Zusammenarbeit von Mensch und Maschine in der Industrie

Folgen für das Human Ressources Management durch Hybridbelegschaften


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019
22 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

I Inhaltsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

III Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffserklärung und Abgrenzung
2.1 Hybridbelegschaft
2.2 Industrie
2.3 Human Ressource Management

3 Situation im Wandel
3.1 Aktuelle Situation
3.2 Kommenden Situation

4 Anforderungen im Wandel
4.1 Anforderungen an den Arbeitnehmer
4.2 Anforderungen an das HR-Management des Unternehmens

5 Die Rolle des HR-Management
5.1 Weiterbildung
5.1.1 Schulungen
5.1.2 Berufsbegleitende Aufstiegsfortbildungen
5.2 Personalbeschaffung
5.2.1 Recruiting und Active Sourcing
5.2.2 War for Talents
5.2.3 Employer Branding
5.3 Freistellungen

6 Fazit

IV Literaturverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Einteilung von Handhabungsgeräten

Abbildung 2: Abbildung 2: Roboter und Arbeitslosenquote

Abbildung 3: Anforderungen an Arbeitnehmer

Abbildung 4: Geplante Fortbildung

Abbildung 5: Instrumente der Weiterbildung

III Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Der technologische Fortschritt beeinflusst seit seiner Entstehung das Zusam- menleben und die Entwicklung der Gesellschaft. Insbesondere in der Arbeits- welt sorgt er für kontinuierliche Veränderung, neue Chancen und Möglichkei- ten, aber auch für teils drastische Umstellungen in den Abläufen und der Or- ganisation eines Unternehmens.

In dieser Hausarbeit soll ein besonderes Augenmerk auf die maschinenge- stützte Produktion in der deutschen Industrie gelegt werden. Wie nutzen Un- ternehmen diese Möglichkeiten für sich und welche Konsequenzen entstehen hierdurch für ihre Personalpolitik?

Es kursieren verschiedene Studien und Theorien, wie beispielsweise von Frey und Osborne aus dem Jahre 2013, die besagt, dass bis zum Jahr 2033 in den USA bis zu 47% der aktuell ausgeübten Tätigkeiten automatisiert und somit diese Arbeitsplätze wegrationalisiert werden könnten.1

Ist diese Zahl korrekt und lässt sie sich auch auf die deutsche Wirtschaft über- tragen, oder verändern sich nur die Anforderungen an Mitarbeiter und bleiben Arbeitsplätze durch veränderte Anforderungsprofile erhalten, beziehungs- weise werden wegfallende Arbeitsplätze in der Mehrzahl durch Neue ersetzt? Diese Hausarbeit soll vor allem die Anforderungen herausstellen, mit denen das Humane Ressources Management durch die voranschreitende Integration von Maschinen (in produzierende Unternehmen) konfrontiert wird und mögli- che Handlungsoptionen aufzeigen. Hierfür werden auch die sich wandelnden Ansprüche thematisiert, die Unternehmen an Ihre Belegschaft stellen.

Es soll ein erster Überblick über einige Aspekte dieses sehr komplexen The- mengebietes ermöglicht werden. Um einen detaillierteren Einblick in die ein- zelnen Themengebiete zu erlangen, empfiehlt sich unter anderem die im Rah- men dieser Hausarbeit genutzte und im Literaturverzeichnis aufgeführte Fach-literatur.

2 Begriffserklärung und Abgrenzung

Im Titel dieser Hausarbeit sind einige Begriffe genannt, die im Folgenden ge- nauer definiert, bzw. für den weiteren Verlauf und den thematischen Bezug der Arbeit abgegrenzt werden sollen.

2.1 Hybridbelegschaft

Die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine, im Titel auch als Hybridbe- legschaft bezeichnet, umfasst ein breites Aufgabenspektrum innerhalb eines Unternehmens. So ist es z.B. möglich, dass so genannte Exoskelette den Mit- arbeiter aktiv bei seiner Tätigkeit unterstützen. Hier ist das Ziel „das harmoni- sche Zusammenspiel aus elektrischer Maschine, Getriebe, Regelung und des zugrundeliegenden Elektroniksystems mit seinen Kommunikationsschnittstel- len für die smarte Vernetzung zur Lösung von Bewegungsaufgaben – haupt- sächlich in enger Kollaboration mit dem Menschen.“2 Unternehmen wie BMW setzen Exoskelette ein, um Mitarbeiter zu entlasten und in ihrer Arbeit zu un- terstützen. Auch kann die Kraft eines Mitarbeiters so signifikant erhöht werden3 und er kann die Maschine somit optimal für seine Zwecke an seinem Arbeits- platz nutzen. Das Exoskelett ist somit ein Manipulator (vgl. Abb. 1).

