Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Systemische Arbeit in der stationären Jugendhilfe. Drei Perspektiven auf Nutzen und Probleme

Titel: Systemische Arbeit in der stationären Jugendhilfe. Drei Perspektiven auf Nutzen und Probleme

Bachelorarbeit , 2017 , 106 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sarah Ledwon (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Was heißt es, systemisch zu arbeiten und was macht systemische Elternarbeit aus? Welchen Nutzen hat die Elternarbeit von einem systemischen Ansatz her und welche Schwierigkeiten können auftreten? Welche Erfahrungen konnten mithilfe systemischer Elternarbeit gemacht werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich diese Arbeit. Systemisches Arbeiten zeichnet sich unter anderem durch die verschiedenen Sichtweisen aus, welche mittels einer Vielzahl an Interventionen entstehen können. So entsteht mithilfe der Leitfadeninterviews mit drei verschiedenen Zugangspersonen ein multiperspektivischer Blick auf die systemische Elternarbeit, welcher mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wird.

Die Themenauswahl der Arbeit erfolgte durch den Praxisbezug im Rahmen einer Anstellung der Verfasserin in einer Jugendhilfeeinrichtung. Die Jugendhilfeeinrichtung zeichnet sich durch ihre systemische Haltung in der Arbeit mit ihren Klient/innen aus. Den Sozialarbeiter/innen wird ermöglicht, eine systemische Ausbildung zu absolvieren und diese in der Einrichtung unter anderem als Berater auszuführen. Die Jugendlichen in der Wohngruppe kommen alle aus verschiedenen Lebensverhältnissen und haben alle individuelle Erfahrungen in ihrem Leben gesammelt. Jede/r Einzelne verfügt über eine andere Beziehung zu seinen/ihren Eltern, bei manchen besteht Kontakt zu beiden Elternteilen, bei manchen nur zu einem Elternteil. Des Weiteren leben Jugendliche mit Fluchthintergrund in der Einrichtung.

So einzigartig die Jugendlichen sind, sind auch ihre Eltern. Auch sie haben ihre eigene Geschichte und dennoch haben alle die Gemeinsamkeit, dass ihre Kinder nicht mehr bei ihnen leben und stattdessen in einer Wohngruppe von Sozialarbeiter/innen und Erzieher/innen erzogen werden. Dennoch ist die Einbindung der Eltern in das Leben ihrer Kinder enorm wichtig und notwendig für den Hilfeverlauf und die Entwicklung des Kindes. Durch das Implizieren des systemischen Ansatzes in die Elternarbeit können die Eltern in den Alltag ihrer Kinder verstärkt miteinbezogen werden. Je nach Zielführung wird entweder an der Rückführung in die Herkunftsfamilie oder an einer Verselbstständigung des/der Jugendlichen gearbeitet. Der Leitgedanke der systemischen Arbeit besteht darin, dass jeder Mensch die Lösung für sein "Problem" in sich trägt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Systemtheoretische Grundlagen

