Migrationssoziologie

Manifestation transnationaler Muster hinsichtlich der aramäischen Migrantenverbände in Paderborn und die damit verbundene Identitätskonstruktion


Hausarbeit, 2019
25 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsprojekt

3. Transnationalität

4. Migrantenverbände in Paderborn

5. Transnationale Muster

6. Manifestation transnationaler Muster hinsichtlich der aramäischen Migrantenverbände in Paderborn und die damit verbundene Identitätskonstruktion
6.1. Zirkuläre Wanderungsverläufe
6.2. Multilokale Diaspora-Strukturen
6.3. Lokale und regionale Identitäten in der Türkei
6.4. Lokale und regionale Identitäten in Deutschland
6.5. Mehrfachidentitäten
6.6. Hybridisierungsprozesse

7. Fazit

Bibliographie

Anhang

1. Einleitung

„Die seit zwanzig Jahren anhaltende Forschung zur ,transnationalen Migration‘ hat vielfältige neue Forschungsergebnisse hervorgebracht“ (Rauer 2010: 61) und eröffnet somit eine neue Perspektive für die Einwanderungsforschung, die sich nicht nur mit der multikulturellen Differenz und der nationalen Assimilation befasst, sondern auch mit der Entstehung transnationaler sozialer Räume (vgl. ebd.). In diesen Räumen „orientieren sich die Migranten weder allein auf das Ankunftsland noch allein auf das Herkunftsland“ (ebd.). Aufgrund der Globalisierung und der einhergehenden Arbeitsmigration gewinnt der Begriff des Transmigranten immer mehr an Bedeutung. So kamen die ersten Aramäer, eine christliche Minderheit aus dem Südosten der Türkei, durch die Anwerbung von Gastarbeitern ab 1965 nach Deutschland, was zur Folge hatte, dass die Fluchtbewegung sich vergrößerte, da für viele die Lage in der Türkei unerträglich und bedrohlich wurde (vgl. Strümper 2009: 433). Die Abwanderung aus der Heimat hatte für die Aramäer erhebliche Auswirkungen. Sie bezahlten die Flucht mit dem Verlust ihrer Heimat, der eigenen Identität, der Gefährdung der eigenen Kultur sowie des eigenen Glaubens. Angesichts dieser Besonderheiten „ist es nicht verwunderlich, dass Menschen mit Migrationshintergrund in ihren spezifischen Lebenslagen“ (Pries 2010: 16) eigenethnische Migrantenverbände gründen, um diesen Verlust zu verhindern. So leben allein in der Umgebung von Paderborn 13 000 Aramäer, die hier eine zweite Heimat gefunden haben (vgl. Osterkamp 2015).

In dieser Seminararbeit soll daher die Frage geklärt werden, inwiefern sich die transnationalen Muster hinsichtlich der aramäischen Migrantenverbände in Paderborn manifestieren lassen und wie diese einen eminenten Einfluss auf die Identität der Mitglieder/innen nimmt. Zur Klärung der Fragestellung erfolgt zunächst eine kurze Darstellung des Forschungsprojekts, dessen Ergebnisse als Grundlage für die Beantwortung der Fragen fungieren. Zudem wird der Begriff der Transnationalität skizziert, um anschließend die Migrantenverbände, die sich in Deutschland und speziell in Paderborn befinden, zu thematisieren. Im weiteren Verlauf wird die Manifestation von sechs transnationalen Mustern hinsichtlich der aramäischen Migrantenverbände in Paderborn und die damit verbundene Identitätskonstruktion untersucht, in dem sowohl die Ergebnisse der problemzentrieten Interviews als auch die der Literaturrecherche miteinfließen. Darunter fallen die zirkulären Wanderungsverläufe, die multilokalen Diaspora-Strukturen, die lokalen und regionalen Identitäten in der Türkei beziehungsweise in Deutschland, die Mehrfachidentitäten sowie die Hybridisierungsprozesse.

2. Forschungsprojekt

Diese Seminararbeit beruht auf den Befunden eines Forschungsprojekts, in dem „Formen, Ursachen und Wirkungen der Selbstorganisation von MigrantInnen“ (Stahl 2013: 216) in aramäischen Migrantenverbänden mit Hilfe eines Forschungsansatzes untersucht wurden. Neben bereits vorliegenden Forschungsbefunden zum Thema „Transnationale Migration am Beispiel Deutschland und Türkei“, wurden unter anderem zwei problemzentrierte Interviews mit jeweils einem Vertreter des Fußballvereins Suryoye Paderborn und der Hochschulgruppe Suryoye Paderborn durchgeführt. Beide Interviewpartner haben in ihren Migrantenverbänden eine Führungs- und Organisationsposition. Aufgrund der Einhaltung des vorgegebenen Seitenumfangs beinhalten beide Gespräche eine Dauer von 15 Minuten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erfahrungen, Wahrnehmungen und Reflexionen der Befragten zum Thema der Manifestation transnationaler Muster in ihren Vereinen und die damit einhergehende Identitätskonstruktion. Die Interviewreihe wurde durch „Internetrecherchen auf vereinseigenen und anderen themenrelevanten Webseiten [ergänzt]“ (ebd.). Zudem werden bereits bestehende wissenschaftliche Konzepte durch die Äußerungen der Befragten ergänzt und diese während der Erhebungsphase mit Hilfe eines umfangreichen Literaturstudiums modifiziert.

3. Transnationalität

Der Transnationalismus eröffnet der Einwanderungsforschung eine neue Perspektive auf Migrationsprozesse, die vor allem die Annahmen der klassischen Assimilations- und Integrationsforschung hinterfragen (vgl. Rauer 2010: 61). Vor allem in den 90er-Jahren entstand eine Vielzahl an Hypothesen und Ansätzen, die zur Folge hatten, dass das Konzept des Transnationalismus nicht auf einen Theoretiker reduziert werden kann (vgl. Pries 2010: 11). Ein Soziologe, der jedoch in diesem Bereich besonders heraussticht und ausführliche Forschungen zu diesem Themenbereich veranlasst, ist Ludger Pries. So unterteilt er den Transnationalismus in zwei Gruppen und erklärt, dass „die einen [...] mit einem ,weiteren‘ und die anderen mit einem ,engeren‘ Begriff von Transnationalismus [operieren]“ (Pries 2008, zitiert nach Rauer 2010: 65). Unter dem weiten Begriff versteht man, dass „das Präfix ,trans‘ [...] Bewegungen über einen Raum und über Grenzen hinweg sowie die Veränderung des Charakters einer Sache [bezeichnet]“ (Ong 2005, zitiert nach Rauer 2010: 65). So befasst sich dieser Terminus mit der allgemeinen Grenzüberschreitung und dem damit verbundenen Fokus auf „die sozialen Strukturen des Sowohl-Als-Auch“ (Rauer 2010: 65). Da dieses Konzept sehr allgemein erscheint, verweist Pries auf ein engeres Verständnis und erwähnt aufgrund dessen die transnational societal spaces, die sich im Gegensatz zum weiten Begriff, auf „raumtheoretisch und analytisch präzise unterscheidbare Bezüge [beschränken]“ (Rauer 2010: 65). Dementsprechend handelt es sich bei Migranten, die sich grundsätzlich an ihrer Herkunftskultur orientieren, um Diaspora-Migranten, während Migranten, die die Kultur des Ankunftslandes annehmen, als Einwanderer bezeichnet werden. So könne man erst von transnationaler Migration sprechen, „wenn [...] die räumliche Positionierung [auf] verschiedene Lokalisierungen [...] [übergreife]“ (ebd.).

Der Transmigrant zeichne sich dadurch aus, „dass der Wechsel zwischen verschiedenen Lebensorten in unterschiedlichen Ländern für sie [...] zu einem Normalzustand wird“ (Pries 2000: 59). Dies geschieht, „indem sich ihr gesamter Lebensraum pluri-lokal über Ländergrenzen hinweg zwischen verschiedenen Orten aufspannt“ (ebd.). Aufgrund dessen entstehen transnationale Sozialräume, die es erlauben, das Verhältnis zwischen Herkunfts- und Ankunftsregion neu zu definieren. Es handelt sich hierbei nicht um reale Flächenräume, sondern viel mehr um ein hybrides Produkt „aus identifikativen und sozialstrukturellen Elementen der Herkunfts- und der Ankunftsregion“ (ebd.).

