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Die Jungfräulichkeit Mariens „ante partum“

Exegetisch-dogmatische Annäherungen unter ökumenischer Perspektive

Title: Die Jungfräulichkeit Mariens „ante partum“

Term Paper (Advanced seminar) , 2019 , 49 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magnus Kerkloh (Author)

Theology - Systematic Theology
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Summary Excerpt Details

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Stand der Diskussion über die Glaubensaussage, dass Maria vor der Geburt Jesu Jungfrau war, in ökumenischer Weite darzustellen. Den Ausgangspunkt bildet dabei die Sichtung und exegetische Deutung des biblischen Befundes, wobei z. T. bereits unterschiedliche konfessionelle Perspektiven zutage treten werden. Daraufhin erfolgt eine Darstellung der historischen Entfaltung dieses Glaubenssatzes, um sodann verschiedene heute vertretene Sichtweisen anhand ausgewählter Positionen, einerseits aus dem publizistischen Bereich im profanen wie auch im kirchlichen Kontext, andererseits auch aus dem Feld systematischer Theologie, darzulegen. Schließlich wird eine Zusammenfassung der Ergebnisse und eine theologische Bewertung derselben zu leisten sein.

„[D]u Jungfrau, auf dich hat der Geist sich gesenkt; du Mutter hast uns den Erlöser geschenkt.“ – In diesen Versen aus der ersten Strophe eines der wohl bekanntesten deutschsprachigen Marienlieder sind die beiden Aussagen über Maria genannt, die sich am sichersten auf eine biblische Tradition stützen können: Ihre Jungfräulichkeit bei seiner Empfängnis und ihre Mutterschaft in Bezug auf den Gottessohn. Während die zweite der beiden Aussagen (zumindest im historisch-biologischen Sinne) unbestritten ist („Mutter“), wird über die erste („Jungfrau“) seit der historisch-kritischen Erfor-schung der Bibel in Bezug auf ihre Aussageabsicht, ihren theologischen Sinn und ihre historisch-physische Dimension kontrovers diskutiert – und zwar quer durch die Konfessionen. Gleichzeitig findet diese Frage, ähnlich den anderen Fragen rund um die historische Gestalt Jesu – denn zu diesem Themenkreis gehört die jungfräuliche Empfängnis zweifellos – auch das Interesse einer ansonsten den Tiefendimensionen des christlichen Glaubens eher gleichgültig gegenüberstehenden Öffentlichkeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der biblische Befund

2.1 Alttestamentliche Hinweise und Vorbilder – insbesondere Jes 7,14

2.2 Die Aussagen des Neuen Testaments

3. Die frühchristlichen Theologen bis zum Bekenntnis von Konstantinopel

4. Die weitere theologische Entwicklung bis zum 20. Jhdt.

5. Zeitgenössische Äußerungen zur Frage der Jungfrauengeburt

5.1 Nicht konfessionelle publizistische Beiträge

5.2 Eine evangelische Präsentation der Thematik

5.3 Gegenwärtige katholische Verlautbarungen zum Thema

6. Systematisch-Theologische Deutungen der Jungfrauengeburt

6.1 Karl Barth

6.2 Wolfhart Pannenberg

6.3 Joseph Ratzinger

6.4 Karl Rahner

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, den Stand der wissenschaftlichen und öffentlichen Diskussion über die Glaubensaussage der jungfräulichen Empfängnis Jesu in ökumenischer Perspektive darzustellen. Dabei wird der biblische Befund exegetisch analysiert, die historische Entwicklung nachgezeichnet und verschiedene zeitgenössische sowie systematisch-theologische Deutungsansätze kritisch gegenübergestellt, um eine theologische Bewertung zu ermöglichen.

  • Exegetische Analyse der biblischen Grundlagen (Jes 7,14; Mt; Lk)
  • Historische Entwicklung des Dogmas in der frühen Kirche
  • Kritische Aufarbeitung zeitgenössischer medialer Debatten
  • Systematisch-theologische Positionen von Barth, Pannenberg, Ratzinger und Rahner
  • Ökumenische Reflexion der ökumenischen Relevanz

Auszug aus dem Buch

2.1 Alttestamentliche Hinweise und Vorbilder – insbesondere Jes 7,14

Da die frühen Christen – auch bereits die neutestamentlichen Schriftsteller – den Glauben an das Heilsgeschehen in Jesus Christus vor dem Horizont der jüdischen Glaubenstradition deuteten, sind in einem ersten Schritt die Stellen des Alten Testaments, die als Hinweise und Vorbilder für die jungfräuliche Empfängnis Jesu in der christlichen Überlieferung eine Rolle spielen, in den Blick zu nehmen.

