auf Bedürftige.
  • Empirische Untersuchung der Situation am Beispiel von Rostock (Politiker- und Käuferbefragungen).
  • Gegenüberstellung von theoretischen Konzepten (Rawls, Neues Testament) mit der realen Armutssituation.

Auszug aus dem Buch

1.1 Das Phänomen „Sozialkaufhaus“ im Spannungsfeld der „neuen Armut“

Das Sozialkaufhaus hat sich in der jüngsten Vergangenheit zu einem Mittel der karitativen Armutsbekämpfung entwickelt, indem sich ein Sozialkaufhaus der materiellen Unterstützung von Bedürftigen annimmt. Das Sozialkaufhaus sammelt gebrauchte Konsumgüter ein, welche als Sachspenden abgegeben werden. Bevor eine Aufnahme von Sachspenden in das Sortiment eines Sozialkaufhauses erfolgt, sind bestimmte Anforderungen in Bezug auf die Qualität und den Zustand zu erfüllen. Nach der Aufnahme in das Sortiment bietet man die gebrauchten Waren zum Verkauf an. Es kann durchaus der Fall sein, dass Mitarbeiter des Sozialkaufhauses vorher an den gebrauchten Konsumgütern Instandhaltungen vornehmen. Die angebotenen Waren im Sozialkaufhaus sind ausschließlich für Bedürftige vorbehalten. Vor dem käuflichen Erwerb ist die eigene Bedürftigkeit nachzuweisen, indem meistens eine Bescheinigung über den Bezug von Sozialleistungen vorzulegen ist. Die Preise ergeben sich nicht aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage, sondern haben sich als kostengünstig für Bedürftige zu erweisen. Das Sortiment des Sozialkaufhauses besteht aus Mobiliar, Einrichtungsgegenständen, Elektroartikeln, Textilien, Haushaltswaren, Unterhaltungsmedien, Printmedien und vielen weiteren denkbaren Gebrauchsgegenständen. Definitiv ausgenommen vom Sortiment sind Lebensmittel.

Darüber hinaus nimmt ein Sozialkaufhaus in der Regel diejenigen, die sehr geringe Chancen auf dem regulären Arbeitsmarkt haben, in seine Belegschaft auf, was dem Zwecke der Wiedereingliederung ins Berufsleben dient. Außerdem gehören zu den Mitarbeitern eines Sozialkaufhauses neben den Festangestellten Freiwilligendienstleistende, Praktikanten und jene, die Sozialstunden ableisten. Sozialkaufhäuser befinden sich in der Regel in der Trägerschaft von Wohlfahrtverbänden oder gemeinnützigen Vereinen. Nähere und weitere Ausführungen zum Sozialkaufhaus sind im Gliederungspunkt 4 vorzufinden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema Sozialkaufhäuser und Darstellung der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.

2. Eine allgemeine Betrachtung des Phänomens der Armut: Definition von Armut und Analyse der Ursachen und Folgen, sowie ein Überblick zur Armutssituation in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern.

3. Das Sozialkaufhaus als ein Mittel zur Überwindung von Armut: Einschätzung der Wirksamkeit durch lokale Politiker und kritische Auseinandersetzung mit der Almosenökonomie.

4. Die Entwicklung von Sozialkaufhäusern und ihre Arbeitsweise: Historischer Rückblick und detaillierte Untersuchung der Funktionsweise am Beispiel eines Rostocker Sozialkaufhauses.

5. Alternative Konzepte zur Überwindung von Armut: Beleuchtung des Umgangs mit Armut im Neuen Testament sowie philosophische Perspektiven nach John Rawls.

6. Abschließender Diskurs: Bewertung des Sozialkaufhauses als Provisorium und kritische Würdigung als Ersatz für sozialpolitische Maßnahmen.

7. Anhang: Ergebnisse der Befragungen: Dokumentation der gewonnenen empirischen Daten aus den Gesprächen mit Politikern und Kunden.

Schlüsselwörter

Sozialkaufhaus, neue Armut, Armutsbekämpfung, Almosenökonomie, Rostock, Sozialstaat, Bedürftigkeit, Wohlfahrtsverbände, Arbeitslosigkeit, Existenzsicherung, soziale Ausgrenzung, Mitleidsökonomie, Armutsfürsorge, Teilhabe, Sachspenden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle von Sozialkaufhäusern als Instrumente der Armutsbekämpfung und ihre Einordnung in ein sich wandelndes sozialstaatliches Gefüge.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen von Armut, der historischen Entwicklung von Sozialkaufhäusern, ethischen sowie philosophischen Armutsbegriffen und der Effektivität von Mitleidsökonomie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, ob Sozialkaufhäuser eine dauerhafte Lösung für Armutsbetroffene bieten oder lediglich eine notwendige Ergänzung in einer Lücke zwischen Staat und Bedürftigkeit darstellen.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche sowie empirischen Methoden, darunter teilnehmende Beobachtungen bei Praktika und Befragungen von kommunalpolitischen Akteuren und Kunden vor Ort.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Armutsbegriffs, die Analyse von Sozialkaufhäusern in Rostock sowie die kritische Reflexion des Konzepts "Almosenökonomie".

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Sozialkaufhaus", "neue Armut", "Almosenökonomie" und "soziale Ausgrenzung" geprägt.

Wie stehen die Rostocker Kommunalpolitiker zu Sozialkaufhäusern?

Die befragten Sprecher bewerten Sozialkaufhäuser überwiegend als notwendige Provisorien, sehen darin jedoch keine nachhaltige Lösung für die strukturellen Ursachen von Armut.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Autor bezüglich der Wirksamkeit?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Sozialkaufhäuser eher zur Förderung der Normalisierung von Armut beitragen, anstatt deren strukturelle Ursachen wirksam zu bekämpfen.

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Details

Title
"Neue Armut" und das Phänomen Sozialkaufhaus. Untersuchung der Stadt Rostock
College
University of Rostock  (Theologische Fakultät der Universität Rostock)
Grade
2,0
Author
Wilhelm Weber (Author)
Publication Year
2016
Pages
51
Catalog Number
V505252
ISBN (eBook)
9783346056771
ISBN (Book)
9783346056788
Language
German
Tags
Armut Sozialkaufhaus Politik Sozialpolitik Prekariat Karitativ Wohlfahrt Wohltätigkeit Die Tafel Unterschicht Reichtum Geld Diakonie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wilhelm Weber (Author), 2016, "Neue Armut" und das Phänomen Sozialkaufhaus. Untersuchung der Stadt Rostock, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505252
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