Auch die transnationale Zugehörigkeit beziehungsweise die eindeutige Zugehörigkeit „zu einem bestimmten geographischen und sozial-kulturellen Raum“ (Pries 2010: 57) gestaltet sich schwierig. Das Wesentliche hierbei ist jedoch die Herausbildung neuer sozial-kultureller Muster und Formen der Vergesellschaftung, die dazu führen, dass die Elemente der Ankunfts- und Herkunftsgesellschaft miteinander vermischt werden und somit eine neue und selbst konstruierte kollektive Identität entsteht (vgl. Pries 2010: 62).

Der Begriff des Transmigranten gewinnt gegenwärtig immer mehr an Bedeutung, da für das Verständnis der Migrationsdynamik im 21. Jahrhundert „die Transmigration und der Transmigrant als Bezugskonzept“ (ebd.) sowie das Wechselspiel von „Globalisierung und neuen Kommunikations- und Transporttechnologien“ (Pries 2000: 59) von wachsender Bedeutung sind.

4. Migrantenverbände in Paderborn

„Etwa ein Fünftel aller Menschen in Deutschland sind Ausländer oder haben einen Migrationshintergrund“ (Pries 2010: 15) – Für eine Vielzahl dieser Menschen haben die Migrantenverbände in Deutschland eine große Bedeutung, nicht nur für die gesellschaftliche Teilhabe, sondern auch, um „ihre Interessen und Präferenzen [...] durch gemeinsame Verbände, religiöse Gemeinschaften und andere kollektive Organisationen zum Ausdruck [zu] bringen und auf diese Weise Einfluss auf ihre Umwelt [zu] nehmen“ (Pries 2010: 16). Dementsprechend erklärt Ludger Pries, wie es letztendlich zur Bildung dieser Migrantenverbände kommt und welche Ziele diese verfolgen:

Migranten möchten ihre besonderen kulturellen und religiösen Gewohnheiten und Gebräuche praktizieren können; sie möchten Gottesdienste entsprechend ihrer Glaubensorientierungen feiern; sie möchten Feste und andere religiöse und kulturelle Ereignisse, die für ihr Herkunftsland bzw. das ihrer Eltern wichtig sind, gemeinsam organisieren. Sie möchten Freizeit gemeinsam [...] verbringen und Einkaufs- sowie Restaurantmöglichkeiten entsprechend ihrer Präferenzen nutzen. Schließlich möchten sie Zugang zu ihnen wichtiger Musik, sie interessierenden Nachrichten und andere Kulturproduktionen haben (Pries 2010: 16).

Das Vorhandensein von Migrantenverbänden in Deutschland birgt ebenfalls einige Kritikpunkte. So würden sich Menschen mit Migrationshintergrund aufgrund ihres gemeinschaftlichen Zusammenlebens vom Rest der Gesellschaft abgrenzen. Für die klassische Assimilationsforschung galt dies als Zeichen mangelhafter Integration in dem jeweiligen Ankunftsland (vgl. Rauer 2010: 61).

Für die aramäische Bevölkerung in Deutschland speziell in Paderborn gilt jedoch „Integration statt Assimilation“ (Osterkamp 2015). So erklärt Osterkamp, dass die Aramäer „nicht nur Kirchen gebaut und Gemeinden gegründet [haben]“, um „ihre Identität und ihr Kulturgut in der Fremde zu wahren“ (ebd.), sondern auch zahlreiche Kultur- und Sportvereine. So entstanden in Paderborn nicht nur viele Aktivitäten im Bereich der Heimatpflege und des Sportes, sondern auch Stiftungen, deren Ziel es ist die aramäische Kultur zu erhalten und zu pflegen sowie die aramäische Sprache und das gemeinschaftliche Leben zu fördern (vgl. Strümper 2009: 483). Einer der wohl bekanntesten aramäischen Migrantenverbände in Paderborn ist der Fußballverein Suryoye Paderborn, bei dem ein erkennbarer Bezug zum Südosten der Türkei (Gebiet um Mardin) manifestiert werden kann. Laut Stahl handle es sich demnach um einen ethnischen Sportverein, wenn:

deren Mitglieder zum Großteil ZuwanderInnen aus der Türkei sind, die maßgeblich von ZuwanderInnen aus der Türkei organisiert werden und die in Selbstbild und Außenwahrnehmung mit dem spezifischen Migrationshintergrund der Mitglieder im Zusammenhang stehen (Stahl 2013: 217).