Dabei wird Jesus zum einen in heilsgeschichtlicher Perspektive in einer Reihe mit bedeutenden alttestamentlichen „Söhnen“ gesehen: „Man las ja, daß Abrahams Sohn Isaak, Manoachs Sohn Simson, Elkanas Sohn Samuel von Müttern geboren wurden, die hoch betagt waren oder als unfruchtbar galten (Gen 18,14; Ri 13,3; 1 Sam 1,1-2,10; vgl. Lk 1,31.37.46-44). Um wieviel wunderbarer mußte die Geburt des Sohnes Gottes sein!“ Des Weiteren wurden die Worte in die Reflexion miteinbezogen, „mit denen Gott seinen Gesalbten, den Sohn Davids, am Tag der Thronbesteigung als seinen Sohn anerkannte: ‚Mein Sohn bist Du, heute habe ich Dich gezeugt’ (Ps 2,7 [...]).“

Der wichtigste alttestamentliche Text im Hinblick auf die jungfräuliche Empfängnis Jesu durch Maria ist aber Jes 7,14, wird er doch in Mt 1,22f. (in der griechischen Version der Septuaginta) direkt zitiert: „22Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Siehe: Die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären und sie werden ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott mit uns.“ Diese Stelle wurde im Judentum jedoch zunächst nicht im messianischen Sinne gedeutet, sondern auf den Sohn des Königs Achas bezogen – die Jungfrau wäre demnach die Königin. „Deshalb wurde das für die Jungfrau stehende hebräische Wort ‚almah’ auch nur in dem ursprünglichen Sinne einer ‚jungen Frau’ aufgefaßt. So kann sich die Frage stellen, ob die alttestamentliche Weissagung vom jungen Christentum nicht eine überhöhte Deutung oder gar eine Fälschung erfuhr.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die theologische und öffentliche Relevanz der jungfräulichen Empfängnis sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2. Der biblische Befund: Dieses Kapitel sichtet exegetisch die biblischen Grundlagen im Alten und Neuen Testament und bewertet deren Aussageabsicht.

3. Die frühchristlichen Theologen bis zum Bekenntnis von Konstantinopel: Es wird die historische Entfaltung des Glaubenssatzes in der frühen Kirche und bei den Kirchenvätern nachgezeichnet.

4. Die weitere theologische Entwicklung bis zum 20. Jhdt.: Dieser Teil analysiert, wie die historische Kritik im 19. Jahrhundert neue Zweifel und Fragen an der Jungfrauengeburt aufwarf.

5. Zeitgenössische Äußerungen zur Frage der Jungfrauengeburt: Das Kapitel untersucht aktuelle Diskussionen im medialen Raum sowie offizielle Verlautbarungen der Kirchen.

6. Systematisch-Theologische Deutungen der Jungfrauengeburt: Hier werden die Positionen von Karl Barth, Wolfhart Pannenberg, Joseph Ratzinger und Karl Rahner vergleichend dargestellt.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die theologische Bedeutung der jungfräulichen Empfängnis für die heutige Christenheit.

Schlüsselwörter

Jungfrauengeburt, Maria, Mariologie, Exegese, Historizität, Karl Barth, Joseph Ratzinger, Karl Rahner, Wolfhart Pannenberg, Inkarnation, Neues Testament, Dogmatik, Christologie, Heilsgeschichte, Jungfräulichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Glaubensaussage der jungfräulichen Empfängnis Mariens aus exegetischer und systematischer Sicht unter Berücksichtigung einer ökumenischen Perspektive.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die biblische Exegese (insbesondere Jes 7,14), die historische Entwicklung in der Patristik, die Herausforderungen der historischen Kritik sowie moderne systematische Deutungsmodelle.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Stand der wissenschaftlichen Diskussion darzustellen, die historischen Argumente zu prüfen und eine fundierte theologische Bewertung der Jungfrauengeburt als Zeichen des Heils zu erarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-kritische Exegese mit einer systematisch-theologischen Auswertung kombiniert, um sowohl die exegetischen Befunde als auch die theologischen Reflexionen zu würdigen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die exegetische Analyse der biblischen Quellen, eine Übersicht der historischen Entwicklung, eine Untersuchung aktueller medialer Darstellungen sowie eine systematische Diskussion prominenter Theologen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mariologie, Inkarnation, Jungfrauengeburt, Historizität und systematische Theologie kennzeichnen.

Warum spielt das Jesaja-Zitat (Jes 7,14) eine so zentrale Rolle?

Das Zitat dient als zentrale biblische Grundlage, deren Übersetzung („Jungfrau“ vs. „junge Frau“) und ursprüngliche Deutung im Judentum für das Verständnis der neutestamentlichen Geburtsgeschichten von entscheidender Bedeutung ist.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Karl Barth von der von Wolfhart Pannenberg?

Barth betont die Historizität und die notwendige Zeichenhaftigkeit des Wunders für die Inkarnation, während Pannenberg die Historizität eher skeptisch sieht und die Gottessohnschaft stärker aus einer Präexistenzchristologie begründet.

Welche Bedeutung misst Karl Rahner der Jungfrauengeburt bei?

Rahner sieht die Jungfrauengeburt als theologisch bedeutsame Reflexion über den radikalen Neuanfang Gottes in Jesus, warnt jedoch vor einer simplifizierenden „Entmythologisierung“, die den historischen Kern aus den Augen verliert.

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Details

Title
Die Jungfräulichkeit Mariens „ante partum“
Subtitle
Exegetisch-dogmatische Annäherungen unter ökumenischer Perspektive
College
University of Münster  (Ökumenisches Institut der kath.-theol. Fakultät)
Course
Hauptseminar "Maria – eine erhöhte Niedrige. Ökumenische Annäherungen in der Mariologie"
Grade
1,0
Author
Magnus Kerkloh (Author)
Publication Year
2019
Pages
49
Catalog Number
V505651
ISBN (eBook)
9783346062888
ISBN (Book)
9783346062895
Language
German
Tags
Maria Mariologie Dogmatik Jungfrauengeburt Jungfräulichkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magnus Kerkloh (Author), 2019, Die Jungfräulichkeit Mariens „ante partum“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505651
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