Im weiteren Verlauf dieser Hausarbeit wird allerdings weniger die Kollabora- tion, als vielmehr die Kooperation zwischen Mensch und Maschine themati- siert, also nicht die Unterstützung bei bestimmten Produktionsabläufen, son- dern die Übertragung von Prozessabläufen oder -schritten an programmge- steuerte Handhabungsgeräte, vor allem Industrieroboter (vgl. Abb. 1). Diese werden nach VDI-Richtlinie 2860 wie folgt definiert:

“Industrieroboter sind universell einsetzbare Bewegungsautomaten mit meh- reren Achsen, deren Bewegungen hinsichtlich Bewegungsfolge und Wegen bzw. Winkeln frei programmierbar (d. h. ohne mechanischen Eingriff vorzuge- ben bzw. änderbar) und gegebenenfalls sensorgeführt sind. Sie sind mit Grei- fern, Werkzeugen oder anderen Fertigungsmitteln ausrüstbar und können Handhabe- oder andere Fertigungsaufgaben ausführen“4.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Einteilung von Handhabungsgeräten

Quelle: Weber, W. (2017), S.16.

2.2 Industrie

Unter Industrie, bzw. dem produzierenden Gewerbe versteht man den „Ober- begriff für die Menge aller Industrieunternehmungen, d.h. Betriebe, die ge- werblich Sachgüter produzieren. Charakteristisch sind für die I. eine hohe Ka- pitalausstattung und eine maschinelle, arbeitsteilige Produktion“5

Aufgrund unterschiedlicher Entwicklungsstände, und je nach Land divergie- render Berufsstrukturen, ist es nicht ohne weiteres möglich, allgemeingültige Aussagen für die technologisch bedingten Veränderungen in der Personalar- beit zu treffen. Daher beziehen sich die folgenden Seiten primär auf die deut- sche Industrie.

2.3 Human Ressource Management

Unter Human Ressource Management, auch Personalwirtschafts-manage- ment, versteht man „Alle Maßnahmen des Unternehmens, damit Mitarbeiter mit der richtigen Qualifikation am richtigen Arbeitsplatz in ausreichender An- zahl vorhanden sind und im Sinn des Unternehmensziels zusammenarbei-ten.“6

Nachfolgend steht vor allem die Produktionsarbeit und das damit im Zusam- menhang stehende HR-Management im Vordergrund.

Die in diesem Rahmen folgenden Überlegungen fassen den Begriff der Pro- duktionsarbeit recht weit. Das bedeutet, es wird ein Großteil aller Tätigkeiten in Industriebetrieben betrachtet. Dies schließt die operative und ausführende Ebene des Fertigungspersonals ebenso ein, wie die strategische Ebene der Planung, Steuerung und Kontrolle, die Bereiche des unteren und mittleren Ma- nagements von Produktionsprozessen sowie die Gruppe der technischen Ex- perten.7

3 Situation im Wandel

3.1 Aktuelle Situation

Derzeit befindet sich die deutsche Wirtschaft zwischen der 3. und 4. Industri-ellen Revolution. „Der Begriff „Industrie 4.0“ entstand in Deutschland im Jahre 2011 aus der Fortführung des Nummerierungsschemas für die industriellen Revolutionen. Als Begriff beschreibt er den Umschwung und den Transforma- tionsprozess innerhalb der industriellen Wertschöpfung und der darin tätigen Unternehmen und Beschäftigten. Im Unterschied zu den vorangegangenen in- dustriellen Revolutionen wurde die vierte industrielle Revolution bereits „aus- gerufen“, bevor sich die erwarteten Veränderungen innerhalb der Industrie vollständig vollzogen“8

Zwar haben PC, Smartphone und insbesondere die Verknüpfung mit dem In- ternet schon für gänzlich neue Aspekte im Bereich der Arbeit gesorgt und tun dies immer noch, „Diese neuen Technologien haben die Bereiche der Produk- tionsarbeit bisher jedoch erst »gestreift«. Ein plakatives Beispiel ist die Diskus- sion über den Einsatz von Smartphones und Tablet-PCs in der Produktion […]die produktive Nutzung dieser mobilen Endgeräte [ist] heute noch auf wenige Anwendungsfälle in Logistik, Wartung und Instandhaltung beschränkt.“9

Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts ist die industrielle Produktion in Deutschland von digitalen Neuerungen demnach bisher größtenteils unbetrof- fen. Doch auch im Bereich der Produktion stehen mittlerweile leistungsstarke und günstige Sensoren und Aktoren zur Verfügung, die die Produktionsabläufe maßgeblich verändern könnten.10

Auch in einer Studie des Fraunhofer Instituts, die 2014 für die Unternehmens- beratung Ingenics erstellt wurde, gaben gerade einmal 19 von 324 Unterneh- men an, stark ausgeprägte Fähigkeiten im Bereich der Industrie 4.0 zu besit- zen.11

Auf dem aktuellen Arbeitsmarkt gelten Maschinen nach derzeitigem Stand nicht als tatsächliche Bedrohung für die Erwerbstätigkeit insgesamt, es scheint sogar Zusammenhänge zwischen steigendem Einsatz von Industrierobotern und steigenden Beschäftigungszahlen zu geben (Vgl. Abb. 2)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Zusammenhang von Robotern und Arbeitslosenquote

Quelle: Krabel (2016), S. 2.