Hierbei bildet nicht nur der türkische Staat einen Referenzpunkt, sondern viel mehr „einzelne Städte, Regionen oder Bevölkerungsgruppen in der Türkei“ (Stahl 2013: 217). Eine Gemeinsamkeit, die die aramäischen, türkischen oder kurdischen Sportvereine mit sich bringen, ist die stark ausgeprägte Binnendifferenzierung „nach ethnischen und weltanschaulichen Gesichtspunkten“ (ebd.).

Auch im Bereich der Bildung sind aramäische Migrantenverbände vertreten. So existiert an der Universität Paderborn die Hochschulgruppe Suryoye Paderborn, die sich vor allem am Verein Kano Suryoyo e.V. orientiert. Es handelt sich dabei um eine Organisation zur Bildungsförderung, die den aramäischen Studenten/innen aber auch Schüler/innen im Bereich des Studiums an der Universität Paderborn mit Rat und Tat zur Seite stehen. So werden hier beispielsweise Informationsveranstaltungen organisiert, in denen Studenten/innen über ihren Studiengang berichten, um Schüler/innen bei ihrer Studienauswahl zu helfen aber auch Vorlesungen zu diversen Themen gehalten, die die aramäische Geschichte betreffen.

In beiden Vereinen spielt die nationale Zugehörigkeit eine wichtige Roll e, dennoch steht im Sportverein der Sport und im Bildungsbereich die Bildung im Vordergrund. So zeigt auch Stahl, dass die „Bekenntnisse [...] [zum Südosten der Türkei] und die damit verbundene Selbstidentifikation [...] [dennoch] für viele Mitglieder ein wichtiges Motiv für die Beteiligung an einem [...] [aramäischen Verein sind]“ (Stahl 2013: 220), die jedoch als „gemäßigt, oberflächlich und apolitisch“ (ebd.) empfunden werden.

5. Transnationale Muster

Heutzutage entsprechen die Migrations- und Integrationsprozesse nicht mehr dem „klassischen Muster eines einmaligen, uni-direktionalen Aus- und Einwanderungsvorgangs, der mit der individuellen oder intergenerationalen Assimilation an Kultur und Sozialstruktur des Zuzugslandes abgeschlossen wird“ (Stahl 2013: 220). Aufgrund von „verbesserten [und neuartigen] länderübergreifenden Verkehrs- und Informationsstrukturen“ (Stahl 2013: 221) entstehen vielmehr „eigenständige Lebenswelten, Subkulturen und Geschäftsfelder, die nicht mehr exklusiv einem einzelnen Nationalstaat beziehungsweise einer einzelnen Nationalkultur zugerechnet werden können“ (Stahl 2013: 220). So können Migrantenverbände aufgrund ihrer „Vereinsidentität, ihrer Vereinskultur oder ihrer Kooperationsbeziehungen“ (Stahl 2013: 221) als ein Gegenstand des Transnationalismus gewertet werden.

In den folgenden Kapiteln soll dementsprechend verdeutlicht werden, dass sich solche transnationalen Strukturen im Bereich der aramäischen Migrantenverbände manifestieren lassen. Die ausgewählten transnationalen Muster gehören „allesamt fest zum Themenkanon der Transnationalismusforschung“ (ebd.) und sind dementsprechend für den analytischen Teil unerlässlich.