2.1 Definition System

2.2 Autopoiese

2.3 Konstruktivismus

2.3.1 Radikaler Konstruktivismus

2.3.2 Operativer Konstruktivismus

2.4 Die Systemtheorie nach Luhmann

2.4.1 Kybernetik 1. und 2. Ordnung

2.4.2 Kommunikation

3 Systemische Soziale Arbeit

3.1 Definition systemischer Sozialarbeit

3.2 Inhalt systemischer Sozialen Arbeit

3.2.1 Exkurs Alltags- und Lebensweltorientierung nach Thiersch

3.3 Systemische Merkmale in der Sozialen Arbeit

3.4 Systemische Grundhaltung

3.5 Systemisches Menschenbild

3.6 Ein systemisches Verständnis von Problemen

3.6.1 Definition Problem

3.6.2 Die Problemerzeugung

3.6.3 Nützlichkeit von Problemen

3.7 Handlungsformen der systemischen Sozialen Arbeit

4. Kinder- und Jugendhilfe

4.1 Die stationäre Jugendhilfe

4.2 AdressatInnen der stationären Jugendhilfe

4.3 Zahlen und Fakten

4.4 Gründe für eine stationäre Unterbringung

4.5 Familienstrukturen

4.6 Erziehung

5 Systemische Elternarbeit

5.1 Definition Elternarbeit

5.2 Rechtliche Grundlagen

5.2.1. Beteiligungs- und Mitwirkungsrecht

5.3 Ziele systemischer Elternarbeit

5.3.1 Partizipation

5.4 Begründung systemischer Elternarbeit

5.5 Spezifische Anwendung systemischer Elternarbeit

5.6 Systemisches Denken in der Elternarbeit

5.7 Schwierigkeiten systemischer Elternarbeit

5.7.1 Probleme auf Seiten der Eltern

5.8 Methoden systemischer Elternarbeit

5.9 Systemische Elternberatung

5.10 Exkurs Empowerment und systemische Elternarbeit

5.10.1 Definition Empowerment

5.10.2 Empowerment und systemische Elternarbeit

6 Empirie

6.1 Begriffsbestimmung

6.2 Methodik

6.2.1 Einzelfallanalyse

6.2.2 Qualitative Inhaltsanalyse

6.2.3 Die Analysetechnik „Zusammenfassung“ der qualitativen Inhaltsanalyse

6.3 Vorgehen

6.3.1 Der Untersuchungsplan der Einzelfallanalyse

6.3.2 Die Bestimmung des Ausgangsmaterials

6.3.3 Die Fragestellung der Analyse

6.3.4 Verlauf der Befragung

6.4 Analyse

6.4.1 Darstellung der Kategorien

6.4.2 Analyse Interview I

6.4.3 Analyse Interview II

6.4.4 Analyse Interview III

7 Ergebnisse

8 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, einen multiperspektivischen Blick auf die systemische Elternarbeit innerhalb der stationären Jugendhilfe zu werfen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, worin Möglichkeiten, Nutzen und Schwierigkeiten dieses Ansatzes liegen, um Familien bei der Bewältigung von Problemen und der Förderung einer tragfähigen Eltern-Kind-Beziehung zu unterstützen.

  • Systemtheoretische Grundlagen nach Niklas Luhmann
  • Methoden und Haltungen der systemischen Sozialarbeit
  • Anwendung des systemischen Ansatzes in der stationären Elternarbeit
  • Einbindung von Empowerment in den systemischen Kontext
  • Empirische Analyse mittels Einzelfallstudien und Leitfadeninterviews

Auszug aus dem Buch

3.5 Systemisches Menschenbild

Systemische Soziale Arbeit bedarf einem Menschenbild, welches das systemische Denken unterstreicht und darüber hinaus allgemeine Aspekte menschlichen Lebens einbezieht, die von anderen Theorien behandelt wurden (vgl. Ritscher 2008, 55). So fließen in das systemische Menschenbild, neben den systemischen Paradigmen, ethische Maßstäbe und gesellschaftliche Normen mit ein (vgl. Schwing/ Fryszer 2012, 325):

Nach Herwig- Lempp ist das systemische Menschenbild bestimmt durch die Annahme der Eigensinnigkeit eines Menschen und durch die eigenständige Persönlichkeit. Demnach stellt der Mensch den Sinn über sein Erleben selbst her und entscheidet autonom über die ihm erkennbaren und zugänglichen Handlungsoptionen. Autonomie und Eigensinnigkeit werden als vorhanden vorausgesetzt (vgl. 2002, 45). Für das fachliche Handeln in der Praxis Sozialer Arbeit bedeutet dies die Beobachtung der Autopoiese von Systemen. Die Menschen schreiben ihre Geschichte des Lebens eigensinnig und nehmen das an, was für sie persönlich als sinnvoll angesehen wird (vgl. Schwing/ Fryszer 2012, 325).

Ein weiterer Aspekt des systemischen Menschenbildes legt Martin Buber fest mit der Aussage: „Der Mensch wird am Du zum Ich“ (1923). Erst in der Auseinandersetzung mit einem anderen Menschen, realisiert der Mensch, dass er Teil eines größeren Systems ist. Das Ich kann nach Buber nicht alleine existieren und ist immer auf sein Gegenüber mit einer bestimmten Haltung oder Intention bezogen. Resultierend ergibt sich daraus die Allparteilichkeit und Neutralität im Umgang mit sozialen Systemen. Bei der Anwendung von Interventionen müssen die Folgen und Konsequenzen für den Kontext des Gegenübers und auch für das Gegenüber bedacht werden. Demnach benötigt es einem Verständnis und Einfühlungsvermögen für die bestehenden Handlungen und einer Reflexion auf die Reaktion eine Intervention (vgl. Schwing/Fryszer 2012, 326).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Erkenntnisinteresses, der Fragestellung und des methodischen Vorgehens der Bachelorarbeit.