Die Frage, inwiefern sich dies in den nächsten Jahren ändern könnte, wird unter dem nächsten Punkt „Kommende Situation“ genauer beleuchtet.

3.2 Kommende Situation

Versucht man eine Prognose für die Zukunft der Produktionsarbeit zu erstel- len, trifft man auf viele und z.T. sehr widersprüchliche Hypothesen. Zukünftig werden wohl vermehrt „…Anwendungen des Internets der Dinge und Dienste12 […] in industriellen Umgebungen umgesetzt. Darauf aufbauend kommunizieren Maschinen und Anlagen in Echtzeit und interagieren miteinan- der und mit den ausführenden und planenden Mitarbeitern.“13 Doch für die Be- reiche der Produktion stehen mittlerweile leistungsstarke und günstige Senso- ren und Aktoren zur Verfügung durch deren Hilfe die Interaktion mit ausfüh- renden Mitarbeitern teilweise obsolet werden könnte. Diese Sensoren sowie Aktoren „…rücken den Einsatz von Echtzeitinformatio- nen wieder ins Blickfeld der Produktion. Unter dem Schlagwort »Industrie 4.0« werden momentan Entwicklungen hin zu einem Produktionsumfeld diskutiert, das aus intelligenten, sich selbst steuernden Objekten besteht. […] In einer Vision der flächendeckenden Durchdringung dieses Ansatzes steuern sich Aufträge selbstständig durch ganze Wertschöpfungsketten, buchen ihre Bear- beitungsmaschinen und ihr Material und organisieren ihre Auslieferung zum Kunden.“14

Dass der technologische Fortschritt und die Weiterentwicklung von Maschinen zur Folge haben, dass insbesondere einfache Tätigkeiten im Bereich der Pro- duktion wegrationalisiert werden, ist unstrittig. Viel wichtiger ist allerdings die Frage, wie viele Stellen durch diesen Prozess entstehen werden und ob die Beschäftigungszahlen insgesamt einen Zuwachs, oder eine Dezimierung er- leben werden. Das diese Frage nicht abschließend beantwortet werden kann, macht auch der Vergleich zweier Studien (beide aus dem Jahr 2015) deutlich. Werden laut einer IAB Studie bis 2030 in der Industrie unterm Strich 60.000 Arbeitsplätze wegfallen15, so geht eine Studie der BCG von einem Anstieg der Beschäftigten um 6%; sprich es würden 340.000 Plätze Netto hinzukommen.16

Unabhängig von der tatsächlichen Anzahl der zukünftig Beschäftigten kann jedoch die Aussage getroffen werden, dass sich das Anforderungsprofil an den einzelnen Mitarbeiter in vielen Bereichen stark verändern wird. Welche Aus- wirkungen dies auf die Personalarbeit der Unternehmen hat, soll auf den nach-folgenden Seiten verdeutlicht werden.

[...]


1 Vgl. Frey und Osborne (2013), S. 1.

2 Vgl. Fraunhofer IPA (2018), S. 4.

3 Vgl. Barthelmeß und Furbach (2012), S. 8.

4 Weber, W. (2017), S. 16.

5 Gabler (2013), S. 213.

6 Gabler (2013), S. 340.

7 Vgl. Hirsch-Kreinsen und Weyer (2014), S. 4.

8 Bruckner und Werther (2018), S. 7.

9 Spath et al. (2013), S. 22.

10 Vgl. Spath et al. (2013), S. 17.

11 Vgl. Schlund et al. (2014), S. 10.

12 (Vernetzung von Gegenständen mit dem Internet, um diese selbstständig unter einander kommu- nizieren zu lassen)

13 Bruckner und Werther (2018), S. 8.

14 Spath et al. (2013), S. 22.

15 Vgl. Wolter et al. (2015), S. 8.

16 Vgl. Rüßmann et al. (2015), S. 9.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Zusammenarbeit von Mensch und Maschine in der Industrie
Untertitel
Folgen für das Human Ressources Management durch Hybridbelegschaften
Hochschule
Fachhochschule Bielefeld
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
22
Katalognummer
V505521
ISBN (eBook)
9783346062857
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hybrid, Personalführung, Recruiting, Industrie 4.0, Digitalisierung
Arbeit zitieren
Christopher Brinkmann (Autor), 2019, Zusammenarbeit von Mensch und Maschine in der Industrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505521

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