6. Manifestation transnationaler Muster hinsichtlich der aramäischen Migrantenverbände in Paderborn und die damit verbundene Identitätskonstruktion

Im Folgendem werden sechs verschiedene transnationale Muster vorgestellt, die zur „Bildung, Stabilisierung und Modifikation von spezifisch deutsch-[...] [aramäischen] Sozialstrukturen, Verhaltensmustern oder Selbstbildern“ (Stahl 2013: 215) in aramäischen Migrantenverbände in Paderborn beitragen. Bevor die ausgewählten transnationalen Strukturen und die einhergehende Identitätskonstruktion näher betrachtet werden, erfolgt zunächst eine kurze Darstellung der ausgewählten transnationalen Muster und ein allgemeines Beispiel, um zu zeigen, dass diese Strukturen nicht nur in Paderborn, sondern auch in der gesamten aramäischen Welt vorzufinden sind. Zudem werden für den analytischen Teil die Ergebnisse der Interviews näher betrachtet und für die Beantwortung der Fragen in Betracht gezogen.

6.1. Zirkuläre Wanderungsverläufe

Zirkuläre Wanderungsverläufe entstehen, „wenn MigrantInnen in ihr (familiales) Herkunftsland zurückkehren oder zwischen verschiedenen Orten pendeln“ (Cyrus 2000, zitiert nach Stahl 2013: 221). Dieses Migrationsmuster lässt sich ebenfalls bei der aramäischen Bevölkerung veranschaulichen, da aufgrund des Wiederaufbaus der zerstörten christlichen Dörfer im Südosten der Türkei eine Vielzahl zwischen ihrem ehemaligen Heimatort und dem aktuellen Heimatort in Deutschland pendeln. Vor allem Rentner/innen, die in der Türkei aufgewachsen und erst im Erwachsenenalter nach Deutschland gekommen sind, halten sich den ganzen Winter über in der Türkei auf und kehren erst im Frühjahr nach Deutschland zurück. Auch der Heimattourismus nimmt gegenwärtig stark zu. Durch die Modernisierung der Dörfer in Form von Schwimmbädern, Internetzugängen und robusten Häusern, zieht es aramäische Familien immer mehr in die Heimat ihrer Eltern. Somit verbringt eine Vielzahl der Aramäer, „die eine festen Wohnsitz in Deutschland haben und deren eigentliches Wanderungsprojekt damit abgeschlossen ist [...] ausgedehnte Urlaube in der Türkei“ (Stahl 2013: 222).

So erklärt auch XY, der Ansprechpartner des Fußballvereins Suryoye Paderborn, dass die zirkulären Wanderungsverläufe sowohl Vor- als auch Nachteile bergen. Vor allem der Vereinswechsel von Deutschland in die Türkei oder gegebenenfalls von der Türkei nach Deutschland eröffne eine Vielzahl an neuen Perspektiven. Bereits Stahl erwähnt, dass „Vereine im halbprofessionellen Bereich der Ober- und Verbandsligen [durch die beschriebenen Rekrutierungsvorteile] profitieren“ (ebd.). So dienen sie als „eine Art Nachwuchsabteilung für türkische Erst- und Zweitligaklubs“ (Haselbauer 2007, zitiert nach Stahl 2013: 222). Dementsprechend erklärt XY, dass einige aramäische Fußballer durch eigenethnische Sportvereine in Deutschland oder in anderen Ländern den Weg in den bezahlten Fußball gefunden haben und erwähnt dabei den schwedisch-aramäischen Fußballspieler Jimmy Durmaz als Beispiel. So spielte er jahrelang im eigenethnischen Verein Syrianska FC in Schweden und wurde schließlich im Jahre 2018 Teil der schwedischen Nationalmannschaft. Dieses sportliche Phänomen sei jedoch einmalig. XY fügt hinzu, dass es noch kein aramäischer Spieler in die deutsche Nationalelf geschafft habe und es auch sehr schwierig sei, da sie eine Minderheit in Deutschland seien und es dementsprechend weniger Sportvereine gäbe im Gegensatz zur türkischen Bevölkerung Deutschlands (vgl. Anhang, S. 18).

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Migrationssoziologie
Untertitel
Manifestation transnationaler Muster hinsichtlich der aramäischen Migrantenverbände in Paderborn und die damit verbundene Identitätskonstruktion
Hochschule
Universität Paderborn  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Einführung in die Migrationssoziologie
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
25
Katalognummer
V505401
ISBN (eBook)
9783346074256
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Migration Aramäer Transnationalismus Migrantenverbände transnationale Muster
Arbeit zitieren
Antonia Dursun (Autor), 2019, Migrationssoziologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505401

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