2 Systemtheoretische Grundlagen: Erläuterung zentraler Begriffe wie Autopoiese, Konstruktivismus und der Systemtheorie nach Luhmann.

3 Systemische Soziale Arbeit: Definition und Merkmale systemischer Sozialarbeit sowie ein Verständnis von Problemen und deren Nützlichkeit.

4 Kinder- und Jugendhilfe: Einordnung der stationären Jugendhilfe und Beschreibung der erzieherischen Rahmenbedingungen.

5 Systemische Elternarbeit: Detaillierte Darstellung der Ziele, rechtlichen Grundlagen und Methoden in der systemischen Elternarbeit.

6 Empirie: Beschreibung des Forschungsdesigns, der Einzelfallanalyse und des methodischen Vorgehens bei der Datenerhebung.

7 Ergebnisse: Auswertung der Interviews und Zusammenführung der Ergebnisse zur Beantwortung der Forschungsfrage.

8 Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung und Anwendungsmöglichkeiten systemischer Elternarbeit.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Soziale Arbeit, stationäre Jugendhilfe, Elternarbeit, Autopoiese, Konstruktivismus, Systemisches Fragen, Empowerment, Einzelfallanalyse, Partizipation, Ressourcenorientierung, Kommunikation, Allparteilichkeit, Familiensystem, Kindeswohl

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einsatz systemischer Konzepte in der stationären Jugendhilfe mit einem Fokus auf die Zusammenarbeit mit Eltern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind systemtheoretische Grundlagen, systemisches Arbeiten in der Sozialen Arbeit, die rechtlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen der Jugendhilfe sowie die praktische Umsetzung systemischer Elternarbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „Wo liegen die Möglichkeiten/ Nutzen und Schwierigkeiten in der systemischen Elternarbeit in der stationären Unterbringung?“ Ziel ist es, diese Aspekte durch einen multiperspektivischen Blick zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die qualitative Einzelfallanalyse nach Mayring. Dabei wurden problemzentrierte Leitfadeninterviews mit drei Personen (Sozialarbeiterin, Jugendliche, Mutter) geführt und ausgewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Systemtheorie, Sozialarbeit, Jugendhilfe), die detaillierte Darstellung systemischer Methoden in der Elternarbeit und den empirischen Teil mit Analyse der Interviewergebnisse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Systemtheorie, Elternarbeit, stationäre Jugendhilfe, Ressourcenorientierung, Partizipation, Autopoiese und Konstruktivismus.

Wie bewerten die befragten Akteure die systemische Elternarbeit?

Die Akteure heben insbesondere die Wertschätzung und die Ressourcenorientierung hervor. Während Eltern sich gestärkt fühlen, berichten Jugendliche von gemischten Gefühlen, erkennen aber den positiven Effekt auf den Kontakt zu ihren Eltern.

Welche Rolle spielt der § 8a SGB VIII bei der Arbeit?

Der Paragraph stellt eine Herausforderung dar, da bei einer Kindeswohlgefährdung gesetzliche Vorgaben das systemische Arbeiten einschränken können, was einen Interessenskonflikt zwischen dem Schutzauftrag und der systemischen Selbstbestimmung erzeugt.

Ende der Leseprobe aus 106 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Systemische Arbeit in der stationären Jugendhilfe. Drei Perspektiven auf Nutzen und Probleme
Hochschule
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
Note
1,7
Autor
Sarah Ledwon (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
106
Katalognummer
V505474
ISBN (eBook)
9783346057716
ISBN (Buch)
9783346057723
Sprache
Deutsch
Schlagworte
systemische arbeit jugendhilfe drei perspektiven nutzen probleme
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Ledwon (Autor:in), 2017, Systemische Arbeit in der stationären Jugendhilfe. Drei Perspektiven auf Nutzen und Probleme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505474
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  106  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum