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Verschränkung von Traum und Wirklichkeit in Arthur Schnitzlers "Traumnovelle". Literarische Darstellung verschiedener Wahrnehmungsebenen

Titel: Verschränkung von Traum und Wirklichkeit in Arthur Schnitzlers "Traumnovelle". Literarische Darstellung verschiedener Wahrnehmungsebenen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Angelika Merk (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Verschränkung der Ebenen von Wahrheit, Wirklichkeit und Traum ist Gegenstand dieser Seminararbeit. Zunächst wird ein theoretischer Zugang zum Thema der Visualität in der Literatur herangezogen. Die grundlegenden Kategorien, mit denen gearbeitet werden soll, bietet hier das Werk von Sandra Poppe: "Visualität in Literatur und Film" (2007). Die unterschiedlichen Ebenen der Wahrnehmung und wie Arthur Schnitzler diese literarisch dargestellt hat, werden in den Fokus gerückt. Der Traum von Albertine ist insofern in dem Diskurs relevant, als dass der Traum und dessen Erzählweise interessant sind und Rückschlüsse auf die Figuren geben. Und auch Fridolins nächtliche Reise ist bezüglich seiner Perzeptionen von Eindrücken und Erlebnissen besonders. So wird dann analysiert, welche Ebenen den Figuren eröffnet werden. Wie werden Traum und Wirklichkeit voneinander abgegrenzt? Sind trennscharfe Grenzen überhaupt möglich? Um all diese Aspekte geht es in der Arbeit.

Die "Traumnovelle" ist 1925/1926 veröffentlicht worden und befindet sich damit genau im Spannungsfeld der Epoche des Wiener "Fin de Siècle", in der die Autoren von "Jung Wien" das Traum- und Märchenhafte des menschlichen Daseins literarisch zu erfassen versuchten. Die "Traumnovelle" nimmt in Arthur Schnitzlers literarischem Repertoire eine besondere Stellung ein. Sie mündet nicht in einem Selbstmord oder einer anderen persönlichen Katastrophe wie bei anderen Erzählungen wie "Fräulein Else" (1924) oder "Leutnant Gustl" (1900), sondern schließt mit einem glücklichen Ende. Der Traum von Albertine ist der Auslöser für Fridolins Irrfahrt durch das nächtliche Wien. Er ist ambitioniert von dem Wunsch nach Rache an seiner Ehefrau, die ihn in ihrem Traum nicht nur betrogen hat, sondern auch sterben ließ. In der schnitzlerschen Novelle werden der Traum und die Wirklichkeit thematisiert sowie die Verschränkung der beiden Elemente. Es wirft sich die Frage auf, ob Fridolins Abenteuer nur Imaginationen seiner selbst, also ein Traumerlebnis, gewesen sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Strukturen von Visualität in der Literatur nach Sandra Poppe (2007)

3. Arthur Schnitzler und der Traum

4. Literarische Visualität in Arthur Schnitzlers Traumnovelle (1926)

4.1 Fridolins Begegnung mit der geheimen Gesellschaft

4.2 Der Traum von Albertine

4.3 Parallelität der Erlebnisse von Fridolin und Albertine

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht die Verschränkung von Traum- und Realitätsebenen in Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" unter Anwendung des Konzepts der literarischen Visualität nach Sandra Poppe. Ziel ist es, die Funktionen visueller Darstellungen bei der Konstruktion und Abgrenzung von Fiktion, Wirklichkeit und Traum zu analysieren und zu klären, ob die nächtlichen Erlebnisse des Protagonisten Fridolin als real oder als imaginiert einzustufen sind.

  • Analyse der literarischen Visualität als Sinnvermittler
  • Untersuchung der Traumdarstellung bei Arthur Schnitzler
  • Kontrastierung von Fridolins nächtlichen Abenteuern mit Albertines Traum
  • Untersuchung der Spiegelung und Verdopplung als erzählerische Struktur
  • Evaluation des Verhältnisses von Wunsch, Wahrnehmung und Realität

Auszug aus dem Buch

4.1 Fridolins Begegnung mit der geheimen Gesellschaft

Nachdem das Ehepaar Fridolin und Albertine von einem Maskenball zurückkehrt, verfallen sie in „ein ernsteres Gespräch über jene verborgenen, kaum geahnten Wünsche“ (Tn, S. 7). Das Gespräch mit den beiderseitigen Geständnissen über den vergangenen Dänemarkurlaub mündet in einer ersten Erschütterung der familiären und ehelichen Idylle, die eingangs in der Novelle „im rötlichen Schein der Hängelampe“ (Tn, S. 5) konstituiert wurde. Kaum versprechen sie sich, dass sie „einander solche Dinge künftighin immer gleich erzählen [wollen]“ (Tn, S. 11), erweckt Albertine vergangene Erinnerungen an das Wochenende ihrer Verlobung am Wörthersee. Sie gesteht ihm, dass es nicht an ihr lag, „daß [sie] noch jungfräulich [seine] Gattin wurde“ (Tn, S. 12), was Fridolin nur mit einem Ausruf ihres Namens kommentiert. Das Gespräch, in dem in Fridolin die Eifersucht aufkommt, wird abrupt durch das Eintreten des Dienstmädchens, unterbrochen und Fridolin bricht zu einem ärztlichen Notfall auf. Dieses Gespräch ist der Grund für Fridolins „merkwürdige Unlust, sich nach Hause zu begeben“ (Tn, S. 21), was ihn zu seinem ersten Herumirren durch das nächtliche Wien führt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Problematik der Novelle ein, die im Spannungsfeld von Wunsch, Traum und Wirklichkeit angesiedelt ist, und benennt das Ziel der Arbeit sowie den theoretischen Rahmen.

2. Strukturen von Visualität in der Literatur nach Sandra Poppe (2007): Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der literarischen Visualität, insbesondere die Komponenten der Anschaulichkeit und ihre Funktion als Bedeutungsvermittler in narrativen Texten.

3. Arthur Schnitzler und der Traum: Es wird Schnitzlers Umgang mit der Traumthematik analysiert, wobei betont wird, dass er die Psychoanalyse nicht bloß literarisiert, sondern den Traum als erkenntnistheoretisches Medium nutzt.

4. Literarische Visualität in Arthur Schnitzlers Traumnovelle (1926): Das Hauptkapitel wendet die Theorie der Visualität konkret auf die Traumnovelle an, untersucht die Maskenballszene, analysiert den Traum von Albertine und beleuchtet die Parallelität beider Erlebnisse.

5. Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zusammen, dass literarische Visualität ein zentrales Werkzeug ist, um die Ebenen von Wirklichkeit und Traum zu verschränken und die psychologischen Konflikte der Figuren sichtbar zu machen.

Schlüsselwörter

Traumnovelle, Arthur Schnitzler, literarische Visualität, Sandra Poppe, Traum, Wirklichkeit, Wahrnehmung, Eifersucht, Psychoanalyse, Maskenball, Identität, Erzählstruktur, Subjektivität, Anschaulichkeit, Wunsch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Arthur Schnitzler in der "Traumnovelle" die Ebenen von Traum und Realität miteinander verwebt und dabei das Konzept der literarischen Visualität nutzt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die visuelle Darstellung narrativer Texte, das Verhältnis von Wunsch und Realität sowie die Bedeutung von Träumen im Werk Schnitzlers.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, mittels des theoretischen Ansatzes von Sandra Poppe zu ergründen, wie durch visuelle Beschreibungen eine "traumhafte" Stimmung erzeugt wird und inwiefern dies zur psychologischen Charakterisierung der Figuren beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet einen medienkomparatistischen und literaturwissenschaftlichen Ansatz, wobei sie das Werk von Sandra Poppe als theoretische Basis zur Analyse narrativer und deskriptiver Textelemente heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse von Fridolins nächtlichen Abenteuern, dem Traum von Albertine sowie deren struktureller Parallelität innerhalb der Novelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Titel der Novelle sind Schlüsselbegriffe wie literarische Visualität, Traum, Wahrnehmung und Identität zentral.

Warum spielt die Maskenballszene eine so wichtige Rolle für die Argumentation?

Die Maskenballszene dient als zentraler Schauplatz, an dem Fridolin die Grenzen seiner eigenen Wahrnehmung erfährt; sie ist entscheidend, um die Hypothese über den "traumartigen" Charakter der Ereignisse zu stützen.

Inwiefern unterscheidet sich die Erzählweise von Fridolins Abenteuern von der Erzählung des Traums seiner Frau?

Während Fridolins Erlebnisse aus einer personalen Perspektive mit einer Reflektorfigur dargestellt werden, wird Albertines Traum direkt durch sie selbst erzählt, was eine stärkere Distanz und Detailliertheit erzeugt.

Wie deutet die Autorin den Fund der Maske am Ende der Novelle?

Der Fund der Maske wird als ein wesentliches Indiz für die Wirklichkeit von Fridolins Erlebnissen gewertet, da sie als physisches Objekt die Brücke zur Realität schlägt.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Verschränkung von Traum und Wirklichkeit in Arthur Schnitzlers "Traumnovelle". Literarische Darstellung verschiedener Wahrnehmungsebenen
Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,3
Autor
Angelika Merk (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
20
Katalognummer
V505524
ISBN (eBook)
9783346047977
ISBN (Buch)
9783346047984
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schnitzler Traumnovelle Visualität Poppe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Angelika Merk (Autor:in), 2017, Verschränkung von Traum und Wirklichkeit in Arthur Schnitzlers "Traumnovelle". Literarische Darstellung verschiedener Wahrnehmungsebenen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505524
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Leseprobe aus  20  Seiten
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